Ein Kommentar zum Bild-Artikel „Grünwalder Stadion sogar erstligatauglich!“

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Zeitung

Die Fans des TSV 1860 München warten auf Ergebnisse im Hinblick auf die Stadionfrage. Geduld haben die Löwen dabei kaum. Zunutze macht sich das ein Journalist der Bild-Zeitung. Die Tageszeitung hat ihr bekannte Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie „Grünwalder Stadion“ veröffentlicht. Und heizt damit weitere Spekulationen rund um das Stadion an. Die vorläufigen Resultate sind dabei herzlich wenig geeignet, sinnvolle Diskussionen zu erzeugen. Die Informationen viel zu vage und ungenau. Drei Punkte werden genannt, die als sogenannte „vorläufige Resultate“ aufgeführt werden:

► Hauptproblem beim möglichen Ausbau: die zusätzliche Lärmbelästigung der Anwohner in Giesing.

► Sinnvoll sind laut Studie daher die bestehenden 15 000 Zuschauer. Oberste Schmerzgrenze: 18 000.

► Der Bauplan erlaube auch eine zusätzliche Überdachung von Zuschauerrängen und den Bau einer Tief- bzw. Parkgarage.

Quelle: bild.de

Das ist dürftig und wenig hilfreich. Man fragt deshalb bei 1860-Präsident Robert Reisinger nach. Und der antwortet in gewohnt zurückhaltender Form. Er kenne das Ergebnis der Studie noch nicht. Das müsse man abwarten.

Die Bild-Zeitung gibt sich freilich damit nicht zufrieden. Weil sie mit ihren oben genannten „vorläufigen Resultaten“ nur bedingt etwas anfangen kann. Weil sie keine Schlüsse ziehen kann, außer, dass das Grünwalder Stadion damit sogar tauglich für den Spielbetrieb in der Ersten Bundesliga wäre. Deshalb bringt sie einen unbekannten Dritten mit in die Berichterstattung. Aus „Vereinskreisen aber erfuhr die Bild“, so schreibt der Redakteur, dass 1860 einen Ausbau für 30.000 Zuschauer favorisiert. Ein Name wird nicht genannt.

Wer ist mit „1860“ gemeint? Wer favorisiert die genannte Zahl an Stadionplätzen? Das Präsidium? Die Geschäftsführung der KGaA? Jemand aus dem Verwaltungsrat? Oder aus dem Aufsichtsrat? Die Antwort bleibt die Bild dem Leser schuldig.

Mit Journalismus ist das so eine Sache. Eigentlich müsste man von der Presse erwarten, umfangreich informiert zu werden. Journalismus soll eine Reflektionsfläche schaffen. Er soll Debatten ermöglichen. Das gelingt der Bild-Zeitung mit ihren spärlichen Informationen zur Machbarkeitsstudie zweifelsohne nicht.

Am Ende geht es leider nur um eines: um Klicks, Abonnenten und Werbeeinnahmen.

In ein paar Tagen oder Wochen wird die eine oder andere Tatsache vielleicht sogar bestätigt. Dann kommt das große Schulterklopfen. „Was Bild-Leser längst wissen“, wird das Eigenlob lauten. Nichts wussten sie. Zumindest nichts Genaues.

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SechzigHelmutArikSteenanteaterSerkan Recent comment authors

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Sechzig
Leser

Der Verfasser dieses Artikels schreibt -Zitat RR:
„Und der antwortet in gewohnt zurückhaltender Form. Er kenne das Ergebnis der Studie noch nicht. Das müsse man abwarten.“

Jetzt frage ich mich schon ganz ehrlich wie naiv oder blind man sein muss:
Will mir der Verfasser, besser gesagt, Robert Reisinger TATSÄCHLICH erzählen, dass er „NOCH NICHTS“ über das Ergebnis bzw. die momentane Lage/den Stand der Studie wisse?!?! …über das GWS? Sein Baby? Sein Propaganda-Instrument?! grin grin

Bitte, das kann es ja nicht sein, oder?

Ich muss nicht alles ausplaudern, muss nicht zu jeden Schmarrn ein Statement abgeben, aber ich sollte ALS PRÄSIDENT jedoch ehrlich sein:

Anstatt zu sagen, er wüsste nichts über das Ergebnis, (Ergebnis oder Stand der Studie ist Wortklauberei) hätte er besser sagen sollen, dass er sich erkundigt hat oder über den Stand der Dinge informiert ist, aber zum jetztigen Zeit sich noch nicht dazu äußern will, weil manche Dinge noch in der Schwebe sind…so, wie es jeder seriöse Präsident, Geschäftsführer oder einfach Offizielle machen würde.

Unter Annahme dieser Tatsachen lässt RR ebenso aus „irgendwelchen“ Gründen die gewünschte, schon lange herbeigesehnte Transparenz vermissen…in diesem Fall lügt er sogar seine Wählerschaft kurz vor der Mv an…das liegt doch auf der Hand!

Und hier wird er umgarnt mit einer „gewohnt zurückhaltender Form“…unendlich grausam-populistische Wortwahl, tut mir leid.

Helmut
Leser

Bitte abwarten, fakenews und alternative Wahrheiten kennen wir zur genüge!
Am Schluß zählen Fakten, sonst nix!!
ELIL und bitte unterstützen!!

anteater
Leser

Seit wann betreibt die Bild (ernstzunehmenden) Journalismus? In meinem Leben noch nie.

Serkan
Leser

Bildgirl Chantal (19) „Ich stehe auf schnelle Autos“ von Seite 3 könnte vielleicht was wissen? Den meisten Boulevardjournalisten ist Erregung wichtiger als Recherche. Ihrem Publikum vermutlich auch.

3und6zger
Leser

Bei Fakenews werden oft die sogenannten „xyzkreise“ bemüht! Und der Quellenschutz ist natürlich das Allerwichtigste. Wenn’s heiß ist und Sommerpause in den Ligen und die Spieler noch in Urlaub sind, muss das Papier halt auch bedruckt werden…..