Kommentar der Redaktion

Der Fall Adriano Grimaldi macht es wieder deutlich, was beim TSV 1860 München ein großes Problem ist: Jeder sagt etwas. Auch dann, wenn er nichts weiß. Und schnell löst es eine Kettenreaktion von Spekulationen und klickbasierten Nachrichten aus.

Ja oder nein: Interesse des KFC Uerdingen?

Jüngst schrieb die Abendzeitung, dass der KFC Uerdingen kein Interesse mehr an Adriano Grimaldi mehr habe1. Nachgefragt scheint man beim möglichen Interessenten sicher nicht zu haben. Denn gegenüber dem Löwenmagazin äußerte man sich aus Krefeld ohne jeglichen Informationsgehalt: „Aktuell gibt es zu diesem Thema von uns keinen Kommentar“.

Der private Blog dieblaue24 widerspricht. Im Hintergrund würde weiterhin um die Ablösesumme gefeilscht, das Interesse von Uerdingen sei unverändert.2

Laut Scharold bislang kein Angebot

Mit einem weiteren Artikel lässt die Abendzeitung zumindest ein wenig durchsickern, wie sie auf die Annahme kommt, dass Grimaldi nicht mehr im Blickwinkel von Uerdingen ist. Es läge bislang überhaupt kein Angebot des KFC auf dem Tisch. Man beruft sich auf eine Aussage von Geschäftsführer Michael Scharold: „Bei mir ist nach wie vor kein Angebot eingegangen. Ich weiß es nicht.“3

Gorenzel heizte Spekulationen an

Die Spekulationen hatte vor allem Sportchef Günther Gorenzel angeheizt. Bereits vor einer Woche hatte er gegenüber der Abendzeitung erklärt: „Wir wissen, dass sich der KFC Uerdingen mit Adriano Grimaldi beschäftigt“. Allerdings hatte Geschäftsführer Michael Scharold gegenüber ihm noch kein Angebot bestätigt: „Stand heute morgen liegt kein Angebot auf dem Tisch, ich habe noch mit Herrn Scharold gesprochen.“4

Einige Tage später betonte Sportchef Günther Gorenzel gegenüber der Abendzeitung, dass Adriano Grimaldi den TSV 1860 München verlassen möchte. „Adi hat letzte Woche in einem Gespräch ganz klar bekräftigt, dass er den Verein verlassen will“, sagte Gorenzel am vergangenen Montag.5 Von Uerdingen war dabei nicht die Rede. Diese Verbindung schaffte die Presse durch die vorangegangene Aussage des Sportchefs ein paar Tage zuvor.

In Krefeld selbst: Pure Gelassenheit im Hinblick auf Grimaldi

Ein Blick auf die Presse rund um den Krefelder Stadtteil Uerdingen zeigt ein sehr nüchternes Bild. Dort gibt es kaum Spekulationen rund um Adriano Grimaldi und den KFC Uerdingen. Wird in der Presse eine mögliche Personalie Grimaldi erwähnt, dann beruft man sich auf die Münchner Medien. Vom KFC Uerdingen hörte man in den vergangenen Tagen lediglich, dass man sich im Sturm verstärken möchte. Namen wurden nicht genannt. Nur, dass man einen Stürmer verpflichten will. Das hat man auch getan. Ob ein weiterer Stürmer verpflichtet werden soll, darüber schweigt man. Auch Diskussionen in den Fan-Foren der Uerdinger basieren auf die Berichterstattung in München. Der KFC selbst sagt kein Wort und steht damit, unabhängig ob er nun Grimaldi verpflichten möchte oder nicht, deutlich besser da. Man hat mit Osayamen Osawe vom FC Ingolstadt 04 einen Stürmer verpflichtet. Schnell und ohne viele Worte. Im Hintergrund hat man verhandelt und dann das Ergebnis präsentiert. Für Unruhe sorgte das nur beim Ligakonkurrenten TSV 1860 München.

Zwei Wochen Diskussion und ein großes Fragezeichen

Zwei Wochen wurde nun beim TSV 1860 München die Personalie Adriano Grimaldi ausgehend beleuchtet, diskutiert und kommentiert. Mit dem Resultat, dass die Zukunft des Stürmers unsicherer denn je ist. Die Fans sind aufgebracht. Viele wollen Adriano Grimaldi auf keinen Fall mehr auf dem Platz sehen. Manche beschimpfen ihn als Verräter. Während man beim KFC Uerdingen hinter verschlossener Türe lächelnd nach München schaut und alles in der Hand hat, ist in München wieder einmal ein medialer Sturm. Vielleicht muss das so sein. Vielleicht ist der TSV 1860 München eben der Komödienstadel für das Volk und der Klickbringer für die Medien. Vielleicht macht es aber auch Sinn, die Medienarbeit etwas zu überdenken.

Was ist Eure Meinung zur aktuellen Diskussion rund um Adriano Grimaldi? Was ist Eure Meinung zur Medienpolitik des TSV 1860 München?


Quellen

1 AZ: Artikel vom 10.01.2019 / 7.45 Uhr

2 db24: Artikel vom 10.01.2019 / 11.31 Uhr

3 AZ: Artikel vom 10.01.2019 / 19.14 Uhr

4 AZ: Artikel vom 04.01.2019 / 14.38 Uhr

5 AZ: Artikel vom 07.01.2019 / 13.03 Uhr

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3und6zger
Leser

Dann zieh ich mir auch noch ein Gerücht aus dem Allerwertesten:
„Ganz klar, Grimaldi geht nach Ingolstadt. Dort ist ja jetzt ein Platz im Sturm frei, er muß nicht groß umziehen.“ smile

MalikShabazz
Leser

Ich finde es sehr fragwürdig, wie GG hier mit Grimaldi verfahren ist. Meines Wissens hat Grimaldi keine Forderungen in die Medien getragen. Allein das Werk von Gorenzel.

Bluemuckl
Leser

#Pressesprecher. Alle anderen sollen arbeiten und nicht reden.

DaBrain1860
Leser

Bei 1860 muss sich gewaltig was ändern bei der Medienpolitik.
1. Sollte nicht jeder mit den Medien sprechen.
2. Sollte abgesprochen sein was gesprochen wird.
3. Es sollte nur über Fakten gesprochen werden und nicht über Gerüchte.
4. Haben wir nicht einen Mediensprecher?

LionsPack
Leser

Sehr guter Beitrag.

Leo
Leser

Meiner Meinung nach wird diesem Thema zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Auch im Löwenmagazin. Man kann an dem Wechsel oder Nicht-Wechsel eh nichts dran ändern.

Schreibt doch lieber über die Jungs, die sich nach den freien Tagen wieder ins Training stürzen bzw. morgen ins Trainingslager abreisen, ein paar erste Eindrücke wink

Leo
Leser

BTW ist Noel Niemann wieder fit bzw. im Trainingslager mit dabei?

Tami Tes
Redakteur

Aus dem Trainingslager wird es wieder, wie letztes Jahr, Berichte geben… wir freuen uns drauf.

LionsPack
Leser

Na ja, hier gab´s keine Spekulationen. Das ist er Unterschied. Und die Sache beschäftigt nun mal die Fans.

1860Solution
Leser

Günther Gorenzel hat sich selbst und dem Verein mit dem Anheizen dieser Diskussion keinen großen Gefallen getan. Aber an die Pressestelle hätte er niemand verweisen können. Die ist ja irgendwie nicht vorhanden wie mir scheint. In jedem Fall ist die ganze Sache mißerabel gelaufen. Oder läuft immer noch miserabel. Das war und ist nicht gut.

BlueBerry
Leser

Rainer Kmetsch ist dafür verantwortlich. Dass es sich bei dem um keinen „Medien-profi“ handelt, sondern jemanden, der das on the job nach bestem Wissen und Gewissen macht ist auch klar.

Wir reden immer von sparen. Wer aber an der Ecke nichts ausgeben will, der bekommt halt auch keine hochprofessionelle Arbeit. Und das ist nicht als Vorwurf an Rainer Kmetsch gemeint.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Gorenzel einfach mal lernen soll den Mund zu halten. Da wäre schon viel gewonnen.

bluelady
Leser

Der Mann heißt Kmeth! Ansonsten stimme ich dir zu 100% zu!