Können Löwen eigentlich Gänsehaut bekommen? Ja, meint Lena, unsere Jung-Redakteurin.

Seit dem ersten Spieltag hat die Löwenheimat Giesing ein neues Fan-Magazin. “Bambo & Leo” ist das Löwenmagazin für junge Löwenfans. Und so langsam kommen dort auch die ersten Artikel. Die 12-jährige Löwin Lena hat am gestrigen Freitag Giesing pur erleben dürfen. Bereits einige Tage vorher machte sie klar: “Ich will auf jeden Fall beim Fanmarsch dabei sein.” Und da war sie dann auch dabei, mit ihrem Papa. Gänsehaut, das hatte sie bereits vor dem Fanmarsch. Als sie die Löwen singen hörte. Gänsehaut hatte sie während dem Marsch und dann noch einmal 90 Minuten während des Spiels. “Ich hatte 90 Minuten lang extreme Gänsehaut. Es war eine sehr beeindruckende Choreo von unseren Ultras, die mir nie wieder aus dem Kopf gehen wird”, schreibt Lena.

Auslöser für diese Reaktion ist übrigens der Hypothalamus, ein Teil im Zwischenhirn. Stress, oder auch das Gefühl von etwas überwältigt zu werden, sorgt dafür, dass das Hormon Vasopressin ausgeschüttet wird. Der Körper versucht die Wärme- und Energiereserven des Körpers für den Notfall zu sichern. Die Blutgefäße unter der Haut verengen sich, die Muskeln an den Haarfollikeln ziehen sich zusammen. Gänsehaut.

Lena kam mit dem Fanbus des Fanclubs ihres Vaters. Die Stimmung war bereits im Bus gut. Die große Gänsehaut kam aber dann erst kurz vor dem Fanmarsch. Als ich sie dann irgendwann während des Marsches traf, da wusste ich sofort: die hat der Löwenvirus längst erfasst. Also alles richtig gemacht hat ihr Herr Papa.

Nicht nur Lena. Es sind viele Löwenkinder in der Westkurve oder auch in der Stehhalle. Viele sind Löwen aus voller Überzeugung. Angst um Sechzig, weil es den Fannachwuchs verliert? Nein, die habe ich nicht. Und vielleicht können wir mit unserem Fanmagazin “Bambo & Leo” auch ein wenig dazu beitragen, dass die Begeisterung noch mehr wächst. Für die Gänsehaut müssen allerdings andere sorgen. Die Münchner Löwen mit ihren Choreographien und dem tollen Support. Und natürlich die Spieler. Lena kennt sie übrigens alle. Aber irgendwie kennt sie ohnehin jeden. Sie weiß sogar auf Anhieb wer der Fanbeauftragte ist. Ums Löwenmagazin müssen wir uns also wenig Gedanken machen.

Irgendwie hab ich übrigens damit auch meinen Abschied eingeleitet. Schritt für Schritt. Irgendwann übernimmt die heutige Jugend die Fanberichterstattung. Und ich bin einfach nur noch Fan.

Unser Löwenmagazin für die jungen Löwenfans: Bambo & Leo – Das Löwenmagazin für junge Löwen (loewenmagazin.de)

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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k-meier

Wahnsinnig wie positiv beim Nachwuchs das ankommt. Aber ich kann das verstehen. Da geht es ums Erlebnis und das war wirklich Klasse am Freitag. Beim Fanmarsch war ich auf der Brücke. Sah wirklich toll aus. Und die Choreo im Stadion. Einfach genial.

Bine1860

Danke für deinen tollen Erfahrungsbericht, Lena!

Snoopy.

Die Artikel der “Jungen Löwen” zu lesen macht Spaß. Erinnert ein wenig an die eigene Kindheit / Jugend. Dass so ein Besuch im Stadion wie gegen Dortmund mit allem drum und dran ein Erlebnis ist, an das man sich noch Jahre später erinnert, ist klar und verständlich. Auch ich habe noch einige Erinnerungen an mein erstes Spiel im Stadion 1984, ein Geburtstagsgeschenk zu meinem 10jährigen.

Und schön ist auch, dass sich die die Jugend nicht nur auf Erfolg, Prestige oder Geld fixiert. Das Gefühl im Stadion mit allen Fans, der Kurve, Kameradschaft und Gemeinschaft prägt einen.

k-meier

Ganz genau so sehe ich das auch.

Altblauer

Netter Beitrag, danke dafür. Und das meine ich ernst. Nur die Passage darüber, wie Glücksgefühle entstehen, hätte man sich sparen können. Dann könnte man nämlich auch mal aus medizinischer Sicht erläutern lassen, was sensiblere Stadionbesucher erleiden, die man der dämlichen und vereinsschädigenden Räucherei aussetzt, damit ein paar Buben ihren Spaß haben. Aber ein HNO-Beitrag kann ja noch kommen.
Was mir hier aber vor allem wieder mal klar wurde, ist die Tatsache, dass die Kids primär vom Stadionbesuch “angefixt” werden und nicht vor der Glotze. So war es bei mir und so war es bei meiner Tochter, die trotz des angeblich völlig ungeeigneten und stimmungsbefreiten Olympiastadions noch immer von unseren Besuchen dort schwärmt. Und heute kommen primär nur Kinder von Mitgliedern in den Genuss dieser besonderen Erlebnisse und nach dem Schildbürgerstreich eines Luxus-Minimalausbaus vielleicht noch ein paar mehr. Traurig.

Randpositionsloewe

Traurig ist vor allen Dingen, dass du dir nicht mal bei diesem neutralen und harmlosen Beitrag über das tolle Erlebnis einer jungen Löwin deine verschleierten vereinspolitischen Giftspritzen sparen kannst. Du tust mir echt Leid, bei soviel Verbitterung.

Altlöwe

Giftspritzen also, bin ich hier in einer sektenartigen Gemeinschaft gelandet? Was ist daran vereinspolitisch, wenn ich bedauere, dass nicht mehr alle Kids, die möchten, heutzutage in den Genuss des Stadiondbesuchs kommen? Wer solche Fakten nicht mehr objektiv zur Kenntnis nehmen kann, ohne gleich Einseitigkeit zu unterstellen,der sollte halt allen, die sich hier anmelden, vorab einem Gesinnungstest unterziehen. Und eine Dialogkultur, die kontroverse Meinungsbilder nicht aushält, ist keine solche, sondern nur Ausdruck einer geschlossenen Gesellschaft.

Randposttionslöwe

Das nennt man halt Meinungsfreiheit, und wenn ich deinen Beitrag so empfinde werde ich das auch so äußern. Nachdem ich hier nur Gast bin, hat das überhaupt nichts mit deinen Gejammer bzgl. Gesinnungstest oder geschlossener Gesellschaft zu tun. Geht mich nullkommanull an. Viel interessanter ist doch, ob du jetzt der Altlöwe oder der Altblauer bist. Persönlichkeitsdublizität?

Altblauer

Dann empfinde halt brav so weiter.

Randpositionsloewe

Das werde ich, keine Sorge. So hat halt jeder sein Päckchen zu tragen. Du musst Robin Hood gleich die unerträgliche Einseitigkeit in diesem Blog mit deiner Ausgewogenheit bearbeiten, und ich schau halt, dass du nicht zu verlogen agierst.

Altlöwe

“Sowas lesen”. Quasi Jugendschutz? Prima, ein Hort der Tugendhaftigkeit in dem man aus Sorgfaltspflicht schädliche Einflüsse fernhält. Oder auch schon unbequeme Einlassungen?