Im vorletzten Heimspiel dieser Saison empfängt der TSV 1860 München am 35. Spieltag den 1. FC Kaiserslautern. Die Münchner stehen vier Spieltage vor dem Saisonfinale in einer mittlerweile gerade gerückten Tabelle auf einem hoffnungsvollen vierten Rang. Bei den roten Teufeln ist die derzeitige Lage weit aus prekärer, aber seit dem Sieg gegen die SpVgg Unterhaching am vergangenen Spieltag ebenso wenig hoffnungslos.

Jeder Punkt zählt

Unter Marco Antwerpen, dem mittlerweile dritten Trainer in dieser Saison, sind die Pfälzer seit nunmehr fünf Spieltagen ungeschlagen. Die Lauterer stehen derzeit mit 38 Punkten auf dem 15. Tabellenrang, gerade einmal zwei Zähler von einem Abstiegsrang entfernt. Gegen die Löwen werden die roten Teufel alles dafür tun, damit sich dieser positive Trend aus den vergangenen Spielen fortsetzt und der Verbleib im deutschen Profifußball gesichert werden kann. Mit einer bereits abgewickelten Insolvenz, unüberhörbaren Fan-Protesten, 17 Unentschieden, 10 Niederlagen und lediglich 7 Siegen, gleicht die wilde Fahrt des 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison wirtschaftlich, wie auch sportlich, einer Achterbahnfahrt. Dabei sind die Pfälzer in dieser Spielzeit gerade einmal an 12 Spieltagen überhaupt über den Strich der Abstiegsränge gekommen. Das Damokles-Schwert Abstieg schwebt in den verbleibenden 280 Spielminuten dieser Drittliga-Saison unbarmherzig über den Köpfen der Spieler des 1. FCK. Jeder Punkt zählt.

Geliehener Aufschwung nach der Winterpause

Zur Saisonhalbzeit lagen die Lauterer noch auf einem Abstiegsplatz. Grund genug, um auf dem Transfermarkt nachzulegen. Mit Marvin Senger vom FC St. Pauli und Jean Zimmer von der Fortuna aus Düsseldorf wurden zwei Defensivkräfte für die Abwehrreihe im Wintertransferfenster ausgeliehen. Zur weiteren Stabilisation der Defensive wurde auch Felix Götze, Bruder des ehemaligen Nationalspielers Mario Götze, ebenfalls per Leihe vom FC Augsburg an den Betzenberg gelotst. Komplettiert wird die Einkaufstour in der Winterpause vom offensiven Mittelfeld-Mann Anas Ouahim vom SV Sandhausen. In 12 Spielen für die Pfälzer gelang dem Deutsch-Marokkaner zwar kein einziger Treffer, konnte aber zwei Mal zum Torerfolg eines Mannschaftskameraden auflegen und sah bereits fünfmal den gelben Karton. Gegen die Löwen am morgigen Dienstag ist der 23-jährige Leihspieler nach abgebüßter Gelbsperre wieder spielberechtigt. Felix Götze brachte es nach anfänglicher Verletzung erst auf sieben Einsätze im roten Trikot der Lauterer und konnte sich dabei einmal in die Torschützenliste eintragen. An den vergangenen beiden Spieltagen rückte der ebenfalls 23-Jährige Rechtsfuß vom defensiven Mittelfeld in die Abwehrreihe, wo er gemeinsam mit den Neuzugängen Marvin Senger und dem ehemaligen Löwenspieler Tim Rieder gesetzt zu sein scheint. In dem angestammten Rechtsverteidiger Jean Zimmer scheint Chef-Trainer der Lauterer auch offensive Qualitäten entdeckt zu haben. Unter Antwerpen findet sich der Neuzugang aus Düsseldorf regelmäßig auf der rechten Außenbahn wieder, von wo aus er bereits vier Scorer-Punkte sammeln konnte. Alles in allem scheinen die genannten Leihspieler direkten Anteil am Aufschwung der Lauterer zu haben.

Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel

Gleiches gilt für Mittelstürmer Marvin Pourié. Der mittlerweile 30-Jährige ist ein Wandervogel vor dem Herrn und stand kurzzeitig auch an der Grünwalder Straße 114 unter Vertrag. In seiner langjährigen Profikarriere hat er in 370 Einsätzen 124-mal ins Schwarze getroffen und 35-mal zum Torerfolg aufgelegt. Für die roten Teufel gelangen ihm bis dato 10 Tore und 2 Assists in 32 Spielen. Zuletzt steuerte der Mittelstürmer nach vielen vergebenen Chancen im Spiel gegen die SpVgg Unterhaching am vergangenen Spieltag zumindest einen Treffer vom Elfmeterpunkt aus bei. Für Torerfolge sorgte zuletzt auch Daniel Hanslik bei den Pfälzern. Über die linke Außenbahn gelangen dem gelernten Mittelstürmer zuletzt vier Treffer in drei aufeinander folgenden Dritt-Liga-Partien. Gegen die Spielvereinigung Unterhaching musste der Stürmer allerdings wegen Oberschenkelproblemen passen. Ein Einsatz am Dienstag gegen die Löwen ist ebenfalls zumindest fraglich. Trotz der großen Abstiegssorgen der Lauterer steckt noch eine Menge Leben in den roten Teufeln. Wille und Emotionen der Spieler im roten Dress sind ungebrochen. Zudem haben sie im letzten Spiel auch gezeigt, dass der Trend bei den Pfälzern nach oben zeigt. Marco Antwerpen und seine roten Teufel sammeln im Abstiegskampf eifrig Punkte. Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel. Auf Michael Köllner und seine Löwen wartet am 35. Spieltag wieder einmal keine leichte Aufgabe. Ein paar freie Tage haben Trainer und Mannschaft gut getan. Viel wichtiger für den Trainer waren sicherlich die vergangenen Trainingseinheiten mit der Mannschaft, in denen sich die Löwen intensiv auf das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern und das anstehende Saisonfinale vorbereiten konnten. Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
5 1 vote
Article Rating
Subscribe
Benachrichtige mich zu:
guest
4 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

Pfälzer mit 1860-FCK Schal um den Hals
Pfälzer mit 1860-FCK Schal um den Hals (@guest_55993)
Gast
4 Monate her

Sorry, liebe 60er. Bei uns geht’s ums Überleben. Daher werden wir 3 Punkte bei euch stibizen. Dennoch drücken wir von Herzen die Daumen, dass ihr noch 9 Punkte holt und euch auf den Weg zum Durchmarsch in Liga 1 macht.

Chemieloewe
Chemieloewe (@chemieloewe)
Bekannter Leser
4 Monate her

Morgen geht es gegen Kaiserslautern mit umgekehrten Vorzeichen gegenüber damals, 1980, in den Saisonschlussspurt. Diesmal ist Kaiserslautern im Abstiegskampf u. wir ganz oben dran. Ich wünsche Kaiserslautern noch 3 Siege u. von ganzem Herzen sehr, dass sie, wie wir 1980, den Klassenerhalt schaffen.🙏 Gegen uns können u. sollen sie allerdings eine Niederlage einstecken u. verkraften.😉 Hoffen wir, dass wir auch diesmal einen Sieg gegen die Roten Teufel vom Betze aus Kaiserslautern landen!!!🙏

Dresden kann in Verl ruhig auch mal verlieren u. Rostock gegen Audirasenball ruhig gewinnen o. remis spielen.🙏

Das wird morgen bestimmt ein sehr intensives, kampfbetontes Match, in dem jedes Team unbedingt den Sieg holen will, hoffentlich mit mehr Spielglück u. dem besseren Ende für uns. Ich denke, beide Teams gehen mit Pressing voll auf den Gegner u. spielen voll auf Angriff nach vorne. Ich erwarte ein spannendes Spiel mit offenem Schlagabtausch.

Auf gehts Löwen, kratzen, beißen, kämpfen u. siegen, wie einst 1980 Erhard Hofeditz mit seinem Löwenrudel im Oly!!! 🙏✊👟⚽️🎯✌💙🦁💙💪

Auf Sechzig, auf uns Löwen!!!

Tami Tes
Tami Tes (@tamites)
Redakteur
4 Monate her

Die (An)Spannung ist im Moment kaum auszuhalten. Jetzt wo Dresden die Nachholspiele erfolgreich bestritten hat, ist die Luft zum Atmen sehr knapp. Wenn man eine Chance zum Aufstieg haben will, kann man sich keine Fehler mehr erlauben. Wie die Löwen, so auch die Konkurrenz natürlich…
Auch unten geht noch der Punk ab. So sehr ich den Roten Teufel den Ligaerhalt wünsche, hoffe ich, dass sie nicht genau morgen punkten. Wie Du schreibst – es wird eine schwere Aufgabe, schwerer Gegner.

Spannend ist da die Paarung Rostock – Ingolstadt. Wenn die sich die Punkte gegenseitig holen, kann es für uns nur positiv sein. Und hoffen auf Verl, dass sie Dresden (die vielleicht bissl Müde sind), ebenfalls die Punkte abnehmen… oh Mann. Wird das spannend morgen. Kaum auszuhalten.

United Sixties
United Sixties (@richard-ostermeiergmail-com)
Bekannter Leser
4 Monate her

Auf geht’s in die entscheidenden drei Wochen und morgen zum Spiel gegen Lautern wird es zwar sicher wieder sehr schwer, aber mit ausgeruhten hungrigen Löwen wird die Aufholjagd weiter gehen. Jedes Spiel, jeder Zweikampf und Punkt zählt jetzt und wir stehen hinter Euch wie ein Löwenrudel bei jeder Jagd zusammensteht. Viel Glück