Über 11.500 Dauerkarten wurden verkauft. Das hat beim TSV 1860 München auch während der Pandemie für ordentliche Einnahmen gesorgt. Wieviel Karten müsste der TSV 1860 darüber hinaus verkaufen, damit es sich lohnt?

“Wir haben ein sehr aufwendiges Hygienekonzept”, so Günther Gorenzel, “um das Spiel herum und um die Auflagen zu erfüllen. Wir brauchen plus / minus 3.000 Zuschauer, dass wir überhaupt kostenneutral aus dem Stadion rausgehen.” Das spiegle sich auch in der Bilanz und in der Struktur wieder. Die Rede ist in dem Fall natürlich von den Tageskarten. Also den Karten, die über die Dauerkarten, oder zumindest die Herzkarten hinaus, verkauft werden könnten. Wie auch vorhergehende Saison muss der TSV 1860 München ein gewisses Defizit über die Gesellschafter ausgleichen, weil keine Tageskarten verkauften werden können. Gorenzel meint damit das sogenannte nachhaltige Finanzpaket. HAM International gleicht im Rahmen dieses Notfall-Darlehenspaket Ausfälle bei den Zuschauern aus. “Deshalb sind wir froh, dass wir so eine starke Gesellschafterstruktur haben, die solche Dinge ausgleicht”, so Gorenzel.

Teilzulassung zumindest finanziell eigentlich nicht rentabel

Und eine Teilzulassung von Fans? Lohnt sich eigentlich für den TSV 1860 München zumindest finanziell nicht. Pro Zuschauer, der am Spieltag zugelassen wird, müssen die Löwen Abgaben für die Nutzung des städtischen Nahverkehrs leisten. Und auch die Stadionmiete erhöht sich ab einer gewissen Zuschaueranzahl. Geht man von einem durchschnittlichen Ticketpreis von 20 Euro aus, wird es für die Löwen erst einmal teurer, wenn schätzungsweise mehr als 6.000 Fans zugelassen werden. Denn dann überschreiten die Löwen die Mindestmiete von 10.000 Euro, die ohnehin zu zahlen ist. 8,5 Prozent der Einnahmen aus Eintrittskartenverkäufe werden pro Spiel fällig.

Heißt: für die Löwen lohnen sich finanziell ironischerweise entweder komplette Geisterspiele oder aber Spiele ab 14.500 Zuschauern aufwärts. Die Löwen sind dennoch bemüht, möglichst viele Fans zuzulassen. Zum Einen, weil man natürlich den Dauerkartenkäufern etwas bieten will. Zum Anderen, weil die Fans auch der Rückhalt für die Mannschaft sind. Der TSV setzt sich vehement für mehr Fans ein.

Am 23. August tritt die neue Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Kraft. Dann kann man sicherlich auch mit mehr Fans rechnen. Mit Mehreinnahmen allerdings erst dann wieder, wenn auch Tageskarten verkauft werden können.

Die Pressekonferenz seht ihr hier: Die Pressekonferenz des TSV 1860 München vor dem Heimspiel gegen Türkgücü

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Auch für Aufsteiger TSV Havelse wären Geisterspiele günstiger – ein Beitrag auf liga3-online.de.

Titelbild: imago images/Fotostand

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Rüdiger

Und wieviel minus machen wir wenn wir nicht bald mal wieder mehr Zuschauer zugelassen werden ?
Sollen sie halt nur noch die geimpften rein lassen fertig

juergen

Wobei mich schon interessieren würde, wie viel die HAM schon zugeschossen hat….   :wpds_twisted: