Besser hätte der vergangene Spieltag unter der Woche für den TSV 1860 München nicht laufen können. Drei Spieltage vor dem Ende der Saison stehen die Löwen auf dem dritten Tabellenplatz, sind Spitzenreiter der Auswärtstabelle, haben mit 65 Treffern die meisten Tore in der Liga geschossen, mit 29 Toren (gemeinsam mit Dresden) am wenigsten Treffer zugelassen und stellen mit Sascha Mölders (21 Treffer) den aktuellen Torschützenkönig der Liga. Das Wort „Aufstieg“ wird an der Grünwalder Str. 114 aber dennoch nicht in den Mund genommen. Der weiß-blaue Anhang darf aber träumen und hoffen. Am morgigen Samstag geht es für die Löwen am 36. Spieltag zum SV Wehen Wiesbaden (Anpfiff: 14:00 Uhr).

Ein März zum Vergessen

Der Absteiger aus der Vorsaison belegt derzeit mit 55 Punkten den 6. Tabellenrang und hat damit nur noch eine rechnerische Chance auf den für die Teilnahme am DFB-Pokal berechtigenden 4. Tabellenplatz. Die Mannschaft von Cheftrainer Rüdiger Rehm spielt bis dato eine äußerst solide Saison. Um im Aufstiegskampf ein Wörtchen mitreden zu können, war es am Ende aber doch die ein oder andere Niederlage zu viel, die sich die Hessen im Laufe der Saison geleistet haben. Genau genommen war es eine fast schon mystische Niederlagenserie, die Rüdiger Rehm und seine Truppe im Kalendermonat März ins Hintertreffen gebracht hatte. Während die Hessen noch im Februar diesen Jahres mit vier Siegen in Folge alle Punkte mitgenommen hatten, musste die Mannschaft um Kapitän Sascha Mockenhaupt im März vier Niederlagen hintereinander hinnehmen und rutschte von einem vielversprechenden vierten Platz auf Rang sieben der Tabelle ab. In den darauffolgenden Spielen stabilisierten sich die Hessen aber wieder und blieben bis auf eine Niederlage am 34. Spieltag gegen den MSV Duisburg ungeschlagen.

Wiesbaden ohne neun Spieler

Die Stützen im Spiel der Wiesbadener sind zweifelsohne Tim Boss im Tor und der Kapitän Sascha Mockenhaupt in der Innenverteidigung. Beide standen bis dato immer in der Startelf bei Wehen Wiesbaden. Kaum weniger Einsätze haben Maurice Malone im linken Mittelfeld und Phillip Tietz auf der Mittelstürmerposition. Beide gehören mit auch zu den treffsichersten Spielern im Kader von Rüdiger Rehm. Während die Hessen im Spiel morgen gegen die Münchner auf die offensiven Qualitäten eines Maurice Malone (12 Tore/9 Vorlagen) zurückgreifen können, müssen sie allerdings weiterhin auf ihren angestammten Mittelstürmer Phillip Tietz (11 Tore/6 Vorlagen) verzichten. Der 23-jährige Heißsporn leistete sich im Spiel gegen Hansa Rostock in der vierten Minute der Nachspielzeit eine unüberlegte Tätlichkeit gegen seinen Mitspieler und verbüßt am 36. Spieltag das letzte Spiel einer aufgebrummten Rotsperre. Als Ersatz für Tietz schickte Rüdiger Rehm in den vergangenen beiden Partien den in dieser Saison von Verletzungen gebeutelten Johannes Wurtz auf den Platz. In den 168 Spielminuten reichte es allerdings weder für eine Vorlage noch für ein Tor. Besser lief es am vergangenen Spieltag mit Gustaf Nilson auf der Position des Mittelstürmers. Der Schwede kam erst in der Winterpause aus der ersten schwedischen Liga nach Wiesbaden und hatte bis zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen. Beim 3:0 über den VfB Lübeck war er aber fit und mit seinem Treffer in der 15. Minute gab er den Türöffner des Spiels. Die Wahrscheinlichkeit, dass der 1,96 m große Stürmer auch am Samstag in der Löwen-Box auftaucht, dürfte nicht gerade gering sein. Ebensowenig gering ist die Liste der verletzten Spieler bei den Hessen. Neben den fast schon in Vergessenheit geratenen Langzeitverletzten und Ex-Löwen, Stefan Aigner, muss Cheftrainer Rüdiger Rehm auf weitere sieben Spieler verzichten. Mit dem rot-gesperrten Phillip Tietz sind es gar neun Spieler, die derzeit nicht zur Verfügung stehen.

Wo geht die Reise hin?

Nichts desto trotz wird den Münchnern am Samstag eine Mannschaft in der BRITA-Arena gegenüber stehen, die den Löwen alles abverlangen wird. Für Michael Köllner und seine Mannschaft gilt es, bei den Hessen den nächsten Schritt zu gehen. Den nächsten Schritt auf dem Weg nach…… ja wohin eigentlich? Der vierte Platz, der zuletzt als Saisonziel auserkoren wurde, dürfte den Münchnern bei dem bestehenden Torverhältnis in den letzten drei Spielen nicht mehr zu nehmen sein. Also wo geht dann die Reise hin? Wie hatte es der Geschäftsführer Sport, Günther Gorenzel, zu Beginn der Saison umschrieben: „Eine Mannschaft, ein Weg“. Dass Michael Köllner seit seinem Wirken an der Grünwalder Straße eine Mannschaft mit einem außerordentlichen Charakter geformt und jeden einzelnen Spieler fußballerisch nach vorne gebracht hat, haben wir nicht zuletzt auf beeindruckende Weise am vergangenen Dienstag gegen den 1. FCK gesehen. Aber wo geht die Reise in dieser Saison, in den letzten drei Spielen hin?

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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Siggi
Siggi (@gscheiderl)
Leser
1 Monat her

Nochmal ein schneller Blick zurück aufs letzte Spiel: 5(!) Sechzger in der Kicker-Elf des Tages.
Mehr sog i net.

_Flin_
_Flin_ (@flin)
Leser
1 Monat her

Die Reise geht nach Wiesbaden. Von den ersten 4 kann jeder noch auf jedem Platz landen.

Wiesbaden hat ihr Formloch ausgebügelt, drum wird das ganz schwer. Saarbrücken gerade erst daheim aufs Dach bekommen, da hat Ingolstadt aus meiner Sicht eine etwas leichtere Aufgabe als wir. Rostock hat das vermeintlich leichteste Restprogramm, während Dresden formschwankend gegen starke Kölner antritt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rostock etwas anbrennen lässt, die waren sehr konstant diese Rückrunde, und haben vor allem gegen Mannschaften aus der hinteren Tabellenhälfte recht zuverlässig gewonnen.

Die anderen drei haben relativ schwere Restprogramme.

Dieser Spieltag ist extrem wichtig, der nächste bedeutet Pflichtsiege für alle drei. Und am letzten warten nochmal schwere Brocken, mit Entscheidungsspiel in Ingolstadt.

Mein Wunsch wäre, wenn man in den letzten Spieltag punktgleich mit Ingolstadt gehen könnte, so dass die gewinnen müssen.

3und6zger
3und6zger (@3und6zger)
Leser
1 Monat her

Ich hätt nix gegen den gleichen Verlauf wie vor 2 Jahren und 2 Monaten. 1:0 durch Mölders in der 85. Minute per Kopfball auf Flanke von Wein (Paul ist ja nimmer da). Vielleicht nicht so positiv für den Blutdruck aber die 3 Punkte für die Tabelle müssen her, egal wie. Da können die Jungs auch keine Rücksicht mehr auf die Gesundheit der Fans nehmen – auch wir müssen beissen 😉💙

jürgen
jürgen (@jr1860)
Bekannter Leser
1 Monat her

Im Moment sind unsere Löwen so gut drauf, dass sie jeden schlagen können.
Und wenn wir um den Aufstieg mitspielen wollen, müssen wir das „einfach“ machen 😉

Auf geht’s Löwen
Kämpfen und Siegen!

DaBrain1860
DaBrain1860 (@dabrain1860)
Leser
Reply to  jürgen
1 Monat her

Genau, da hast (mal wieder 😉) Recht!
Der Weg ist das Ziel und der Weg den wir gehen ist einfach phänomenal!!