Der nächste Gegner im Visier: SC Preussen 06 e.V. Münster

Gegründet: 30.04.1906; Vereinsfarben: schwarz-weiß-grün; Mitglieder: 2000 (Stand 10.08.2017); Hinspiel: 0:0

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Nach 32 Spieltagen, 16 Auswärtsfahrten und wieder einmal einer großartigen Leistung in Aspach führen die Münchner Löwen weiterhin souverän die Tabelle an. Ihr habt richtig gelesen. Gemeint ist ja auch die Tabelle der Auswärtsfahrer. Und da ist der TSV 1860 München mit seinem reisefreudigen Anhang weiterhin „Chef der Liga“. Im Schnitt begleiten die Löwen regelmäßig unglaubliche 2.650 Fans zu den Auswärtsspielen. In Aspach waren es wieder 3.500 Schlachtenbummler, die trotz magerer Kost auf dem grünen Rasen, alles auf den Rängen gaben, um die Mannschaft nach vorne zu puschen. Das Ergebnis ist bekannt.

Keine Geschenke auf Giesings Höhen

Jetzt gilt es für die Löwen in einer kurzen Trainingswoche die Wunden zu lecken und sich auf das nächste Heimspiel vorzubereiten. Der Gegner kommt aus dem 660 Kilometer entfernten Münster in Westfalen. Nachdem unser schönes München immer eine Reise wert ist, werden über 1.000 Gästefans (durchschnittlich 395 Auswärtsfahrer) aus Münster am kommenden Samstag im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße erwartet. Die Westfalen stehen aktuell mit 42 Punkten auf Platz 11 der Drittliga-Tabelle. Lediglich zwei Punkte hinter den sechstplatzierten Löwen.

Der 33. Spieltag wird wieder die ein oder andere Überraschung in dieser ausgeglichenen Liga parat haben. Zwischen Tabellen-Platz sechs und zwölf liegen gerade einmal drei Punkte. Verliert Sechzig erneut, wird Preußen Münster nicht die einzige Mannschaft sein, die uns in der Tabelle überholen würde. Unsere Jungs sind gut beraten, hier erst gar keine Zweifel aufkommen zu lassen. Die Einstellung muss von Beginn an stimmen. Unsere Gäste müssen ab der ersten Minute spüren, hier stehen 11 hungrige Löwen auf dem Platz. Auf Giesings Höhen werden keine Geschenke verteilt.

Städtereise oder doch die Punkte mit der Post nach München schicken?

Natürlich werden die Westfalen alles versuchen, außer den Eindrücken einer schönen Stadt und der Münchner Gastfreundlichkeit, auch etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. In der Lage dazu sind die Preußen aus Münster allemal. Trainer Marco Antwerpen, einst selbst Torjäger bei den Westfalen, hat bereits im Januar seinen Abschied zum Saisonende verkündet. Ob eine derart frühe Bekanntgabe eines Trainerwechsels der Motivation der Mannschaft zuträglich ist, mag dahingestellt bleiben.

Von Konstanz ist die Leistung der Preußen in der Rückrunde jedenfalls nicht geprägt. Von zwölf Spielen nach der Winterpause konnten vier Partien unentschieden gestaltet werden, fünf Spiele gingen verloren und lediglich drei Partien konnten für sich entschieden werden. Kein einziger Sieg gelang dabei auf des Gegners Platz. Dort reichte es in der gesamten Rückrunde nur zu mageren zwei Punkten (jeweils 0:0 in Jena und Uerdingen). Trotz dieser fast desaströsen Auswärtsbilanz wird uns Preußen Münster nicht den Gefallen tun und die Punkte mit der Post nach München schicken.

Wird das Spiel im Mittelfeld entschieden?

Besonderes Augenmerk sollten unsere Jungs dabei auf die Gästespieler Kobylanski, Klingenburg und Dadashov haben. Neben den brandgefährlichen Stürmern Martin Kobylanski (8 Tore, 4 Vorlagen) und Rufat Dadashov (7 Tore, 2 Vorlagen) hat Rene Klingenburg im Mittelfeld der Gäste die Fäden in der Hand. Selbst bereits acht Tore und zwei Vorlagen auf seinem Scorer-Konto, wartet er mit einer beachtlichen Passgenauigkeit von durchschnittlich 80% auf. Grund genug, die Kreise des Herrn Klingenburg entscheidend einzuengen.

Dabei darf nicht unerwähnt bleiben, dass unsere Jungs im Mittelfeld mit Wein, Moll und Bekiroglu ähnlich hohe bzw. höhere Werte erreichen. Entscheidend könnte aber sein, dass weder Moll noch Bekiroglu zur Verfügung stehen. Daniel Bierofka dürfte daher, wie gegen Großaspach, auf den Youngster Dennis Dressel zurückgreifen, der in seinem ersten Drittliga-Spiel noch einer der Besseren im Löwendress war. Er kam in diesem Spiel auch auf eine beachtliche Passquote von 79%.

Spielentscheidend könnte die Hoheit im Mittelfeld sein. Wer spielt den wichtigen Pass in das Angriffsdrittel? Wer schickt unsere schnellen Außen mit Benjamin Kindsvater und Stefan Lex auf die Reise in Richtung gegnerischen Strafraum? Und wer bringt unseren Brecher in der Mitte, Sascha Mölders, mit einem klugen Pass spielentscheidend in Position? Dennis Dressel wäre es zuzutrauen. Nicht jedes, aber sicherlich die meisten Spiele, werden im Mittelfeld entschieden.

Wer setzt sich im Sturm entscheidend durch?

Dabei ist sicherlich auch der treffsichere Angriff der Preußen nicht außer Acht zu lassen. Die durchschnittliche Passgenauigkeit von 71% von Martin Kobylanski lässt dabei auf einen effektiven Spielstil des Gästeangreifers schließen. Dem Ballführenden entgegen laufen, tropfen lassen und sich sofort wieder Richtung gegnerisches Tor steil anbieten. In verlustreiche Zweikämpfe wird sich der Stürmer nicht oft verwickeln lassen. Da gilt es, für den Verteidiger rechtzeitig die Ballannahme zu stören.

Aber auch unsere Stürmer werden sich auf eine aggressive Spielweise der gegnerischen Abwehr einstellen müssen. Die Defensivkräfte Simon Schreder und Ole Kittner haben im Saisonverlauf gemeinsam bereits 11 gelbe und 3 rote Karten auf dem Kerbholz. Nicht minder zimperlich geht Kevin Pires-Rodrigues im defensiven Mittelfeld mit seinen Gegnern um. Bereits 10-mal mussten die Schiedsrichter dem kompromisslosen Spieler den gelben Karton unter die Nase halten.

Da gilt es Ruhe zu bewahren und den Schiedsrichter auf seine Seite zu bringen. Wir haben genügend robuste Spieler in unseren Reihen, um entscheidend dagegenzuhalten. Für die quirligen Außen mit Stefan Lex und Benjamin Kindsvater gilt es, sich mit geschickten Laufwegen dem Zugriff der Abwehrspieler zu entziehen. Mehr als einmal pro Spiel kann es sich kaum ein Abwehrspieler erlauben, den gegnerischen Stürmer in aussichtsreicher Position von den Beinen zu holen, ohne dafür die Konsequenz eines Spielausschlusses zu tragen. Clever sein liebe Löwen und nur runter gehen, wenn man regelwidrig am Weiterlaufen gehindert wird.

Alte Bekannte im Kader des Gegners

Wer erinnert sich nicht an den denkwürdigen Pokalabend am 27. Februar 2008 in der Allianz-Arena? In einer von den Löwen aufopferungsvoll geführten Partie verlor man letztendlich durch einen „fragwürdigen“ Elfmeter kurz vor Ende der Verlängerung nur knapp mit 1:0. Benjamin Schwarz machte dabei auf der rechten Abwehrseite das Spiel seines Lebens gegen einen spielstarken Ribery. Leider war der heute noch aktive Seitenstrassler nicht ganz unschuldig an der roten Karte für Benny Schwarz, als er sich nach einem leichten Schubser seines Gegenspielers theatralisch zu Boden fallen ließ. Eine entscheidende Schwächung, wie sich kurz darauf herausstellen sollte.

Eben dieser Benjamin Schwarz, der sich leider nie entscheidend beim TSV 1860 München durchsetzen konnte, findet sich mit seinen mittlerweile 32 Jahren im Kader von Preußen Münster wieder. Während sich Schwarz bereits im Herbst seiner Karriere befindet und dessen Hilfe nur noch selten auf dem Platz gefragt ist (3 Einsätze), träumt das junge Sturmtalent Moritz Heinrich (21 Jahre), in der Zeit vom 1. Juli 2006 bis zum 30. Juni 2017 bei den Löwen an der Grünwalder Straße 114 ausgebildet, noch vom großen Durchbruch. Mit seinem Einsatz, zumindest als Einwechselspieler, ist durchaus am Samstag zu rechnen. An der Motivation dürfte es an der alten Wirkungsstätte nicht fehlen. Vielleicht wäre er ja auch ein Kandidat für die zukünftige Kaderplanung des TSV 1860 München? An einem eindrucksvollen Bewerbungsauftritt sind wir allerdings nicht interessiert. Zumindest nicht am kommenden Samstag. In jedem Fall, Benjamin Schwarz und Moritz Heinrich, herzlich Willkommen beim Gastauftritt am Samstag zurück an der Grünwalder Straße.

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Tami Tes
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Schade, dass ich nicht dabei sein kann 😢… bin am Samstag auf dem Weg in die alte Heimat. Muss nur hoffen, dass die Autobahnen nicht voller Urlauber sind und ich rechtzeitig ankomme, um mir das Spiel im TV anzusehen.

Ansonsten tippe ich auf 1:0 – Tor: Dennis Dressel mit Weitschuss aus 18 Metern.

anteater
Leser

Schönen Urlaub Dir und gute Erholung!

Leon
Gast
Leon

Ok. Das sind gute Aussichten für uns. Wenn die auswärts nix reißen, dann sollen sie in München auch nicht damit anfangen.

Denke an Dressel kommt Biero jetzt nicht vorbei. Habt ihr die Umfrage der AZ gesehen? Gestern führte Dennis das Ranking an. Die Fans sind von ihm auch überzeugt. Umso schöner, dass er uns erhalten bleibt. Ansonsten würde ich eher auf Ziereis verzichten und Paul ggf. Auch daheim lassen.
Hauptsache, die reißen sich am Sontag wieder den Arsch auf.

anteater
Leser

Danke für den tollen Beitrag. Gute Analye.
Münster hat übrigens die meisten Studenten um Kader. Der ein oder andere blaue Prof znd die sind am Samstag nicht bei der Sache…