Die Bayerische Regierung hat angekündigt nicht mehr an einem bayerischen Sonderweg festzuhalten und die Regelungen an die bundesweit beschlossenen Regelungen anzupassen. Dem TSV 1860 München hilft dies herzlich wenig. Weil Bayern eben doch einen Sonderweg geht.

Viele Fans haben sich über die Ankündigung vom Markus Söder, dem bayerischen Ministerpräsidenten, gefreut. Bayern rückt vom Sonderweg im Hinblick auf Großsportveranstaltungen ab. Den Löwenfans hilft das allerdings nur in einem Punkt: sie müssen keine Angst haben, dass bei einer Inzidenz von 35 und höher die Zuschauerzahlen wieder reduziert werden. Zugegeben, dass ist ein wirklich wertvoller Punkt. Denn die Inzidenz in München liegt mittlerweile bei 48,5. Eine Gefahr, dass man nur noch 1.500 Zuschauer, so wie bei Amateursportveranstaltungen, zulassen darf, besteht nicht mehr.

Aber wirklich viel mehr Kapazität im Grünwalder Stadion? 50 Prozent statt 35 Prozent Auslastung ist nun erlaubt. Das hilft den Löwen nicht wirklich. Denn anders als in manch anderem Bundesland hält Bayern weiter am Stehplatzverbot fest. Außerdem an der Regelung, dass mindestens 1,5 Meter Abstand gewährleistet werden muss. Das sieht auch weiterhin nach Rudelbildung aus.

Es lohnt sich ein Blick zum Drittliga-Konkurrenten Waldhof Mannheim. Die Mannheimer fallen unter die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung von Baden-Württemberg. Dort ist die Zuschauerzulassung ebenfalls auf 50 Prozent beschränkt. Ein Verbot von Stehplätzen, so wie in Bayern, gibt es allerdings nicht. Was die Sache einfacher macht. Veranstaltungen ab 5.000 Besucherinnen und Besucher oder bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann, müssen nicht-immunisierte Personen einen Testnachweis erbringen. Damit sind auch keine durchgehende Abstandsregelung notwendig. Die Regeln im Nachbar-Bundesland sorgen dafür, dass Waldhof 12.151 Zuschauer zulassen darf. Bei einer maximalen Kapazität von 24.302 (12 849 Sitzplätze / 11 408 Stehplätze). In Waldhof Mannheim hat dies zur Folge, dass auch die Ultras zurück im Stadion sind. Beim TSV 1860 München nimmt die Fanszene vom aktiven Support noch Abstand.

Nun kommt es auf den TSV 1860 München und die Stadt München an, die strikteren Regeln in Bayern sinnvoll auszunutzen. Vielleicht könnte man den Block F1 mit nutzen. Er ist aktuell ausschließlich für die Interviews der Fernsehteams vorbehalten. Die Medienschaffenden nutzen aber gerade mal ein Bruchteil dieses Blocks. Platzsparender wäre es, wenn man die Interviews zukünftig im Block Q durchführt. Auch ist die Frage, ob ein Schachbrett-System auf den Tribünen nicht mehr Zuschauer ermöglichen würde. Im Moment bringt dem TSV die neuen Verordnung eben nur im Hinblick auf die bisherige Inzidenz-Grenze von 35 etwas. Die wäre allerdings ohnehin gefallen.

Baden-Württemberg hat übrigens die Ministerpräsidenten-Konferenz vom 10. August nach nur vier Tagen umgesetzt. Bayern hat nach nunmehr 12 Tagen bis heute die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nicht geändert. Sie soll morgen in Kraft treten. Lediglich die “Verordnung zur Änderung” der Verordnung ist veröffentlicht. Aber in Bayern ticken die Uhren nun mal grundsätzlich anders.

Die Änderungen haben wir hier dargestellt: Zuschauer während der Pandemie – die offiziellen Änderungen für Sportveranstaltungen

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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andi
andi(@andi)
Leser
4 Monate her

Diese Abstandsregelung bei 3G ist doch sowieso absurd. Wenn alle 3G sind müsste doch das ganze Stadion wieder ausgelastet werden dürfen. Das wird in Zukunft nicht anders werden oder was sollen noch für “Sicherheiten” dazu kommen…

Das unsere aktive Fanszene nicht dabei ist finde ich furchtbar schade, kann aber die Entscheidung nachvollziehen.