Laut dem Fußballmagazin “Kicker” wurde der sich aktuell in der Insolvenz befindliche KFC Uerdingen an den Armenier Roman Gevorkjyan verkauft. Dahinter steckt wohl eine neue Fußball-Holding-Gesellschaft. Der KFC droht zum Farmteam zu werden.

Die wohl bekannteste Fußball-Holding-Gesellschaft ist die City Football Group, die mehrere Fußballklubs unter sich vereint. Im Mittelpunkt steht Manchester City. Weitere Klubs wie der New York City FC, Melbourne City FC, Mumbai City FC oder auch Lommel SK wurden mittlerweile dazugekauft. Oft als sogenannte Farmteams. Die Fäden zieht Hasan Ismaiks Freund und Geschäftspartner Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan. Das System steht oft in der Kritik.

Gut möglich, dass auch Ismaik mit seiner HAM International Limited ähnliche Pläne hatte. Dafür spricht auch die ursprüngliche Zielsetzung der HI Squared International, Ismaiks Vermarktungsfirma. Mit ihr wollte Ismaik nicht nur beim TSV 1860 München die Vermarktung von einzelnen Sportlern, Werbe- und TV-Rechten, sowie des Merchandisings übernehmen, sondern auch von anderen Klubs. Das hätte vor allem dann Sinn gemacht, wenn auch HAM International andere Klubs besäse oder zumindest Anteile erwirbt. Allerdings war es vor allem die 50+1-Regel, die eine ähnliche Entwicklung wie bei der City Football Group verhinderte oder wenigstens schwierig gestaltete. Die aktuelle Situation bei den Löwen ist bekannt.

Der KFC Uerdingen scheint wohl als erster deutscher Klub zum Farmteam einer solchen Gruppe zu werden. Laut Medienberichten hat hier Roman Gevorkjyan zugeschlagen. Ihm gehören bereits zwei weitere Klubs. Mit dem armenischen Klub FC Noah Erewan hat er begonnen. Letztes Jahr hat er den italienischen Klub AC Siena gekauft. Den Namen hat er mittlerweile geändert. In AC Noah Siena. Zudem gründete er die “Noah Football Group“. Damit ist die neue Fußball-Gesellschaft perfekt. Am 6. Januar 2020 wurde das Unternehmen in Großbritannien als Limited-Gesellschaft eingetragen. Mit der Übernahme des KFC sind es nun drei Klubs unter einem Dach. In dem demnächst der KFC vielleicht sogar “KFC Noah Uerdingen” heißt und das erste deutsche Farmteam einer Fußball-Kapitalgesellschaft wird.

Spannend wird die Frage, wer beim KFC Präsident des KFC Uerdingen e.V. wird. Mit dem Vorsitz des Vereins kann man die 50+1-Regel nämlich durchaus umgehen. Bislang war Mikhail Ponomarev Präsident. Eben der Geschäftsmann, der den KFC nun verkauft hat.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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serkan

Nicht anders könnte es in Zukunft dem TSV ergehen, wenn es nicht gelingt, Hasans Majorität zu brechen.

Snoopy.

Noah ist schon der passende Name, denn Noah hat eine Arche gebaut und angeblich gerettet, was es zu retten gab als die Sintflut kam.

Schlussendlich müssen die Verwantworltichen bei der Fussball-GmbH wissen, was sie tun, wenn sie diesen Deal eingehen. Sonderlich viele Möglichkeiten werden sie nicht haben, wenn sie nicht wieder vollends von der Bildfläche verschwinden wollen.

Hoffentlich sind die Mitglieder des e.V. aber nach Ponomarew jetzt so intelligent und wählen einen Präsidenten aus den eigenen Reihen. Was zwar wieder zu gewissen Reibungen führen dürfte, aber schlussendlich gilt die 50+1 Regelung, auch wenn der e.V. nur 2,5 Prozent der GmbH hält.