Ein Gastbeitrag von Stephan Tempel

Diesen Text schreibe ich in der Winterpause in der Saison 2018/19, wenige Tage nach den wichtigen Punkten unseres TSV 1860 gegen den 1. FC Kaiserslautern: Ich muss gestehen, ich verstehe die Löwen-Welt nicht mehr und es macht mir immer weniger Spaß: Das Problem ist nicht, dass wir in der 3. Liga deutlich näher an einem Abstiegsplatz als an einem Aufstiegsplatz stehen – ein jeder der auch nur ein bisschen Ahnung von Fußball hat, konnte genau damit rechnen.

Was mich viel schlimmer trifft, ist der gegenseitige respektlose Umgang der Löwenfans miteinander, wobei der so wohl überwiegend nur in den sozialen Medien stattfindet – im Stadion ist dieses Phänomen kaum oder gar nicht zu beobachten.

Doch bevor wir uns dem Ganzen näher widmen, möchte ich noch einmal eine Zeile aus dem Sechzger-Marsch zitieren:

„…die Kameradschaft, ja die Kameradschaft, die macht bei Sechzig alles aus…“

Kommen wir jetzt zu den sozialen Medien – und natürlich – einem ganz bestimmten Internet-Blog: Egal, welches Thema gerade ansteht – sei es ein Spielertransfer, eine Verletzung, ein Ergebnis der Nachwuchs-Löwen oder die Verabschiedung der Löwenstüberl-Wirtin – nach spätestens fünf Beiträgen landet man bei den immer gleichen Hass-Tiraden: Präsident Reisinger wird für das Übel der Welt im Allgemeinen und des des TSV 1860 im Besonderen verantwortlich gemacht – und die Leute, die ihm zur Seite stehen oder das Ganze auch nur neutral sehen, bekommen ebenfalls ihr Fett ab:

Da ist dann die Rede vom „schlechtesten Präsidenten, den wir je hatten“, von „Ruinenanbetern“ – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Ganz besonders schlimm finde ich auch die beliebte Bezeichnung der „Ewiggestrigen“ – ein Bericht, mit dem heutzutage Neo-Nazis und Rassisten bezeichnet werden – und das bei Löwen untereinander. Mit dem Internet-Blog, der das Ganze befeuert, beschäftigen wir uns ein anderes Mal, das führt jetzt zu weit.

Bevor wir uns den Fakten zu Reisinger widmen, habe ich einfach nur einen Wunsch: Dass ein jeder Löwe Respekt vor seinem Gegenüber und seiner Meinung hat: Give Respect – get Respect! Es gibt zigtausende Meinungen zu 1860, jeder ist auf anderen Wegen zu Sechzig gekommen, jeder setzt seine Prioritäten anders – dementsprechend darf es auch in einem Verein unterschiedliche Meinungen geben.

Was Sechzig für mich ist findet Ihr hier – den Text habe ich einen Tag nach dem Abstieg 2017 geschrieben. Jeder hat eine andere Definition von 1860 und das ist auch vollkommen ok, aber: Man sollte eines nie vergessen: Auch wenn du einen Scheiß-Tag hattest, weil z.B die Löwen verloren haben, der Chef oder die Kunden dich grundlos angeschnauzt haben oder dir der (außer-)eheliche Beischlaf verweigert worden ist: Dein Gegenüber, dein Präsident, dein Diskussionspartner … er ist nicht „nur“ ein Mensch, dem man mit Respekt begegnen sollte, er ist ein Löwe, genau so wie du: Begegne ihm mit Respekt, diskutiere mit ihm oder über ihn auf Augenhöhe, bleibe sachlich und vermeide Schimpfwörter – getreu unserem Sechzgermarsch:

„Die Kameradschaft, ja die Kameradschaft – die macht bei Sechzig alles aus“

Das ist das eine, mir das Wichtigste.

Das andere sind die wichtigsten Fakten zum Präsidenten des TSV 1860 – Robert Reisinger -, den Ruinenanbetern und den Ewiggestrigen – und die folgen jetzt hier in aller Kürze:

1. Robert Reisinger hat die Allianz-Arena-Verträge nicht unterzeichnet.

2. Robert Reisinger hat unsere Anteile an der Allianz Arena nicht zum Schleuderpreis verkauft.

3. Unter Robert Reisinger sind wir niemals abgestiegen.

Bis dato sind wir uns hoffentlich einig, dass Reisinger nichts für die desaströse (finanzielle) Situation konnte und kann. Weiter geht´s:

4. Robert Reisinger hat den Verein übernommen, als sich alle anderen feige aus dem Staub gemacht hatten.

5. Dass für die 4. Liga das Sechzgerstadion die einzige vernünftige und realistische Option war – darüber gibt es hoffentlich keine zwei Meinungen.

6. Unter Robert Reisinger gelang der direkte Wiederaufstieg.

7. Die Zuschauerkapazität des Sechzgerstadions wurde bereits erhöht, eine weitere Erhöhung wird derzeit geprüft.

8. Robert Reisinger ist der demokratisch bestätigte Präsident des höchsten Organs unseres geliebten Vereines – der Mitgliederversammlung – und das mit einer annähernden 2/3-Mehrheit. Dieses Ergebnis sollte jeder Demokrat unter den Löwen respektieren und akzeptieren.

Ja, ca. 1/3 hat ihn nicht gewählt. Aber auch von diesem Drittel erwarte ich einen fairen, sachlichen Umgangston. Dass wir normalerweise alle an einem Strang ziehen sollten – getreu dem oft und gerne verwendeten Hashtag „zamhoidn“ – ist ein anderes Thema.

9. Die Mitgliederzahl des TSV 1860 ist seit seinem Amtsantritt um ein paar Tausend gestiegen – im Juli kratzte man sogar an der Bestmarke aus der Bundesliga-Saison 2001 unter Karl-Heinz Wildmoser, man hört sogar, dass diese Marke inzwischen wohl übertroffen wurde.

Was wird Reisinger oftmals vorgeworfen:

1. Er könne nicht mit Investor Hassan Ismaik: Ja, der Kontakt nach Abu Dhabi ist nicht der Beste. Wir wollen aber festhalten: Mit Ismaik konnte allerdings kaum jemand (außer die ARGE – aber die habe ich ja hier schon beleuchtet) – und Ismaik hat inzwischen eindrucksvoll bewiesen, dass er zwar ein erfolgreicher Geschäftsmann sein mag, aber im Bezug auf den TSV 1860 außer

a) viel Geld verbrennen für den sportlichen Abstieg des TSV 1860 in Liga 3
b) den Geldhahn zudrehen für den Lizenzentzug und damit verbundenen Abstieg in Liga 4
c) unrealistischen Versprechungen – nicht nur – im Bezug auf den Stadionneubau mit Löwenzoo
d) einer massiven Fanspaltung, u.a. befeuert durch seine Anhänger

nichts erreicht hat.

Jetzt wird sich der eine oder andere denken „oben schreibt er noch etwas gegen Fanspaltung und unten haut er dann gegen Ismaik diese Vorwürfe raus“ – aber wenn ihr meinen Text aufmerksam lest, werdet ihr feststellen dass darin keine Schimpfwörter, sondern lediglich Fakten enthalten sind.

2. Er würde nichts in Sachen Stadionneubau unternehmen: Jungs, ganz ehrlich: Werft einen Blick auf die Tabelle und auf unsere finanzielle Situation: Natürlich könnte Reisinger uns irgendwo einen Stadionneubau versprechen – aber dann wäre der Punkt erreicht, wo ich ihn nicht mehr ernst nehmen würde. Würde er derzeit ein paar Millionen in die Hand nehmen, um irgendwo einen möglichen Neubau prüfen zu lassen – man würde ihn vermutlich in die Irrenanstalt einweisen lassen, mindestens aber mit Schimpf und Schande aus dem Amt jagen. Zurecht.

3. Er würde dem Verein schaden. Ein beliebtes Argument braucht keine Fakten, dementsprechend schwer zu widerlegen. Mitgliederzahl und sportliche Situation sprechen eine andere Sprache.

Wo wir heute ohne Reisinger wären? Ich weiß es nicht… Wo wir heute ohne Ismaik und seine Kohle wären? Ich vermute in einer ähnlichen Situation, aber frei – und ohne den ständigen Last-Minute-Zirkus und diese unsägliche Fanspaltung – ein stolzer, unabhängiger Verein.

Wer meinen Verein aus taktischen Gründen hat absaufen lassen – und wir wissen alle noch vom Lizenzentzug 1982 oder sehen am Beispiel Waldhof Mannheim wie lange ein Wiederaufstieg dauern kann – der wird nie mehr mein Freund sein.


Das Löwenmagazin ist ein offenes Fanmagazin. Gastbeiträge sind stets willkommen. Gerne könnt Ihr sie an mail@loewenmagazin.de schicken. Ihr könnt auch gerne einen eigenen LöwenBlog bekommen. Eure Meinung wird nicht zensiert. Gastbeiträge müssen nicht der Meinung der Redaktionsleitung entsprechen.

Internetseite von Stephan Tempel: https://bunte-ansichten.de

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Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Oliver Marc Griss muss man möglichst zügig die Grenzen aufzeigen.
Es kann nicht sein, dass in seiner Online-Zeitung täglich Leute rund um 1860 beleidigt werden.
Bis heute kommentiert dort zB ein User (TSV-Marc), der unseren demokratisch gewählten Präsidenten mit Adolf Hitler vergleicht.

Die Akkreditierung fürs GWS sollte ihm entzogen werden, da er sämtliche journalistische Standards dauerhaft verletzt.
Das Hausrecht hat hier der TSV, ebenso am Trainingsgelände.
Soll er doch seine Hetz-Artikel aus Ibiza schreiben.

Im Umfeld von 1860 kehrt keine Ruhe ein solange er schalten und walten kann wie er will.

Baum
Leser

Da bin ich absolut deiner Meinung. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Über einen Vereinsausschluss wurde ja angeblich schon mal nachgedacht aber wurde wohl fallen gelassen weil er sich juristisch dagegen gewehrt hat, hab ich irgendwo mal gelesen.
Aber warum man ihm nicht einfach Hausverbot erteilt kann ich nicht verstehen. Wäre meiner Meinung nach zumindest mal ein Zeichen. Da kann er dann noch so sehr auf Märtyrer machen.

tsvmarc
Leser

Werter Kollege Dr. Klothilde Rumpelschtilz, ich hatte Dich schon einmal darauf hingewiesen, den von Dir an mir unterstellten Blödsinn zu unterlassen. Dachte erst an einen Scherz von Dir, der aber wohl in Anbetracht des Vergleiches der Personen nicht mehr als diesen betitelt werden kann.
Lass es und uns beiden bleiben Papierkram und Kosten erspart.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Habe Screenshots Marc die deinen Vergleich mit Hitler belegen.
Also bring den Papierkram…..

Löwe
Leser

Man sollte unterscheiden zwischen dem was Griss schreibt (meist sehr aktuell, gut informiert…) und den Kommentaren unter seinen Artikeln, die oft eine Frechheit sind.

Ihre Unterstellung gegen TSV-Marc ist aber mit die größte Frechheit die ich gelesen habe!

Zurück zu Griss:
Meines Wissens musste er noch nie eine Gegendarstellung angeben. Vielleicht deshalb weil seine Artikel so schlecht nicht sind.
Ich sehe andere Journalisten derzeit kritischer. Die AZ und die Süddeutsche verbreiten mehr Unwahrheiten. (Ismaik hätte Konten abgeräumt, Transferverbot im Winter…)

anteater
Leser

Das mit dem Transferverbot im Winter, das war die AZ, die sich einiges an schlechtem Journalismus leistet. Meines Wissens hat die SZ diese These nicht aufgegriffen und bietet zumindest unter den Münchner Blättern den besten Journalismus.

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

Warum sollte es eine Frechheit sein?
Haben Sie Hintergrundwissen oder poltern Sie nur?

Was Griss anbelangt bleibe ich dabei, dass er ähnlich wie in AfD-Foren bewusst Beleidigungen duldet und jegliche journalistische Standards (Tendenziösität) vermissen lässt.
Der Verein sollte von seinem Hausrecht Gebrauch machen.

Hennes
Gast
Hennes

Den Beitrag als sachlich und fair zu bezeichnen, trifft sicherlich so nicht zu:

Allein 4. ist schon reichlich gemein. Denn weder Ian Ayre noch Peter Cassalette noch wer sonst hatte sich nach dem Doppelabstieg „feige aus dem Staub gemacht“. IA wurde faktisch gezwungen zu gehen, da man ihn handlungsunfähig machte. Und ebenso PC durch den Verwaltungsrat mit dem angekündigten um 180 gedrehten Kurs zu Hasan Ismaik nach dem verlorenen Spiel gegen Jahn. Und zu keinem Zeitpunkt haben Präsidium und VR der Saison 2016/17 Verantwortung für den Doppelabstieg übernommen. Insbesondere nicht der heutige Präsident als damals stellvertretender Chef des VR.

Und die untauglichen Versuche des Präsidiums einen Umbau des 60er-Stadions für Liga 2 und 1 mit der Stadt ohne einen „Investor“ oder Sponsor zu realisieren, sind auch wenig positiv zu bewerten. Hier wird offenbar lediglich den Fans und Mitgliedern ein Leckerli hingeworfen, das diese dankbar entgegen nehmen. Realistisch ist jedoch maximal der Verbleib in Liga 3 im veralteten Grünwalder. Und das ist nicht das, was die Mehrheit der Löwenfans bundesweit erwartet. Und wenig fair und ehrlich ist es, Fans und Mitgliedern zu suggerieren, dass eine Unabhängigkeit von einem Investor noch wirklich möglich sei.

anteater
Leser

Hallo,

das mit dem „faktisch gezwungen“, das würde ich doch sehr gerne erklärt bekommen und nach Möglichkeit mit Fakten untermauert. Gerne mit belastbaren Quellen. Hintergrund ist, dass ich das für Quatsch halte, diese These, denn die genannten Herren waren ja so schnell weg, so schnell hat der VR sicherlich nicht getagt.

Gerne würde ich auch die machbaren Alternativen zum GWS hören. Ehrlich gesagt habe ich schon den Eindruck, dass die Mehrheit der Löwenfans im GWS bleiben möchte, aber das kann natürlich täuschen, denn ich erlebe ja die Leute im GWS. Wer das hasst, der geht wohl nicht hin.

Hennes
Gast
Hennes

https://www.liverpoolecho.co.uk/sport/football/football-news/ian-ayre-liverpool-1860-munich-13115447
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.az-interview-mit-ex-praesident-cassalette-bin-emotional-so-weit-weg-von-sechzig-wie-nie.52af0a14-17f8-4e57-8947-b5e02afc8a52.html

Es gibt derzeit keine Alternative zum GWS. Allerdings ist das 60er für eine der DFL-Ligen realistisch nicht machbar: Weder öffentlich-rechtlich zum Umbau noch zu den DFL- Auflagen und schon gar nicht ohne Finanzierer. Darin liegt doch doch genau der Kardinalfehler oder die „Manipulation“ der Vereinsführung. Sie hat nichts in der Hinterhand. Ein Aufstieg in Liga 2 ist so nicht möglich. Auch nicht in 5 Jahren, Herr Scharold.

anteater
Leser

Anstatt also die Parteien zu einen, hat er lieber das weite gesucht, der Herr Ayre. Und offenbar hat er auch übersehen, dass die „Investitionen“ des Herrn Ismaik eben Schulden für die KGaA sind und damit deren Fortbestand in Frage stellen. Dass er seinen Chef verteidigt, geschenkt. Eine reflektierte Sichtweise liefert Herr Ayre da leider nicht ab, sondern eben eine sehr einseitige. Er hätte erkennen können, dass die sogenannten Investitionen gepaart mit dem Sachverstand von Herrn Ismaik eben zum sportlichen Abstieg geführt haben. Gezwungen war er dennoch nicht. Vermutlich war ihm klar, dass sein Gehalt in der 3. oder Regionalliga eh nicht bezahlt werden kann.

Und Herr Cassalette sagt in dem Interview, dass es seine Entscheidung war, weil er nicht gewillt war, einen anderen Kurs mitzugehen. Ist seine Sache, gut, wenn er seinen Prinzipien treu bleibt. Nur ist auch hier anzumerken, dass er eben scheinbar komplett übersehen hat, wozu „sein“ Kurs geführt hat. Und dafür, dass er emotional so weit weg von Sechzig war, dafür ist er schnell wiedergekommen, in anderer Rolle. Gut, hat nicht lange angedauert.

Was die Stadionfrage angeht hat niemand etwas in der Hinterhand. Herr Ismaik nicht, Herr Scharold nicht und der e.V. auch nicht. Was also tun? Vielleicht versuchen, die aktuelle Situation (GWS) zu betrachten und schauen, was man daraus machen kann, realistisch. Dieses „realistisch“ kann von Ihrer Meinung abweichen.

Hennes
Gast
Hennes

Ein längst bekannt gequirlter Unsinn.

anteater
Leser

Ich danke Ihnen für Ihre sachliche Auseinandersetzung. Ganz große Klasse! Wo haben Sie das nur gelernt? Sie sind ja ein wahres, leuchtendes Vorbild was Diskussionen angeht. Grandios.

3und6zger
Leser

Auch die These, daß daß GWS nicht DFL-tauglich gemacht werden kann, könnte man ebenfalls als gequirlten Unsinn bezeichnen. Wieviel kostet den die DFL-Tauglichkeit? Das weiss keiner, da es noch keinen bewerteten Plan gibt. Weiterhin ist das eine Sache der wirtschaftlichen Bewertung der Stadt. Diese hat insgesamt von 2012 bis dieses Jahr ca. 13 Mio. € in die Drittligatauglichkeit und das Fassungsvermögen von 15 000 Zuschauer gesteckt. Seit Sechzig wieder im Stadion spielt, kommen dort signifikante Mieteinnahmen. Letzte Saison geschätzt ~320TEUR, dieses Jahr wahrscheinlich 450 TEUR. Das ist doch für die Stadt lukrativer, als wieder ein Grundstück in Erbpacht herzugeben, wenn die DFL-Tauglichkeit, sagen wir mal 20 Mio kostet. Fürs Schlauchboot wurden damals 200 Mio. aufgewendet.
Aber ich gebe auch zu, daß das Ergebnis kein Stadion wie am Müllberg sein wird. Das ist mir persönlich aber wurscht. Mir reicht der „Komfort“ im GWS. Oder wie sagten meine beiden Töchter beim Auswärtsspiel in Unterhaching:“Gut dass wir am Montag gegen Würzburg wieder im Grünwalder sind. Da ist alles so viel besser organisiert und viel komfortabler.“
Je höher man sein Ansprüche schraubt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für eine Enttäuschung. In diesem Sinne, warten wirs ab!

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Leser

…..mal ganz davon abgesehen sich, ähnlich wie Ismaik bei seinem Einstieg, nicht vor Jobantritt über die Bedingungen (50+1) und dessen Bedeutungen zu informieren.

Bine1860
Leser

Hennes / 14039

„Es gibt derzeit keine Alternative zum GWS… . Darin liegt doch doch genau der Kardinalfehler oder die „Manipulation“ der Vereinsführung. Sie hat nichts in der Hinterhand. Ein Aufstieg in Liga 2 ist so nicht möglich. Auch nicht in 5 Jahren, Herr Scharold.“

@Hennes was wäre denn dann die Lösung? Nehmen wir mal an, du (oder eine von dir gewünschte Person/Personen) wärst an Scharolds und/oder Reisingers Stelle, was würdest du tun?
Ich finde es immer schade, wenn man alles kritisiert und für alles Beweise fordert,
aber selbst keine Lösung zu bieten hat.
Fakt ist was passiert ist ist passiert, die Zeit kann man nicht zurückdrehen,
also:
Was macht dich so sicher, dass man mit Ismaik reden bzw. zusammenarbeiten kann?
Glaubst du Ismaik kann oder würde nochmal Millionen geben und dann auch rechtzeitig überweisen? Würdest du dich darauf verlassen?
Was macht dich so sicher, dass damit dann der sportliche Erfolg kommt?
Welchen Weg in Bezug auf ein Stadion sollte man einschlagen und was glaubst du wie schnell das gehen würde?
„Allerdings ist das 60er für eine der DFL-Ligen realistisch nicht machbar: Weder öffentlich-rechtlich zum Umbau noch zu den DFL- Auflagen“
– woher weißt du das so sicher?

Baum
Leser

Schön geschrieben. Leider geht es diesen 10-20 vehementen Kommentatoren dieses „blauen“ Blogs schon lange nicht mehr um irgendwelche Fakten. Letztendlich geht es nur noch um gekränkte Eitelkeiten. Das Ergebnis der Saison 16/17 ist das beste Beispiel. Nein, nicht Ismaik und seine Entscheidungen waren am Abstieg schuld sondern die Personen die jetzt (immer noch) im Verwaltungsrat und im Präsidium sitzen. Das ganze natürlich bewusst befeuert vom Blogbetreiber.
„5. Dass für die 4. Liga das Sechzgerstadion die einzige vernünftige und realistische Option war – darüber gibt es hoffentlich keine zwei Meinungen.“
Darüber gibt es laut einigen Kommentatoren und dem Blogbetreiber himself sehr wohl eine zweite Meinung. Die Allianz Arena wäre ja viel günstiger geworden in Liga 4., der Arenaeigentümer wäre uns ja finanziell so sehr entgegen gekommen wie noch nie und die Catering Verträge waren ja das eigentlich Schlimme. Und der Reisinger wollte ja unbedingt raus aus der Arena weil er ein Grünwalder Stadion Fetischist und Ruinenanbeter ist, der Sechzig verzwergen will und aus dem großen Verein einen Stadtteil Verein machen will.
Das, so in etwa, entspricht der Denke vom Blogger und seinen Anhängern.
Da gibt es kein „Gemeinsam“ und keine „Kameradschaft“ mehr. Das Einzige was bleibt ist die Mitgliederversammlung. Diese zeigt das sich dieses Klientel soweit von Sechzig entfernt hat wie noch nie.

anteater
Leser

Wobei diesem Blogger und seinen Fans sicherlich auch entgangen ist, dass der Stadtteil als Identitätsstifter so selten gar nicht ist im deutschen Fußball. Allein in der 2. BL findet man ja auf Anhieb Stadtteilvereine mit St. Pauli (Hamburg) und dem Meidericher SV (Duisburg). der Krefelder FC (Uerdingen) ist auch Stadtteilverein. Wahrscheinlich verstehe ich aber unter Stadtteil eben was anderes als der Blogger, nämlich wie gesagt das Identitätsstiftende und nicht, dass man in der Stadtteilliga spielen will.

1860Solution
Leser

Das mit dem Focus auf den Stadtteil macht er doch bewusst um den Horizont seines Gegenüber zu reduzieren. Sechzig ist ein Stadtteilverein und damit aber auch Repräsentant der Stadt München. Der FCB ist im Grunde ja weder ein Stadtteilverein noch ein Münchner Verein. Er ist ein von Berlinern, Freiburgern, Leipzigern und Bremern gegründeter Verein in Bayern.

anteater
Leser

War bei den Fröttmaningern nicht in frühen Jahren ein Engländer sehr tonangebend. Ich meine, dass ich so etwas schon mal las. Ist ja nicht weiter schlimm, auch einige z.B. italienische Clubs sind von Exil-Engländern gegründet und/oder geprägt worden.

Chemieloewe
Leser

Jo, das sind halt die „blauen…“ Blogger, die ohne Rücksicht auf Vereinsautonomie u. Vereinsdemokratie rücksichtslos am liebsten sofort 50+1 abschaffen wollen u. sich hinter einer Fußballmarke mit unserem traditionsreichen Namen 1860 München, die nach dem Vorbild der RB-Brausen finanziert u. nach oben gehieft werden soll, als die großen Fans dieses, dann so eigentlich nicht mehr vorhandenen Fußballvereins bzw. TSV, aufspielen wollen….da wird mir schlecht, wenn ich daran denke, daß solche Leute das Sagen u. die Mehrheit im Verein hätten. Ja, ich denke, mit diesen Leuten wird es wohl eine Einigung u. Einigkeit im Wesentlichen, was die Entwicklung des TSV München von 1860 e.V. auf dem Weg mit der Politik von Robert Reisinger u. der Vereinsführung betrifft bzw. der Mehrheit der Mitglieder, die sich für diesen Weg in der MV entschieden haben, nicht geben…

bluelady
Leser

Super geschrieben, Stephan! Sachlich, aber dennoch nicht emotionslos; umfassend, aber dennoch kurzweilig zu lesen! Leider wirst du damit jedoch die Verblendeten nicht erreichen – denn du bist ja ein Reisinger-Freund und deshalb der Feind schlechthin! Ich werds trotzdem weiter verbreiten!

Landshuter Löwe
Leser

Stephan, inhaltlich bin ich ja bei Dir. Ich würde aber dem grenz-d**** Schreiberling nicht so viel Aufmerksamkeit und Herzblut schenken. Wir wissen alle, dass der 60 bis heute nicht verstanden und alleinig seine kommerziellen Interessen im Auge hat. Wem bis heute nicht klar ist, warum es bei 60 in den letzten Jahren so gelaufen ist, dem ist einfach nicht zu helfen. Also besser gelassen bleiben und ignorieren.

Da diese Fraktion eh nichts zustande bringt (siehe letzte MV) halte ich es auch nicht für gefährlich, hier Ohren und Augen abzuschalten.

ELIL
Frank

anteater
Leser

Na ja, es gibt schon ein paar Tausend neue Mitglieder im e.V. Keine Ahnung, ob die jetzt mehrheitlich hinter HI und dem Blogger stehende Individuen sind, die ein anderes Präsidium wünschen…

Uraltloewe
Leser

Ich bin, obschon seit meiner Kindheit (und das ist schon sehr, sehr lange her) Löwenfan, jetzt Mitglied geworden, weil mir der Kurs gefällt, den RR fährt. Nach langer Zeit habe ich jetzt das Gefühl, dass strukturell gearbeitet wird zum Wohle der Löwen. Außer seinem „Scheiss FC Bayern“ in der Euphorie des Aufstiegs kann ich nichts finden, was ich ihm ankreiden müsste.
Der andere Blogbetreiber hingegen ist für mich ein von Hass, Intoleranz und Blindheit getriebenes Individuum, dass nichts anderes zu Wege bringt, als in jedem Beitrag neue Tiraden loszuwerden- und das auch noch in für einen Journalisten oft recht eigenartigen Rechtschreibung.

anteater
Leser

Danke für die Antwort!

Das mit RR sehe ich ähnlich und bin auch Mitglied geworden, um diesen Kurs zu stützen.

Unterfranke
Gast
Unterfranke

Ich empfinde auch, das die Fantrennung nur ausgeprägt auf dieser „..einen ganz bestimmten Internetseite“ vorliegt. Allerdings gibt es für mich keinen Grund, diese Seite anzuklicken, es sei den, man möchte sich über verdrehte Tatsachen oder manipulierte Kommentare aufregen. Wobei man sich fragen muss, inwieweit der Blogger bei den Kommentaren nicht selbst Hand anlegt. Ich meide diese Seite inzwischen konsequent.
Es macht aus meiner Sicht dort keinen Sinn, dort für eine faire Berichterstattung einzutreten.
Ich gehe mal auch davon aus, dass von Vereinsseite die Hetze auch nicht so überbewertet wird, sonst würde man ja keine Bandenwerbung für diese Internetseite im GWS machen.

Baum
Leser

„Ich gehe mal auch davon aus, dass von Vereinsseite die Hetze auch nicht so überbewertet wird“
Davon gehe ich auch aus und die Mitgliederversammlung zeigt das ja auch.
„sonst würde man ja keine Bandenwerbung für diese Internetseite im GWS machen.“
Da frage ich mich, ob der Verein da überhaupt was mitzureden hat. Läuft das nicht eh alles über Infront?

Tami Tes
Redakteur

Der Verein hat da definitiv nix zu sagen. Und Du hast recht. InFront ist für die Vermarktung zuständig. Und damit sie selber nichts dazu zahlen wollen (da ja vertraglich geregelt ist, dass sie uns einige Millionen in die Kasse spülen, wenn sie es nicht schaffen, müssen sie es selber ausgleichen), werden sie sicher keinen „Sponsor“ ausschlagen. Ihnen ist es eh egal, wer wer ist.

Baum
Leser

Ok, danke für die Info.

Unterfranke
Gast
Unterfranke

….vermutlich ist es so.
Wobei eine Einspruchsoption, wenn es gar nicht in die Strategie passt, würde man doch schon erwarten.
Oder lassen wir auch Paulaner anzeigen, oder Allianz Versicherung oder am Ende gar die Bratwürste vom Hoeneß.
Aber bei manchen Verträgen, die so in der Vergangenheit abgeschlossen wurden, wundert mich gar nicht mehr.

1860Solution
Leser

Na ja, für die Bandenwerbung ist doch Infront zuständig, oder? Der Verein kann da herzlich wenig machen, oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

3und6zger
Leser

Robert Reisinger saß im April beim Spiel gegen Ingolstatt II 3 Meter von mir entfernt im Gäste-Sitzplatz-Block. Nicht nur ein Präsident sondern auch ein echter Löwenfan. Der braucht keine Loge und setzt sich zwischen die Fans. Der beste Präse seit langer Zeit…..

„Wer meinen Verein aus taktischen Gründen hat absaufen lassen……..
Diese Absatz find ich besonders gut.
Frei nach Christl Estermann in der Giesing-Doku: „Dees woachst in di nei, des kriegst nimmer naus…..“

1860Solution
Leser

Sowohl Präsi als auch die Vizes sind immer wieder auf Fantreffs, mit Fans im Biergarten, unter den Fans, mit den Fans und vor allem: als Fans.

Schlagberger
Gast
Schlagberger

Ja endlich schreibt mal einer wie es wirklich war und ist ,bin sehr dankbar für deine Meinung die ich voll unterstütze.

Löwenfan Lohhof
Gast
Löwenfan Lohhof

Mich würde es nicht wundern, wenn einige dieser Leute, die hier ihre Hasskommentare verbreiten, gar keine Löwenfans, sondern Anhänger einer anderen Münchner Mannschaft sind und nur das damit erreichen wollen, dass hier solchen Szenen entstehen.

jürgen (jr1860)
Leser

Volltreffer 😀
Einmal Löwe immer Löwe

Oder… Man kommt halt nimmer aus

Hilft ja nix gegen den Virus

Tami Tes
Redakteur

Danke Stephan, dass Du deinen Artikel mit uns teilst. Sehr sachlich geschrieben.
Auch ich hoffe, dass der Umgang untereinander besser wird – egal welche Ansichten man teilt.

Landshuter Löwe
Leser

Liebe Tami, diese Hoffnung habe ich schon lange aufgegeben. Solange es welche gibt, die auf Teufel komm raus Erfolg zum Schaden des Gesamtvereins kaufen wollen wird es nie Ruhe geben.

Loewen1860
Leser

Wow! Echt genau meine Meinung! Genau so empfinde ich auch. Übrigens bin ich – weil auch ich im Stadion diesen Hass der „Fans“ untereinander niemals begegnet bin – der Meinung, dass diese keine Stadiongänger sind.
Ich hoffe, dass wir zumindest auch weiterhin im Stadion diesen Zusammenhalt haben. In guten wie in schlechten Zeiten. Und ganz ehrlich, ich war schon lange nicht mehr so stolzer Löwe wie derzeit. Und das hör ich unter Fans zur Zt immer wieder.

1860Solution
Leser

Zumindest sehr selten. Auch im Stadion oder bei Testspielen gibt´s solche und solche. Aber klar, es ist anders gewichtet. Die Internet-„Maulhelden“ gibt´s im Stadion so nicht.

bluwe
Leser

Leider doch schon, und bereits mehrmals im und neben GWS getroffen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese nicht in einer Person mit den Internetm…helden vom Blogger sind.
Eher davon, dass sie die Ansicht/Meinung von dort pauschal übernehmen.
Man darf diese Gruppierung nicht unterschätzen.

anteater
Leser

Der „Hass“ ist jedenfalls im Stadion nicht so offen, aber beobachten konnte ich eine Spaltung schon, z.B. als Leute an passender Stelle ein „ohne Hasan“ sangen, die Blicke mancher Leute waren da schon beinahe tödlich.

1860Solution
Leser

Sehr gut geschrieben. Klare und ehrliche Worte.