Es ist ein Szenario, vor dem einige Fans Angst haben, andere wiederrum hoffen genau darauf: Die 50+1-Regelung fällt und damit kann Investor Hasan Ismaik beim TSV 1860 München die komplette Kontrolle übernehmen. Die Frage, ob der jordanische Geschäftsmann den Verein tatsächlich auf sichere Beine stellen würde, ist oftmals eher eine Glaubensfrage als das Ergebnis einer eingehenden Diskussion. Viele Fans sind allerdings auch einfach nur kritisch und denken nicht gleich in Schubladen. Und das ist auch gut so. Man muss es differenziert betrachten und vor allem losgelöst von Emotionen.

Von beiden Seiten wurden von Anfang an Fehler gemacht. Darin sind sich viele Fans einig. Der aktuelle IST-Zustand zeigt jedoch ein klareres Bild. Doch ob man den aktuellen Kurs des Präsidiums rund um Robert Reisinger für die richtige Lösung ansieht, oder aber man sich eine deutliche Machtübernahme durch HAM International wünscht, daran scheiden sich oft die Geister. Wer sich mit Hasan Ismaik beschäftigt, muss sich mit ihm als Geschäftsmann auseinandersetzen. Und das ist durchaus komplex.

Hasan Ismaik und der TSV München von 1860

Man fragt sich durchaus, warum im Jahr 2011 der jordanische Geschäftsmann beim TSV München von 1860 eingestiegen ist. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung vom 12. April 2011 sprach Ismaik erstmals über seine Beweggründe. „Ich betrachte das nicht als eine Investition in eine Mannschaft, sondern es ist für mich auch eine Investition in einem wichtigen Wirtschaftsland“, sagt der Jordanier der Zeitung und betont, dass ihm durchaus bewusst ist, dass er aufgrund der 50+1-Regel nicht allein Entscheidungen treffen kann. Es gehe ihm vor allem darum, in Deutschland zu investieren und Kontakte zu knüpfen.

Warum ausgerechnet ein Fußballclub? Seinen Wohnsitz hat Ismaik in Abu Dhabi. Sein bis dahin erwirtschaftetes Vermögen hat er durch Öl- und Immobiliengeschäfte gemacht. Milliardär ist er nicht. Noch nicht. Wieso also der Club in München?

In der Vergangenheit hatte Hasan Ismaik einige Probleme in Jordanien. Arabische Medien berichten von 5 Haftbefehlen und dem Verdacht auf Geldwäsche. Auch sein Bruder wird dabei genannt. Doch von den Vorwürfen wurden beide freigesprochen. Ismaik sucht nun Schulterschluss mit der Elite der Vereinigten Arabischen Emirate. Und dabei fällt vor allem ein Name: Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, Mitglied der Herrscherfamilie in Abu Dhabi. Das Vermögen des Familienclans wird auf 600 Milliarden Euro geschätzt. Interessant dabei ist, dass Scheich Mansour im Jahr 2009 der Hauptanteilseigner von Manchester City wurde. Vielleicht ist sein Ziel tatsächlich nur die Tatsache, dass er in Deutschland Kontakte knüpfen möchte. Vielleicht aber sieht Hasan Ismaik im Kauf eines deutschen Clubs auch die Chance, sich der Herrscherfamilie zu nähern. Beide besitzen nun einen Club in Europa.

Einstieg in die Arabtec Holding

Es gibt für Hasan Ismaik ein Leben jenseits des Fußballs – vor allem ein geschäftliches. Eine Tatsache, die vielen Fans nicht wirklich bewusst ist. Der Einstieg beim TSV München von 1860 macht in den Jahren nach 2011 nur einen sehr geringen Teil seiner geschäftlichen Aktivitäten und Beziehungen aus. Er steigt kurze Zeit nach seiner 1860-Investition bei der Arabtec Holding ein. Interessant dabei ist, dass einer der wichtigsten Großaktionäre von Arabtec das Unternehmen Aabar Investments ist, eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Abu Dhabi. Der dortige Geschäftsführer ist Mohamed Ahmed Badawy Al-Husseini. Im komplexen arabischen Unternehmensgeflecht fällt es kaum auf, aber genau dieser Al-Husseini stieg im Jahr 2011 bei Ismaiks Vermarktungsagentur H.I. Squared International GmbH ein. Dieser gehört wiederrum die TSV Merchandising GmbH. Bei Aabar Investments spielt vor allem jedoch jemand anderes eine wichtige Rolle, nämlich Scheich Mansour, der Besitzer von Manchester City.

Ismaik wird zum Milliardär

Im Februar 2013 wird Hasan Ismaik der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende bei Arabtec. Milliardär ist er bis dato vermutlich nicht. Etwas mehr als ein Jahr später bezeichnete ihn das Wirtschaftsmagazin Forbes jedoch als ersten jordanischen Milliardär mit einem geschätzten Vermögen von 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Aktie von Arabtec stieg rasant an. Es kam zu einem großen Aufschwung. Vor allem auch Bauprojekte in Ägypten spielten dabei eine Rolle. Indirekt unterstützten diese Projekte die politischen Ziele des dortigen Militärputsches. Der ägyptische General Abd al-Fattah as-Sisi führte den Militärputsch in Ägypten an. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen und zahlreiche Gegner wurden zum Tode verurteilt. Am 8. Juni 2014 wurde General Sisi dann sogar Präsident von Ägypten.

Arabtec verliert 70 Prozent an Wert

Es mag Zufall sein. Aber genau an diesem 8. Juni 2014 gab es einen drastischen Einbruch bei der Aktie von Arabtec. Ein Tag, den viele Anleger nicht so schnell vergessen werden. Um 6,6 Prozent fiel die Aktie an diesem Sonntag. Am Tag darauf noch einmal um 9,6 Prozent, am Dienstag dann um weitere 9,9 Prozent und am Mittwoch noch einmal um 7,7 Prozent. Innerhalb kürzester Zeit verlor Arabtec 70 Prozent an Wert.

Am 18. Juni 2014, also rund zehn Tage später, trat Hasan Ismaik als Geschäftsführer zurück. Er wolle andere persönliche Ziele verfolgen. Mit dem Sturz der Aktie habe dies nichts zu tun. Mehr wolle er dazu nicht sagen. Vielen kam es jedoch eher wie eine Flucht vor. Man munkelte von einem Streit zwischen Geschäftsführer Ismaik und dem Großaktionär Aabar Investments, bei der Scheich Mansour beteiligt ist. Kam es damals zum Bruch zwischen Ismaik und der Scheich-Familie? Aabar hatte vor dem Fall der Aktie seine Anteile von 21 auf 19 Prozent reduziert. Für Verwunderung sorgte jedoch die Tatsache, dass Ismaik im Laufe seiner Tätigkeit als Geschäftsführer seine eigenen Anteile von 8 Prozent auf ganze 28 Prozent erhöht hatte. Und das relativ unbemerkt. Bekannt wurde das erst kurz vor dem Crash. Ismaik hatte unter verschiedenen Unternehmens-Namen Aktien bei dem Unternehmen gekauft, bei dem er als Vorstandsvorsitzender eingesetzt worden war. Das sorgte für Ärger, vor allem weil die Börsen-Regeln besagen, dass Einsätze über 5 Prozent unverzüglich offengelegt werden müssen. Viele warfen Arabtec und natürlich vor allem Ismaik mangelnde Transparenz vor. Erst nachdem Ismaik zurückgetreten war, konnten sich die Aktien und das Unternehmen Arabtec bis heute wieder langsam erholen.

Wieviel Geld Ismaik verloren hat, ist schwer zu sagen. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes wird Ismaiks Vermögen im Jahr 2017 auf nur noch 341 Millionen US-Dollar geschätzt. Das würde bedeuten, dass er über eine Milliarde US-Dollar verloren hat. Interessant dabei auch eine Aussage von Ismaik bei der Nachrichtenagentur Reuters aus dem Jahr 2014. Ismaik habe nach seiner eigenen Aussage Geld in Arabtec investiert, das er sich von Banken geliehen hatte, mit denen er in engen Beziehungen stünde. Finanz-Experten gehen davon aus, dass es bis heute noch Kredite gibt, die er zurückzahlen muss.

Einstieg bei Masaken Capital in Jordanien

In der Zwischenzeit hat Hasan Ismaik in ein jordanisches Unternehmen investiert. Die Firma nennt sich Masaken Capital und hat ihren Sitz in Amman, der jordanischen Hauptstadt. Im August 2015 hatte er dort 37 Prozent der Aktien erworben. Das waren damals rund 5 Millionen jordanische Dinar, was in etwa 7,06 Millionen US-Dollar ausmachte. Mit einem Schlag stieg die Aktie enorm in die Höhe. Mit großem Aufwand präsentierte Ismaik große Zukunftspläne und Perspektiven, was zahlreiche Anleger dazu verleitete, zu investieren. Die erste große Veranstaltung für Aktionäre fand in einem 5-Sterne-Hotel statt. Gewinn machte das Unternehmen jedoch nicht. Zwar machte die Aktie immer wieder einen Sprung nach oben, aber jedes Mal aufgrund einer größeren Ankündigung durch Ismaik. In diesem Jahr kündigte man zum Beispiel groß den Einstieg eines arabischen Unternehmens an. Sofort stieg die Aktie. Das einsteigende Unternehmen mit dem Namen Marya Group hat seinen Sitz in Abu Dhabi. Und gehört, das ist natürlich durchaus interessant: Hasan Ismaik. Die H.I. Squared, die Firma, der die Merchandising GmbH des TSV gehört, ist eine Tochter dieses Unternehmens. Allzu viele Aktien kaufte die Marya Group allerdings nicht. Das Unternehmen machte zudem weiterhin keinen Gewinn und die Aktie fiel erneut.

Im Sommer dann der überraschende Rückzug zweier Hauptaktionäre. Mohammed Abdullah Rashid Saeed Al Dhaheri aus den Emiraten (26 Prozent) und Kifah Ahmad Maharmeh aus Jordanien (14 Prozent) verkauften ihre Anteile an die Marya Group, die seit Januar mit nur wenigen Anteilen vertreten war. Das Unternehmen von Ismaik hatte damit sage und schreibe 44 Prozent, Ismaik selbst noch einmal 41 Prozent. Der Jordanier hat damit alleinige Entscheidungsgewalt bei Masaken Capital.

Zahlreiche arabische Dokumente bestätigen, dass Hasan Ismaik bei Masaken Capital immer wieder größere Investitionen versprochen hat, passiert ist jedoch relativ wenig. Einige Anleger zweifeln, dass es mit dem Unternehmen je wieder aufwärts geht. Es gibt ein Gebäude, das Masaken Capital gehört. In ihm gibt es ein kleines Büro, das sich genau in diesem Gebäude befindet. Es soll lediglich 4 Angestellte geben, so ein Investor aus Jordanien. Wer in den vergangenen Jahren, seit Ismaik im Unternehmen ist, investiert hat, der hat eine Menge Geld verloren. Sowohl Ismaik als auch dessen Vertraute sind kaum erreichbar für die Mit-Gesellschafter. Es gibt viele Spekulationen, warum Ismaik in Masaken Capital investiert hat. Eine faktenbasierte Antwort gibt es jedoch nicht. In jedem Fall fragt man sich, was in Jordanien passiert. Ein wenig erinnert es an den TSV. Man gibt auch da die Hoffnung nicht auf.


Diskussion

Gerne dürft Ihr über das Thema diskutieren, Anmerkungen machen und auch weitere Quellen zum Weiterlesen nennen. Selbstverständlich dürft Ihr auch Angaben widersprechen. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen zahlreiche verfügbaren Quellen genutzt.


Diverse öffentliche Quellen

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tomandcherry
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Ohne jetzt diese – größtenteils ausländischen – öffentlichen Quellen durchgelesen zu haben, ist es für mich doch sehr auffällig, dass HI seit dem „Doppelabstieg“ und der daraus resultierenden „Jetzt-erst-recht-Aufbruchstimmung“ rund um die 114 kaum noch in Erscheinung getreten ist. Gewidmete Siege an den „Obststandl-Didi“ bzw. Geburtstagsglückwünsche für den Grosser-Bäda mal ausgenommen.

Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass wir uns noch (sehr) lange mit dem Herrn Investor und seinen ganz speziellen Vorstellungen, was man aus 60 München noch machen kann (sic!), beschäftigen werden.

Der bleibt an uns kleben wie eine Klette und wird einen Sch***dreck tun, das bislang bei 60 „investierte“ Geld leichtfertig zu versenken.

Wenn es tatsächlich rund 70 Mio. € gewesen sein sollten, wird er sich die sportliche Entwicklung in Ruhe anschauen und genüßlich dabei zusehen, wie im Falle eines Aufstiegs in die 2. Liga seine Anteile wieder an Wertzuwachs gewinnen.

Allerdings kann das ja noch dauern und ist definitiv nicht in Stein gemeisselt. Vielleicht verbleiben wir auch noch fünf Jahre in der 3. Liga?

Serkan
Leser

Möglich, außer er braucht dringend Cash? Den Super-Löwen nimmt ihm jedenfalls, außer ein paar die auch an die Zahnfee glauben, niemand mehr ab.

Schwabinger Löwe
Leser
Schwabinger Löwe
Leser

Ein paar Punkte fehlen mir da noch (ich hab das mal 2015 im Löwenforum genau aufgezeichnet)

– Der Einstieg bei der Arabtec war wohl nur durch die Aaber möglich, vorher war Ismaik nur ein kleiner Immobilienhändler – das ganze war wohl auch durch die verschleierte Aktienkäufe (und durch die Aaber welche die Banken für die Kredite wohl betört hat) eine ziemlich abgekartete Sache da zu diesem Zeitpunkt verschleierte Aktienkäufe in den UAE nicht strafbar waren (wurde erst nach dem Arabtec-Debakel geändert)
– Und um was genau ging es? Einerseits wurden mit den verschleierten Zukäufen der Aktienkauf angeheizt, andererseits war das grosse Thema “sozialer Wohnungsbau” wo die Arabtec schon einiges im Mittleren Osten gemacht hatte – und Assissi in Egypten als gewiefter Pokitiker zog da bei der Luftnummer voll mit und versprach öffentlich große Projekte – gemeinsam mit CEO Ismaik der das Ganze als das ganz große nächste Ding vermittelte!
– Die eh schon überzogen Projektankündigungen sind dann gemeinsam mit dem Ölpreiskollaps in sich zusammen gefallen wie ein Kartenhaus und haben Arabtec in den Abgrund gerissen, tausende Kleinanleger wurden um ihre Ersparnisse gebracht
– Ismaik musste einen Teil der Aktien wieder an die Aaber abgeben (mit der er sich dann wohl ebenfalls zerstritten hatte)
– Die nächste Luftnummer war dann Masaken Capital wo der gleiche Luftnummerntrick in Jordanien angewendet wurde: Ankündigung von sozialem Wohnungsbau und dann kam halt nix
– Das letzte bekannte Projekt ist jetzt ein „Middle East ThinkTank“ mit dem man wohl über Studien versucht die nächsten „Deppen“-Investoren einzufangen…

2015 habe ich geschrieben das Ismaik ca 260mio wert ist, basierend auf Aktienwert aber defacto auch Pleite sein könnte, weil keiner wusste wieviel Pump hinter den Aktienkäufen stand – da hat man genervt abgewunken

Heute stehe ich aber noch mehr zu meiner Meinung: Ismaik hat nach dem Arabtec-Disaster fertig in UAE, das haben dort unten doch alle mitbekommen!! Schaut euch die Websites seiner Firmen an, keine neuen Projekte mehr in den UAE und in letzter Zeit nur mehr Jordanien.

Freilich, Ismaik würde das eben nie zugeben, hofft wohl eben aufs nächste Luftschloss (ThinkTank?) und daher wird er uns auch wohl ne Zeit erhalten bleiben…. Es könnte gut sein das die Anteile an Sechzig einfach noch sehr viel Wert in dem schrumpfenden Portfolio haben…

Serkan
Leser

Umfangreiche Recherche. Sauber! Für mich klingt das alles nicht nach einer glänzenden Erfolgsgeschichte, sondern eher nach seltsamen Geschäften aller Art. Wer diesem Mann Sechzig komplett in den Rachen werfen möchte, in der Hoffnung, der reiche Mann wird schon irgendwas damit anzufangen wissen, ist für mich ein Hasardeur. Oder steht, wie bei manchem Sprachrohr anzunehmen, selbst auf der Gehaltsliste.

United Sixties
Leser

Dies sind leider wenig neue Fakten nach den letzten Jahren der Spekulationen. Wirtschaftsreporter sowohl im nahen Osten wie hier in Europa u. insbesondere aus München haben offenbar wenig Interesse an „echten Aufklärungen“ bzw. Recherchen. Schade eigentlich, denn wie durch Gesellschaftervertreter ala Noor Basha, Rached Gerges, die Brüder von Hasan oder etwa der undurchsichtige A. P.
( Stichwort „Spielervermittler“ https://www.tz.de/sport/1860-muenchen/tsv-1860-muenchen-kia-joorabchian-neuer-mann-fuer-transfers-7162877.html ) einschließlich der patriarchischen, auch für jeden Außenstehenden schon seltsamen wie oft peinlichen Handlungsweisenvon HI selbst Erfolg wohl systematisch unmöglich gemacht wurde.
Die Fehlentscheidungs-Krönung zum Absturz 2017 war die Verpflichtung des nur englisch sprechenden Portugiesen Perreira samt Staff für unseren TSV einschl. der weiteren Extremverschuldung durch dubiose Transferpolitik mit viel zu hochbezahlten Profisöldnern aus allen Herren Länder. Wer dabei wohl kräftig Provisionen mitverdient hat, wäre auch gute Recherche wert und würde wohl etwas mehr Licht ins Dunkle bringen.

Reinhard Friedl
Leser

Ein sehr gut recherchierter Artikel, der aufzeigt welch „faules“ Ei die Löwen 2011 „gerettet“ hat. Im Nachhinein wäre es wohl besser gewesen, die KGaA wäre damals Konkurs gegannen. Allerdings wird es keiner so richtig abschätzen können, was damals mit dem e.V. passiert wäre. Aber dies ist Geschichte, die niemand rückwirkend ändern kann. Festzustellen ist jedenfalls, dass HI 60 % an der KGaA beteiltigt ist. Diese hat zwar lt. Bilanz per 30.6.2017 ein negatives Eigenkapital in Höhe von 19,8 Mio €. Trotzdem wollte HI von Herrn Mey, der wohl andere Investoren vertritt, wohl die stolze Summe von 70 Mio € für sein „verbranntes“ Investment. Was wäre wohl realistisch? Das Kommanditkapital beträgt 6,5 Mio € und die Kapitalrücklage beträgt 9,1 Mio €. Hiervon 60 % sind 9,3 Mio €. Dazu kommen zu 100 % Genussrechte in Höhe von 27,3 Mio €. Dieses Eigenkapital sollte wohl trotz dem negativen Gesamtwert mit 20 % bewertet werden können. Dies würde rund 7,3 Mio € für HI bringen. Seine Darlehen in Höhe von 16,8 Mio € könnten mit 40 % angesetzt werden. Dies wären nochmal 6,7 Mio €. Damit könnte er 7,3 Mio und 6,7 Mio, zusammen also 14,0 Mio € realistischen Wert ansetzen. Somit wären 15 Mio € von Ismaik für seine Beteilung inkl. Darlehen zu erzielen. Dies wär´s, was ein neuer Investor Ismaik bieten würde, damit dieser mit frischen Geld 1860 wieder finanziell auf die Beine stellen könnte. Aber hierzu gehören eben Zwei. Ismaik selbst und ein neuer Investor (oder Gruppe).

HHeinz
Leser

Man kann den Wert eines Bildes von Picasso auch nicht an dem Preis für Leinwand, Pinsel und Farben messen. Der TSV 1860 München ist weltweit einmalig und daher orientiert sich der Preis für mich eher an Liebhaberobjekten.

Ein 3-stelliger Millionenbetrag erscheint mir da durchaus nicht unrealistisch und Herr Ismaik wird das wissen / ahnen.

Erst recht jetzt wo die KGaA mit weitaus weniger Kapitaleinsatz erfolgreich arbeitet. Es sind die Profivereine samt DFL und DFB selbst welche das Produkt Profifußball immer mehr melken wollen.
https://www.dfl.de/de/home/dfl-report-2018-profifussball-erstmals-mit-mehr-als-vier-milliarden-euro-umsatz-2.html
Solche Prospekte werden doch nicht für Fußballfans erstellt.

Aktuell hat Herr Ismaik sowieso eine relativ bequeme Position. Ob Stadionfrage, Finanzierung oder sportliche Positionierung. Herr Ismaik tut so als würde ihn das alles nichts angehen und wartet augenscheinlich einfach ab. Und wir schaffen es leider bisher auch nur unzureichend seine Verantwortung entsprechend den Gesellschafteranteilen einzufordern.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

„Weltweit einmalig“?
Finde ich zu dick aufgetragen.
Finanziell lässt sich das ganze schon berechnen (Fanbase, Potential usw.).
Bei aller Fanliebelei, Angebot und Nachfrage kann auch der TSV nicht aushebeln.
Insofern ist die Einschätzung schon realistisch.

HHeinz
Leser

Ein Naby Keita wechselt für 60 Mio. zum FC Liverpool, bei uns hat alles auf einen Wechsel von Julian Weigl zu PSG gewartet.

Im Profifußball ist soviel Spekulation drin dass das Zocker anlockt.
Hertha BSC hat bereits auch eine Heuschrecke als Investor.
http://meinclubmeinverein.de/index.php/warum-e-v/13-andere-profimannschaften/41-hertha-bsc-berlin-und-sein-investor
Ein Verein der bis heute kaum Geld verdient und damals in der 2. Liga war. Damals von KKR mit 200 Mio. bewertet, heute angeblich schon mit über 300 Mio. Euro.

Jetzt sucht Hertha einen zweiten Investor und will ein neues Stadion bauen (lassen). Dabei muss Hertha bis 2021 anscheinend 36 Mio. aufbringen oder verliert weitere 33% der Anteile an KKR.

Die Bilanz der Hertha liest sich gruselig, weil es sportlich gerade gut läuft ist das aber allen egal. Was passiert wenn die Hertha alles verscherbelt hat weiss keiner.

Warum ist das Beispiel von Hertha von Belang? Weil auch die Bilanz von Hertha BSC wenig enthält was meiner Meinung nach eine Bewertung von 300 Mio. Euro rechtfertigen würde und trotzdem sind da Zocker am Werk weil diese anscheinend davon ausgehen dass man auch in einem Schneeballsystem viel Geld verdienen kann so lange man nicht der letzte Käufer ist.

Spekulationsblasen können auch mal platzen und das ist auch was mir letzendlich ein wenig Hoffnung macht. Dann wird auch mal hingeschaut was an substanziellen Werten vorhanden ist und das ist, und da gebe ich Dir und Reinhard Friedl durchaus recht, oft recht wenig.

Alexander Schlegel
Leser

Die Verluste bei Arabtec waren mir bekannt, sein Einstieg und Gebahren bei der Masaken Capital bislang nicht. Dass er allerdings bei Einstiegen ein Meister im Ankündigen ist, dem dann wenig bis keine Taten folgen, haben wir ja hier auch schon mehr als einmal erfahren. Was er allerdings damit bezweckt, habe ich bislang noch nicht verstanden. Außer er macht über irgendwelche Kanäle aus den kurzfristigen Aktien-Anstiegen viel Geld im Hintergrund.

Auf jeden Fall wäre dieser Mann wirklich mal eine größere Recherche eines investigativen Journalisten wert. Ich glaube, da würde ganz schön was zutage gefördert werden. Aber gut, ich will den Mann jetzt auch nicht diffamieren, aber so richtig schlau aus ihm, sind, so denke ich, bislang die wenigsten kritischen Löwen-Fans geworden.

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