Wieviel Gewinn machte die TSV 1860 Merchandising GmbH in den vergangenen Jahren? Wieviel ging davon an die TSV München von 1860 GmbH & Co KGaA? Eine Frage, mit der sich viele Fans immer wieder beschäftigen. Natürlich machen wir uns auch beim Löwenmagazin darüber Gedanken.

Die HI Squared International

Im Jahr 2012 ging die TSV 1860 Merchandising GmbH an die HI Squared International GmbH (HI²). Für eine Millionen Euro. Schon damals gab es dafür Kritik. Im Endeffekt verkauften die Löwen den einzigen Bereich, der schwarze Zahlen schrieb.

Das Unternehmen HI Squared wurde von Hasan Ismaik und Hamada Iraki gegründet. 2011 war dort auch Mohamed Ahmed Badawy Al-Husseini eingestiegen. Einer der einflussreichsten Männer in Abu Dhabi, der laut Presseberichten Ismaik und Iraki zusammengebracht hatte. Al-Husseini war CEO bei der Aktiengesellschaft Aaber. In der Zwischenzeit wird er von den amerikanischen Behörden mit dem Skandal um den malayisischen Staatsfond in Verbindung gebracht, bei dem Milliarden von US-Dollar veruntreut wurden. Der ehemalige Mitbesitzer an der Merchandising GmbH sitzt seit längerer Zeit in Haft. Auch Hamada Iraki stieg bei HI Squared aus. Im Dezember 2013 zog sich der damalige Statthalter von Ismaik komplett bei Sechzig zurück. Seitdem gehört die GmbH ausschließlich der Familie Ismaik. Und damit auch die Lizenz an der Merchandising GmbH der Löwen.

Der Gewinn der Merchandising GmbH

1,7 Millionen Euro hat die TSV 1860 Merchandising seit dem Verkauf im Jahr 2012 erwirtschaftet. Davon gingen 1,3 Millionen Euro an die HI Squared International GmbH. Etwas unter 340.000 Euro ging an die KGaA des TSV 1860 München. Kurzfristig hatten die Löwen im Jahr 2012 eine Millionen Euro mehr. Langfristig jedoch ein finanzieller Verlust für die Löwen.

In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wurden jeweils 120.000 Euro vom Gewinn an HI Squared ausgeschüttet. Alles was darüber hinausging, ging zu 50 Prozent an HI Squared und zu 50 Prozent an die KGaA des TSV 1860 München.

In den Jahren 2015 und 2016 hingegen scheint ein Fehler passiert zu sein. Zwar wurde vom Gewinn jeweils 120.000 Euro abgezogen, der darüberliegende Betrag halbiert und der KGaA die richtige Summe ausgeschüttet, HI Squared wurde jedoch stets ein Betrag ausgeschüttet, der dem Gewinn entspricht. Dem Unternehmen von Ismaik wurde also stets der eigene Anteil plus die Ausschüttung an die TSV 1860 KGaA ausgezahlt. Das ist in der Summe eine zu viel ausgezahlte Summe von 138.555,04 Euro. (!)

Übersicht

GewinnAuszahlung HI²Auszahlung KGaA
2012160.238,72 €140.119,36 €20.119,36 €
2013232.914,57 €176.457,28 €56.457,29 €
2014256.686,94 €188.343,47 €68.343,47 €
2015149.138,22 € (!)149.138,22 € (!) 14.569,11 €
2016368.401,64 € (!) 368.401,64 € (!)124.200.82 €
2017336.774,57 €228.387,29 €108.387,29 €
2018153.946,57 €33.946,57 €120.000,00 €
Summe1.658.101,23 €1.284.793,83 €387.876,52 €

Während man in der Bilanz 2017 wieder die richtige Berechnung findet, scheint man 2018 den Fehler aus den Bilanzen von 2015 und 2016 wieder ausgleichen zu wollen. Denn vom Gewinn in Höhe von 153.946,57 Euro hat man 120.000 Euro an den TSV ausgeschüttet, die restliche Summe geht an HI Squared.

Da in den Jahren 2015 und 2016 zuviel von den Gewinnen durch HI Squared International vereinnahmt worden sind, zumindest geben die Bilanzen dieses Bild wieder, scheint man in der Bilanz 2018 nun mehr an die KGaA auszuschütten. Eigentlich hätte die HI Squared 136.973,29 Euro bekommen müssen und die KGaA 16.973,29 Euro. Ob nun tatsächlich sich hier jemand die Bücher angeschaut hat und nun ausgleichen möchte, oder aber er hier eine gewisse Vereinbarung gab, die diese Unstimmigkeiten rechtfertigen, wissen wir nicht.

Aktuell ergibt sich aus unserer Laiensicht noch immer die Tatsache, dass in der Gesamtsumme der HI Squared International 35.743,22 Euro zuviel und dem TSV 1860 München 21.174,10 Euro zu wenig ausgezahlt wurde. Auch nach der Berücksichtigung der scheinbar vorgenommenen Korrektur in der Bilanz 2018. Voraussetzung ist natürlich, dass die 120.000 Euro auch bei der KGaA angekommen sind. Das sieht man erst in der KGaA-Bilanz Ende Juni 2019.

Gerne darf man uns berichtigen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Reinhard Friedl
Leser

Die bisherige Diskussion hat gezeigt, dass es tatsächlich nicht einfach ist, die Zahlen und die Aufteilung des Gewinnes klar nachzuvollziehen. Ob nun die Gewinnbezugsberechtigung der KGaA den handelsrechtlichen Gewinn ändert, spielt in meinen Augen zur Aufteilung des Gewinnes keine Rolle. Im Artikel ging man davon aus, dass die ursprüngliche Vereinbarung von 120.000 € für HI und der Rest 50/50 auf HI und die KGaA aufgeteilt wird. Es war meines Erachtens nirgends zu lesen, dass der Restgewinn nun wohl 66,66/33,33 % (2/3 für HI und nur noch 1/3 für die KGaA) aufgeteilt wird.

Am Beispiel für das Geschäftsjahr 2016/2017 der Merchandising GmbH, wo die Zahlen sowohl in der Bilanz der Merchandising GmbH per 30.6.2017 und auch die Bilanz mit GuV der KGaA per 30.6.2018 vorliegen, kann dies herausgerechnet werden.
HI erhielt eine Gesamtsumme aus dem Gewinn von 336.774,57 € (30.774,57 € wurden auf neue Rechnung vorgetragen und 306.000,00 € wurden an HI ausbezahlt).
In der GuV der KGaA sind im Abschluss zum 30.6.2018 (der Geldfluss erfolgte erst nach dem 30.6.2017 von der Merchandising GmbH) zu ersehen, dass in der Position 8. Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 108.387,29 € vereinnahmt wurden.

Die Zahlen berechnen sich wie folgt:
für HI sind 120.000,00 € Festbetrag und 216.774,57 € variabel = 336.774,57 €
für die KGaA sind 108.387,29 € (variable Zahlung)
Wenn man nun den Gesamtbetrag der variablen Zahlung nimmt, so ergibt dies 325.161,86 € und demzufolge eine Aufteilung 216.774,57 € (entspricht 2/3) und 108.387,29 € (entspricht nur 1/3).

In den Anfangsjahren konnte eine 50/50 Aufteilung der variablen Zahlung herauslesen. Es wurde stillschweigend eine andere Aufteilung vereinbart. Welche Gründe hierfür den Ausschlag gaben, ist nicht nachvollziehbar.

Für das Geschäftsjahr 2017/2018 liegt die Bilanz der Merchandising GmbH vor.
HI erhielt einen Betrag von 153.946,57 €. Wobei 120.000,00 € ausgeschüttet wurden und 33.946,57 € auf neue Rechnung vorgetragen wurden.
Dies bedeutet, dass durch die 2/3 zu 1/3 Aufteilung der variablen Zahlung nur 16.973,29 € bei der KGaA im Abschluss per 30.6.2019 ersichtlich sein werden.

FAZIT: Transparenz sieht anders aus. Werden zu Sachverhalten, die nicht nachvollziehbar sind Vermutungen angestellt, die nicht gleich ins Schwarze treffen, dem wird vorgeworfen, von der Materie nichts zu verstehen und schlecht recherchiert zu haben. Es werden Nebelbomben geworfen. Jedoch hat der Artikel, der nicht das absolut richtige Ergebnis aufführte gezeigt, dass die KGaA noch schlechter wegkommt, als man gedacht hatte. Und wenn die Merchandising GmbH seit Bestehen (2011) in den Jahren Drei mal ihr Berichtswesen umgestellt hat, dann sollte man auch nach den Gründen fragen dürfen. Ebenso sollten die Fans erfahren, warum man von der 50/50 Aufteilung weggegangen ist. Leider wird man wohl keine Antworten erhalten.

United Sixties
Gast
United Sixties

Sowohl der „Kooperationsvertrag“ nach dem plötzlichen Einstieg HI 2011 über Hamada Iraki als auch der „Merchandising-Deal“aus 2012 gehört bis ins letzte Detail überprüft und alle damals Verantwortlichen in Präsidium und Aufsichtsrat hinterfragt. Denn diesen Schaden für unseren Verein als Mitgesellschafter der KGaA kann man kaum mehr kitten, wie man die letzten Jahre bis heute leidvoll erkennen musste. Dazu die schwerwiegende Fanspaltung in der Folge.
Das Übel liegt auch in der Hektik des Frühjahrs 2011 aus Insolvenzangst nach den wiederholten Verschweigen des damaligen Präsidiums Beeck/Maget/Hauner zur wirtschaftlich desaströsen Situation auf allen Delegiertenversammlungen von 2008-2010 !

Friedrich Hegel
Leser

Völlig richtig, @United Sixties! Vor allem dieses Präsidium Beeck, Maget, Hauner, dazu Hasenstab und ein Aufsichtsrat mit Wettberg, Jodelbauer, vor allem aber dem „schwindligen“ Christoph Öfele, gehört zur Rechenschaft gezogen. Dort hat man verschwiegen, getäuscht und gelogen und danach so getan, als könne man für das Desaster nichts!

HHeinz
Leser

Willst Du denen einen Mord anhängen?
Alles andere ist meiner Meinung nach längst verjährt. Solche Diskussionen sind für mich reiner Populismus (aber man kann sie natürlich trotzdem führen).

Friedrich Hegel
Leser

Wer seine Vergangenheit nicht anschauen will, wird auch in der Zukunft die falschen Entscheidungen treffen…

Kevin
Leser

In der Rechnung 1mio 1,7mio ist garnicht berücksichtigt, dass in der Merchandise GmbH etliche Manager aus dem Dunstkreis von Ismaik (unnötig)beschäftigt sind.

Sportfan
Gast
Sportfan

Insgesamt gehen die Gewinne unter Power Toni zurück. Wie kommt es ?

toni.bauer
Leser

Meiner Meinung nach sind euch leider ein paar grobe Fehler unterlaufen:

1. HI2 müsste im WJ 2016/2017 336774,57 EUR erhalten haben (davon 306T ausgeschüttet und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen). Wie ihr auf 228387,29 EUR kommt ist nicht wirklich nachvollziehbar.

2. Die Gewinnbezugsberechtigung der KGaA von 108387,29 EUR für das Jahr 2016/2017 ist richtig und wurde auch ordnungsgemäß ausbezahlt. Diese Berechnet sich wie folgt: Gewinn vor Gewinnbezugsberechtigung 445161,86 EUR abzgl. 120000 EUR Gewinnvorab verbleiben 325161,86. Davon 1/3 ergibt 108.387,29. Dieses Gewinnbezugsrecht mindert den handelsrechtlichen Gewinn und es verbleiben 336774,57 EUR, die einzig HI2 zustehen. Die Kontrollrechnung wäre: (336774,57-120000)x50%=Gewinnbezugsrecht der KGaA.

3. Für das Wirtschaftsjahr 2017/2018 hat die HI2!!! und nicht die KGaA 120000 EUR ausgeschüttet bekommen. Der Restgewinn von 33.946,57 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Die KGaA müsste ein Gewinnbezugsrecht i.H.v. 16973,28 EUR erhalten haben. Dies wird man wohl erst im JA 2018/2019 der KGaA sehen können.

Falsche Berechnungen des KGaA-Gewinnbezugsrechtes sehe ich nicht.

Reinhard Friedl
Leser

@Toni Bauer: Teil 2 der Analyse (leider wurde die erste Eingabe von mir nicht richtig abgespeichert, daher nun der zweite Versuch):

Wie bereits für das Jahr 2015 kommt es im Abschluss für das Jahr 1.7.2015 bis 30.06.2016 zu einem irritierenden Ergebnis. (Daher Ausrufezeichen in der Tabelle im Artikel).
In der Bilanz wird ein Jahresüberschuss von 368.401,64 € ausgewiesen.
Vorschlag der Ergebnisverwendung:
„Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von EUR 368.401,64 auf neue Rechnung vorzutragen und einen Betrag von EUR 124.200,82 an den Gewinnbezugsberechtigten auszuschütten.“
Also auch hier der ausgewiesene Jahresüberschuss wird vorgetragen und 124.200,82 € werden an die KGaA abgeführt; der Betrag wird auch in der GuV der KGaA per 30.6.2017 ausgewiesen.

Ab der Bilanz (2017)weist der Ausschüttungsbeschluss eine Änderung bei der Benennung des Ausschüttungsbegünstigten. Nun steht nicht mehr der Ausschüttungsbegünstigte sondern Gesellschafterin.

Im Abschluss per 30.6.2017 für das Geschäftsjahr 1.7.2016 bis 30.6.2017 sind als Jahresüberschuss 336.774,57 € festgestellt worden.
Hierzu der Vorschlag zur Ergebnisverwendung:
„Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von EURO 30.774,57 auf neue Rechnung vorzutragen und einen Betrag von EUR 306.000 an die Gesellschafterin auszuschütten.“

Zu Deiner Frage 1.
Die Rechnung für die Zahlen in der Tabelle im Artikel erfolgte nach dem Schema 120.000 € für HI und der Rest 50/50 Aufteilung:
Überschuss 336.774,57 € minus 120.000 (fest für HI) = 216.774,57 € geteilt durch zwei ergibt jeweils 108.387,29 € für HI und KGaA. (Diese 108.387,29 € sind in der GuV der KGaA per 30.6.2018 ersichtlich).
Für HI wurde gerechnet 120.000 plus 108.387,29 € ergibt 228.387,29 €. (Hätte HI tatsächlich 336.774,57 € erhalten, würde dies natürlich die Summe in der Tabelle erhöhen).

Feststellung 2 in Deinem Kommentar:
Jedoch würde bei dieser Berechnung die KGaA vom Restüberschuss unter Berücksichtigung der 120.000 Festbetrag nur noch 1/3 erhalten und HI 2/3 zuzüglich Festbetrag.

Feststellung 3 in Deinem Kommentar:
„Die KGaA müsste eine Gewinnbezugsberechtigung für 2017/18 von nur 16.973,28 € erhalten“, verschlechtert das Verhältnis Ertrag HI und KGaA nochmals.
Im kürzlich veröffentlichten Abschluss für das Geschäftsjahr 1.7.2017 bis 30.6.2018 werden als Jahresüberschuss nur noch 153.946,57 € ausgewiesen.
Der Vorschlag zur Ergebnisverwendung:
„Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von EUR 33.946,57 auf neue Rechnung vorzutragen und einen Betrag von EUR 120.000,00 an die Gesellschafterin auszuschütten.“
Auch hier wäre die Regelung: Überschuss minus 120.000 = Restbetrag 50/50 aufgeteilt nicht wie in den Jahren 2012 bis 2014 dargestellt und wohl vereinbart, sondern nur noch 1/3 des Restbetrages.

Daher meine Fragen an Dich:
1. wie bewertest Du die Ausschüttungsberechnung für die Jahre 2012 bis 2014
2. wie sind die Zahlen für 2015 und 2016 (mit der weiteren Bezeichnung „an den Gewinnbezugsberechtigten“) zu deuten?
3. Welche Gründe kann es geben, die Aufteilung des Restbetrages (nach Abzug der 120.000 € für HI) nicht mehr mit 50/50 vorzunehmen, sondern mit 2/3 für HI zuzüglich der 120 T€ und nur noch zu 1/3 des Restbetrages für die KGaA

Du siehst, dass ich mir viel Arbeit gemacht habe (speziell den zweiten Teil zweimal schreiben musste, da ich wohl auf das falsche Knöpfchen gedruckt habe), da Du in Deinem Kommentar von ein „paar groben Fehler“ geschrieben hattest. Daher bitte Aufklärung vom Steuerberater (bitte auch für Laien verständlich) wie das Zahlenwerk der Merchandising und das Berichtswesen zu beurteilen sind.

Die Summen in der Tabelle des Artikels verschlechtern zu Lasten der KGaA nochmals deutlich, wenn bereits jetzt nur 23 % der Gewinne bei der KGaA ankommen. Stimmt die 120.000 plus 2/3 des Überschusses für die KGaA dann erhöht sich der Anteil von 77 % deutlich.

toni.bauer
Leser

Sie haben meiner Meinung nach einen Denkfehler. Die Gewinnbezugsberechtigung mindert ja den handelsrechtlichen Gewinn. Dies ist aus dem Anhang zu den Jahresabschlüssen 14/15 und 15/16 ersichtlich. Warum es vorher anders dargestellt wurde weiß ich nicht. Ich kenne da keine Verträge, sondern beziehe mich lediglich auf die veröffentlichten Jahresabschlüsse. Gerne erkläre ich es ihnen mal, aber heute habe ich keine Zeit, da ich am Abend selbstverständlich noch beim Spiel bin. Außerdem halte ich es hier nicht für den richtigen Ort es zu erklären.

Sorry Herr Friedl, aber es wird ein Artikel veröffentlicht, der suggeriert, dass die Merchandising GmbH der KGaA Geld nicht ordnungsgemäß ausgezahlt hat. Zwar wird im Artikel von „Laienansicht“ geschrieben, sie schreiben in einem Kommentar aber von „gewissenhafter Journalist“. Wenn so ein Artikel veröffentlich wird, dann muss er auch zu 100% richtig sein. Dies ist er nicht. Ein anderer Kommentar fragt zurecht, warum Sie als Gesellschafterin die KGaA und nicht HI2 ansehen.

Gestern haben Sie in einem Kommentar behauptet, die KGaA wäre nicht mehr überschuldet, wenn HAM die Darlehen in Genussscheine umwandeln würde. Einfach auch falsch!!

Mir gefällt es einfach nicht, wenn ich unrichtige Sachen lese und andere glauben das dann auch noch. Deshalb habe ich ausnahmsweise auch mal kommentiert.

Kurz noch zum Boykottieren der Merchandising-GmbH: (sie selbst haben ja geschrieben, dass sie diese Firma boykottieren)
Ich akzeptiere jede Meinung, aber wer boykottiert sollte sich auch bewusst sein, dass man drei Personen(gruppen) schadet:

Zum einen natürlich der HAM bzw. HI. Ismaik wird es aber ziemlich egal sein, ob der Gewinn um paar Hunderttausend zurück geht oder nicht.

Zum zweiten den Mitarbeitern der Merchandising GmbH, deren Arbeitsplätze nicht sicher sind, wenn die Umsätze einbrechen sollten.

Und zum dritten der KGaA, die bisher JEDES Jahr einen Anteil vom Gewinn erhalten hat. Viel gravierender wird aber sein, dass durch Boykott die Verkaufszahlen von Macron-Artikeln (Trikots usw.) zurück gehen und dadurch vielleicht ein neuer Ausrüster-Vertrag schwerer zu bekommen bzw. schlechter dotiert sein wird.

würzburgerlöwe
Leser

Servus Reinhard Friedl
Vielen Dank für deine ausführliche Analyse. Mir ist aber immer noch nicht klar, wieso „die Gesellschafterin“ die KGaA sein soll und nicht HI²…

würzburgerlöwe
Leser

Sehe Punkt 3 genauso wie toni.bauer
In der Bilanz steht wörtlich „Die Geschäftsführung schlägt vor […] einen Betrag von EUR 120.000,00 an die Gesellschafterin auszuschütten.“

Die Gesellschafterin ist bis mindestens 2021 HI² und nicht die KGaA! Mich würde interessieren, wie ihr darauf kommt, dass 120.000€ an die KGaA fließen. Möglicherweise habe ich auch was übersehen. Vielleicht bringt ja Reinhard Friedl mit Teil 2 seiner Analyse Licht ins Dunkel.

Reinhard Friedl
Leser

Da in den Jahren davor immer die Ausschüttung an den Bezugsberechtigten ging, wurde dieser Passus überlesen. Da aus anderen Quellen zu hören war, dass wohl die Ausschüttungen für HI in der Vergangenheit zu hoch waren und nun es zu Korrekturen kommen sollte, war die Schlussfolgerung, dass die KGaA wohl im Abschluss per 30.6.2019 (der erst nächstes Jahr um diese Zeit veröffentlicht wird) der Mehrbetrag stehen wird. Welche Gründe es gab, die 50/50 Aufteilung (nach Abzug der 120 T€ für HI) aufzuheben und auf 2/3 für HI und 1/3 für die KGaA bleiben mir schleierhaft. Aber vielleicht kann Toni Bauer hier aufklären. Eines bleibt aber festzustellen, dass Transparenz anders aussieht.

Reinhard Friedl
Leser

@Toni Bauer: Auch die Zahlen in der Tabelle (im Artikel) sind aus dem öffentlich zugänglichen Bundesanzeiger. Lass uns gemeinsam feststellen an was es liegen könnte, dass die Zahlen anders zu lesen sind.

Im Jahresbericht für den Zeitraum 1.7.2011 bis 30.6.2012 gab es einen Jahresüberschuss von 160.238,72 € (ausgewiesen in der Bilanz). Vorschlag zur Ergebnisverwendung (dies bedeutet nach Feststellung des Abschlusses und des Gewinnes): Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von EUR 140.119,36 auf neue Rechnung vorzutragen und einen Betrag von EUR 20.119,36 an den G e w i n n b e z u g s b e r e c h t i g t e n auszuschütten. (Der Berechtigte war die KGaA, bei der die 20.119,36 € im Abschluss 1.7.2012 – 30.6.2013 auch in der Gewinn und Verlustrechnung verbucht sind). Der vorgetragene Gewinn (140.119,36 €) war der Anteil (120.000 € plus 50 % vom Rest = 20.119,36 €) von HI, der erst „thesauriert“ wurde und zu einem späteren Zeitpunkt entnommen wurde.
Also wie mehrmals veröffentlicht: 120.000 € vom Gewinn stehen nur HI zu und der Rest des Gewinnes werden 50/50 an HI und KGaA (Bezugsberechtigter) aufgeteilt.

Die gleiche Vorgehensweise findet man in den Jahresabschlüssen per 30.6.2013 und 30.6.2014.

Im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 1.7.2014 bis 30.6.2015 kommt es zur ersten „Ungereimtheit“.
Der Jahresüberschuss wird in der Bilanz mit 149.138,52 € beziffert. Dazu im Anhang der Vorschlag zur Ergebnisverwendung:
Die Geschäftsführung schlägt vor, vom Jahresüberschuss einen Betrag in Höhe von EUR 149.138,22 (als der gesamte Überschuss) auf neue Rechnung vorzutragen und einen Betrag von EUR 14.569,11 an den Gewinnbezugsberechtigten auszuschütten. (Daher stehen in der Tabelle im Artikel Ausrufezeichen sowohl beim Gewinn, wie bei der Auszahlung an HI. (Hinweis: Im Bericht der KGaA per 30.6.2016 sind die 14.569,11 € in der GuV verbucht).

Teil 2 der Analyse folgt im nächsten Kommentar.

Reinhard Friedl
Leser

Toni Bauer, hast Du Deine Zahlen aus den Bilanzen und GuV der Merchandising, oder argumentierst Du mit dem theoretischen Wissen eines Steuerberaters. Da ich nicht zuhause bin und meinen Computer nicht nutzen kann, schaue ich mir Deine Argumente morgen an und antworte dann konkret.

toni.bauer
Leser

Alles aus veröffentlichten Bilanzen der Merchandising GmbH und der KGaA

Loewengraetscher
Gast
Loewengraetscher

So schade es ist: Kein Kauf von offiziellen Fanartikeln der Merchandise-Firma…

Thrueblue
Leser

Tja, nachdem kein Fanradio genehmigt wurde, haben die Redakteure eben bisserl mehr Zeit für schnödes Zahlenwerk.
Pain in your ass

Reinhard Friedl
Leser

Leider sahen es wohl frühere Geschäftsführer der KGaA auch nur als schnödes Zahlenwerk an und haben Fehler bei der Aufteilung der Gewinne nicht bemerkt. Es macht eben jetzt schon stutzig, wenn bei einem relativen niedrigen Gewinn eine Zahlung zugewiesen wird, die eigentlich bei der Aufteilungsquote nicht nachvollziehbar ist. Dann schaut man sich als gewissenhafter Journalist die Bilanzen genauer an und lässt sich einige Dinge erklären um ein Fazit ziehen zu können.

Olli von Tata
Leser

Heisst True 😉 Allerdings geb ich dir recht,das die gewinnzahlen,die an die abgegeben wurden,selbst für die 3.Liga irrelevant sind…das Merchandising hätte nie verkauft werden dürfen!!