Endlich ist es wieder soweit. Das Warten hat ein Ende. Am morgigen Freitag, 19. Juli, eröffnet der TSV 1860 München die Drittligasaison 2019/20 mit einem Heimspiel gegen den SC Preußen Münster (Anpfiff im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße um 18:60 Uhr). Die Anspannung ist groß. Der weiß-blaue Anhang, wie auch Giesings Gastronomen und sicherlich auch ein Trupp fleißiger Flaschensammler, können es kaum noch erwarten, dass sich die Tore des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße wieder für ein Liga-Spiel der Löwen öffnen.

Geschlossene Kasse am Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße

„Wenn´s dir nicht gefällt, mach neu“

Bei der Betrachtung der Transferaktivitäten unseres nächsten Gegners in der Sommerpause kommt einem unweigerlich ein Lied des deutschen Sängers Peter Fox in den Sinn – „Alles neu“. „Wenn´s dir nicht gefällt, mach neu“ singt er da. Ob sich das auch die Verantwortlichen bei den Preußen gedacht haben, zu denen u.a. Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport) und sein noch bekannterer Bruder und ehemaliger Nationalspieler Christoph Metzelder (Aufsichtsratsmitglied) gehören, wollen wir natürlich nicht unterstellen. Klar ist, dass die Westfalen elf externe Neuzugänge geholt und insgesamt 15 Spieler abgegeben haben.

Unter den Abgängen befinden sich dabei viele Leistungsträger des Tabellen-Aachten der vergangenen Saison. Bekanntester Name dürfte der zum Ligakonkurrenten Eintracht Braunschweig abgewanderte Offensivspieler Martin Kobylanski sein. 12 Tore und 7 Vorlagen in der abgelaufenen Drittligasaison weckten sofort Begehrlichkeiten bei anderen Klubs. Aber auch die Abgänge von Tobias Rühle (KFC Uerdingen), Fabian Menig (FC Admira Wacker Mödling) und René Klingenburg (Dynamo Dresden) gilt es in der neuen Saison zu kompensieren.

Neue Besen kehren gut?

Der Verantwortliche an der Seitenlinie ist mit dem 40-jährigen Sven Hübscher ebenfalls ein Neuling. Als solchen kann man den von der Reserve des SV Werder Bremen zu den Preußen gewechselten gebürtigen Dortmunder auch im Hinblick auf seine Tätigkeit als Cheftrainer einer ersten Profifußballmannschaft bezeichnen. Als Betreuer von Jugendmannschaften. aber auch als Assistenzkraft unter Cheftrainern, wie Jens Keller, André Breitenreiter und Roberto Di Matteo konnte Hübscher über viele Jahre beim Bundesligisten FC Schalke 04 Erfahrungen sammeln. Sein langjähriger Begleiter Tobias Hellwig, der zuletzt auch Co-Trainer beim SV Werder Bremen II war, wechselte ebenfalls an den Dortmund-Ems-Kanal nach Münster. Gemeinsam will das junge Trainergespann aus vielen jungen Perspektivspielern, aber auch aus bewährten, erfahrenen Kräften eine Mannschaft formen. Die Westfalen setzen damit in jeglicher Hinsicht auf einen Neuanfang mit vielen neuen und jungen Kräften. Ob die „neuen Besen“ gut kehren und die sportliche Leitung des SC Preußen Münster ein gutes Händchen bei der Zusammenstellung des Kaders hatten, wird die neue Saison zeigen.

Wo stehen die Mannschaften nach der Vorbereitung?

Tragende Säule des insgesamt jungen Kaders ist sicherlich der 31 jährige Julian Schauerte. Die erfahrene Defensivkraft schaffte vor Jahren mit dem SV Sandhausen den Aufstieg in die 2. Bundesliga und war danach über viele Jahre Stammspieler in der zweithöchsten deutschen Spielklasse bei der Fortuna aus Düsseldorf. Mit der abgelaufenen Saison hatte der Abwehrmann allerdings seine liebe Mühe. In der belgischen Jupiler Pro League brachte er es beim KAS Eupen lediglich auf 4 Liga-Spiele. Für Trainer Sven Hübscher kein Hinderniss, den 31-Jährigen nicht als Führungskraft und Kapitän der neu zusammengestellten Mannschaft zu etablieren.

In der Offensive warten die Münsteraner mit zwei pfeilschnellen Außenbahnspielern auf. Einer davon ist Luca Schnellbacher (25 Jahre) von Absteiger VfR Aalen. 13 Tore und 15 Torvorlagen in den vergangenen zwei Spielzeiten waren für die sportliche Leitung der Preußen Grund genug, um sich die Dienste des Flügelspielers zu sichern. Auf der anderen Außenbahn ist mit dem Einsatz des Deutsch-Türken Seref Ozcan zu rechnen. Er kommt aus der Regionalliga Nord-Ost und überzeugte seinen neuen Arbeitgeber mit 7 Liga-Toren und 10 Vorlagen. Interessant dürft es auch sein, ob sich Heinz Mörschel (21 Jahre) vom Zweitligisten Holstein Kiel in den Offensivverbund der Preußen etabliert. Unumstrittener Sturmführer der Münsteraner wird wohl weiterhin Rufat Dadaschev sein. Der seit 2018 in Münster unter Vertrag stehende Deutsch-Aserbaidschaner erzielte in der vergangenen Spielzeit 8 Tore und legte 3 mal zum späteren Torerfolg auf. Wer sich erinnert, Dadaschev war es, der am 13.04.2019 im Rückspiel auf Giesings Höhen das goldene Tor erzielte und unserer Mannschaft damit eine bittere Heimniederlage bescherte.

Es wird sicherlich keine leichte Aufgabe für unsere Löwen. Beide Mannschaften wissen nach der Vorbereitung noch nicht, wo sie stehen. Preußen Münster wird am Freitagabend eine komplett neue Mannschaft auf dem Rasen stehen haben. Es wird einige Zeit dauern, bis Mechanismen ineinander greifen, bis sich eine Stammmannschaft herauskristallisiert. Das könnte ein Vorteil für unsere Mannschaft sein.

Auf der anderen Seite haben die Löwen wenig Fluktuation im Kader. Die Mannschaft kennt sich und ist nach Bekunden des Trainers ein verschworener Haufen. Wenn man allerdings die Spiele am vergangenen Wochenende in Heimstetten beobachtet hat, muss man feststellen, dass noch Vieles im Spiel der Löwen Stückwerk ist. Fußball wird oft nur gearbeitet, statt gespielt. Hoffnung macht vielleicht, dass die knappen Niederlagen gegen ausnahmslos höherklassige Mannschaften zustande gekommen sind. Nach einer positiven Vorbereitung (die Verletzung von Nico Karger mal abgesehen) sollten die Löwen für das erste Heimspiel aber gerüstet sein. Physisch, wie auch mental. Ob es für Timo Gebhart schon in die Startelf reichen wird, ist aufgrund der fehlenden Vorbereitung eher unwahrscheinlich. Wir sind gespannt, wen der Löwendomteur Daniel Bierofka morgen auf den Platz schicken wird.

Im Gästeblock „P“ werden ca. 600 Schlachtenbummler erwartet. Wir hoffen dabei, dass sich der westfälische Anhang gesitteter benehmen wird als in den Partien der Vorsaison. So ist im Hinspiel in Münster einem Teil der sogenannten Fans nichts dümmeres eingefallen, als einigen „Normalo-Fans“ der Gäste aus München die Fanschals zu klauen. Im Rückspiel konterte der Löwenanhang diese Aktion mit einem Spruchband in der Stehhallte.

Spruchband in der Stehhalle beim Rückspiel am 13.04.2019

Davon unbeeindruckt ließen sich einzelne Gästefans dazu hinreißen, die im Hinspiel geklauten Sechzger-Schals demonstrativ an den Zaun zu binden und anzuzünden. Sympathiepunkte habt ihr „Helden“ bei uns keine gesammelt. Bleibt zu hoffen, dass es trotz dieser Vorgeschichte, friedlich auf den Rängen bleibt.

Wir geben die Antwort auf dem Platz. Auf geht’s nach Giesing. Die Löwen nach vorne schreien und 3 Punkte holen.

Auch interessant

Vor 55 Jahren: TSV 1860 München gegen Preußen Münster in der Bundesliga

Unser Liveticker zum Spiel

Liveticker: TSV 1860 München vs. SC Preußen Münster

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Carsten Grabow
Leser

Moin Löwen!

Kleiner Hinweis, es heißt Westfalen. Ohne „h“. Könnte man in Beiern wissen…. wink