Jüngst meldete sich ein Fan beim Löwenmagazin. Wir sollen doch bitte einen temporären Umzug ins Olympiastadion befürworten und dafür werben. Weil nur damit die Löwen gerettet werden können. Wir beschäftigen uns dabei recht kurz mit der Thematik und bitten dies zu entschuldigen. Heißt also: wir rechnen nicht. Sondern bringen nur eine Sichtweise. Gerne kann aber darüber weitreichender diskutiert werden.

Aktuell gibt es vom Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga die sogenannten Grundlagen und ein Leitfaden von DFB / DFL für ein Konzept zur Wiederzulassung von Zuschauern. Dabei könnte eine teilweise Zulassung von Zuschauern auch für das Sechzger Stadion an der Grünwalder Straße beschlossen werden. Berechnungen sind hierbei recht komplex. Als Grundlage für die Berechnung von Tribünenkapazität muss dabei vor allem das Abstandsgebot berechnet werden. Als Beispiele dienen diverse Auslastungsberechnungen. Den Maximalwert von 15.000 des Grünwalder Stadions als Basis zu nehmen, ist dabei nicht mal ganz richtig. Die Beschränkung auf 15.000 ist ja auch im Hinblick auf den Lärmschutz vorgenommen worden, nicht platzmäßig. Dabei spielen zudem auch Fußwege, Treppenhäuser, Kioske, etc. eine Rolle. Eine realistische Gesamtkapazität muss im Verhältnis von Platz und Zeit berechnet werden. Eine schwierige Aufgabe, die der TSV damit hat. So weit so gut.

Unabhängig von möglichen Zahlen, die dabei rauskommen, wird ein anderes Modell diskutiert: der temporäre Umzug ins Olympiastadion. Aufgrund der dortigen sehr weitläufigen Zuschauerränge wäre hierbei durchaus denkbar, dass mehr Zuschauer zugelassen werden könnten. Die Milchmädchenrechnung: mehr Zuschauer bringen mehr Einnahmen für den TSV 1860 München. So einfach ist das natürlich nicht. Zum einen kann niemand absehen, welche Kosten das Olympiastadion wirklich mit sich bringt. Vor allem als temporäres Stadion, dass nicht mal die gesamte Saison genutzt werden kann. Denn im Olympiastadion sollen weiterhin Open Air Konzerte stattfinden. Vielleicht genau zu Zeiten, wo es Sinn machen würde. Zum Anderen bedarf es einer eindeutigen Klärung, welche Kapazität tatsächlich im Olympiastadion möglich wäre und mit welchen Zuschauern man rechnen kann. Denn es ist durchaus fragwürdig, ob man wirklich große Massen für einen Stadionbesuch unter diversen Vorgaben und Regeln begeistern kann. Die Vergangenheit lehrt da durchaus eines Bessern. Ohne Corona-Krise.

Ein Argument ist allerdings sehr abwegig – nämlich die Theorie, dass man im Grünwalder Stadion während der Coronakrise, bei niedrigen Zuschauerzahlen und einem voraussichtlich verhältnismäßig höherem Aufwand und damit entsprechenden Kosten, als TSV 1860 München nicht überleben kann. Denn hierfür, so ehrlich muss man dann doch sein, wurde ja ein nachhaltiges Finanzpaket verabschiedet. Zweifelsohne ist es im Sinne der KGaA und auch des Gesellschafters HAM International, möglichst viel Geld in die leere Kasse zu spülen und damit eben Darlehen aus dem Notfallpaket zu verhindern. Die Theorie, dass man während der Corona-Krise nicht im Grünwalder Stadion überleben kann, ist jedoch damit hinfällig. Weil man eben genau das einkalkuliert hat. Und zwar mit 0 Zuschauern. Heißt: gibt es keine Zuschauer, kann der TSV 1860 München „bequem“ zu bestimmten Zeitpunkten entsprechend vorher festgelegte Summen abrufen. Außer der TSV macht während der Krise dann doch noch Gewinne. Weil solches Geld gleich wieder die Not-Darlehen bedient oder als Sicherheit herangenommen wird. Unterschrieben sowohl vom TSV München von 1860 e.V. als auch von HAM International und damit Hasan Ismaik. Sich auf ein Wagnis und ein Rechenspiel mit dem Olympiastadion einzulassen, hat also keinen Einfluss auf das Überleben der Löwen.

Der Spieler-Etat liegt bei 3 Millionen Euro. Könnte der temporäre Umzug ins Olympiastadion den Spieler-Etat erhöhen? Die Frage kann man getrost mit „nein“ beantworten. Das wäre nur dann möglich, wenn man beim Olympiastadion die gleichen oder geringere Kosten wie im Grünwalder Stadion hätte und stets mehr als 15.000 Zuschauer. Denn genau hierfür ist ja das Finanzpaket berechnet. Für das aktuelle Stadion in Giesing bei maximaler Auslastung. Nur wenn man Geld darüber hinaus einnimmt, wirkt sich dies positiv auf das Gesamtbudget und vermutlich auch auf den Spieler-Etat aus. Während der Pandemie so gut wie ausgeschlossen.

Mag sein, dass manche gerne über das Olympiastadion als mögliches Stadion für die Löwen diskutieren möchten. Und das ist auch ihr gutes Recht. Die Corona-Krise sollte jedoch keineswegs als Diskussionsgrundlage dienen. Wer glaubt, dass die Löwen während der Pandemie dort mehr verdienen, unterliegt zweifelsohne einem Irrtum. Die Einnahmen aus einem stets ausverkauften Sechzger Stadion an der Grünwalder Straße sind ohnehin da. Eben nämlich wegen dem nachhaltigen Finanzpaket. Ob man das jetzt gut findet oder nicht.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her

Der Umzug ins Olympiastadion verspricht die Möglichkeit, dort mehr Zuschauer zuzulassen. Die Akzeptanz scheint hier begrenzt zu sein.

Was ist aber, wenn erst in zwei Jahren die Stadien vollständig wieder genutzt werden können?

swaltl
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swaltl (@swaltl)
23 Tage her

Ich halte den Gedanken an das Olympiastadion in der momentanen Situation (allerdings nur dann) für gar nicht mal abwegig. Das Grünwalder Stadion ist für die Corona-Auflagen halt doch sehr schlecht geeignet.

Das hauptsachliche Problem bei der Öffnung des GWS für 3.000 – 4.000 Zuschauer sehe ich gar nicht in geringen Einnahmen. Das größte Problem dürfte die Verteilung der Karten sein. Wie will man 4.000 Karten verteilen wenn 10.000 Leute ins Stadion wollen?
Wenn nur Dauerkarten-Inhaber der letzten Saison rein dürfen sind Leute, die keine Dauerkarte haben, zurecht enttäuscht. Wenn man hingegen für alle öffnen würde dann hätten Dauerkarten-Inhaber keine Vorteile mehr und wären verärgert. Wenn man nur Karten an Mitglieder verkauft sind auch viele Leute verärgert.
Ich frage mich, ob man wirklich wegen nur 4.000 Karten einen Keil zwischen die Fans treiben will. Bei 4.000 Zuschauern im GWS würde kaum Stimmung aufkommen, zumindest nicht wenn die Leute Abstand halten müssen und eventuell nicht mal singen dürfen.

Der Artikel von euch ist aus finanzieller Sicht durchaus richtig. Aber viel wichtiger ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass eine stark begrenzte Anzahl an Karten im GWS zu Problemen unter den Fans führen wird. Eine Öffnung des GWS macht für gerade deshalb und mich durch die Absicherung durch Ismaik erst dann Sinn, wenn zumindest 10.000 Zuschauer erlaubt sind. Solange das weder erlaubt noch sinnvoll ist halte ich den Gedanken an das Olympiastadion gar nicht mal für abwegig.

Allerdings wird die Stadt wohl kaum weitere Fußballspiele im Olympiastadion erlauben. Schon Türkgücü musste das Stadion in Würzburg angeben weil das Olympiastadion nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht. Dass die Stadt dann weitere Spiele dort erlauben wird dürfte ausgeschlossen sein. Wahrscheinlich kann sich Pfeifer die Nachfrage bei der Stadt wegen dem Olympiastadion auch gleich sparen weil die Antwort sowieso klar ist.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
23 Tage her
Reply to  swaltl

Während ich als Oly-„Hasser“ das aktuell auch für einen zumindest überlegenswerten Gedanken halte, vorübergehend dorthin zu ziehen, glaube ich schon, dass unsere Fanbasis Verständnis dafür aufbringt, dass es aktuell halt nicht anders geht, als die Tickets gegebenenfalls „ungerecht“ zu verteilen.

10.000 im Sechzgerstadion? Aktuell nicht vorstellbar.

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  swaltl

Das Problem mit den Zuschauern haben andere Vereine doch auch.

In Dortmund wollen doch auch die 80Tsd ins Stadion, beim Nachbarn die 70Tsd. Pauli, Försterei zu Berlin … die alle haben dieses Problem, im Grunde alle Vereine, die immer vor halbwegs ausverkauftem oder ausverkauftem Haus spielen. Was machen diese Vereine dann? Zur Halbzeit das Publikum tauschen? Oder die 40.000Tsd die in Dortmund nicht rein gehen, dürfen das Spiel auf Großleinwänden dann in Gelsenkirchen ansehen? Pauli spielt dann im HSV Sportpark?

So gesehen ist dann jedes Stadion für die Corona-Auflagen nicht geeignet, nicht nur das Grünwalder. In den Corona-Zeiten muss man halt auch mal lernen, zu verzichten, auch wenn’s einem schwer fällt.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

Zur Halbzeit das Publikum tauschen?

Endlich ergibt sich mal die Situation, wo ich den absurdesten aller Vorschläge machen kann (so ganz generell, ohne SARS-CoV-2): Es wäre doch interessant, wenn künftig anstatt die Mannschaften in unterschiedliche Richtungen spielen zu lassen, also, in der 1. Halbzeit anders als in der 2. HZ, man in der Halbzeitpause die Fans die Seite wechseln lassen würde.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
23 Tage her

Kann man so sehen. Mir ist die Reduktion von Herrn Ismaik auf die Rolle eines Bankomaten (er sichert ja das Risiko vollständig ab) sowie das teure Olympiastadion welches sich anscheinend nur ein Türk Gücü leisten kann etwas zu billig.
Es gibt meiner Meinung nach viel bessere Gründe nicht im Olympiastadion spielen zu wollen als Ismaik zahlts ja eh und die Kosten sind viel zu hoch.
Alleine schon dass man vermutlich kein MVV Ticket reinverhandeln müsste (ohne die Ticketkosten abzusenken) wäre schon eine Kostenersparnis.
Und was die Konzerte im Olympiastadion betrifft. Dieses Jahr war sofern ich mich erinnere 1 Event geplant und das ist auch noch ausgefallen. Das Olympiastadion ist nicht nur für Fußball relativ grausam sondern auch für Konzerte. Das will halt nur kaum jemand hören. Ich muss jedes Mal (virtuell) weinen wenn Bands Konzerte ankündigen und München regelmäßig nicht auf dem Tourplan steht. Am häufigsten gebucht wird noch der Königsplatz, was für ein Armutszeugnis für die angebliche Heimlichhauptstadt Deutschlands. Ein Platz mit Dixieklos wird besser bebucht als ein Stadion inmitten einer Grünanlage samt Parkplätzen und Teilüberdachung in verkehrsgünstiger Lage.
PS: Bisher veröffentlichte Veranstaltungen im Oly 2021: Null und irgendwann müssten ja jetzt auch die Renovierungsarbeiten starten.

Last edited 23 Tage her by HHeinz
tsvmarc
Leser
tsvmarc (@tsvmarc)
23 Tage her
Reply to  ArikSteen

Zumindest haben sich beide Gesellschafter für diesen Weg wohl entschieden.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
22 Tage her
Reply to  ArikSteen

Unfairer Vergleich: Wäre Hasan Ismaik Hans Sitzberger würde man vielleicht anders denken und auch schreiben?
Ich habe wenig Sympathien für Herrn Ismaik und ich würde weiterhin keinen Cent von ihm wollen, aber sein Engagement automatisch klein zu schreiben finde ich in diesem Fall ein wenig unfair.

Es ist streng genommen eines der besten Pakete welches man bisher aus dem Investor herausleiern konnte denn es gibt der KGaA Planungssicherheit im zugegeben bescheidenen Rahmen in unruhigen Zeiten. Gleichzeitig hat Herr ismaik uns auch noch das Theater um einen neuen Geschäftsführer erspart. Nein, auch das muss man nicht anerkennen aber es muss ihn schon Überwindung gekostet haben. Davor habe ich Respekt denn zurückstecken war bisher eher nicht seine Stärke.

Dass man zusätzliche Gelder jetzt nicht unterbringt könnte auch einfach der Tatsache geschuldet sein dass diese zum Zeitpunkt der Verhandlungen noch nicht auf dem Tisch lagen. Kann man das Herrn Ismaik anlasten? Ich weiß es nicht, tendiere aber eher zu einem Nein.

Sollte das Grünwalder Stadion wegen Umbau geschlossen werden brauchen wir eine Ausweichstätte. Wir können das so lange ignorieren bis es entweder gar nicht eintritt oder „plötzlich“ über uns hereinbricht. Und auch dann werden wir eventuell finanzielle Unterstützung brauchen. Die KGaA lebt nicht in Saus in Braus aber sie wackelt nicht mehr so stark wie in manchem Jahr zuvor. Und das in Zeiten in denen von 0 Zuschauer bis Ausverkauft alles drin ist.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
22 Tage her
Reply to  HHeinz

Es ist streng genommen eines der besten Pakete welches man bisher aus dem Investor herausleiern konnte

Was wäre denn die Alternative für Herrn Ismaik und den e.V. gewesen? Eigentlich nur die Insolvenz, oder.

6 Mio. „bürgt“ Herr Ismaik für zwei Saisons, also 3 Mio pro Saison. Das soll ja exakt unser Budget für die Spieler sein. Kein „bestes Paket ever“ hieße also „keine Mannschaft“.

Herrn Ismaik hier jetzt auch nur im Ansatz als Altruisten oder wohlwollenden Menschen hinzustellen, sehe ich auf jeden Fall niemals aufgrund dieses Notpakets zur Verhinderung einer Insolvenz gegeben.

Gleichzeitig hat Herr ismaik uns auch noch das Theater um einen neuen Geschäftsführer erspart.

Muss man jetzt schon dankbar sein dafür, dass einer (egal wer) nicht komplett destruktiv handelt? Hey, ich habe auch in der abgelaufenen Saison niemandem auf die Fresse gehauen. Wo bleibt mein Sonderlob?

Sollte das Grünwalder Stadion wegen Umbau geschlossen werden brauchen wir eine Ausweichstätte.

Unbestritten! Die Stadt wird das auch schon wissen. Schade eigentlich, dass man den Umbau nicht jetzt eben mal über die Bühne bringen kann.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
22 Tage her
Reply to  HHeinz

Das ist doch Käse „man kritisiert nur weil es um Ismaik geht“ natürlich würde man auch einen Hr. Sitzberger kritisieren (allerdings würde ein Hr. Sitzberger mE tatsächlich weitaus anders handeln als ein Hr., Ismaik – aber das steht doch übhaupt nicht zur Debatte). Ja daß Ismaik bürgt ist „ned schlecht“, stand ja hier schon auch daß man dadurch wenigstens Planungssicherheit hat.Aber leider ist es halt nix halbes und nix ganzes, weil eben Gönner oder Sponsoren, die Spieler bezahlen würden ausgebremst sind…

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  ArikSteen

 ArikSteen

Hier wird die Meinung vertreten: „Ja, man hat die Sicherheit, dass man für die kommenden zwei Jahre keine Insolvenz anmelden muss.“

Dabei wird aber außer Acht gelassen, dass von HAM bzw. Ismaik bisher kein Cent gezahlt wurde, sondern nur ein Zahlungsversprechen vorliegt. Zuletzt hat es Monate gedauert, bis der jordanische Philosophie-Dilettant die großspurig angekündigten 40.000 € für das Trainingslager überwiesen hat. Wer gewährleitet, dass Hasani bei Bedarf einen weit höheren Betrag rechtzeitig transferiert?

Bereits 2011 hat er den TSV-Fans in Aussicht gestellt, ihnen eine Zoo-Arena „schenken“ zu wollen. Dazu kann man doch nur sagen: „Versprochen und gebrochen“

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  nofan

Er hat damals, zu Zeiten von Pereira und Co. auch versprochen, im Falle eines Abstiegs die 3. Liga zu finanzieren. …

Aber anders herum gefragt: was würde es dem Mehrheitsgesellschafter bringen, wenn er das nicht einhalten würde? Unter der Voraussetzung, dass er kann.
Eine Insolvenz kann ja noch weniger im seinen Sinne sein, theoretisch.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

 Snoopy.

Sie haben doch die Antwort schon mitgeliefert. 2017 hat er unerfüllbare Forderungen gestellt und konnte deshalb behaupten, der Verein sei Schuld am Abstieg in die Regionalliga.

Und was ist, wenn er demnächst fordert, dass in den Verwaltungsrat nur ihm genehme Personen gewählt werden, er ansonsten aber die KGaA in die Insolvenz gehen ließe? Meinen Sie nicht, dieses Drohpotential könnte einige Mitglieder bei der Stimmangabe beeinflussen?

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  nofan

 nofan

so was wie das Team „Profifußball“?

Fordern kann er viel, auch bei den Wahlen zum e.V. obwohl das nicht interessiert, im e.V. hat er glücklicherweise nichts zu melden.

Und selbst wenn das den einen oder anderen zum Umdenken zwingen könnte, was ich ehrlich gesagt nicht glaube, aber es auch nicht ausgeschlossen ist, verschwinden dann die wirtschaftlichen Rahmenbedinungen der KGaA auch nicht, so wie mancher glaubt.

2017 hatte man den Vorteil, der der Schaden eh schon da war, mit dem sportlichen Abstieg. Ich wiederhole mich: ich bin dankbar, dass es so gekommen ist. Somit hat er sich selbst ins Abseits gestellt. Sich erpressen lassen will hoffentlich niemand, genauso wie sich weiterhin von ihm für „dumm“ verkaufen lassen. Hatten wir schon mal: Wildmoser.

Mich jedenfalls beeinflußt er nicht, in dem Fall würde er genauso wenig meine Stimme bekommen, wie er Geld von mir bekommen würde.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

Sie schließen also aus, dass die TSV-Fans sich in etwas so polarisieren lassen, wie es die Wählerschaft in den USA schon ist?

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  nofan

Ich hoffe doch, dass der Fan des TSV intellektuell mehrheitlich doch über dem Niveau der USA liegt …

Die Kernfrage in diesem Fall wäre doch, ob man sich dem nicht garantierten Erfolg und der erneuten Alleinherrschaft eines Ismaik wieder hingibt, wie schon einmal oder ob man einen wirklichen Neuanfang machen will.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

Bin kein Freund von Alleinherrschern oder vom Wegfall der 50+1-Regelung.

Nur wie soll ein Neuanfang gestaltet werden? Der Kooperationsvertrag dürfte nur kündbar sein, wenn der Verein alle Verbindlichkeiten gegenüber HAM erfüllte. Illusion …

Zudem befürchte ich, dass eine Insolvenz nur HAM Vorteile einbringen würde, da sie als größte Gläubigerin die meiste Mitsprache bei einem Insolvenzverfahren erhielte. Und woher sollte der Verein die Millionen € nehmen, um eine KGaA Uebernahme durch HAM im Insolvenzverfahren zu verhindern?

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  nofan

Der Verein, also der e.V. hat keinerlei Verbindlichkeiten gegenüber HAM, wenn dann die Geschäftsführungs-GmbH als Komplementärin der KGaA, die lt. Aktiengesetzt voll und umfänglich haftbar ist. Da die Geschäftsführungs-GmbH des e.V. aber selbst auf gut Deutsch mittellos ist …

Reisinger sagte einmal, dass eine Insolvenz dem e.V. so um die 600Tsd Euro kosten würde. Wie er auf die Summe kommt: keine Ahnung.

Die Lizenz zum Fußballspielen hat der e.V., Kapitalgesellschaften erhalten keine Lizenzen. Da ich den Koop-Vertrag nicht kenne, kann ich auch nicht sagen, in wie weit da was im Falle von drin steht. Vielleicht müsste man doch noch mal den Antrag von (mir will der Name gerade nicht einfallen) neu auflegen.

Und für den Neuanfang würden genügend potientielle Gesellschafter vorhanden sein, die jetzt schon unterstützen, wo sie nur können. Da würde ich mir keine Sorgen machen.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

Reisinger sagte einmal, dass eine Insolvenz dem e.V. so um die 600Tsd Euro kosten würde. Wie er auf die Summe kommt: keine Ahnung.

Irgendwann einmal hatte doch die KGaA Außenstände durch nicht geleistete Ausbildungsvergütungen an den e.V. Soweit ich weiß, ist das inzwischen quasi abgeschrieben, aber vielleicht meinte er das.

mir will der Name gerade nicht einfallen

Frau Hoppen!

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  anteater

Hoppen. Danke.

United Sixties
Leser
United Sixties (@richard-ostermeiergmail-com)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

Er hat zwei Jahre Zeit gewonnen und setzt weiter auf das Fallen von 50+1 oder ein neues Vereinspräsidium ab 2021. Mehr kann er auch nicht tun , nur so wird das nix mehr mit Kooperation und Wiederaufstieg und wir spielen über viele Jahre in der unwirtschaftlichsten dritten Liga. Ob das dann die Dauerkarteninhaber lange mitmachen bleibt doch fraglich. Der Schuldenschnitt und Einstieg weiterer Mitgesellschafter muss aber erfolgen, da so sonst keine echte Perspektive besteht.

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  United Sixties

@United Sixties

So lange Ismaik da mitmischt, sehe ich keine Perspektive, weder beim Schuldenschnitt noch beim Thema weitere(r) Gesellschafter.

Und selbst wenn 50+1 fallen sollte oder ein Präsidium gewählt wird, dass ihm das Recht gibt, die KGaA noch weiter zu verschulden, sehe ich da auch keine Perspektive.

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
22 Tage her
Reply to  nofan

„Dabei wird aber außer Acht gelassen, dass von HAM bzw. Ismaik bisher kein Cent gezahlt wurde, sondern nur ein Zahlungsversprechen vorliegt.“
Eine von Herrn Ismaik selbst provozierte Insolvenz wäre meine Meinung nach fast ein Geschenk denn dann kann er sich anschließend auch nicht als Retter aufblasen.

Francis Underwood
Leser
Francis Underwood (@francis-underwood)
22 Tage her
Reply to  ArikSteen

„Das Finanzpaket halte ich für äußerst fragwürdig.“

Ich grds. auch. Andererseits möchte man konsolidieren und nicht mehr ausgeben als man einnimmt… Ismaik kann oder will nichts schenken, also hat man sich wohl zumindest auf die Bürgschaft einigen können.
Vielleicht gibt Ismaik aber auch nicht mehr weil er sehen möchte ob die Marschrichtung des e. V. (Konsolidierung, nicht mehr ausgeben als man einnimmt) aufgeht…
Kann mir gut vorstellen, dass er sich das jetzt erstmal eine Zeit lang anschaut..
Und im Grunde ist es doch so, dass man künftig (irgendwann mal) ohne fremdes Geld zu Recht kommen muss..

HHeinz
Leser
HHeinz (@hheinz)
22 Tage her
Reply to  ArikSteen

Das Paket hat für mich seinen Reiz weil es die KGaA nicht wieder abheben lässt, aber wer sich natürlich erhofft hat dass Herr Ismaik uns einen Aufstiegskader zusammenkauft darf natürlich enttäuscht sein.
Mir gibt ein von einem Investor herbeigekaufter Kader nichts. Aber es kann gut sein dass Du Details des Pakets kennst welche meine Meinung ändern würden.
Soll eigentlich auch keine Kritik sein, ich mag meinungsstarke Artikel, selbst wenn ich die Meinung nicht teile. Leider kommt das nicht immer so rüber.

Last edited 22 Tage her by HHeinz
tomandcherry
Leser
tomandcherry (@tomandcherry)
23 Tage her

Dass man diese olle Kamelle jetzt wieder rausholt…

Wieso sollte man in einem denkmalgeschützten 70er-Jahre-Multifunktions-Stadion, das seit Jahren keine Fußballspiele mehr gesehen hat und dafür auch keinerlei Zulassung/Erlaubnis mehr besitzt, urplötzlich „den Stein der Weisen“ entdeckt haben?

Bei allem Respekt vor den Fans, die sich ernsthaft Gedanken über einen betriebswirtschaftlich möglichst sinnvollen Heimspielort für den TSV 1860 München machen, aber da kommt häufig schon ein ziemlicher Schmarrn heraus.

jürgen (@jr1860)
Leser
jürgen (@jr1860) (@jr1860)
23 Tage her

das Oly hätte für die Couchlöwen den Vorteil, dass sie mit der Sänfte (ja, das ist nur zur Sicherstellung des nötigen Abstands) ins Stadion getragen werden könnten und auch ihr Sofa noch Platz hätte… 😂

Spaß beiseite…
Neben der notwendigen Ertüchtigung des Oly (Rasenheizung & Flutlicht), die es ja auch nicht umsonst gibt, wäre da trotzdem keine Staionathmosphäre zu erwarten. Zudem gehört für mich auf jeden Fall das ganze Drumherum, sprich vor und nach dem Spiel auch noch zum Gesamterlebnis.
Fazit: wir werden uns laso gedulden müssen, bis und Corona wieder ins Stadion lässt…

Sechzig München gibt’s nur in Giasing!!!!

Benedikt
Leser
Benedikt (@kurvenpate)
23 Tage her

In meinen Augen gilt es vor allem den Standort Giesing mit aller Macht zu erhalten. Könnte ja sein das bei einem temporären Umzug ins Olympiastadion so manch einer sieht das Fussball dort sehr wohl spielbar ist und das finanzielle am Ende sogar sehr attraktiver ist als im GWS. Klar, für die giesinger treuen wäre das natürlich ein Schritt zurück in die glanzvolle wildmoserära, na des wollen wir auf keinen Fall! Auch ist es bei 9000stehplätzen eine Milchmädchenrechnung das erst ab über 15000zuschauern im Olympiastadion es finanziell lukrativer ist. Weis doch jeder das bei uns die Stehplätze mehr Geld in die Kasse spülen als die billigen Sitzplätze… der Standort giesing muss gehalten werde weil Sechzig kommt aus giesing und mim Auto kommt man da super hin, soll ja mim Auto angereist werden in coronazeiten…

anteater
Leser
anteater (@anteater)
23 Tage her
Reply to  Benedikt

Das glanzvollste an der Wildmoser-Ära war, dass er uns hoch verschuldet hinterlassen und damit die jetzige Situation erst ermöglicht hat.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
23 Tage her
Reply to  Benedikt

 Benedikt

Mit den diskutierten Corona-Einschränkungen wäre die Kapazität im GWS sehr begrenzt, hoffentlich vorübergehend.

Aber für alle die hoffen, deswegen auf Dauer ins Olympia umzuziehen: warum eigentlich? Es wird gerne vergessen, dass während der letzten Jahre in der Allianz Arena im Durchschnitt ca. 20.000 zahlende Zuschauer die TSV-Spiele besuchten. Wieso sollte sich deshalb die TSV KGaA die Kosten für ein Stadion mit einem Fassungsvermögen für 70.000 Besucher ans Bein binden? Ist das wieder ein Anflug von Wildmoserschen-Größenwahn, der 2017 bereits mit Schulden von mehr als 60 Millionen € endete.

Benedikt
Leser
Benedikt (@kurvenpate)
23 Tage her
Reply to  nofan

Dauerhaft will ich in die Schüssel auch nicht. Ein ausgebautes GWS fänd ich auch klasse und 18000plätze auch okay. Aber während dieser coronageschichte fand ich es schon mehr als überlegenswert ins oly temporär zu gehen.

Bine1860
Bine1860 (@bine1860)
23 Tage her
Reply to  Benedikt

was wären denn die Vorteile von temporär ins Oly gehen? Wievel mehr Zuschauer gingen denn da rein im Verglecih zum GWS? Was kostet das Oly Miete, was muss dort investiert werden um überhaupt Fußball zu spielen? Das weißt du doch gar nicht, wie kannst du dann sagen es wäre besser? Was wenn mehr Zuschauer zugelassen WÄREN aber gar nicht kommen und die Gesamtkosten höher sind als im GWS und somit wieder Verlust gemacht würde?

Last edited 23 Tage her by Bine1860
Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
23 Tage her
Reply to  Benedikt

Wenn man dir so zuhört, könnte man meinen, dass alles nur darauf wartet, dass 1860 anklopft und dass es „so einfach“ geht, mal kurz in ein anderes Stadion zu wechseln.

Neben der Stadion-GmbH des Olympiastadions müssen da noch andere zustimmen, wie der DFB/DFL.

Wir müssen ja schon froh sein, wenn wir temporär ein Stadion finden, wenn das GWS ausgebaut / renoviert wird, wann immer das sein mag. Und wie wir bereits erfahren haben: uns will keiner so wirklich, wenn man den Voranfragen glauben schenken darf.

Dazu glaube ich kaum, dass der Betreiber des Olympiastadions wegen dem TSV jetzt einen Betrag X in die Hand nehmen wird, wenn man das Ding eh in kurzer Zeit „generalsanieren“ will.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

 Snoopy.

Könnte es nicht sein, dass Manni Schwabl trotz aller Dementis während des GWS-Umbaus für den TSV die Tore öffnet, um Millioneneinnahmen mitzunehmen?

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
22 Tage her
Reply to  nofan

Natürlich könnte das sein. Der ein oder andere Verein hat sich mit einem „eigenen“ Stadion schon mal finanziell übernommen.

Aber noch ist es nicht so weit und deshalb „Voranfragen“. Wobei sich hier auch die Frage stellt, in wie weit der TSV dann auch fähig ist, diese „Millionenausgaben“ zu schultern.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
22 Tage her
Reply to  Snoopy.

 Snoopy.
Beim Umbau dürften die Pachtzahlungen für das GWS an die Stadt wegfallen.

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
23 Tage her

Da müssten dann aber viele Vereine sich ein größeres Stadion suchen, damit nicht nur ein paar „Auserwählte“ ins Stadion gehen können um die entsprechenden Sicherheitsabstände einhalten zu können. In Pjöngjang steht glaube ich das größte Stadion der Welt, wäre auch eine Alternative – mal für so Vereine wie der BVB.
Persönlich halte ich diese Lösung für ausgemachten Schwachsinn. Das Oly ist vieles, war aber noch nie ein Fußballstadion. Und wenn man 15.000 Leute in einem Stadion parken will, das knapp 70.000 Leute passen, wird man mit den ganzen Hygienevorschriften, die der DFL/DFB da so vorschweben auch keinen Cent mehr machen. Zumal die Stadion-GmbH des Oly das Ding wohl auch nicht für Lau zur Verfügungen stellen wird. Mal ganz abgesehen davon, dass sämtliche Künstler und Bands sich da vermutlich nächstes Jahr die Klinke in die Hand geben werden.

Natürlich werden bei den Abstands- und Hygienevorschriften nicht jeder ins Stadion gehen können. Betrifft aber nicht nur den TSV, betrifft jeden Verein gleich. Und damit hat jeder Verein weniger Einnahmen durch Zuschauer. Wobei das ja nicht nur auf den Fußball zutrifft, das geht ja über sämtliche Veranstaltungen, egal ob im Sport, im Show- und / oder Vergnügungsbereich.

Die ganze Diskussion, dass die TSV 1860 von München GmbH & Co KGaA nur mit einem großen Stadion erfolgreich wirtschaften kann, ist im Grunde überflüssig. Man hatte ein „eigenes“ Stadion zusammen mit dem FC Bayern, bei dem angeblich nur die Einnahmen aus dem Parkhaus das Ding bezahlen, und hat sich damit völlig übernommen. Selbst als Mieter dieses Stadions war man nicht in der Lage, kostendeckend zu arbeiten, geschweige denn, dass man irgendwelche Gewinne erwirtschaftet hat. Das Gegenteil war nachweisliche der Fall. Zwar klappt das auch nicht so ganz mit dem Grünwalder, dennoch hat man lange nicht mehr jährlich dieses große Minus in der Bilanz stehen.

Und in Zeiten von Corona muss halt jeder Abstriche machen und auf das eine oder andere Verzichten.

anteater
Leser
anteater (@anteater)
23 Tage her
Reply to  Snoopy.

Liga3-online hat mal zusammengestellt, wo wie viele Leute ins Stadion dürften…

Jene, die sonst schon kaum Zuschauer haben, die trifft es natürlich kaum, also, alles in der Theorie.

Stefan87
Leser
Stefan87 (@stefan87)
23 Tage her

Es sollte auch darum gehen, möglichst vielen Fans das Stadiongehen zu ermöglichen. Bei 4-5000 im GWS wird es nur einigen Auserwählten möglich sein. Übergangsweise könnte ich mir das Oly schon vorstellen.

nofan
Leser
nofan (@nofan)
23 Tage her

Bei den Diskussionen, dass die Profi-Fußballer des TSV Spiele im Olympia-Stadion bestreiten sollten, wurde auch der Hinweis gestreut, man möge sich doch bitte ein Beispiel an Hertha BSC nehmen.

Wahr ist, dass Hertha aktuell ihre Spiele noch im Olympia-Leichtathletik-Stadion absolviert. Da auch dieses Stadion als Stimmungstöter gilt und nur sehr selten vollständig ausgelastet ist, streben die Berliner an, bis 2025 eine reine Fußballarena zu bauen.

Mehrkampfanlagen eignen sich selten für Fußballspiele. Auch nicht das Olympia-Stadion in München. Und als Leichtathletik-Stadion wird es auch erhalten bleiben, denn wie die anderen Bauten unter dem Zeltdach steht das Olympiastadion seit 1997 unter Denkmalschutz.