Am heutigen Mittwoch hat sich die deutsche Nationalmannschaft über die Menschenrechtslage in Katar informiert. Auf dem Adidas-Campus in Herzogenaurach hörten sich die Spieler sowie Trainer und Staff einige Berichte von Personen an, die ihre persönlichen Erlebnisse in Katar schilderten. Auch um Erwartungen an die WM ging es.

Zu den Teilnehmern gehörten ARD-Journalist Philipp Sohmer, der vor der WM bereits mehrfach über die Menschenrechtslage in Katar berichtete. Außerdem Carsten Wehlmann, der Sportliche Leiter des SV Darmstadt 98. Er war knapp zwei Jahre lang Sportmanager der Qatar Stars League. Ebenfalls in der Runde waren Helmut Spahn, der lange für das International Centre for Sport Security (ICSS), dessen Sitz in Doha liegt, arbeitete. Spahn ist nun Sicherheitsdirektor der FIFA. Des Weiteren Roland Bischof, der Gründer des Fußballbotschafter e.V., der seit 2005 regelmäßig nach Katar reist. An einer zweiten Gesprächsrunde nahmen Thomas Hitzlsperger, DFB-Botschafter für Vielfalt sowie Christian Rudolph, Leiter der DFB-Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, Martin Endemann, Sprecher von Football Supporters Europe, und Pia Mann von Discover Football teil.

Was inhaltlich gesagt wurde, erwähnt der Deutsche Fußball-Bund in seiner Pressemeldung nicht.

Wie die ZEIT online berichtet, erwartet Ex-Nationalspieler Hitzlsperger keine echten Fortschritte in Katar durch die Fußball-Weltmeisterschaften. “Ich glaube nicht, dass der DFB und andere Verbände das Land verändern können in den wenigen Wochen, die sie da sind”, so Hitzlsperger. Er appellierte an die aktuellen Nationalspieler sich zum Thema Katar zu äußern, aber auch abzuwägen, welchem öffentlichen Druck sie sich dabei aussetzen. Sie sollten nur über Dinge reden, “über die sie Bescheid wissen”, so Hitzlsperger.

Der Weltverband FIFA zeigt sich indes zufrieden mit den Fortschritten in Sachen Menschenrechten im Gastgeberland Katar. “Die Entwicklung, die das Land genommen hat, stimmt uns positiv”, sagte der FIFA-Sicherheitsdirektor Helmut Spahn. Das berichtet Eurosport. Spahn räumte zwar ein, dass nicht alles Gold sei, was glänze. Seiner Meinung nach sei die Entwicklung in den vergangenen Jahren aber “enorm” gewesen.

Die Fußball-Weltmeisterschaften finden vom 21. November 2022 bis 18. Dezember 2022 statt.

Mehr aktuelle Informationen zum Thema

DFB-Team informiert sich erneut über Menschenrechtslage in Katar :: DFB – Deutscher Fußball-Bund e.V.

Menschenrechte: Hitzlsperger glaubt nicht an Veränderungen in Katar durch WM | ZEIT ONLINE

WM 2022 – Menschenrechte in Katar? FIFA mit Entwicklungen im Emirat zurfrieden: “Stimmt uns positiv” – Eurosport

Menschenrechte – Katar erlässt wieder Schutzmaßnahmen für Arbeiter im Sommer – Politik – SZ.de (sueddeutsche.de)

Titelbild: IMAGO / Ricardo Larreina Amador

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
3 Kommentare
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

Aymen1860

“Seiner Meinung nach sei die Entwicklung in den vergangenen Jahren aber “enorm” gewesen.”
Man kann sich auch alles schön reden, wenn es sein muss.

anteater

Wäre vielleicht sinnvoll gewesen, da jemanden von z.B. Amnesty International dabei zu haben.

Andi_G

Oder Benjamin Best.
Aber gut ein Anfang ist gemacht.