Ein Kommentar

Der deutsche Fußball geht neue Wege. Er sieht sich gerne als eine feste Institution für Menschenrechte und Völkerverständigung. Der Kampf gegen Rassismus, Homophobie und Ausgrenzung wird groß geschrieben. Mit Kampagnen aller Art. Man kann darüber diskutieren wieviel in Wirklichkeit auch von Seiten des Verbandes umgesetzt wird. Wenn manche rechtspolitische Gruppierung ganze Fanblöcke in Stadien für sich beansprucht, dann hört man seitens des Verbandes eher weniger. Bei vielen Themen werden die Klubs alleine gelassen. Im Gegenzug kassiert der DFB ab, wenn es Fanvergehen gibt. So wirklich die moralische Instanz ist der deutsche Verband nicht. Deshalb schafft man sich ein neues Feindbild. Ein Feind, der ohnehin schon lange ein Dorn im Auge von denen ist, die den Fußball gerne ändern möchten. Weg vom traditionellen Volkssport, hin zum Großgeld-Fußball. Weg von der Fußballkultur, hin zur kapitalistischen Melksau. Der Feind: die Ultras in der Kurve. Und das treibt man aktuell mit Vehemenz voran.

Es ist ein Fass der Moral, das man aktuell öffnet. Dietmar Hopp, der bei vielen Fans als Mäzen der TSG Hoffnheim in der Fanszene Deutschland viele Kritiker auf den Plan gerufen hat, wird nicht nur scharf kritisiert sondern beleidigt. Als “Hurensohn” oder mit seinem Konferfei, dass ein Fadenkreuz ziert. Das ist abzulehnen. Aber es ist vor allem eines. Die Gelegenheit zum Rundumschlag gegen die Ultraszene auszuholen. Man spricht von einem Eklat und einem großen Skandal. Bei einem Teil der Bevölkerung schafft man so ein Feindbild. Dabei kommt es in den Stadien immer wieder zu solchen “Skandalen”. Rasissmus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Und niemand macht ein Faß auf. Nur dann, wenn jemand mal mehr darüber schreibt oder ein Fall etwas mehr in den Focus gerückt wird. Vor allem aber: man nimmt die Ultras genau zu solchen Themen in die Pflicht. Sie sollen sich gegen Intoleranz und Menschenverachtung positionieren. Was sie häufig auch machen. Und man erfreut sich der großen Choreographien.

Warum die große Welle? Vor allem auch, weil der FC Bayern diese Welle der Entrüstung vorantreibt. Hansi Flick zeigt sich außergewöhnlich entrüstet. Karl-Heinz Rummenigge kündigt Konsequenzen an. Es geht um Menschenrechte. Das sagen ausgerechnet Funktionäre, die gerne mal einem Scheich in Katar die Hand geben, der die Menschenrechte täglich bespuckt und mit Füßen tritt. Der Homosexualität unter Strafe stellt. Homosexuellen drohen in Katar bis zu 5 Jahren Haft. Die Frauenrechte sollen mehr werden. Weil das gut aussieht, kurz vor einer WM. Bist du ein Hausmädchen in Katar, dann gelten da Frauenrechte allerdings so oder so nicht. Dann kannst du vergewaltigt und ausgenutzt werden. Und heim kannst du auch nicht. Es interessiert keinen. Trotzdem findet dort eine Fußball WM statt. Katar fordert sogar Rücksicht auf die homophobe Kultur. Pressefreiheit und Meinungsfreiheit, wie wir sie kennen, gibt es dort auch nicht. Der FC Bayern macht dort seine Trainingslager und hält gerne die Hand auf. Solche Themen spielt man runter. Die Moralkeule packt man in der eigenen Kurve aus.

Unsere Demokratie und unser Wertverständnis wird auf eine harte Probe gestellt. Mit Staaten, die Terrorismus fördern und die Menschenrechte nicht achten, darf man Geschäfte machen. Von den eigenen Fans fordert man, dass sie handzahm sind und ausschließlich so Stimmung machen, wie es dem kommerziellen Fußball gut tut. Ansonsten fliegen sie raus. Ohne Diskussionen. Weil bei so “großen” Skandalen man auch gar nicht mehr diskutieren muss. Ein seltsames Verständnis.

Feindbild Ultras. Pyrotechnik, Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Schlägereien und Vandalismus. All das wirft man in einen Topf. Auch wenn es niemand wirklich laut ausspricht, sondern man nur Andeutungen macht. Ist gar nicht nötig in der heutigen Zeit. Die meisten Menschen beschäftigen sich herzlich wenig mit der Fankultur im Fußball. Und so gibt es eben den bösen Fan, den Ultra. Und den guten Fan, den Familienvater mit der Klatschpappe. Für Mäzen Dietmar Hopp erinnert der Protest gegen ihn an dunkle Zeiten. Der Protest der Ultras verglichen mit den Nationalsozialisten? Da sieht man, wie weit Sportfunktionäre von der Fußballkultur abrücken. Und vor allem von der Realität.

Der Verband wird´s schon richten. Mit Kollektivstrafen, von denen er eigentlich abgerückt ist. Aber Werte sind wandelbar. Vor allem dann, wenn Geld fliesst. Geld macht alles platt. Auch die Moral.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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chemieloewe

Danke  arik. für Deinen sehr guten u. knallharten Kommentar, dem ich voll u. ganz zustimmen möchte! Klar sind persönliche Beleidigungen u. Diskriminierungen, die in ihrer Artikulation die Grenzen von Respekt u. Menschenwürde überschreiten u./o. Gewalt u. Bedrohung äußern, grundsätzlich abzulehnen, Protest gegen den fortschreitenden Turbokapitalismus u. die uferlose, ungehemmte Kommerzialisierung im Fußball mit seiner Vermarktungsmafia, zu der der DFB, die DFL, UEFA, FIFA u. einige superreiche Profitclubs u. Investorenretortenclubs, wie der FC Bäh, Mateschitzes Red Bull u. Hopps Hoffenheim gehören, muß als demokratisches, meinungsfreiheitliches Grundrecht auch im Stadion möglich u. erlaubt sein u. weiter stattfinden! Diese Vertreter der Fußballkapitalisten, zu denen nicht zuletzt auch der Herr Karl-Heinz Rummenigge gehört, empören sich nun mal wieder über alle Maßen über die ausgeuferten Proteste u. versuchen sich als die großen Unschuldslämmer, Gerechtigkeitsapostel u. Saubermänner aufzuspielen u. darzustellen, die sie nun wahrhaftig überhaupt nicht sind, Stichwort Katar…. u. blasen weiter zum Generalangriff gegen die aktive u. kritische Fanszene, die Ultras, die sie als großes Feindbild u. Buhmann ausgemacht haben, konstruieren u. aufblasen u. zur großen Hexenjagd u. zum Kesseltreiben blasen u. aufrufen. Sie wollen so die Öffentlichkeit täuschen u. von den eigentlichen Ursachen ablenken u. diese verschleiern, die sie durch ihre Machenschaften selbst verschuldet haben. Protest dagegen ist ihnen ein Dorn im Auge, also wird brachial gegen die Ultras gehetzt u. auf sie eingeschlagen, einfach abscheulich! Diese Fußballkapitalisten mit ihren ganzen unlauteren Investorenhaufen machen unseren schönen Fußballsport, ganze Fußballvereine u.-clubs schon seit vielen Jahren weltweit Stück für Stück kaputt, zum Nutzen einiger Weniger, weil alles, was mit der Faszination Fußball u. der Identifikation der riesigen, lebendigen u. aktiven Fanszene mit ihren Fußballvereinen u.-clubs rücksichtslos, radikal u. gewissenlos der Profitmaschinerie geopfert wird, natürlich auch sehr gern unsere soooo elementar wichtige 50+1-Regelung in Deutschland, die Rumenigge, Ismaik, Kind&Co. lieber heute als morgen abschaffen wollen.

Diese Hyperprofitclubs mit ihren Kapitalhaien, wie der FC Bäh, FC Barcelona, Real Madrid, Manchester City…. u. …welcher Club auch immer sich dazuzählt, so auch Hoffenheim u. Red Bull sollen sich aus dem “normalen” Fußball, der uns gefällt, verabschieden u. in ihrer eigen Megakapitalprofiliga spielen, wenngleich ich wie Ihr u. sicherlich die meisten Fußballfans diesen ganzen Spuk am Besten ganz beenden u. beseitigen möchten. Mir tun nur die wirklichen, ehrlichen Fans derjenigen Megaprofitclubs leid. Es ist schon schlimm, was diese Leute, wie Hopp, Mateschitz, Kind, Kühne, U. Hoeneß, K.-H. Rummenigge, Abramowitsch….(zu denen sich auch Hasan Ismaik gern mit dazugesellen möchte) u. u. u. aus unserem Fußball gemacht haben u. weiter machen wollen, einfach traurig, empörend u. abscheulich, Fußball für kritiklose Eventkonsumenten u. Klatschpappen.

Ich sage dazu: “Nein Danke, nicht mit mir, uns u. unserem TSV 1860 München u. vielen anderen Vereinen u. deren Fans”!!!! Es lebe der freiheitlich-demokratische Vereinsfußball mit 50+1-Regelung u. unser TSV 1860 München!!!

Snoopy.

Ich bin mir nicht so sicher, ob man so pauschal sagen kann: was diese Leute aus dem Fußball gemacht haben mit ihrem Geld.

In dem ganzen System ist zu viel Geld, hab ich mal geschrieben. Das lockt. Gerade wenn man international spielen kann, lockt das große Geld, nicht nur durch die Antrittsgelder oder Siegprämien, auch über das Sponsoring kommt viel Geld. Und am Ende wollen doch diese Investoren nichts anderes als mit ihrem Spielzeug über die Plattform Fußball Gewinn erzielen. Und die Sponsoren sehen den Fußball – gerade den internationalen – ebenfalls als Einnahmequelle, man macht sich einen Namen.

Was durch die Investoren passiert, ist in erster Linie eine Preistreiberei bei Spielern und Ablösesummen, damit man das große Ziel erreichen kann, am besten mehrmals hintereinander.

Der Fußball an sich, dieser Breitensport auf allen Kontinenten, ist zu einer reinen Kapitalismus-Veranstaltung geworden. Eben weil das große Geld lockt, weil man ein breites Publikum ansprechen kann. Und man will immer “mehr”, was im Kapitalsmus ja eher die Zwangsfolge ist. Für mich sind es nicht nur die Investoren, die den Sport kaputt machen, sondern die darüberstehenden Verbände, gerade FIFA und UEFA mit ihrem “immer mehr wollen”.

Andi

Auch nicht anders als unsere verlogenen Politiker

schorschmetzgerbgl

Hervorragend dargestellt. Nichts hinzuzufügen!

Lothar Wollenweber

Mal ne blöde Frage. Waren die letzten 13 Minuten nicht Wetbewerbsverzerrung? Was ist wenn jemand auf ein 2:6 gewertet hätte? Was ist in Zukunft wenn einer Mannschaft grad das aktuelle „Ergebniss“ z.B. gegen den Abstieg passen würde und die Fans dann mit Beleidigungen anfangen? Fragen über Fragen…

United_Sixties

In dieser Phase des unaufgeregten Arbeitens mit sportlichen Erfolg sollte der Mitgesellschafter endlich dazugelernt haben. Aber genau hier liegt ja sein Problem und das seiner „Anhänger“.

hombre248

Ausgerechnet Ismaik fühlt sich angesprochen, wer kann sich noch erinnern an das Spiel gegen St. Pauli in der AA..als er jubelnde St. Pauli Funktionäre von deren Sitzplätzen verwiesen hat..Bundesweite negative Imagepflege war das, einfach nur beschämend ….

1860-forever

Schon den FB Post von Ismaik gelesen? Er lobt die Roten, den Rummenigge und den Hainer, Hopp und auch andere Investoren, schießt mal wieder gegen Reisinger. Ich glaube der HI versteht nicht ansatzweise um was es überhaupt geht.

Big. M

War doch klar der der HI da seinen Senf dazu geben muss. Aber by the way. Ich glaube auch nicht das er verstehen kann um was es geht. Lebt in einer ganz anderen Welt. Davon abgesehen bringen die immer wieder kehrenden Anfeindungen mit egal welchem Investor überhaupt nichts. Ich find die die Diskussion gerade auch lächerlich aber das ist auch nicht lächerlicher als der Hass auf Hopp oder Mateschitz oder sonst wen. Die gehen uns alle doch gar nichts an.
Wir müssen uns nur mit HI beschäftigen und damit mein ich nicht immer gegen alles zu Arbeiten wies viele im Verein ständig machen. Wir ham den Fehler gemacht, das Geld zu nehmen. Wir müssen auch mit der Konsequenz leben. Wer zoid schafft oh. Sogt ma zumindestens bei uns. Machts Euch des mal klar. Wir kommen da nicht mehr drumherum. Da wird kein Reisinger und auch kein Hinterberger oder sonst oane von de Großkopfadn was dran ändern. Sorry, aber wer des noch nicht verstanden hat, der schaugt seit 20 Jahren nicht mehr richtig auf die Vereine im Fußball hin.

loewen1860

Soll er sich doch in der Seitenstraße einkaufen… Achso, soviel Geld hat er ja gar net.

juergen

Ich sag nur #ohneHasan

Soros

Der EV lässt grüssen und hat wieder ein neues fressen! Einfach nur Kopfschütteln. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Da benutzt man doch glatt den ewigen Feind um seine Stellung zu sichern. ;(

Glaskasten

@Soros, ich hab ehrlich gesagt nicht verstanden, was Du hier als Schwachsinn bezeichnest. Was genau hat denn der eV mit dem Kommentar von Arik zu tun?

Ich bitte um Aufklärung.

Bine1860

@Soros Wo wolltest du das denn eigentlich posten? Das hat null komma nix mit dem Artikel oben zu tun, was macht der EV jetzt genau? Bitte achte doch darauf, dass deine posts zum Thema passen. Und ein paar Argumente würden auch gut tun.

kassenwart

JA der Hopp und seine Helfer. “Das erinnert ihn an dunke Zeiten” sollte wohl eher als eine Warnung an die Ultras verstanden werden: Mit Stasi-Methoden versucht es Hoffenheim es ja schon (Richtmikrophon in die Kurve, um Meinungen Andersdenkender mit Strafen belegen zu können). Und mit Beschallung. Stasimethoden halt. Das waren wirklich dunkle Seiten der DDR. Warum klagt eigentlich keiner von den Stadionbesuchern dagegen? Ist die Meinungsfreiheit nicht ein hohes Gut in Deutschland?

Und noch mal zu der “dunklen Zeiten Warnung”: Sippenhaft gab es teilweise in der DDR auch – und natürlich im dunkelsten Kapitel Deutschland. Wobei ich Herrn Hopp und Herrn Rummenigge noch sagen möchte, dass es zu dieser Zeit auch Industrielle gab, die viel Geld mit blutigen Geschäften verdienten. Und auch heute verdient es sich mit Regimen (Katar) ganz gut… Klar auch, dass Kalle sich neben seinen Finanzierer Hopp stellt – und klar auch, dass die Medien diesen naheliegenden Zusammenhang nicht thematisieren. Hopp hat den DFB in der Hand (SAP Sonsorvertrag an den DFB läuft im März aus-und soll Stand November 2019 nicht verlängert werden), Hopp hat den FCB in der Hand. Was soll Kalle machen? Auf die vielen SAP Millionen jedes Jahr verzichten? Dann sperrt er lieber alle Ultras aus, nebst Partner, Ehegatten, notfalls noch deren Kinder und Opa und Oma. Und die Vereine haben die Medien in der Hand (Interview ja/nein?) Also thematisieren die Medien alles so, wie es die Vereine gern sehen. Und letztlich bestimmt Hopp so die Agenda.

Daher verstehe ich schon die Ultras, dass sie hier auf die Barriakaden gehen. Bei weiterer Eskalation wird aber die Kurve gewinnen, soviel steht für mich fest: Das Produkt 1.Liga/2.Liga darf gerade jetzt nicht beschädigt werden, wo es um neue Fernsehverträge geht. Und wieder um viel Geld. Mehrere Spielabbrüche und die DFL muss die Rechte für 50% des bisherigen Preises verramschen. So ein Produkt will dann keiner sehen.

Die Vermarktung ist in meinen Augen auch der 2. Grund, warum gerade jetzt die Sache eskaliert: Man will das Produkt Bundesliga stärker international vermarkten. Und da muss es möglichst steril und für sämtliche Religionen, Hautfarben und Gesinnungen geeignet sein. Und da passen diese Spruchbänder einfach nicht ins Konzept der Marketingstrategen.

Spannend wäre es ja, was bei folgendem Szenario in Dortmund passiert: Die gelbe Wand ist wirklich komplett in gelb gekleidet. Nur wenige Fans absolut in schwarz. Durch deren Positionierung innerhalb der Massen ergibt sich aber ein Gesamtbild wie Pixel eines Fotos, welches schwarzem Text auf gelben Grund entspricht. Und dieser “Text” gibt die Message wieder – kein Spruchband. Was passiert dann? Will der DFB dann auch das Spiel abbrechen, weil Fans sich einzeln schwarz oder gelb angezogen haben?

juergen

Ultras wollen künftig Affenlaute gegen Hopp einsetzen, weil es dafür keinen Spielabbruch gibt

https://www.der-postillon.com/2020/03/affenlaute-hopp.html#more

…. sehr treffend 🙁 🙁 🙁

Glaskasten

ja Jürgen, der Artikel ist traurig, aber wahr 🙁

Snoopy.

Kollektivstrafen gab es bei uns in der Schule auch. Einer hat Mist gebaut (oder mehrere), alle wurden deshalb bestraft. Geht halt manchmal nicht anders, wenn Einzelne nicht in der Lage sind, sich entsprechend zu verhalten oder Verantwortung zu übernehmen. Dietmar Hopp ist nicht Schuld daran, dass die Dortmunder mit einer Kollektivstrafe belegt wurde, es waren die Dortmunder selbst. Vorgewarnt wurden sie mehrmals, frei nach meiner Oma: wer nicht hören will, muss fühlen.

Es geht einfach nicht, dass man Menschen in ein Fadenkreuz nimmt oder sie persönlich beleidigt. Eingig argumentieren jetzt, dass dies auch auf Ismaik zutrifft, aber wie man ja aus seinem Mund weiß, sind wir ja alle Rassisten, Ausländerfeindlich (ihm gegenüber) und wollen auch nicht raus, sondern eher die DDR zurück. Ich frag mich, wo da der Aufschrei (so wie jetzt) geblieben ist, nachdem was dieser Mann so alles über den e.V. medial verbreitet hat. Da ist ein Halteverbotsschild mit dem Konterfei von Ismaik und Saki im Grunde nicht mehr als ein Kindergartenplakat. Hinzu kommen noch die Diskreditierungen, Demütigungen, Beleidigungen und andere Dinge, die auf einer Plattform ständig öffentlich in den Kommentaren stehen, gerade gegen den e.V.

Die DFL ist an der Eskalation doch selbst schuld. Mal davon abgesehen, dass ich eh schon länger das Gefühl habe, dass man keine Fans mehr im Stadion haben will, sondern Event-Publikum, die die Klatschpappen am Ende wieder brav zurück geben, artig applaudieren und keine Sprüche wie „Scheiss DFB / DFL“ von sich geben. Also eher Besucher wie bei einer Oper, am Besten noch im Anzug und in Gala. Der Verband zieht die Spieltage immer weiter auseinander, Freitag, Samstag, Sonntag und Montag. Die Mehrheit der Fans will das doch gar nicht. Oder die ganzen Regelungen und Regularien, wie ein Fußballstadion auszusehen hat, welche Voraussetzung gegeben sein müssen, um überhaupt dort spielen zu dürfen. Folgen der reinen Kommerzialisierung des Sports.

Hier komme ich wieder zu Hopp, der dafür als „Prügelknabe“ herhalten muss, weil er einen Fußballclub freiwillig und aus dem Herzen heraus über Jahre privat unterstützt und gefördert hat. Er war im Grunde der erste, der mit einem „Investorenclub“ nach oben gekommen ist, gefolgt vom Marketing-Objekt aus Leipzig. Ismaik kann man da nicht dazu zählen, weder als „Marketing-Objekt“ noch aus „freiwillig und aus dem Herzen heraus“, auch wenn er letzteres einem immer wieder glauben lassen möchte. Und erst recht nicht mit „nach oben“ geführt, eher in den Abgrund und auf Jahre hinaus durch ihn geschädigt.

Wenn jetzt die Forderung im Raum steht, die Ultras aus den Stadien zu verbannen – wird das dem Fußball schaden. Die Kurve ist Bestandteil des Fußballs, die Ultras und die Fangruppierungen. Sie investieren viel Geld und viel Zeit um eine Choreo aus dem Ärmel zu ziehen, fahren ihrem Club hinterher um zu unterstützen. Ein Fußballstadion ohne die Kurve(n) sich vorstellen zu müssen, fällt schwer, aber der Verband steuert in diese Richtung und das schon seit einiger Zeit. Dass man jetzt, nachdem Vorfall in Sinsheim, jetzt völlig hohl dreht … liegt vermutlich daran, dass es der FC Bayern war, das Aushängeschild des Deutschen Fußball. Und um noch eines drauf zu legen: bei einem 0:1 oder ähnlich knappen Ergebnis bzw bei einer Führung der TSG hätte der FCB bestimmt nicht auf die Fortführung des Spiel verzichtet. Von daher finde ich das, was man so lesen und hören kann über die Reaktion des FCB und der TSG jetzt eher schmeichelhaft. Übertrieben kann man auch sagen. Da werden die zwei Mannschaften jetzt zum heiligen Samariter geredet. Was für ein Quatsch.

Dass auch in den Stadien irgendwo eine Grenze sein muss: klar. Aber mit Verboten, Kollektivstrafen wird man das Problem nicht in den Griff bekommen, auch nicht mit so einem Präsidenten Keller, der sich windet wie ein Aal und dabei noch eine Schleimspur wie eine Schnecke zieht. Dazu kommt noch, dass es einige wenige sind, die ihren Verstand entweder schon versoffen haben oder noch nie einen hatten. Schon gar nicht, wenn man auch noch die Vergangenheit in diesem Land in Betracht zieht. Aber Spielabbrüche und ähnliche Aktionen werden das Problem nicht lösen, sie werden es verschärfen. Dann gibt‘s halt keinen Hopp mehr im Fadenkreuz sondern Keller, leere Stadien und keine Stimmung mehr. Ich weiß noch, wie man vor ein paar Jahren die Ultras und die Kurve bei 1860 zurückgefordert hat, weil keine Stimmung im Stadion war. Wenn die Liga das will, ist sie auf einem guten Weg.

Friedrich Hegel

Bravo Snoopy. 100% d’accord!

Glaskasten

Danke Arik, eine hervorragende Darstellung des Sachverhaltes. Bei der ganzen seit Samstag laufenden Diskussion kam in mir immer wieder die Frage auf: “Cui bono?”

Wem nutzt diese Art der Berichterstattung? Wer hat etwas davon? Verkaufen sich Empörungen und Heuchelei nicht einfach nur gut? Was soll das Andeuten eines Vergleiches mit der Terrorherrschaft im Dritten Reich? Was soll relativiert werden? Wovon soll abgelenkt werden? Hat es nicht auch einfach mit wirtschaftlichem Schaden zu tun, der abgewendet werden soll? Geht es bei DFL/DFB wie auch schon bei FIFA und UEFA nicht bloß um die pausenlos gut geölte Geldmaschine Fußball? Zum Nutzen nur einer sehr kleinen Gruppe von Millionenverdienern bei den Spielern und Einfluß bei einigen wenigen Funktionären?

Diese und ähnliche naheliegende Fragen wurden von Dir sehr gut herausgearbeitet und auch ein gutes Stück weit beantwortet.

Kurz noch meine Meinung zur Sache:

– Natürlich sind zeitgleiche konzertierte Anwürfe und Schmähungen gegen eine einzige Person in ganz Fußball-Deutschland grenzwertig. Und mMn ist der Mensch Dietmar Hopp nicht als Person, sondern als Symbol zu sehen, vermutlich von beiden Seiten der Diskutanten aus gesehen.

– Vergleiche zwischen Hopp und Ismaik hinken doch sehr gewaltig. Der eine hat über viele Jahre als Mäzen nicht nur einen Fußballclub peu a peu nach ganz oben gebracht, sondern sich auch anderweitig die Region mit sozialen Projekten beglückt. Der andere hat sich bislang lediglich als Kreditgeber zum Zwecke schnellen “Erfolges” und der Verquickung mit Immobiliengeschäften hervorgetan.

– Hopp hat meines Wissens nie eine jahrelange Dauerfehde mit Anhängern “seines” Klubs geführt. Bei uns gibt es seit 2011 permanent Beschuß gegen die diversen Präsidien und Funktionäre, Klagen gegen Fangruppen wie LFGR und Beschimpfungen der Fans über Kanäle wie FB oder “Exklusiv”-Interviews, sogar haltlose Rassismus-Vorwürfe.

– Und wohl am Wichtigsten: Das Ganze wird wirklich erst glaubhaft von seiten DFL/DFB, wenn von nun an gegen gruppenbezogene Menschenverachtung wie Rassismus, Homophobie, Frauenfeindlichkeit oder Religionsausgrenzung in den Stadien mit ebensolcher Empörung vorgegangen wird.

Wir leben nun mal in einem liberalen Rechtsstaat, der eben auch in den Stadien der Fußballvereine vehement verteidigt werden muß. In seiner kompletten Vielfalt, nicht nur auf einzelne wirtschaftliche Interessen bezogen. Die Kurve mit ihren Ultras ist Teil unserer Gesellschaft. Die Meinungsäußerung der Kurve ist Ausdruck unseres freiheitlichen Rechtsstaates, auch wenn man die kundgetanen Meinungen nicht teilt.

Ich kann bei Aufmärschen von Pegida, AfD und ähnlichen Gruppen auch nur fassungslos den Kopf schütteln ob des Unsinns, der dort verzapft wird. Habe ich deshalb das Recht, eine extreme mediale Empörung zu erwarten und die Demonstranten zu verdammen? Nein, habe ich nicht! Eine Auseinandersetzung in der Sache darf ich aber führen, das ist Demokratie.

Danke, daß ich hier meine Meinung kundtun darf. Auch diese Selbstverständlichkeit ist es wert, verteidigt zu werden.

chemieloewe

Ganz stark Dein Statement  Glaskasten , einfach prima dargestellt, super! Stehe voll dazu, danke!!!

blue-power

Wie verlogen sie auf des Bloggers Lügen24 sind und sich über die Vorkommnisse zum Thema DFB und Hopp entrüsten. Sie kritisieren diesen Artikel hier im Löwenmagazin als Verharmlosung. Merken aber nicht, dass sie selbst keine Gelegenheit auslassen unseren Präsidenten und den Verwaltungsrat zu diskreditieren und wüst zu beleidigen. Natürlich ist das vom Blogger gewollt um seinem Mäzen eine Flanke im Kampf um die Macht im Verein zu bieten und dem Trauma aus lang vergangenen Tagen Abhilfe zu leisten.
Es ist nur noch zum Kopfschütteln.

Friedrich Hegel

Oliver Griss ist das Gesicht der Hetze in München. Seine Art der “Berichterstattung ” ist übelste Propaganda und Aufhetzung gegen Personen. Es hätte längst von Seiten des e.V. Konsequenzen gegen ihn geben müssen!

alex-kuhn

Dubai24 kann doch eh nix anderes, als gegen uns hier zu schießen. Aber seine Meinung dazu hat für mich den gleichen Stellenwert wie Wendler vs Pocher. Ungefähr dasselbe Niveau. 🙈🦁💙

alexander-schlegel

Kein Klick für Griss. Das ist doch klar, dass der das ausschlachtet.

reinhard-friedl

Wie immer den Nagel auf den Kopf getroffen mit diesem Kommentar. Man stelle sich vor, jemand hat bei der 2:0 Führung der Bayern noch schnell auf einen 7:0 Sieg gewettet? Ich gehe ins Stadion um 2 mal 45 Minuten Fußball mit entsprechender Stimmung zu sehen und zu feiern. Wenn letztendlich die letzten 15 Minuten der Ball nur noch zugeschoben wird, ist dies Betrug am Kunden (dem zahlenden Zuschauer).
Aber letztendlich muss man nur bedenken, dass der FC Bayern künftig auch in einem SAP-Event-Stadion spielen wird (Basketball). Geld bestimmt die Welt und wohl auch die Moral.

United_Sixties

Ein guter Kommentar auch hierzu :

https://www.zeit.de/sport/2020-03/hoffenheim-fc-bayern-dietmar-hopp-beleidigungen/komplettansicht

Wer es ist mit der Überkommerzialisierung im Fußball und in der Gesellschaft hält, muss sich nicht wundern wenn Protestaktionen zunehmen und sollte nicht den Moralapostel geben.
Die Verrohung und Ausdrucksweise wie Hetze im Internet einzudämmen wird auch so zur Mammutaufgabe. Für Eltern, Pädagogen und alle sog. Vorbilder in der Öffentlichkeit.

Landshuter_Loewe

“Für Mäzen Dietmar Hopp erinnert der Protest gegen ihn an dunkle Zeiten”

Hmm.., Kollektivstrafen, wann gab es die zuletzt? Ach ja, als Sippenhaft in dunklen Zeiten.

juergen

Unser Geisterspiel wegen der Relegation gegen Regensburg war die letzte Kollektivstrafe

alex-kuhn

Super Artikel.💙🦁 alles Andere wurde schon in anderen Kommentaren erwähnt. ..interessant wäre die Reaktion des FCBÄH gewesen, wenn man nicht 6-0 geführt hätte. Bestimmt wäre man dann nicht so ” heldenhaft ” auf dem Spielfeld gewesen. 🤔

alexander-schlegel

Das Ganze bekommt darüber hinaus auch noch ein “Geschmäckle”, weil ja bekannt ist, dass es enge geschäftliche Verbindungen zwischen Hopp bzw. SAP und Bayern sowie DFB gibt: SAP ist Premiumpartner des DFB und hat sich die Namensrechte bei der neu entstehenden Sportarena in München gesichert, wo Bayern in Zukunft seine Basketballspiele austragen wird. Außerdem wird natürlich wieder einmal davon abgelenkt, dass es nur in zweiter Linie gegen Hopp geht, sondern in erster Linie gegen die Kollektivstrafen des DFB, die dieser willkürlich an- und aussetzt, wie in Gutsherren-Manier.

Aber der Konflikt geht in meinen Augen noch viel weiter. Viele Menschen fühlen sich inzwischen von diesen abgehobenen Funktionärskaste und den Eliten nur noch veralbert und nicht mehr ernst genommen. Für mich ist das im weitesten Sinne ein Kampf zwischen oben und unten, der sich halt in Deutschland am ehesten bei des Deutschen liebsten Kindes entzündet. Und das ist nur mal der Fußball. In Frankreich ist man da mit der Gelbwesten-Bewegung um einiges politischer, bei uns sind da noch letzte Reste an Vertrauen in die Obrigkeit, die aber auch zunehmend schwinden, wenn die ökonomische Situation sich vielleicht in naher Zukunft dramatisch verändert. Die Anzeichen mehren sich.

Ich bin weitgehend auf der Seite der Ultras, doch ein Aber bleibt: Konterfeis mit Fadenkreuz finde auch ich übel. Da muss man in den heutigen Zeiten, wo Wirrköpfe schneller Amok laufen, schon aufpassen, was man da für eine Bildsprache wählt.

juergen

https://www.spiegel.de/sport/fussball/eklat-in-der-fussball-bundesliga-darum-wird-dietmar-hopp-attackiert-a-b0bae694-dd20-4608-bf8c-0e22610ccb1b?sara_ecid=soci_upd_wbMbjhOSvViISjc8RPU89NcCvtlFcJ
… da werden die Verflechtungen ganz gut dargestellt…

Da die Verantwortlichen VORHER von den Aktionen gewusst haben (und sich vorbereiten konnten) bekommt das Ganze heroische Getue einen faden, wenn nicht gar wiederlichen Beigeschmack. Und beim Stand von 6:0 würde ich auch ganz “spontan” Arbeitsverweigerung betreiben, um als der Überverein dazustehen.
Denke das wird gezielt ausgenutzt, um hier Unliebigen oder gar eigenständig Denkenden eins gezielt auszuwischen.

Auch unser Investor hat ja schon von sich gegeben, was er von den Fans in der Kurve hält und seine Merchandising GmbH handelt ja auch danach… Das Tragen des Logos ist nicht für Fans gedacht…

Ich fang gleich das Kotzen an bei so einer Doppelmoral.

#ohneHasan

Landshuter_Loewe

Ich bin bei Dir. Hopp ist ein Sinnbild für das, dass es Leute in diesem Land gibt, die meinen sich für Geld alles Kaufen zu können, meistens auf Kosten anderer nicht so privilegierter Menschen.

Und dann gibt es noch die, die sich gerne kaufen lassen. Und das sind in meine Augen die schlimmeren.

alexander-schlegel

Wobei man zur Ehrenrettung Hopps schon auch sagen muss, dass er hier seinen Heimatverein nach oben gebracht hat, bei dem er selber Fußball gespielt hat. Auch ist Hopp noch einer der reflektierteren Super-Reichen, der schon öfters die Ungleichverteilung von Vermögen angeprangert hat und sich im Bereich Umweltschutz, Jugend und Sport stark engagiert.

Aber auch er versteht das Grundproblem nicht, für das er steht: die totale Kommerzialisierung des Fußballs, der alles untergeordnet wird. Wobei für mich Herr Mateschitz von Leipzig viel eher als Symbol für die Entwicklung taugt als Herr Hopp, der zumindest eine enge Anbindung an seine Heimat hat.

kassenwart

“Wobei man zur Ehrenrettung Hopps schon auch sagen muss, dass er hier seinen Heimatverein nach oben gebracht hat, bei dem er selber Fußball gespielt hat.”

Sorry, aber DAS ist genau dieses egozentrische Denken der Superreichen, welches mich und wohl auch viele andere stört: Ja, er hat in einem Dorfklub Fussball gespielt. Und jetzt wird nachträglich aus dem Dorfklub ein Championsleague-Vertreter. Was soll das? Womit ist da irgedwem geholfen, außer dass sich die Vita von Hopp jetzt für unbeteilige anhört, als hätte er bei einem internationalen Verein in der 1. Mannschaft gekickt?

Das ist aber sowas von egoistisch von ihm und hat nix mit Ehre zu tun, die man für Herrn Hopp retten müsste.

alexander-schlegel

Für mich macht es schon einen Unterschied, ob jemand sich ein “Spielzeug” sucht wie diese ganzen Scheich-Fuzzis, die sich die halbe Premiere League, Paris St. Germain oder auch unseren Verein unter den Nagel gerissen haben oder jemanden, der eine wie auch immer geartete Nähe zu dem Verein hat, den er unterstützt.

Es ist übrigens eine interessante Diskussion, die Fragen aufwirft, die zumindest für mich absolut nicht so eindeutig zu beantworten sind: wo genau ist z. B. denn eigentlich die Trennlinie zu setzen, wo Unternehmen oder reiche Einzelpersonen einen Verein unterstützen dürfen oder gar kaufen? Ist es legitim einen absaufenden Traditionsverein mit Millionen zu pampern, der ansonsten in die Niederungen der Amateurligen abgesoffen wäre, aber eine Todsünde einen kleinen Amateurverein nach oben zu bringen? Wo genau verläuft denn da die Trennlinie und mit welcher logischen Begründung?

Auch das heute gefeierte Liverpool gehört schon länger der “Fenway Sports Group”, einem Konsortium, dem ein Börsenhändler vorsteht. Ist das gut, ist das fair, ist das sportlicher Wettbewerb? Weißt Du, je mehr ich darüber nachdenke, desto schwerer ist da für mich Gut und Böse zu unterscheiden bzw. diese Fragen lösen sich auf. Also schaue ich mir an, was dieser Förderer persönlich mit dem Verein zu tun hat. Und da kann ich jetzt nichts so Schlimmes an Hopp entdecken, der doch auch nur ein kleiner Fisch inmitten eines Haifischbeckens voller Investoren und dubioser Firmenkonglomeraten ist, die sich die Traditionsvereine alle unter den Nagel reißen. Hertha BSC war das letzte Beispiel, weitere werden trotz 50+1 folgen. Und die DFL wird dann wieder Ausnahmeregelungen verteilen, wie der Bäcker die Sonntagsbrötchen. Da braucht man im Endeffekt 50+1 gar nicht abschaffen. Diese Regelung verbleibt dann für die dummen Investoren. Einen kennen wir ja alle … 😉

Snoopy.

Wenn man bei Wikipedia nach der 50+1 Regel sucht, bekommt man auch eine Liste von Fußballvereinen, die ihre “Profis” ausgegliedert haben und nicht mehr unter dem des e.V. spielen.

Wenn man sich über Hoffenheim in Persona Hopp aufregen will, könnte man auch Augsburg mit Seintsch (schreibt man den so? – oder so ähnlich) als Ziel suchen. Augsburg wurde auch von einer Einzelperson nach oben “gepuscht” und gehört im Grunde einer Investorengruppe.

Martin Kind ist auch so ein Beispiel für ein Investorenverein. Vielleicht nicht gerade das Beste, aber da ist es ähnlich TSV 1860. Oder der KFC Uerdingen. Ist also nicht so, dass man mit einem Investor durch die Decke geht. Und wenn du, Alexander, schon Herta BSC erwähnst … auch so ein Beispiel für ein Loch, allerdings nicht in der Decke.

Man muss da trotzdem schon vieles richtig machen, um nach oben zu kommen. Gerade bei einem Club, der entsprechenden, finanziellen Hintergrund hat. Nimmt man Hoffenheim und Leipzig kommt man auf einen einzigen Nenner mit Namen Rangnick. Für mich so was wie der Mastermind bei diesem Spiel.

Schaut man noch mal genauer hin, sieht man, dass die Traditionsvereine allesamt ein Problem haben, wenn es einen gibt, der helfen will, damit man wieder dahin kommt, wo man hingehört oder noch nie war. Es gab mal einen Artikel, da wurde erwähnt, das RB sich auch 1860 als Objekt angesehen hat, aber auf Grund der Tradition davon abgesehen hat. Die zählt einfach mehr als irgendwelche künstlich erzeugten Erfolge auf Pump. Gerade wenn die Mitgliederzahl im Verein recht hoch ist, hast du mit Träumereien keine Chance. Wenn man es sich erarbeitet ist das in Ordnung, darauf kann man Stolz sein. Auf erkauft eher nicht. Wobei das mit dem erkaufen so ein Ding ist, mal in Deutschland. Sonderlich erfolgreich ist keiner dieser Investoren. Mit zwei Ausnahmen. Aber das sind in meinen Augen nicht die Investoren. Mastermind.

juergen

Sehr gute Analyse
So hab ich das noch nie angedacht 😁

Snoopy.

haben und nicht mehr unter dem Dach des e.V. spielen.
… ich hab das Wort “Dach” vergessen …
man wir alt.
😉

Friedrich Hegel

Bravo Arik!
Ein in jeder Hinsicht hervorragender Kommentar, dem ich nichts hinzufügen möchte, weil einfach alles gesagt ist.
Danke für die Pointierung des in jeder Hinsicht scheinheiligen Verhaltens des FC Bayern in Bezug auf Katar! Eine Schande ist das, und eine Schande ist auch dieser Verein, der sich sein Recht selbst macht, wie es ihm gefällt. Pfui!

Wie dankbar bin ich, dass ich das Glück hatte, mit fünfzehn Jahren einfach so Löwenfan zu werden. Damals stand ich unter der Anzeigentafel im Oly und habe 90 Minuten lang die Fangesänge mit meinem Freund auf zwei Trompeten gespielt. Wir begannen, die Fans stimmten ein. Das ist 42 Jahre her. Heute habe ich sechs Kinder und alle sind tiefblau, gehen zu den Löwen, lieben diesen Verein!

Als ich am Samstag mit meiner 21-jährigen Tochter im Block H stand und danach keinen Ton mehr herausbrachte, weil die Ultras, fantastisch animiert von den beiden Einpeitschern, eine fulminante Stimmung erzeugt, jeden im Block mitgerissen und unsere Mannschaft zu einem der geilsten Spiele der jüngeren Geschichte des TSV 1860 gepusht haben, empfand ich nur noch Dankbarkeit und Glück.

Das ist Fußball! Das ist Kurvenkultur! Das ist 1860!

Wir lassen uns von den scheinheiligen Moralaposteln des verdorbensten Vereins des DFB rein gar nichts diktieren.

ELIL!

blue-power

Den Funktonären der DFL und dem FC Bayern geht es eigentlich nur um Profitmaximierung, da passt es gerade so ins Bild mit auf den Zug der Entrüstung aufzuspringen, dies nach den schrecklichen Vorfällen in Hanau und das Auswürgen der Altherren-Hassparolen von Wutbürgern und Nationalisten die der AfD frönen. Echt ist diese Entrüstung wohl nur zum geringen Teil.
Jedoch jemanden als H…. sohn zu bezeichnen finde ich mehr als nur asozial. Man muss sich überlegen was man da zu Jemanden sagt oder auf Banner schreibt die in ganz Deutschland über die Bildschirme flimmern.