Der TSV 1860 München ist auf einem guten Weg. Die KGaA hatte in einigen Bereichen etwas Starthilfe benötigt, doch in der Zwischenzeit kommen immer mehr positive Signale. Wir werfen einen Blick auf den „neuen“ TSV 1860 München.

Löwen Radio

Zum Saisonstart wurde das neue Löwen Radio etabliert. Mit Gilbert Kalb hat man einen erfahrenen Reporter, der bereits Spiele beim EHC Red Bull München kommentiert hat. Auch Ex-Spieler Jan Mauersberger ist seitdem am Mikrophon. Das Radio kommt gut an. Die Moderation ist professionell und vor allem sympathisch.

Löwenstüberl

Lange hat es gebraucht, bis das Löwenstüberl eröffnet werden konnte. In der Zwischenzeit hat man einen Pächter gefunden, bei dem alle Seiten nichts mehr „zu meckern“ haben und keine Klauseln zum Beispiel im Hinblick auf Versammlungen in den Vertrag reingenommen wurden. Auf dem Trainingsgelände arbeitet der Wirt intensiv. Das Löwenstüberl bekommt einen kräftigen neuen Anstrich. Optisch macht die Klub-Gaststätte bereits jetzt ordentlich was her.

Das neue Löwenstüberl beim TSV 1860 München

Löwen TV

Pressesprecher Rainer Kmeth setzt auf eine vermehrt aktive Medienpräsenz. Auf Twitter wird das Spiel kommentiert und die wichtigsten Informationen über die Profis immer rasch veröffentlicht. Er hat zudem den Löwen TV – Sender wieder mehr Leben eingehaucht. Die Pressekonferenzen können seit einiger Zeit von allen Fans komplett angeschaut werden. Ein Mehrwert, der Transparenz schafft.

Presseauftritte

Günther Gorenzel spricht in einem ausführlichen Interview mit Journalisten. In der Pressekonferenz zeigt sich der Österreicher nicht nur souverän, sondern vor allem taktisch gut vorbereitet. Die aktuellen Probleme und Herausforderungen bringt er sachlich auf den Tisch. Provozieren lässt er sich nicht.

Günther Gorenzel / Screenshot aus Youtube-Video

#VEREINenStattSpalten

„Vereinen statt spalten“ war die Botschaft des TSV München von 1860 e.V. bei seiner Mitgliederversammlung. Gemeinsam mit den Vertretern der KGaA legte man nach. Die Geschäftsführung unterstützen die Initiative und setzen damit ein gemeinsames Zeichen. In einer gemeinsamen Stellungnahme werden sowohl der Trainer Daniel Bierofka als auch die Geschäftsführer Günther Gorenzel und Michael Scharold namentlich genannt. Ein positives Zeichen für gemeinsame Akzente.

Transferpolitik

Aus eigener Kraft hätte die KGaA die letzten Transfers für die Saison 2019 / 2020 nicht stemmen können. Externe Kräfte müssen mobilisiert werden. Und das gelingt. Sicherlich auch durch die Strahlkraft des TSV 1860 München. Da ist zum einen Hauptsponsor „die Bayerische“, die ihr Sponsoring-Volumen deutlich erhöht. Auch der TSV e.V. zeigt sich engagiert und übernimmt wesentliche Kosten am Nachwuchsleistungszentrum. Damit wird der Weg frei für die Verpflichtung von Dennis Erdmann. In enger Absprache mit Trainer Daniel Bierofka finanzieren neun private Gönner die Weiterverpflichtung von Aaron Berzel. Ihren Namen möchten sie nicht veröffentlicht wissen. Der positive Trend und die Großzügigkeit steckt an. 1860-Gesellschafter und Kreditgeber Hasan Ismaik verkündet, dass er das Sponsoring für Timo Gebhart und Prince Owusu übernehmen möchte. Verpflichtet sind sie bereits, das Geld wird im Laufe der aktuellen Saison dann aus Abu Dhabi kommen. Und eine weitere Schützenhilfe gibt es. Mit dem FC Augsburg einigt man sich kurz vor Tranferschluss für eine Leihe von Abwehrspieler Tim Rieder.

Dennis Erdmann

Der Focus nun auf dem Sportlichen

Es sind viele positive Signale und in der KGaA ist durchaus ein Aufwärtstrend. Dabei darf man nicht vergessen, dass die 1860-Firma mit unglaublichen Altlasten zu kämpfen hat. Die Sünden der Vergangenheit haben noch jahrelange Auswirkung. Stillstand gibt es jedoch nicht. Und auch wenn dem einen oder anderen die klubpolitische Dramatik nun fehlt – es sind überwiegend positive Signale und die tun gut. Die aktuelle Situation sorgt dabei vor allem für eines: der Focus geht ganz klar aufs Sportliche. Dort geht es nun darum, dass man aus den deutlich verbesserten Begebenheiten auch etwas Zählbares aufs Feld bringt. Dass dabei nun vermehrt sportliche Diskussionen unter den Fans aufkommen, ist positiv. Denn darum geht es im Sport.

Bleibt zu hoffen, dass der immer wieder aufkommende Versuch den sportlichen IST-Zustand mit Klubpolitik schön- oder schlechtzureden, wenig Chance bekommt. Das sportliche Tagesgeschäft muss nun liefern. Da macht es dann auch nicht allzu viel aus, wenn man mal verliert. Die Fans wollen vor allem eines: die Löwen kämpfen sehen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Kein1860Fan

Ein paar Aussagen von Friedhelm Funkel zur Vergangenheit des TSV:

Sehen Sie Parallelen zu Ihrer Tätigkeit bei 1860 München, wo Sie bis März 2014 nur ein gutes halbes Jahr tätig waren?
Funkel: Ja. Ich bin überzeugt, dass es bei 1860 München ähnlich erfolgreich hätte laufen können wie jetzt in Düsseldorf. Weil die Löwen ein Traditionsverein mit tollen Fans in einer großen, fußballverrückten Stadt sind. Auch da wollte ich ältere Spieler abgeben und habe junge Spieler hochgeholt, wie Julian Weigl, Marius Wolf, Maximilian Wittek, Dominik Stahl und Yannick Stark. Aber in so einem nervösen Verein mit einem Investor, der in Abu Dhabi sitzt und nicht erreichbar ist, geht es nicht. Da herrschte stets Unruhe und deshalb habe ich gesagt, ich verlängere meinen Vertrag nicht. Schließlich wurde ich dann nach zwei Niederlagen entlassen.

tomandcherry
Leser

„Entscheidend is‘ auffem Platz“ – k.A. von wem dieser (Ruhrpott-Slang)Spruch stammt, richtig ist er nach wie vor.

Mag‘ ja alles „nett“ sein, dass das Löwen-Stüberl einen neuen Pächter (und optische Auffrischung) bekommen hat, das Fan-Radio mittlerweile erlaubt wurde, Löwen TV gut ankommt…

Das Thema ist für mich jedoch in erster Linie eine Stagnation der Mannschaft auf nicht unbedingt hohem Drittliga-Niveau. Da müssen die Hebel angesetzt werden. Und zwar relativ schnell.

Ich bin bestimmt der Letzte, der zwanghaft den Aufstieg in die 2. Liga fordert. Im Gegenteil. Ich vertrete die Meinung, dass wir uns auf einige Jahre Drittklassigkeit einstellen müssen (ca. 5 bis 6 Spielzeiten).

Nur sollte man sich in dieser Zeit halbwegs etablieren und dann natürlich auch jede Saison ein kleines bisschen besser abschneiden, als in der Spielzeit davor.

Das kann allerdings nur dann klappen, wenn die Mannschaft jedes Jahr punktuell verbessert wird, d.h. mit neuen Spielern, die dann tatsächlich mal „den Unterschied ausmachen“ können.

Das sehe ich leider nicht mal ansatzweise.

Seid doch mal ehrlich und nehmt die weiß-blaue Brille ab:

Welcher Spieler aus unserem aktuellen Kader zeigte bislang solche Leistungen, dass er als „überdurchschnittlicher Drittliga-Spieler“ bezeichnet werden könnte?

Wie sieht generell unsere Spielidee aus? Gibt’s überhaupt eine? Bzw. wie stellt Ihr Fans Euch denn die weitere Entwicklung der Mannschaft vor?

Jede Saison möglichst preisgünstig irgendeinen „Ü30“-Spieler holen? Weiterhin darauf hoffen, dass Talente aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft schaffen? Irgendwann wieder auf „die Großzügigkeit“ unseres Mehrheitsgesellschafters angewiesen sein?

Wie sieht konkret ein „Masterplan“ für die nächsten 24 oder 36 Monate aus?

„Konsolidieren und sonst nichts.“?

Mir ist durchaus bewusst, dass die Konstellation zwischen e.V.-„Traditionalisten“ und KGaA-„Erfolgshungrigen immer wieder Konflikte mit sich bringen wird.

Trotzdem braucht es eine gemeinsame Linie und diese sollte den sportlichen Erfolg bzw. die positive Entwicklung einer konkurrenzfähigen Mannschaft zum Primär-Ziel haben.

Dann darf’s von mir aus auch gerne Löwen TV, Fan Radio usw. geben.

tomandcherry
Leser

anteater

Was musst Du für einen Traumjob haben, bei dem Du stundenlang im „Löwenmagazin“ schmökern und ellenlange Kommentare verfassen kannst? wink

Bitte nicht persönlich nehmen, dass ich auf Deine äußerst (!) ausführlichen Argumente nicht genauso umfassend antworte.

Nur noch kurz und knapp, was ich in meinem ebenfalls etwas umfangreicheren Ausgangspost eigentlich zum Ausdruck bringen wollte:

Es nutzt das ganze „Drumherum“ wenig (oder gar nichts…), wenn das Sportliche nicht ansatzweise mithalten kann.

Ich sehe uns in einer Situation, die – wenn’s blöd läuft – in wenigen Wochen mit „Abstiegskampf“ recht zutreffend beschrieben sein könnte.

Wir müssen uns auf’s sog. „Tagesgeschäft“ konzentrieren und das ist der sportliche Erfolg unserer Profi-Mannschaft. Damit steht und fällt alles andere.

Ob’s im Löwenstüberl neue Tischdecken gibt, der Jan Mauersberger im Fan-Radio sympathisch rüberkommt oder Günter Gorenzel sich bei der Pressekonferenz gut verkaufen kann, interessiert dann m.E. nicht mehr allzu viele Fans.

anteater
Leser

Gerade ist es ein Alptraum, weil ich krank zu Hause rumhänge, so krank, dass ich Samstag nicht ins Stadion kann. sad sad sad

Und ich bin eher so ein analytischer Typ…

„Es nutzt das ganze „Drumherum“ wenig (oder gar nichts…), wenn das Sportliche nicht ansatzweise mithalten kann.“

Ja!

„Ich sehe uns in einer Situation, die – wenn’s blöd läuft – in wenigen Wochen mit „Abstiegskampf“ recht zutreffend beschrieben sein könnte.“

Ja! Müsste aber nicht sein, siehe https://loewenmagazin.de/der-neue-tsv-1860-muenchen-ein-kommentar-zur-aktuellen-lage-der-loewen/#comment-33847

Ja, genau, es ist die Fassade. Das Gerüst ist der sportliche Teil.

anteater
Leser

„Jede Saison möglichst preisgünstig irgendeinen „Ü30“-Spieler holen?“

So ohne weiteres nicht zu beantworten.

Der aktuelle Topp-Torjäger der Liga ist 35 respektive 32, der auf Rang 4 ist 30.

30+ Neuzugänge diese Saison ligaweit (Position/Alter/Spiele bisher):
Gjasula, Magedeburg (DM/33/7)
Compper, Dusiburg (IV/34/8)
Omladic, Rostock (OM/30/2)
Verhoek, Rostock (MS/30/6)
Handke, Zwickau (IV/30/6)
Schauerte, Münster (RV/31/9)
Stroh-Engel (bester Name in der Liga), Unterhaching (MS/33/5)
Königshofer, Krefeld (TW/30/9)
Gebhart, Sechzig (OM/30/8)
Rama, Meppen (LA/31/3) (und 4 Tore…!)
Hammann, Jena (DM/31/8)
Proschwitz, Braunschweig (MS/32/9)
Koffi, Köln (MS/33/9)
Sarmov, Chemnitz (DM/34/9)
Hosiner, Chemnitz (MS/30/2) (ganz neu gekommen, hat schon zwei Tore)

Was macht Zwickau ohne Ronny König (36, 1,90m)?

Hängt ja auch vom Gesamtmannschaftsgefüge ab. Es ist ja schon sinnvoller, in jedem Mannschaftsteil auch einen erfahreneren Spieler zu haben und nicht nur ganz junge.
Aber: Ob jetzt ein Spieler mit höherklassiger Erfahrung dann preisgünstig ist, das wage ich zu bezweifeln. Wenn das ein Spieler ist, der die Mannschaft durch eben die Erfahrung, Ruhe, Übersicht, technische Klasse weiter bringt, dann kostet der sicherlich überdurchschnittlich viel.

„Weiterhin darauf hoffen, dass Talente aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft schaffen?“

Ja, die Nachwuchsarbeit sollte weiterhin das A und O sein. Das ist unser Faustpfand.

Aber: In den Regionalligen schauen, richtig schauen. Ich wiederhole mich da.
Erfurt hatte Biankadi aus der RL geholt, Halle den Braydon Manu, Duisburg den Ben Balla, Cottbus als Regionalligist Streli Mamba, Undav in Meppen ist auch lange genug RL-Spieler gewesen, Hachings Schröter kommt gerade von Illertissen, usw., usf.

„Irgendwann wieder auf „die Großzügigkeit“ unseres Mehrheitsgesellschafters angewiesen sein?“

Es wäre schon viel gewonnen, wenn er so agieren würde, dass wir frühzeitig und rechtzeitig planen können. Das muss doch wirklich allen klar sein. Kann ihm das nicht mal einer seiner Berater mitteilen.

anteater
Leser

Wir verlieren, gefühlt, fast jeden zweiten Ball. Zudem kassieren wir die meisten Tore über Flanken. Deshalb wollte ich mal schauen, wie groß unser Kader so im Vergleich ist.

Die größten Spieler im Vergleich (Torwart/Abwehr/Mittelfeld/Angriff) [Quelle: transfermarkt.de]:

1860: 1,94/1,88/1,85/1,90 (Belkahia wäre 1,92´, ohne Owusu haben wir vorne 1,85)

Fröttmaning: 1,93/1,90/1,85/1,93 (wir sind 2x kleiner, 1x gleich, 1x größer – TW)

Krefeld: 1,94/1,91/1,95/1,88 (2x kleiner, 1x gleich – TW, 1x größer – Angriff)

Kaiserslautern: 1,91/1,93/1,96/1,93 (3x kleiner, 1x größer – TW)

Ingolstadt: 1,94/1,91/1,91/1,94 (3x kleiner, 1x gleich – TW)

Rostock: 1,95/1,94/1,91/1,89 (3x kleiner, 1x größer – Angriff)

Braunschweig: 1,98/1,91/1,87/1,92 (4x kleiner)

Magdeburg: 1,95/1,94/1,89/1,96 (4x kleiner)

Duisburg: 1,96/1,88/1,85/1,96 (2 x kleiner, 2x gleich)

Unterhaching: 1,93/1,93/1,89/1,97 (3x kleiner, 1x größer TW)

Halle: 1,90/1,95/1,88/1,89 (2x kleiner, 2x größer)

Würzburg: 1,96/1,95/1,86/1,96 (4x kleiner)

Meppen: 1,90/1,94/1,85/1,88 (2x kleiner, 1x gleich, 1x größer – TW)

Münster: 1,92/1,96/1,85/1,90 (1x kleiner, 2x gleich, 1x größer -TW)

Großaspach: 1,88/1,93/1,86/1,90 (2x kleiner, 1x gleich, 1x größer – TW)

Jena: 1,90/1,95/1,90/1,85 (2x kleiner, 2x größer)

Zwickau: 1,92/1,91/1,86/1,93 (3x kleiner, 1x größer – TW)

Köln: 1,90/1,95/1,92/1,84 (2x kleiner, 2x größer)

Mannheim: 1,96/1,94/1,94/1,85 (3x kleiner, 1x größer – Angriff)

Chemnitz: 1,94/1,91/1,89/1,96 (3x kleiner, 1x gleich -TW)

Habe bei meiner Recherche jetzt nicht geschaut, wo z.B. der 3. Torwart bei wem der Größte ist. Daten sind also nur bedingt belastbar. Insgesamt kann man aber, glaube ich, schon erkennen, dass wir, nähme man den Torwart raus, eher kleiner sind als unsere Gegner.

Wir haben mit das kleinste Mittelfeld, ohne Belkahia mit die kleinste Abwehr. Im Sturm kommt nur Owusu an die gegnerischen Abwehrspieler heran.

-> Lange Bälle mit der Hoffnung auf den Gewinn des zweiten Balls, scheinen (!) hier nicht das probate Mittel zu sein.

-> Flanken vor des Gegners Tor müssen äußerst genau sein, damit unsere Stürmer da ran kommen. Nur bei zwei Mannschaften ist der größte Verteidiger kleiner als unser größter Stürmer.

-> Fast jeder Gegner hat einen oder mehrere Stürmer, die deutlich größer sind, als unsere Verteidiger. Hier würde ich als Laie also davon ausgehen, dass es sehr wichtig ist, wirklich eng zu decken und, besser noch, Flanken zu unterbinden.

Viel geht natürlich über Schnelligkeit. Dafür findet man keine Daten. Gefühlt (ja, total nicht belastbar) überlaufen unsere Außen niemanden, aber jeder gegnerische Außen unsere Außenverteidiger.

-> Entsprechend muss man dann vielleicht spielen. Außen doppeln in der Verteidigung zum Beispiel.

anteater
Leser

Let me google that for you wink

Von Alfred Preißler stammt der Ausspruch: „Grau is‘ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is‘ auf’m Platz.“ [Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Prei%C3%9Fler%5D

„Welcher Spieler aus unserem aktuellen Kader zeigte bislang solche Leistungen, dass er als „überdurchschnittlicher Drittliga-Spieler“ bezeichnet werden könnte?“

Ääääh, laut Kicker-Benotung sind unsere besten beiden Spieler Bonmann (2,5) und Klassen (2,83). Unser Torwart belegt Platz 7 in der Bestenliste der Liga (viertbester Torwart), Klassen ist da nicht geführt, weil er wohl zu wenig Einsätze hat, wäre Platz 17. So, jetzt bitte setzen! Dann kommt Herbert Paul auf Platz 74 (3,17). [Quelle: https://www.kicker.de/3-liga/topspieler/2019-20/9%5D

Und weil es ja Leute gibt, die stets und ständig behaupten, dass wir ja eh nur Regionalligaspieler haben:
Bester Verteidiger ist Hassan Amin, zweite Drittligasaison, davor maximal RL.

„Wie sieht generell unsere Spielidee aus? Gibt’s überhaupt eine? Bzw. wie stellt Ihr Fans Euch denn die weitere Entwicklung der Mannschaft vor?“

Erm, hä, hä.

1. Ballsicherheit: nicht immer gleich den Ball wieder zum Gegner spielen

2. Bewegung: dem Ballführenden Anspielstationen bieten, und wenn es ein Pass zurück ist. In die Räume laufen, siehe Tor in Chemnitz.

3. Außen doppeln: Paradebeispiel war das 2-1 in Duisburg. Was könnte man als Phillipp Steinhart da denken? „Wenn der jetzt am Rieder vorbeigeht, dann flankt er oder läuft rein. Ich stelle mich mal an den Fünfmeterraum.“ Wenn der Phillipp da dem Tim hilft, dann flankt der Duisburger nicht und läuft nicht rein.

4. Traumtorverbot: Sascha schießt gerne, sobald er den Ball hat, aus 20-30 Metern, auch wenn es sinnvolle Anspielstationen gäbe. Klar, wenn so einer rein geht, dann ist das ein Kandidat für das Tor des Monats. Und, an wie viele solcher Tore könnt Ihr Euch erinnern?

5. Zweite Bälle: Die machen der Zier und auch Owusu deutlich besser fest als Sascha. Wenn nur der Sascha vorne spielt, dann spielen wir bitte keine langen Bälle.

6. Horses for courses [https://www.dict.cc/?s=horses+for+courses]: Gegen die spielstärkeren Mannschaften kompakt stehen mit Doppelsechs, und das nicht nur die ersten zehn Minuten. Da kommt dann wieder die Ballsicherheit, denn wenn wir im Umschaltspiel jedes Mal den Ball zum Gegner geben, wenn es einfacher gewesen wäre, einen Mitspieler anzuspielen, dann ist eh alles egal. Paradebeispiel letzten Samstag: Owusu läuft im Mittelfeld mit dem Ball, links steht Klassen (?) völlig frei, wäre sogar ein Pass nach vorne. Owusu läuft aber weiter mit dem Ball, bis zum ersten Gegner, der dann den Ball hat. -> Den Spielern klar machen, dass sie alle nicht Bale, Ronaldo oder Messi sind und auch mal die einfache Option wählen sollen.

7. Manndeckung: wenn die Innenverteidiger zwei, drei Meter vom Gegner weg stehen, dann ist es egal, ob der einen Kopf größer ist oder kleiner, dann kommt eine genaue Flanke bei dem auch an.

8. Kopf hoch: Flanken nicht blind schlagen, sondern vorher kurz hochschauen, wo einer von uns steht. Owusu ist unser größter (längster) Feldspieler. Ohne ihn muss man schon sehr genaue Flanken schlagen oder sich was anderes überlegen, Bewegung + Doppelpass zum Beispiel. Machen wir manchmal, ist jedes mal gefährlich, wenn es klappt.

Ja, Ihr merkt schon, ich weiß noch, was man uns damals in der C-Jugend versucht hat zu verinnerlichen. Das ist alles kein Hexenwerk. 3. Liga ist „low level“ Fußball, meistens. Da reichen obige Punkte schon, um signifikant besser zu werden. Duisburg zum Beispiel hat ja auch einige katastrophale Fehlpässe gespielt.

Den Rest schreibe ich mal lieber gesondert…

Banana Joe
Leser

Sehr gut geschrieben. Anhand unserer Transferpolitik kann ich unseren 2 Verantwortlichen – anders als die meisten im anderen Blog – kein allzu gutes Zeugnis ausstellen. Dann noch die Stagnation der Mannschaft und diverser Einzelakteure, kein erkennbares Spielsystem, zu leichte Durchschaubarkeit, was und wie wir auftreten und noch etliches mehr.

Wir haben eine Abwehr, die mittlerweile 2 Abwehrreihen bilden kann, trotzdem ist sie, egal in welcher Zusammensetzung, ein vogelwilder Hühnerhaufen. Ok, Besserung ist zumindest teilweise in Sicht, wir wurden nicht mehr abgeschossen. Allerdings hatten wir auch eher offensiv schwächere Teams und mit Duisburg eine Mannschaft, die ein paar Ausfälle hatte. Wer weiß, wie’s da ansonsten ausgesehen hätte?

Wenn man mal akzeptieren würde, dass man erstmal in der 3. Liga ankommen und sich etablieren und nicht auf Gedeih und Verderb so schnell wie möglich in die 2. Liga aufsteigen muss, weil da die großen Scheine locken, wäre schon viel gewonnen. Aufsteigen wollen nämlich neben uns noch gut 19 weitere Mannschaften und man sieht ja, wo Uerdingen und Lautern gerade rumdümpeln, trotz höchster Etats und vermeintlich starker Kader. Geld schießt keine Tore und große Namen machen kein Team. Dagegen, wer steht zZ ganz oben? Haching, Halle, Viktoria Köln, Waldhof… anscheinend machen die in dieser „Pleiteliga“ dann doch etwas richtig(er).

DonZapata
Leser

@Banana Joe: Bist du gegen Lautern in München-Giesing? Ich würd gerne mal ein Bier mit dir trinken.
Dein Don.

Banana Joe
Leser

Müssen wir leider verschieben, bin gegen Lautern nicht, da Samstags für mich ein eher ungünstiger Tag für Stadionbesuche ist sad

Kein1860Fan
Gast
Kein1860Fan

Zum Artikel vom 24.09.2019 in der tz:
„SpVgg Unterhaching gegen 1860 München: Wer hat wo die Nase vorne“
Einen entscheidenden Faktor, um nicht zu sagen, die entscheidende Größe wurde im tz-Artikel nicht erwähnt:

Als die SpVgg mit Beginn der Spielzeit 2017/18 in die 3. Liga aufgestiegen ist, hatte der Klub ca. vier Millionen € Schulden und verfügte über eine so gute Bonität bzw. Ausgangslage, dass 2019 sogar ein Börsengang möglich war.

Als hingegen der TSV 2018/19 wieder in den Klub der Drittligisten aufgenommen wurde, brachte er einen von Cassalette und Ismaik hinterlassenen Schuldenberg von ca. 60 Millionen € mit. Kämen die Verantwortlichen der KGaA auf die Idee, einen Börsengang zu planen, würde man sie vermutlich wegen der Aussichtslosigkeit des Unterfangens ohne über Start zu gehen direkt in die „Psychiatrie“ einweisen.

Daraus entwickelt sich dann zwangläufig, wer vorne ist!
Für den TSV ist nicht die 3. Liga das „Insolvenzgefängnis,“ sondern die Überschuldung von ca. 50 Millionen € aus der Zeit der Alleinherrschaft von Peter Cassalette, Hasan Ismaik, Anthony Power & Co.

anteater
Leser

Und was die tz auch nicht erwähnt ist, das ist die Transferpolitik.

Haching hat (lt. Transfermarkt) zehn Neuzugänge, die aktuell auch noch da sind. Davon sind fünf über 21. Sechs Neuzugänge sind nennenswert in der 3. Liga eingesetzt worden und haben zusammen acht Tore erzielt, also 3 weniger als wir insgesamt.

Wir haben Prince Owusu von Bielefeld ausgeliehen, während Haching Felix Schröter aus Illertissen geholt hat (8 Spiele, 3 Tore, 5x in der FuPa-Elf-der-Woche, Kicker-Note 3,25 – wäre unser bester Stürmer).

Soll heißen, dass ich nicht erkennen kann, dass unsere Transferpolitik sonderlich durchdacht (wir haben jetzt sieben Innenverteidiger plus drei weitere Spieler, die das spielen können), kreativ oder sinnvoll zielgerichtet ist. Schauen wir gar nicht mehr in den Regionalligen? Ist ein Ben Balla wirklich nicht gut genug für uns, nur weil seine Muttersprache Französisch ist? Wie wollen wir den nächsten Streli Mamba verpflichten, wenn wir immer nur nach ausgemusterten Spielern der höheren Spielklassen schauen?

Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg, der liegt heute zu großen Teilen im Management. Viel kleinere Klubs als wir es sind, sind deutlich vor uns. Heidenheim, keine 3.000 Mitglieder, ca. 50.000 Einwohner, Aue, knapp 8.000 Mitglieder, 16.000 Einwohner, eher strukturschwache Region, Sandhausen, keine 1.000 Mitglieder, 15.000 Einwohner usw., usf.

Die von Arik oben beschriebene Professionalisierung der Außendarstellung kann nur der allererste Schritt sein. Im Prinzip ist das die Fassade, die Bausubstanz dahinter ist noch immer nicht dort, wo sie für einen derart mitgliederstarken, bekannten Verein sein sollte.

tomandcherry
Leser

anteater

„Die von Arik oben beschriebene Professionalisierung der Außendarstellung kann nur der allererste Schritt sein. Im Prinzip ist das die Fassade, die Bausubstanz dahinter ist noch immer nicht dort, wo sie für einen derart mitgliederstarken, bekannten Verein sein sollte.“

So sehe ich das auch.

Wir freuen uns über an und für sich Nebensächlichkeiten (Stüberl, Fan-Radio, Löwen TV…) und müssten schon längst eine deutliche (!) Verbesserung unseres Kaders und der Spiel-Taktik erkennen.

Das Löwen-Stüberl ist natürlich eine nette Begegnungsstätte mit dem besonderen Flair, das will ich gar nicht abstreiten.

Trotzdem spricht es schon deutliche Sprache, wenn es u.a. dafür herhalten muss, was sich beim TSV 1860 München alles „verbessert“ hat.

Die erste Mannschaft muss (!) verbessert werden. Das dauert erfahrungsgemäß, bei 60 schon zweimal. wink

Aber ohne erkennbaren (!) Erfolg, der sich halt an der Punkteausbeute, am Tabellenstand und letzten Endes an der Attraktivität des Spiels bemisst, ist das im Artikel Dargestellte weitestgehend irrelevant.

anteater
Leser

Wobei wir fast schon wieder bei der Trainerdiskussion wären…

Das Löwen-Stüberl ist mir komplett egal. Da war ich ein Mal drin, irgendwann in den 1980ern. Für Andere ist es ein toller Anlaufpunkt und zuletzt waren wir ja sogar auf dem Level C-Klassenniveau…

anteater
Leser

Kein1860Fan, darf ich Deinen Kommentar so kopieren und unter den tz-Artikel setzen, oder machst Du das selbst? wink

Kein1860Fan
Gast
Kein1860Fan

Dürfen Sie gerne bei tz einstellen, da ich dort nicht angemeldet bin. Danke

tsvmarc
Leser

wir sollten alle zusammen halten und der zwietracht keine chance geben

Wolf
Leser

Von den 9 Gönnern bezüglich Berzel sind meiner Erinnerung nach 2 bekannt, sinngemäß jeweils einer der Gesellschafter.
Kennt denn jemand den Anteil des Mehrheitsgesellschafters?

Banana Joe
Leser

1 Jahresvorrat an Stecksemmeln sowie 1 Jahr lang Gratis Autowäsche für einen Land Rover.

anteater
Leser

lol

Snoopy.
Leser

Mediale Präsenz … nun, die heutige Jugend rennt ja schon in der 1. Klasse mit einem Smartphone in der Hand durch die Gegend, denen brauchst du heutzutage mit so was wie einem „E-Mail Newsletter“ eigentlich nicht mehr kommen, Apps sind hier gefragt.

Die Transferpolitik von diesem Jahr sollte im Grunde nicht die Schule machen, denn von planbar kann bei so einer Finanzierungsform nicht die Rede sein. Auch wenn man dadurch den Investor sozusagen genötigt hat, auch etwas springen zu lassen, was nicht negativ in den Büchern steht. Aber ein Modell für die Zukunft kann so eine Art des Glücksspiels nicht sein.

Dass der Fokus jetzt auf dem sportlichen liegt, genauer auf der ersten Mannschaft, dürfte eine Momentaufnahme sein, das Jahresende steht vor der Tür. Und wie das dann abläuft, wird in erster Linie davon abhängig sein, auf welchem Platz die Mannschaft in der Tabelle steht. Der zweite Punkt werden die auslaufenden Verträge sein. Dazu bräuchte es einen ersten finanziellen Rahmen, der auch fix ist. Und nachdem aller gute Dinge drei sind: auch, wie medial der Herr WäreGernAllmächtig die Adventszeit gestaltet und welche Weihnachtsgeschichten es gibt.

anteater
Leser

Ehrlich gesagt fürchte ich mich fast schon vor den Vertragsverlängerungen, einfach weil ich der sportlichen Leitung zutraue, Spielern wie Lex, Ziereis und dem alternden Mölders (bei allem Respekt, aber er altert fußballerisch rasant) nochmal so gut dotierte Verträge zu geben, dass uns darüber hinaus schon wieder fast die Hände gebunden sein werden.

Nicht falsch verstehen, bitte. Wenn z.B. Lex und Ziereis jetzt mal eine sehr starke Leistungssteigerung zeigen, nicht irgendwann, ab Samstag, und das Niveau dann bis zum Saisonende halten, gerne. Nur sehe ich das nicht kommen.

United Sixties
Leser

zur aktuellen Lage OB Reiter plaudert auf der Wiesn zu 2jähriger Umbauzeit am GWS und Hachinger Sportpark als Zwischenlösung :
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.reiter-plaudert-auf-der-wiesn-tsv-1860-spielen-die-loewen-bald-im-hachinger-sportpark.957e9890-e2c3-4450-ba5e-e43627959bb1.html

jürgen (jr1860)
Leser

Wo denn sonst?

anteater
Leser

Da wird sich mei Oma aber freun, wenn da Bua alle zwei Wochen vorbeischaut.

DonZapata
Leser

OT: Auf der Wiesn gibts kein Oettingerzelt. Was mach ich jetzt? hihi

Dr. Klothilde Rumpelschtilz
Gast
Dr. Klothilde Rumpelschtilz

Sehe es auch nicht positiv.
Weniger Auswärtsfans, Heimspielnachfrage geringer.
Viele sind müde und gelangweilt vom ewigen Zwist zumal man sportlich stagniert bzw. der Trend Richtung Abstiegskampf zeigt.

anteater
Leser

Die Außendarstellung wird besser, das finde ich gut.

Den Rest unterschreibe ich so. Die sportliche Stagnation, die müsste meiner Meinung nach nicht sein.

Banana Joe
Leser

„[…] das Geld wird im Laufe der aktuellen Saison dann aus Abu Dhabi kommen.“

Ich hoffe, das hat man schriftlich! Ist eigentlich die Kohle für den Aigner-Transfer mittlerweile da?

Baum
Leser

Eigentlich widerspricht das dem Grundsatz des Präsidiums das erst das Geld aus Abu Dhabi da zu sein hat, bevor man vom Scheich versprochenes Geld ausgibt. Sprich, erst den Zaster und dann die Spieler. Warum kann dieser jordanische Geldverleiher nicht einmal das Geld sofort auf den Tisch legen?!?

jürgen (jr1860)
Leser

Da bin ich jetzt auch vollkommen überrascht 🙄🤯🤮

anteater
Leser

Weil dann kein Druckmittel.

anteater
Leser

Mich würde ja interessieren, ob das zusätzliche Gehalt für Herrn Gorenzel jetzt tatsächlich und so wie versprochen von Herrn Ismaik übernommen wird. Irgendwie finde ich dazu keine belastbare Aussage und meiner Bitte um entsprechende journalistische Recherche ist der Herr Eicher von der AZ bislang noch nicht nachgekommen.

Sportfan
Gast
Sportfan

müsste halt auch mal der Trainer ein paar Dinge ändern. Seine Wechsel sind sehr oft nicht nachvollziehbar. Ich hoffe auch hier wird sich eine Besserung einstellen.

HHeinz
Leser

Ich sehe die Zukunft nicht ganz so rosig.
Aber eine Verschnaufpause tut auch mal gut, insofern nehme ich jetzt auch mal das Positive mit.

1860 forever
Leser

Sehr guter Beitrag. Sachliche Darstellung der aktuellen Lage. Klar ist noch nicht alles Gold was glänzt. Die tägliche Polemik und Hetze des anderen Blogs ist unerträglich. Interessant aber auch der heutige Beitrag in Merkur und TZ, der Vergleich mit Unterhaching.

United Sixties
Leser

Sehr wünschenswert, wenn das Sportliche bei den Profis wie auch in allen anderen Vereinsbereichen im Fokus stehen.
Profifussball ist nun mal Tagesgeschäft und Ergebnissport und daher freuen wir uns als Fans über jeden Erfolg und Punkt in dieser erneut schwierigen Drittliga-Saison. Mit dem kommenden ligaunabhängigen Stadionausbau durch die Stadt und zum „1 60-Jahr- Jubiläum“ unseres Traditionsklubs zum 17. Mai 2020 kann man positiv in die Zukunft blicken.
Auch der Zusammenhalt unter uns treuen Löwen auf Giesings Höhen wächst und so bleibt jedes Löwenspiel ein Fest wie wunderbare Abwechslung zum Alltag. ELIL

anteater
Leser

Danke für die erneut sachliche Darstellung der aktuellen Lage.