Jean de La Fontaine war ein großartiger französischer Schriftsteller. Französischen Schulkindern sind bis heute seine Fabeln bekannt. Und auch in Deutschland kennt man ihn. Aus einer seiner Fabeln entstand der Begriff der “Milchmädchenrechnung”. Unser Blick über den Tellerrand des Fußballs ohne ihn zu verlassen.

Nein, es ist nicht wirklich leicht, beim TSV 1860 München Verantwortung zu übernehmen. Vor allem dann nicht, wenn man tatsächlich etwas erreichen möchte und nicht wie viele in der Geschichte der Löwen den TSV 1860 München als Übungswiese für Spekulationen und Risikogeschäfte sieht. Beim TSV 1860 München scheint in vielen Bereichen die Vernunft eingekehrt zu sein. Da kann man sogar auch mal über die irritierende Hausratten-Werbung für “die Bayerische” hinwegschauen. Bei den Löwen läuft es in vielen Bereichen gut.

Eine große Kanne Milch …

La Fontaine beschreibt in einer seiner Fabeln eine junge Bauersfrau, die zum Markt ging um Milch zu verkaufen. Sie hatte sich ein Kissen auf den Kopf gebunden und darauf trug sie die große Kanne mit Milch. “Dieses Mal habe ich besonders viel Milch anzubieten, dachte sie sich erfreut. Sie nahm sich vor, vom Erlös 100 Küken zu kaufen. Auf dem Weg sponn sie ihre Idee weiter. Die Küken wollte sie dann groß ziehen, verkaufen und ein Schwein dafür erwerben. Das Schwein wollte sie mästen und ebenfalls teuer verkaufen, um sich davon eine weitere Kuh zu kaufen. Das würde dann ein Kälbchen bringen, das würde zu einem starken Bullen heranwachsen und prompt wäre sie eine wohlhabende Frau. Der Gedanke gefiel der jungen Frau so sehr, dass sie fröhlich zu hüpfen begann. Dadurch verlor sie allerdings das Gleichgewicht, der Milchtopf seinen Halt und er zerschellte schließlich auf dem Boden. Zuerst war sie verzweifelt und fürchtete sich vor den Worten ihres Mannes. Am Ende jedoch lachte sie: “Es muss doch möglich sein, von Erfolgen und Glück zu träumen, sich den blauen Himmel auszumalen und Luftschlösser zu bauen?”

So wird der Narr zum Weisen, so gehört ihm die Welt …

Und bei den Löwen?

Und bei den Löwen? Würde die Bauersfrau aus La Fontaines Fabel vor allem noch von einer medialen Panikmache begleitet. Hundert Küken bekommst du, also lauf schneller. Ansonsten bleibst du immer die arme Bauersfrau. Das Kälbchen am Ende der Fabel sehen einige bei den Löwen wohl eher sogar als goldenes Kalb. Die 1. Bundesliga. Spiele auf internationalem Niveau. Eine eigene Arena. Oder was auch immer als Traumschloß am Ende wartet.

Die Milchmädchenrechnungen sind scheinbar von den Schreibtischen der Verantwortlichen verschwunden. Sacharbeit ist die Grundlage. Bleibt zu hoffen, dass man sich auch von medialer Panikmache und Druck von außen nicht verrückt machen lässt.

Und Günther Gorenzel und Michael Köllner? Die schauen erst einmal, dass die nächste Kuh gemolken wird. Morgen, 14.00 Uhr im Grünwalder Stadion. 3 Punkte gegen den SV Meppen ist das Ziel.

Titelbild: Bild von ian kelsall auf Pixabay

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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drew60
drew60 (@guest_58809)
Gast
4 Monate her

Die Diskussion ins Olympiastadion zu ziehen für ein DFB Pokal Spiel unter der Woche ende Oktober ist einfach nur überflüssig.

chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
Bekannter Leser
Reply to  drew60
4 Monate her

Ja, manche Leute haben anscheinend lange Weile, denen ist es zu ruhig u. so versuchen sie mit irgendwelchen Themen Zoff zu entfachen. Das braucht wirklich Keiner…