Der Deutsche Fußballband hat im Rahmen einer Medienrunde sich noch einmal zusätzlich zu den Ergebnissen des Saisonreports 2021/22 geäußert. Ansprechpartner der Medien waren Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschuss 3. Liga und Manuel Hartmann, Geschäftsführer Spielbetrieb der DFB GmbH & Co. KG. (siehe Titelbild). Die wichtigsten Aussagen.

Verschärfung der Maßnahmen in der 3. Liga

“Die Geschichte der 3. Liga ist eine erfolgreiche. Wir haben es im vergangenen Jahr geschafft, dass die Fans in die Stadien zurückgekehrt sind. Die Zahlen entwickeln sich wieder in die alte Richtung. Die Klubs haben die Situation gemeistert – ob mit Staatshilfen oder aus eigener Kraft. Der Fall Türkgücü München ist die Ausnahme, wir versuchen, einen Lerneffekt daraus zu generieren.”, so Tom Eilers. “Auf Initiative der Klubs haben wir die Maßnahmen noch einmal verschärft, um einen ähnlichen Fall in Zukunft zu verhindern. Die Attraktivität der 3. Liga zeigt sich auch beim Abschluss des TV-Vertrags und wie die Partner und Zuschauer die Liga bewerten. Die 3. Liga ist eine Profiliga auf hohem Niveau. Ein großer Erfolg, der unter anderem auf dem Wettbewerbskonzept beruht.”

Kein Ertrags- sondern ein Aufwandsproblem

Manuel Hartmann: “Manchmal muss man die Klubs vor sich selbst schützen. Man spricht gerne von einem `Rattenrennen` um den Aufstieg oder gegen den Abstieg. Da müssen wir aufpassen. Es sind die richtigen Ansatzpunkte, die wirtschaftliche Stabilität zu stärken. Jeder Klub wird vermehrt dazu gezwungen, mit den vorhandenen Mitteln auszukommen. Ich bin sehr optimistisch, dass daraus einen positiver Effekt entsteht. Natürlich muss es gleichzeitig weiter die Zielsetzung sein, die Einnahmen zu stärken. Der internationale Vergleich zeigt aber eindeutig: Wir haben in der 3. Liga kein Ertragsproblem, sondern ein ganz klares Aufwandsproblem. Das müssen wir in den Griff bekommen.”

Gesamtziel Eigenkapitalstärkung

“Unser Gesamtziel ist die Eigenkapitalstärkung. Unsere Maßnahmen zielen darauf, die finanzielle Basis der Klubs auf ein breiteres Fundament zu stellen und weiter zu fördern. Wir müssen hier Klub für Klub betrachten und nicht den Durchschnitt”. so Eiler.

“Es ist im dritten Jahr in Folge gelungen, dass die Klubs im Durchschnitt ein positives Eigenkapital ausweisen, auch wenn es in Summe etwas niedriger ausgefallen ist. Aber wir haben noch einen weiten Weg zu gehen. Nur vier Vereine haben einen Saisonüberschuss erwirtschaftet. Das ist eine Entwicklung, die wir genau im Blick behalten müssen. Die beschlossenen Maßnahmen im wirtschaftlichen Zulassungsverfahren, die ab der kommenden Saison greifen, sollen zu einer deutlichen Stabilisierung beitragen. Ich bin sehr optimistisch, dass diese Instrumente ihre Wirkung entfalten werden”, erklärt Hartmann.

Titelbild: IMAGO / Beautiful Sports

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Sechzgerhelli

Das Publikum ist aufgrund der Attraktivität der Vereine und der Liebe zu diesen zurückgekehrt.Die Einnahmen verstärken? Lieber Fussballbund, dann macht mal den Geldbeutel auf, Zugpferde wie den TSV sollte es nicht zum Betteltarif geben!
Der Fall Türkgücu ist auch darauf zurückzuführen dass diese mit Samthandschuhen angefasst wurden und somit fast Narrenfreiheit hatten! Ich sehe die 3.Liga nicht unbedingt als Erfolgsgeschichte, dafür macht der DFB zu wenig!

bluwe

welche vier Clubs haben denn Überschuss erwirtschaftet?

Sechzgerhelli

Würde mich auch interessieren!

bluwe

Leider gibt der Saisonreport_3Liga diesbzgl keine Auskunft auf Vereinsebene.
Aber er ist durchaus lesenswert.  😉 

serkan

“Jeder Klub wird vermehrt dazu gezwungen, mit den vorhandenen Mitteln auszukommen.” Uups!

anteater

Fast wie im richtigen Leben…