Am kommenden Samstag treten die Löwen auswärts beim KFC Uerdingen an. Das Punktspiel wird nicht in der altehrwürdigen Grotenburger Kampfbahn angepfiffen, sondern im 170 Kilometer entfernten Sportpark am Lotter Kreuz.

Vereinswappen von Bayer 05 Uerdingen von 1953-1980 (Foto: FC Bayer 05 Uerdingen)


Nach 29 Spieltagen in der 3. Liga hat 1860 München 48 Punkte auf der Habenseite und eine Tordifferenz von + 26. Hätten die Löwen in der zurückliegenden Saison nach 29 Spieltagen diese Zwischenbilanz gehabt, wären sie in der Tabelle auf Platz 1 gestanden. Nach 29 Spieltagen in der zurückliegenden Saison stand der MSV Duisburg mit 48 Punkten (+14 Tordifferenz) an der Tabellenspitze, gefolgt von Waldhof Mannheim und Unterhaching mit jeweils 47 Punkten. Sechzig befand sich mit 46 Punkten auf Platz 6. Es ist also ein deutlicher Unterschied zur letzten Saison erkennbar. Das derzeitige Führungstrio mit Dresden, Rostock und Ingolstadt hat aktuell mit 58 beziehungsweise 57 Punkten genau 10 Punkte mehr als die Tabellenspitze in der abgelaufenen Saison. In den letzten Jahren hatte in der 3. Liga nach 29 Spieltagen lediglich Dynamo Dresden im Frühjahr 2016 mehr Punkte gehabt.

Gegen den kommenden Gegner aus Krefeld traten die Löwen bislang 17-mal an. Die Bilanz ist mit sechs Siegen, sechs Niederlagen und fünf Unentschieden völlig ausgeglichen. Mitberücksichtigt in dieser Bilanz sind die Punktspiele gegen den FC Bayer 05 Uerdingen, dem Vorgängerverein vom heutigen KFC Uerdingen.
Am 8. Spieltag der Bundesligasaison 1980/81 gastierten die Löwen in der Grotenburg. Uerdingen und das Team von der Grünwalder Straße waren im Sommer 1979 gemeinsam in das Fußballoberhaus aufgestiegen. Im Gleichschritt schafften beide Vereine gegen Ende der Bundesligasaison 1979/80 den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Saison standen für die Krefelder und für Münchens große Liebe von Beginn an der Kampf um den Klassenerhalt im Mittelpunkt. Am Ende standen beide mit leeren Händen da und mussten den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Bundesligaduell Bayer 05 Uerdingen : 1860 München


Vor dem Anstoß am 27.09.1980 befand sich Bayer 05 Uerdingen auf dem letzten Tabellenplatz, während die Löwen knapp über dem Strich auf Tabellenplatz 15 standen. Auf den Abstiegsplätzen standen neben den Krefeldern zu diesem Zeitpunkt Arminia Bielefeld und der FC Schalke 04.

Vor 8.300 Zuschauern entwickelte sich an diesem Samstagnachmittag in Krefeld ein in erster Linie durch Einsatz geprägtes Bundesligaspiel. Nach 71 Minuten erzielte der unvergessliche Rudi Völler die 0:1-Auswärtsführung für die Löwen. Rudi Völler war im Sommer 1980 nach Giesing gewechselt und blieb bis zum Zwangsabstieg in die Bayernliga. Neben der Führung in Krefeld erzielte der junge Völler in dieser Saison noch acht weitere Tore für Sechzig. In der folgenden Zweitligasaison erzielte Rudi Völler im Löwentrikot unglaubliche 37 Tore. Neben dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Rom gehörte auch der Gewinn der Champions League im Jahr 1993 mit Olympique Marseille zu seinen größten Erfolgen. Das Endspiel gegen den AC Milan war ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte im Münchner Olympiastadion ausgetragen worden.

Vereinswappen von Bayer 05 Uerdingen von 1980 -1987 (Foto FC Bayer 05 Uerdingen)


In der 81. Minute im Spätsommer 1980 erhöhte ein Löwenspieler auf 0:2, der Jahre zuvor bereits in einem Europacup-Endspiel gestanden hatte. Im Finale der Landesmeister in der Saison 1976/77 war Horst Wohlers in der Anfangself von Borussia Mönchengladbach gegen den FC Liverpool aufgelaufen. In den 70er Jahren war Liverpool der Angstgegner von Borussia Mönchengladbach auf internationaler Ebene gewesen und auch dieses Finale im Olympiastadion von Rom gewann das Team von der Insel mit 3:1. Wohlers wechselte im Dezember 1979 vom Niederrhein nach Giesing. In der Rückrunde waren seine sieben Tore ein Mitgarant für den umjubelten Klassenerhalt. In der Abstiegssaison erzielte Wohlers vier Tore, eines davon am 8. Spieltag in Uerdingen.

Am Ende steigen Krefeld und die Löwen gemeinsam ab

Den Schlusspunkt im Jahr 1980 zum 0:3-Endstand setzte mit seinem Treffer in der 88. Spielminute Christian Werner. In der Bundesligasaison 1980/81 absolvierte der von Hertha BSC gekommene Christian Werner 20 Spiele im Trikot der Löwen und erzielte dabei drei Tore. Nach dem Abstieg wechselte Werner im Sommer 1981 zum belgischen KSK Tongeren.
Mit diesem Auswärtssieg in Krefeld hatte sich 1860 München ein bisschen Luft im Abstiegskampf verschafft, was aber den späteren Abstieg nicht verhinderte.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
Abonnieren
Benachrichtige mich bei