TSV 1860 Futsal vs. Grün-Weiß Ingolstadt 6:5

Am Samstagabend empfingen die Futsallöwen Grün-Weiß Ingolstadt, den Tabellenvorletzten der Futsal Bayernliga, zum Nachholspiel. Eigentlich eine der einfacheren Aufgaben möchte man meinen. Doch als die Futsallöwen mit einer Drei-Tore-Führung im Rücken kurz vor Schluss bereits wie der sichere Sieger aussahen, wurde einmal mehr deutlich, dass auch im Futsallöwen das Löwen-Gen tief verwurzelt ist. Denn die turbulente Schlussphase hatte es in sich!

Erste Halbzeit: Ein Wechselbad der Gefühle

Das Spiel begann optimal für die Futsallöwen. Bereits in der 2. Minute traf Daniel Vinoly per Strafstoß zum 1:0 für die Hausherren. Und die Löwen setzten nach. Nur zwei Minuten nach dem Führungstor hätten sie das 2:0 nach einem tollen Lauf über das gesamte Spielfeld auf dem Fuß. Wiederum 60 Sekunden später scheiterte Vinoly freistehend am Gästetorhüter (5.). Die Anfangsphase gehörte also klar den Gastgebern.

Dann wurde Ingolstadt gefährlicher. Erst scheiterten sie im Eins gegen Eins an Maier (6.), dann trafen sie binnen 120 Sekunden gleich zweimal das Aluminium (8. und 10.). In der 11. Minute passierte es: Der sonst so starke Maier ließ einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Hasan Ergezer Distanz durchrutschen – 1:1! Und nur 60 Sekunden später lag der Ball schon wieder im Löwentor, dieses Mal war Maier aus kurzer Distanz aber ohne Abwehrchance (12.).

Doch die wütende Reaktion der Sechzger ließ nicht lange auf sich warten: Erst scheiterte Andy Kört mit seinem Abschluss zwar am Torhüter, doch der freistehende Jean Dötsch konnte den zurückprallenden Ball aus spitzem Winkel ins Netz bugsieren (14.). Und weiter ging es Schlag auf Schlag: In der 15. Minute zog Dötsch aus rund zehn Metern ab, der abgefälschte Schuss trudelte ins Tor – die Löwen waren wieder in Front! Beinahe wäre die Führung zwei Minuten später aber schon wieder Makulatur gewesen, doch die Latte rettete zum dritten Mal für die Löwen. So ging es mit einer glücklichen 3:2 Führung in die Halbzeit.

Zweite Halbzeit: Dramaqueen 1860 und jede Menge Hektik

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: 30 Sekunden waren gespielt, ehe Igor Dulabic das 4:2 markierte. In der 25. Minute baute Vinoly die Führung auf 5:2 aus. Trotzdem agierten die Futsallöwen weiterhin nicht souverän. Immerhin konnten sie sich in dieser Phase auf ihren gewohnt überragenden Schlussmann Maier verlassen, der mehrfach in Eins gegen Eins Duellen bravourös rettete (23./25./26.) und auch sonst jederzeit auf dem Posten war.

Anschließend flachte das Spiel merklich ab. An die Stelle von Tempo und Torchancen traten viele Fouls und jede Menge Unruhe, insbesondere von Seiten der Ingolstädter, die offensichtlich nicht mit allen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns einverstanden waren. Zudem wurde der Gäste-Trainer wegen wiederholtem Reklamierens auf die Tribüne verwiesen. Die Futsallöwen ließen sich davon – mit der scheinbar beruhigenden Führung im Rücken – offensichtlich einlullen. Und so nahm das Drama seinen Lauf. Fünf Minuten vor dem Ende zogen die Gäste das Tempo merklich an, die Löwen waren auf einmal völlig von der Rolle. Erst traf Hakan Düzgen in der 35. Minute zum 3:5. In der 37. Minute markierte erst Hasan Ergezer nach einer Ecke das 4:5, dann Semih Soysal nach einem Sprint über das gesamte Spielfeld gar das 5:5!

Ein Paukenschlag, mit dem wohl keiner mehr gerechnet hatte. Und so wie die Dinge sich entwickelten, drohte den Futsallöwen noch Schlimmeres. Doch in dieser Phase bewiesen die rund 50 Löwenfans in der Halle ein ganz feines Gespür und pushten die Mannschaft lautstark nach vorne. “Kämpfen bis zum Ende, TSV!” schallte es durch die Halle. Und sie kämpften, die Löwen – und wurden belohnt! In der 39. Minute traf Dötsch sehenswert zum 6:5. Noch eine Minute zittern, dann war es geschafft.

Die Löwen haben in der Schlussphase das Heft des Handelns unverständlicherweise völlig aus der Hand gegeben und wären um ein Haar böse dafür bestraft worden. Trotzdem feierten die Fans ihr Team für den Sieg ausgiebig. Löwenfans halt!

Fazit und Ausblick

Aufgrund des Chancenverhältnisses sowie des Spielverlaufs ein schmeichelhafter Sieg des TSV. Wollen die ambitionierten Futsallöwen nochmal enrsthaft ins Aufstiegsrennen eingreifen, bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung, vor allem im Hinblick das Defensivverhalten. Die Gäste aus Ingolstadt kamen über das gesamte Spiel hinweg zu deutlich zu vielen Torchancen.

Nächsten Samstag um 18:00 treten die Futsallöwen bei den Betonboys München zum innerstädtischen Derby an. Bereits einen Tag darauf geht es zum FC Ingolstadt 04. Anpfiff ist um 17:00 Uhr.

(FL)

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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tami-tes
tami-tes(@tamites)
Leser
2 Jahre her

Vielen Dank für den spannenden Bericht. Das liest sich fast wie ein Krimi. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Nerven wieder etwas blank lagen. Hauptsache die Futsallöwen haben gepunktet.