Ein Kommentar

Es läuft spielerisch gut bei den Löwen. Das ist eine Chance. Ist das Volk satt und zufrieden, dann lässt es auch gerne mal interne Streitereien ruhen. Zeit zu genießen. Und vor allem Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist und im zentralen Mittelpunkt stehen sollte: den Sport.

Schade, dass es den Verfassern des Facebook-Accounts Ismaik1860 nicht gelingt, die Hände von der Tastatur zu lassen. Beginnend mit “ich bin kein Fan des FC Bayern, aber …” wird den Verantwortlichen des FC Bayern Hochachtung und Respekt ausgesprochen. Weil sie Dietmar Hopp verteidigen, der für “viele” Investoren steht. Die allesamt Ehrenmänner sind und den Fußball bereichern.

Schade, dass die Investorenkritik in einem Atemzug mit dem Kampf gegen Rassismus genannt wird. Aber das Thema ist nun mal ein Reizthema, dem sich HAM International gerne bedient. Mit Rassismus hat die aktuelle Thematik jedoch wenig zu tun. Außer man widmet sich der Kritik, der DFB würde sich mehr für Fan-Kritik im Hinblick auf Investoren interessieren als für tatsächliche Problematiken wie eben Rassismus. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie eine Schablone legen die Verfasser von Ismaik1860 dann das Thema “Hopp” auf das Verhältnis der 1860-Fans zu Hasan Ismaik. Hopp, der von gegnerischen Fans kritisiert wird. Ismaik hingegen von den eigenen Fans. Aber das nur am Rand. Ismaik hätte sich auch gewünscht, dass der TSV 1860 München einmal ein deutliches Zeichen setzt. Gegen die Angriffe gegen ihn. Das sei nie geschehen, weil Präsident Robert Reisinger an seinem Amt hängt und sich wegduckt, um seine Wähler und Unterstützer nicht zu verprellen. Und dann wird auch gerne mal ein durchgestrichenes Konterfei mit einem Fadenkreuz in Einklang gebracht. Das ist hochgradig gefährlich, wenn man Meinungsfreiheit und Beleidigung bewusst miteinander verschwimmen lässt.

Die Verfasser von Ismaik1860 plappern ihren Chef Hasan Ismaik ständig ins Abseits. Das ist für das Portfolio des Kreditgebers und Gesellschafters nicht wirklich hilfreich. Es hilft auch nicht der Diskussion rund um den Zwiespalt von Fans im Hinblick auf Investorenfußball. Und es ist aktuell einfach fehl am Platz. Es läuft sportlich und die Fans liegen sich teilweise sogar trotz völlig unterschiedlicher Meinung in den Armen. So geschehen beim emotionalen 4:3. Nun ja. Chance verpasst.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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