Zwei Polizeiberichte wurden von der Polizei Jena veröffentlicht. Eine behandelt die Anreise, die andere das Spiel und die Abreise der Fans. Wir veröffentlichen beide Berichte ohne Kommentar. Sie sind rein aus Polizeisicht verfasst.

Anreise

Im Rahmen der Stadionanreise kam es seitens der Heimfans zu Zwischenfällen. Die Fans hatten sich im Stadtgebiet gesammelt und wollten wie immer über die Route durch die Oberaue zum Stadion gelangen. Auf Höhe des Roten Turmes kam es durch die Heimfans zu einem Landfriedensbruch. Die Fans warfen die Scheibe eines Polizeifahrzeuges ein, entwendeten daraus Gegenstände und griffen Polizeibeamte an. Anschließend durchbrachen etwa 500 Fans die Polizeikette und liefen zur Stadtrodaer Straße. Sie musste beidseitig für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Die Polizei begleitete die Fans über die Stadtrodaer Straße zum Stadion. Am Stadioneingang Ostplatte kam es erneut zu einem Angriff der Fans gegenüber der Polizei. Die Polizisten wurden mit Steinen, Flaschen und Einsatzgittern beworfen. Es mussten Pfefferspray und Wasserwerfer eingesetzt werden. Die kurzzeitig eskalierte Lage wurde mit Hilfe von Stadionansagen und des Fanbeauftragten befriedet. Auch bei diesem Angriff wurden Polizisten verletzt. Insgesamt gab es 13 leicht verletzte Polizeibeamte, ein Polizist musste in Krankenhaus gebracht werden, er ist nicht mehr dienstfähig. Ermittlungen wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung u.a. laufen.

Abreise

Die Abreise nach dem Fußballspiel in Jena gestaltete sich ruhig. Die Fan-Trennung ist gelungen, weshalb es nach dem Fußballspiel zu keinen größeren Straftaten durch abreisende Fan-Gruppierungen kam. Es wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt 22 Anzeigen aufgenommen. Während des Spiels wurden massiv Bengalo und Pyrotechnik durch die Gäste- aber auch durch Heim-Fans gezündet.

Quelle: Presseportal der Landespolizeiinspektion Jena

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chkk3r
Gast
chkk3r

Unnötig. Nicht mehr, nicht weniger…

Kurt Seibold
Gast
Kurt Seibold

Angesichts der prekären finanziellen Situation von 1860 ist es von diejenigen im Gästeblock, die Pyrotechnik gezündet haben, ein absolut vereinsschädigendes Verhalten. Ich plädiere dafür, dass sie Stadionverbot erhalten und für die vom DFB zu erwartende Strafe schadensersatzpflichtig gemacht werden. Nur so lässt sich dieses Unwesen, das nichts mit dem Fußballsport zu tun hat, beseitigen.

Banana Joe
Leser

Ich finde, die sollten hier jetzt endlich mal die „gefahrlosen“ kalten dänischen Pyros erlauben/genehmigen.

https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2018/11/kalte-pyrotechnik-fussball-berlin-entwicklung-daenemark-hertha-bsc.html

Ich finde Pyros zum Angucken durchaus geil, in so einer giftigen Rauchwolke zu stehen dann doch eher weniger. Auch diese Gefahr wäre durch die Erfindung aus Dänemark wesentlich entschärft.

Wer diesen Winter die Großveranstaltungen wie Streif, 4-Schanzen Tournee, Biathlon in Ruhpolding und Oberhof und noch einige andere angeguckt hat, wird ebenfalls festgestellt haben, dass Pyros dort auch zum Bild gehört haben. Ich befinde es allerdings sehr befremdlich, dass dann die Sportreporter, die sich das ganze Jahr über negativ über Pyros in Stadien äußern und die „Zündler“ als hirnlose Vollidioten beschimpfen, das plötzlich als herausragende Stimmung und Sportfest betiteln. Hier wird durchaus seitens der Medien mit zweierlei Maß gemessen. Gerade bei solchen Großveranstaltungen hast du Zuschauermassen, die durchaus ein durchschnittliches Zweitligastadion füllen könnten… ohne besondere Absperrungen und Trennung von Fangruppen bzw. in Ultras und Familien-Fans.

Ich sehe das allerdings genauso, dass es, solange es vom DFB und der DFL verboten ist, sich unsere Fans auch daran halten sollten und wer erwischt wird, Stadionverbot bekommt und für etwaige Sachschäden oder Strafzahlungen zur Verantwortung gezogen werden soll. Es sind halt Regeln, die gelten auch für Ultras.

Banana Joe
Leser

Nachtrag: dem DFB sind diese Pyrofans doch recht, finanziert sich dieser Mafia-Verband doch auch zu einem nicht ganz unerheblichen Teil durch Strafzahlungen von Vereinen. Also dürfte da so schnell auch nix passieren.

anteater
Leser

Im Prinzip bin ich da bei Dir, aber bitte Schritt für Schritt.

Die Einzeltäter sollten die Strafen selbst bezahlen, richtig. Bei Erstvergehen aber bitte Bewährung. Über Stadionverbote kann man dann bei Wiederholungstätern diskutieren.

Allerdings ist es nicht so einfach, die Einzeltäter ausfindig zu machen. Wenn man Ordnungskräfte (Ordner oder Polizei) in den Block schickt, dann gibt es halt großen Krawall.

Mir fällt kein machbarer Lösungsansatz ein. Hast Du einen?

Kurt Seibold
Gast
Kurt Seibold

Wie wäre es mit einem Vermummungsverbot im Stadion?