Am 8. Spieltag trifft der TSV 1860 München im heimischen Stadion an der Grünwalder Straße auf den Meidericher SV aus Duisburg. Während die Löwen nach einem außerordentlich guten Einstieg in die neue Drittliga-Saison von der Poleposition aus in den kommenden Spieltag starten, stottert der Motor des MSV Duisburg derzeit auf Platz 17 der Tabelle. Der Zweitligaabsteiger aus der vorvergangenen Saison sucht dabei immer noch nach Stabilität in seinem Spiel.

Neue Spieler braucht der Ruhrpott

Wer erinnert sich nicht an die Partie am 31.05.2020, als die Münchner Löwen am 28. Spieltag im ersten Geisterspiel nach der Corona-Pause im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße auf den damaligen Tabellenersten aus Duisburg getroffen sind. Ein bereits verloren geglaubtes Spiel mit zwei Toren im Rückstand drehten die Löwen durch Tore von Dennis Dressel, Efkan Bekiroglu und Prince Osei Owuso innerhalb von 18 Minuten. Am Ende reichte es für beide Mannschaften nicht zum Aufstieg. Für die Zebras, die vom 14. bis 32. Spieltag durchgehend an der Tabellenspitze thronten, eine ganz bittere Erfahrung. Dieses Negativerlebnis galt es für Torsten Lieberknecht während der Sommerpause aus den Köpfen seiner Mannschaft zu bekommen. Dabei helfen sollten Neuzugänge wie Orhan Ademi, Mittelstürmer aus Braunschweig, Dominik Schmidt und Tobias Fleckstein auf der Innenverteidigerposition (Holstein Kiel), sowie Maximilian Sauer, als rechter Verteidiger von Greuther Fürth. Insgesamt holten die Duisburger neun Neuzugänge in den Ruhrpott. Mit David Ghindovean (offensives Mittelfeld) wurde auch ein Jungtalent aus den eigenen Reihen in den Profibereich beordert.

Mit Lukas Daschner mussten die Duisburger 11 Tore und 5 Vorlagen in Richtung Zweite Liga zum FC St. Pauli ziehen lassen. Auch mit dem Karriere-Ende des Routiniers Marvin Compper, den Abgängen von Yassin Ben Balla (Eintracht Braunschweig), Lukas Boeder (Hallescher FC) und Tim Albutat (KFC Uerdingen) musste Torsten Lieberknecht eine große Lücke in der Defensive schließen. Weniger ins Gewicht scheint da der Abgang von Petar Sliskovic zu fallen. Der Kroate kam bei den Zebras in der vergangenen Saison lediglich auf 559 Spielminuten und wurde ganze 22 Mal eingewechselt. Die erzielten vier Tore schienen dabei kaum ins Gewicht zu fallen. Bei seinem neuen Arbeitgeber Türkgücü München sorgt der Kroate aber für Furore. In erst 512 Spielminuten hat der Balkanstürmer bereits 5 Tore und zwei Vorlagen auf der Habenseite vorzuweisen.

Schwierige Rahmenbedingungen

Trainer Torsten Lieberknecht beschäftigt sich dabei sicherlich nicht mit den Abgängen in seinem Kader, denn Kompensation der Abgänge bewährter Spieler bedeutet nichts anderes als Integration der Neuzugänge. Hinzu kommt eine nicht all zu zurückhaltende Erwartungshaltung, was den Ausgang dieser Saison betrifft. Der MSV Duisburg sieht sich als Aufstiegskandidat. Das Negativerlebnis des vergangenen Saisonfinales soll in positive Energie umgewandelt werden und die Zebras wieder zurück in die Zweite Liga tragen. Die Rahmenbedingungen sind dabei alles andere als optimal. Mit Joshua Bitter (rechter Verteidiger), Leroy-Jaques Mickels (Linksaußen) und vor allem dem Ex-Löwen Moritz Stoppelkamp (15 Tore/10 Vorlagen) fehlt den Zebras verletzungsbedingt derzeit wichtiges Stammpersonal. Erschwerend hinzu kommt eine auf Corona-Infektionen zurückzuführende Zwangspause an den Spieltagen 4 und 6. Die ausgefallenen Spieltage werden am 04.11. und 17.11. nachgeholt und machen es den Duisburgern damit nicht einfacher, in einen stabilen Spielrhythmus zu gelangen.

Fehlende Stabilität beim Gegner

Stabilität ist derzeit generell ein Attribut, was den Duisburgern fehlt. Zwei Unentschieden und zwei Niederlagen konnte die Lieberknecht-Elf erst mit einem einzigen Sieg aufwiegen. Für die Zebras gilt es, auf Giesings Höhen etwas mitzunehmen, um überhaupt noch an einen positiven Saisonverlauf zu glauben. Michael Köllner, Cheftrainer der Münchner Löwen, werden die Baustellen seines Trainer-Kollegen herzlich wenig interessieren. Für seine Löwen gilt es, den nächsten Schritt zu gehen. Die unnötige Niederlage auf Giesings Höhen gegen den Aufsteiger aus Saarbrücken liegt noch schwer im Magen. Der Löwe hat absolut kein Interesse daran, weitere Punkte auf dem heimischen Geläuf herzuschenken. Die angeschlagenen Zebras kommen dabei gerade zur rechten Zeit in das Jagdrevier des Löwenrudels. Man darf gespannt sein, wen Michael Köllner am Samstag (14:00 Uhr) ins Rennen schicken wird. Dem Vernehmen nach ist Stefan Lex wieder einsatzbereit. Aber auch ein Martin Pusic wird darauf brennen, endlich das erste Tor für seinen neuen Arbeitgeber zu erzielen. Wie jedes Spiel in der Dritten Liga wird es auch gegen derzeit instabile Duisburger nicht leicht werden. Nichts desto trotz, der Fan will am Samstag nichts anderes sehen als hungrige Löwen, die Pferden im gestreiften Pyjama nachjagen.

Unser FanTicker

https://loewenmagazin.de/fanticker-tsv-1860-muenchen-vs-msv-duisburg/

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Tami Tes
Tami Tes (@tamites)
1 Monat her

„Als hungrige Löwen, die Pferden im gestreiften Pyjama nachjagen.„ herrlich 🤣
Ich bin auch zuversichtlich, dass es morgen 3 Punkte gibt, aber wie Snoopy sagt, man soll den Gegner nicht unterschätzen. Die Gefahr sehe ich aber bei Köllners Jungs nicht…

Snoopy.
Leser
Snoopy. (@snoopy)
1 Monat her

Wichtig wird sein, dass wir eine gewisse Stabilität an den Tag legen, vor allem zu Haue in den eignen vier Wänden – und die Heimbilanz ausbauen.

Wenn man sich die Historie gegen den MSV ansieht, haben wir von 51 Spielen 24 gewonnen, 13 Remis und 14 Niederlagen (lt. Transfermarkt.de). Bei den Heimspielen gegen Duisburg sind es 27 Spiele, davon haben wir 15 mal 3 Punkte geholt, 9 Mal einen Punkt und 3 Mal sind die Löwen leer ausgegangen. Rein von diesen Zahlen her sollte das Spiel am Samstag eigentlich kein Problem darstellen, gerade wenn der Gegner etwas zerfahren wirkt.

Aber das Spiel nennt sich Fußball und wie wir ja gegen Saarbrücken gesehen haben, kannst du 80 Minuten lang den Ton angeben und dennoch mit leeren Händen am Ende da stehen. Sollte nicht passieren und ich bin mir eigentlich recht sicher, dass es nicht passieren wird. Aber den MSV als Aufbaugegner zu sehen, ist gefährlich und unangebracht, auch wenn Duisburg in den 5 Spielen „nur“ 4 Mal getroffen hat. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir am Ende von diesem Spieltag 17 Punkte auf dem Konto stehen haben. Und vielleicht können wir auch im zweiten Spiel in Folge ein Gegentreffer vermeiden.