Nach vielen Jahren stand für den TSV 1860 München wieder eine Auswärtsfahrt nach Mannheim in die Quadratestadt zwischen Rhein und Neckar an – und für uns Fans auch. Die Vorfreude ist groß, die Autobahn leer und der Rückenwind aus einem überzeugendem 3:0-Heimsieg gegen Zwickau trägt uns in einer kurzweiligen Fahrt an der Spielstätte der TSG Hoffenheim und am Hockenheimring vorbei nach Mannheim. Im Kofferraum ist noch genügend Platz für drei Punkte. Da wir schon früh aus München los sind, fühlt sich dieser Montag wie ein Sonntag an. Weitere befreundete Sechzger-Fans in P4, eines der vielen quadratischen Häuserblocks in Mannheim, zum Mittagessen getroffen und dann die Stadt erkundet.

Ausfahrt nach Mannheim-Mitte

Nach 13.000 Schritten führt uns der Weg Richtung Stadion und die ersten weiß-blauen Schlachtenbummler kreuzen unseren Weg. Viele bekannte Gesichter aus unserer Giesinger Heimat. Der Smalltalk lässt schnell erkennen, der Löwenanhang erwartet heute nicht weniger, als drei Punkte aus der Fremde mitzunehmen. Die Stimmung ist positiv. Mit uns kommt auch die Mannschaft am Stadion an. Das nennen wir mal Timing.

Hurra, hurra, die Löwen, die sind da.

Die Treppe hoch und wir tauchen ein in ein echtes Fußballstadion. Das Carl-Benz-Stadion hat trotz Wellblech durchaus Charme. Die Tribünen bis nahe an den Spielfeldrand gezogen. Und wirklich nahe können hier die Rollifahrer das Spiel erleben. Unter dem Schutz einer Bedachung können unsere Mitmenschen mit Behinderung das Spiel aus dem Blickwinkel eines Auswechselspielers direkt vom Spielfeldrand aus mitverfolgen. Eine tolle Sache, wie wir finden. Bonmann und Hiller sind jetzt da und kurz darauf die ganze Mannschaft. Heute zum ersten Mal mit den grünen Away-Trikots. „Sechzig“, „Sechzig“, schallt es sofort aus unserem Gästeblock.

Noch fünf Minuten bis Anpfiff und wir lassen noch ungeduldig die Aufstellung der Heimmannschaft aus wirklich übel klingenden Lautsprechern über uns ergehen. Warum die Spieler hier alle „A……..“ heißen? Egal. Die Mannschaften bilden den obligatorischen Kreis vor dem Spiel. Ein schriller Pfiff vom Unparteiischen Christof Gunsch. Es geht los. Dabei fällt sofort auf, dass vom gut gefüllten Ultra-Block der Mannheimer keine Regung und kein Ton zu vernehmen ist. Stimmt ja. Montagsspiel. Der Stimmungsboykott war angekündigt. Für den Löwenanhang galt dieser Protest nicht und so wurden unsere Jungs auf dem frisch gewässerten Rasen sofort lautstark angefeuert. Okay, der Block war bemüht. Die Ultras waren noch nicht im Stadion und nur eine traurige Fahne begleitete einsam schwenkend unseren Gesang in der Kurve, die eigentlich eine Gerade war.

Bemühte Löwen in der Anfangsphase

Die nur durch Felix Weber, anstatt des gegen Zwickau aufopferungsvoll kämpfenden Aaron Berzel, veränderte Löwen-Startelf gab sich in den Anfangsminuten sehr bemüht. Schnell war aber die Taktik der Heimmannschaft erkennbar. Sehr hoch stehend wurden die Unseren durch aggressiv anlaufende Mannheimer in ihrem Aufbauspiel gehindert. So ergaben sich in der Anfangsphase mit leichtem Übergewicht der Münchner einige aber wenig zwingende Chancen auf beiden Seiten. Valmir Sulejmani war dabei auffälligster Akteur auf Seiten der Waldhof-Buben. Der Mittelstürmer spulte ein auffälliges Laufpensum in der Offensive der Waldhöfer ab, und war ständiger Unruheherd rund um die Box der Löwen. Einige Male konnten sich auch die Mannen von Daniel Bierofka bis an den Strafraum der Heimmannschaft heranspielen. Ein Abschluss von Efkan Bekiroglu ist uns dabei noch am ehesten in Erinnerung geblieben. Sein Schuss aus 19 Metern verfehlte aber knapp das linke Eck. Ab der 19. Minute wurde es auch im Block der Mannheimer Ultras laut. Für die Weiß-Blauen auf dem Rasen kein Grund, einen Gang nach unten zu schalten. Die Löwen hatten weiterhin mehr Anteile vom Spiel und beschäftigten den Gegner in deren Hälfte. Leider sprang dabei nichts Zählbares heraus.

Waldhof-Buben gehen in Führung

Wie aus dem Nichts treffen die Mannheimer in der 32. Minute zur 1:0-Führung. Einer von vielen Ballverlusten im Mittelfeld ließ Marius Willsch in der 31. Minute keine andere Wahl, als den Ballführenden der Blau-Schwarzen mitten in deren Umschaltbewegung am Weiterlaufen zu hindern. Klares taktisches Foul. Gelbe Karte Willsch. Freistoß Mannheim. Aus ca. 30 Metern hob Dorian Diring den Ball in den Strafraum der Löwen. Am langen Pfosten köpfte der aufgerückte Michael Schultz die Kugel nahezu ungehindert ein. Für den Löwenanhang ein nur kurzer Schockmoment. Wenige Momente nach dem Rückstand bot sich Sascha Mölders in aussichtsreicher Position eine gute Abschlussmöglichkeit. Sein Schuss aus 14 Metern konnte von Keeper Scholz abgewehrt werden, der Abpraller landete bei Benjamin Kindsvater, dessen überhasteter Schuss aber weit über die Querlatte flog.

In der Folge bauten die mittlerweile verunsichert wirkenden Löwen ab. Der Gegner kam mit dem Rückenwind der Führung immer besser ins Spiel. Allein der agile Sulejmani bereitete der Münchner Abwehrreihe zunehmend Probleme. Dem Löwenkeeper Bonmann war es zu verdanken, dass die Mannheimer die Führung zu diesem Zeitpunkt nicht weiter ausbauen konnten. Es war insgesamt eine komische erste Hälfte mit anfänglich bemühten Löwen. Aber nur Bemühen führt eben nicht zum Erfolg. Es fehlte der Biss, der unbändige Wille den Zweikampf für sich zu entscheiden, den Abschluss zu suchen, den entscheidenden Pass zu spielen. Was scheinbar gänzlich fehlte im Spiel der Münchner war das Spiel ohne Ball: „Ich will den Ball haben“. Die Anspielstationen fehlten. Keiner wollte das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Aber gut, dafür gibt es die Halbzeitpause. Daniel Bierofka wird die richtigen Worte finden. Und wir haben ja noch einen Timo Gebhart auf der Bank.

Das Unheil nimmt seinen Lauf

Die Ultras waren mit Beginn der zweiten Hälfte endlich auch im Block und sorgten sofort für einen lautstarken Support. Auf den Rängen hofften wir auf eine Trotzreaktion der Mannschaft, die in unveränderter Aufstellung von Daniel Bierofka aufs Feld geschickt wurde. Der heimische Aufsteiger konterte sich jedoch bereits in der 49. Minute zum zweiten Treffer des Abends. Deville wurde vom eingewechselten Christiansen halbrechts auf die Reise geschickt. Der Außenbahnspieler spurtete in den Sechzehner, schlug einen Haken und legte dann auf den mitgelaufenen Sulejmani ab. Dessen Schuss aus kurzer Distanz parierte Bonmann zunächst mit einer starken Parade. Beim anschließenden Abstauber von Gianluca Korte wurde er aber von seinen Vorderleuten schmerzlich im Stich gelassen und blieb chancenlos. Bonmann schimpfte wild gestikulierend und versuchte nicht zum ersten Mal in dieser Partie, seine Mannschaftskameraden zum Aufwachen zu bewegen. Ähnliches dachten sich wohl auch die Münchner Löwen auf den Rängen und brannten neben Pyrokerzen auch Feuerwerkskörper ab. Die Sicht im Stadion war kurzzeitig vernebelt und das Spiel musste vom Unparteiischen für einen Augenblick unterbrochen werden. Wir haben auch schon einmal ein besseres Bild in einem Auswärtsspiel abgegeben. Auf dem grünen Rasen, wie auch auf den Rängen.

Spielerwechsel blieb wirkungslos

Trainer Bierofka war nun zum Handeln gezwungen und wechselte doppelt. Gebhart und Greillinger ersetzten Dressel und Willsch. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch kaum auf dem Platz, mussten die beiden Neuen tatenlos dabei zusehen, wie sich die Mannheimer spielstark durch die Reihen der Löwen kombinierten und durch einen simplen Doppelpass in den Strafraum vordrangen. Am Ende der Ballstafette schob erneut Korte in der 53. Minute die Kugel aus 12 Metern verdient in die Maschen des Münchner Tores. Bonmann konnte einem mittlerweile leid tun. An ihm lag dieser bittere 0:3-Rückstand sicher nicht.

In der Folge war allen voran Timo Gebhart sehr bemüht, das Spiel an sich zu reißen. Und für einen kurzen Moment keimte Hoffnung auf, als Efkan Bekiroglu nur zwei Minuten später den Ball aus zentraler Position erfolglos an den rechten Innenpfosten zimmerte. Das sollte es für diesen Abend mit dem Spiel der Löwen gewesen sein. Die Mannheimer hingegen erspielten sich mit breiter Brust Chance um Chance. Allein Keeper Bonmann war es zu verdanken, dass die Löwen an diesem Abend nicht vollends im Carl-Benz-Stadion untergingen. In der 89. Minute war er allerdings gegen den 18-Meter-Schuss des gut aufgelegten Dorian Diring wiederum machtlos. Die Löwen ergaben sich ihrem Schicksal und holten sich in der Schlussphase noch die ein oder andere gelbe Karte ab.

Wille und taktische Disziplin machen den Unterschied

Am Ende dieses bitteren Abends muss man den auch in dieser Höhe verdienten Sieg des Gegners neidlos anerkennen. Bernhard Trares, Chefcoach der Mannheimer, hat die Löwen gut analysiert und seine Mannen richtig auf dieses Spiel eingestellt. Die Münchner fanden zu keinem Zeitpunkt des Spiels die richtigen Mittel, das eigene Spiel von hinten kontrolliert aufzubauen. Die Waldhof-Buben standen hoch in der Hälfte der Gastmannschaft. Dabei haben sie es verstanden, jederzeit kompakt zu stehen und so die Räume im Mittelfeld eng und den Gegner möglichst weit weg vom eigenen Tor zu halten. Die Passwege wurden durch geschicktes Verschieben und aggressives Anlaufen des Ballführenden zugestellt. Den Löwen blieb oft nichts anderes übrig, als die Kugel ideenlos im eigenen Drittel hin und her zuschieben. Die Folge waren unzählige Abspielfehler im Mittelfeld. Für ein Spiel gegen einen Aufsteiger, noch dazu auf des Gegners Platz, eigentlich die richtigen Voraussetzungen für ein torloses Unentschieden. Aufgrund von haarsträubenden Abspielfehlern im Spielaufbau und einem in den entscheidenden Szenen vor den Toren völlig unzureichendem Abwehrverhalten, muss man sich am Ende des Tages nicht über eine derart deftige Niederlage wundern. Im Gegensatz zu den gestern zahnlosen Löwen merkte man den Waldhöfern den Willen an, dieses Spiel für sich zu entscheiden.

Trainer Daniel Bierofka hat aufgrund der anstehenden DFB-Pokal-Pause ganze zwei Wochen Zeit, dieses Spiel zu analysieren und seinen Spielern die gemachten Fehler aufzuzeigen. Es wird Zeit, dass sich diese Mannschaft, dass sich einzelne Spieler weiter entwickeln. Vielleicht war dieses Spiel ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit? Am Ende fällt es schwer, diesem Spiel etwas Positives abzugewinnen. Und dennoch, wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Mit diesem Gedanken haben wir uns auf den Heimweg gemacht, um irgendwann mitten in der Nacht nach Hause zu kommen.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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TF1860
Leser

Ein bischen mehr hatte ich mir schon erhofft. Verlieren ok, aber nicht so. Mund abputzen, weiter geht´s! Guter Bericht, Sigi. Ich hoffe, alle Löwen sind gesund heim gekommen…

tomandcherry
Leser

Vielleicht sollten wir uns alle mal darüber im Klaren sein, was die letztjährige bzw. aktuelle Truppe der Münchner Löwen erstmal nicht ist?

Wir sind – Entschuldigung für meine deutlichen Worte – alles andere, als ein potentieller Zweitliga-Aufsteiger.

Genausowenig sind wir aber „der Abstiegskandidat Nummer 1“ in der 3. Liga.

Wir sind eine durchschnittliche (!) Drittliga-Truppe, die in etlichen Spielen „Lehrgeld bezahlen muss“, weil

a) teilweise schlicht und ergreifend eine gewisse Qualität fehlt (ich nenne bewusst keine Namen…)

b) junge Nachwuchsspieler nicht nur einmalig tolle Auftritte, sondern durchaus schwache Leistungen zeigen

c) zu häufig die immer gleichen Fehler begangen werden

d) unser Trainer ebenfalls erstmal in dieser 3. Liga ankommen muss (letzte Saison war er die Hälfte der Zeit auf Lehrgang)

e) auch die anderen Mannschaften mehr oder weniger gut kicken können

Wenn man seine Heimspiele relativ erfolgreich gestalten kann, dann würde es m.M. nach am Saisonende von der Punkteausbeute für einen Platz im gesicherten Mittelfeld reichen.

Ab und zu auch einen (oder drei…) Punkt(e) von fremden Plätzen mit nach Hause bringen, würde natürlich ebenfalls nicht schaden.

Mehr als „gesicherter Platz im Mittelfeld“ ist nach meiner persönlichen Meinung nicht drin.

Wenn’s allerdings ganz blöd laufen sollte, ist auch Abstiegsk(r)ampf pur kein vollkommen unrealistisches Szenario.

Ach und noch was:

Biero ist sicherlich kein Wunder-Trainer und hat – wie seine Kollegen – Stärken und Schwächen.

Auch wenn das ein oder andere in seinen Entscheidungen für uns als Fans nicht oder nur schwer nachvollziehbar ist – wünscht Euch bitte keinen Trainerwechsel, egal wie es in den nächsten Wochen bei 60 München weitergeht.

Man muss einem Trainer auch mal länger als max. vier Wochen das Vertrauen aussprechen.

Letzten Endes haben u.a. die ständigen Personalwechsel auf der Position des Chef-Trainers eine nicht unwesentliche Rolle beim unaufhaltsamen Niedergang unseres Herzensvereins gespielt.

Vergesst das bitte nicht.

Siggi
Leser

Sehr schön zusammengefasst, tomandcherry . Das unterschreibe ich komplett. Auch wenn die Kritik von Snoopy. teilweise gerechtfertigt sein mag, so wissen wir gleichzeitig aber auch, dass andere Trainer in unserem Umfeld die erwartete Leistung meist nicht bringen. Und nicht zu vergessen: ein anderer Trainer wäre ebenfalls Angestellter der KGaA und würde möglicherweise nicht verstehen, was er denn bitte mit dem e.V. zu tun haben soll. Da ginge die ganze Kacke mit Ismaik wieder los, weil der und sein hiesiger Statthalter dann sagen: „Jetzt haben wir uns eine ganze Weile schweigend angesehen, was der Verein so treibt und es hat sich wieder einmal gezeigt, dass das nichts bringt.“ Und dann gibt es wieder Vorschläge à la Ericsson, die dann doch bitte mit neuen ismaikschen Darlehen finanziert werden sollen. Biero braucht und verdient unsere Unterstützung. Er ist auf absehbare Zeit die machbare Lösung. (Ich weiß dass Ismaik und Co. hinter Bierofka stehen, aber davon werden die aufgrund ihres schwachen Gedächtnisses nichts mehr wissen (wollen), wenn es soweit ist.)

Snoopy.
Leser

@Siggi

Für mich stehen „Ismaik und Co.“ nur deshalb hinter dem Trainer, weil der Trainer bei den Fans einen hohen Stellenwert hat. Indentifikationsfigur etc. Ansonsten passt Bierofka ja gleich gar nicht in die ismaiksche Utopie (Gedankenwelt), Stichwort: Ericson, Pereira, Ayre, Augenhöhe, CL – dann Bierofka. Gleiches bzw. Ähnlich mit Gebhart. Publikumsliebling. Hat was für mich von der Aigner-Verpflichtung, die als „Geschenk an die Fans“ betitelt wurde.

Siggi
Leser

Snoopy.
In diesen Punkten bin ich ganz bei dir. Das ist kein Widerspruch zu dem, was ich oben meinte. Prinzipiell wollte ich den Standpunkt untermauern, dass es derzeit wenig Sinn macht, Biero als Trainer in Frage zu stellen. Das meint natürlich nicht, dass man ihn nicht kritisieren dürfte. Es ist immer schwierig die richtige Balance zu halten. Zudem ist es ja auch Bieros eigenes Credo, dass Zufriedenheit zum Stillstand führen würde. Also, anstacheln: ja – in Frage stellen (im Sinne von „Trainer raus!“): nein.
Löwengrüße, Siggi

Snoopy.
Leser

Man darf (muss?) nach 3 Jahren schon auch den Trainer kritisch sehen, Tom. Und dabei spielt Hennef keine Rolle, auch wenn ich diese Lösung als die Schlechteste aller Lösung gesehen habe. Und ich glaube, keiner hier schreit „Trainer raus“ mal noch nicht. Wobei bei denen die Schreien eher der Sparkurs dazu führt, dass man keine Leistung auf den Platz bringt. Für mich ist das nur bedingt.

Auch wenn der Trainer im 2. Jahr in der 3. Liga erst mal ankommen muss ist die Gesamtheit der Entwicklung bezogen auf Einzelspieler und bezogen auf die Mannschaft schlicht und einfach zu wenig. Wobei nicht nur die Trainerwechsel den Niedergang ausgelöst haben, sondern (und für mich wesentlich) die ständigen Austauschprogramme bei den Spielern. 75 in 3 Jahren sind 60 Spieler zu viel, angefangen mit der Rupferei von Poschner.

Die „jungen Wilden“ dürfen ja auch Fehler machen. Keine Frage. Aber es geht ja nicht nur um die Nachwuchsspieler, es geht um die Gesamtheit. Irgendwann muss man auch mal eine Handschrift von dem Trainer sehen, nicht nur „kratzen, beißen, kämpfen“. Aber die einzige Handschrift, die ich sehe, ist, dass es seit 3 Jahren kaum eine Entwicklung gibt. Irgendwann ist auch die Schonzeit für einen Bierofka mal vorbei, völlig unabhängig ob „Idol“ oder „Identifikationsfigur“ oder „Aufstiegsheld“. Ich würde nichts sagen, wenn wir 7 neue in der Startelf hätten, aber wir haben nur einen, der mich noch nicht wirklich überzeugt.

Chemieloewe
Leser

Stehe voll u. ganz hinter Deinen Ausführungen Snoopy. ! Biero muß zeigen, daß wir aus unseren Spielen etwas lernen, Fehler abstellen, kann natürlich nicht perfekt gehen u. genau die angesprochene Entwicklung der Spieler u. des Teams erkennbar werden. Da kommt vom Trainer für mich bis jetzt noch zu wenig. Warum er Berzel u. Gebhard nicht von Anfang an bringt u. nicht zur HZ-Pause einwechselt, wo er alles mit den Spielern absprechen kann, ist mir ein Rätsel, gerade Gerhard hätte mit seiner Erfahrung unseren jungen Wilden mehr Sicherheit, Führung u. Ruhe gegeben, gerade bei so einem neuen, etwas unberechenbaren Gegner wie Waldhof Mannheim. Das Durcheinander mit dem Doppelwechsel ist für mich genauso rätselhaft, wo kurz garnichts gepaßt hat u. wir gleich darauf das nächste Tor als Quittung bekommen haben. Das u. mehr ist bei Biero noch nicht auf dem erforderlichen Qualitätsniveau 3. Liga, wird aber hoffentlich bald noch!? Ohne ihn gleich infragestellen zu wollen!

Snoopy.
Leser

Chemieloewe
Gebhart kann ich sogar noch verstehen, warum er den nicht von Anfang bringt. So viel Spielpraxis, vor allem über 90 Minuten, hat Timo letztes Jahr in Berlin auch nicht bekommen.

Die Aufstellungen vom Trainer sind im Moment auch der Tatsache geschuldet, dass der eine oder andere noch den Status der „Spieluntauglichkeit“ hat. Wobei ich da manchmal (öfters) auch den Sinn dahinter nicht so ganz verstehe, aber da ich nicht täglich beim Training bin, muss ich das wohl so schlucken. Die Auswechslungen von ihm sind auch nicht immer sehr glücklich, weder vom Personal noch vom Zeitpunkt. Ich hätte die beiden auch zum Wiederanpfiff auf den Acker geschickt und nicht erst nach 10 Minuten.

Auch ein Trainer muss dazu lernen, in allen Bereichen. Gleich nach der Pause auf „All in“ gehen verstehe ich nicht, wird aber so in der Form hoffentlich nicht noch mal passieren. Alle Fehler, die wir seit 3 Jahren immer wieder machen, kann man nicht sofort abstellen, oder wie Tom meint im Handumdrehen.

Den Trainer stell ich nicht in Frage, aber sehe ihn kritisch. Vielleicht wäre es ganz gut gewesen, wenn Bierofka nicht nur das Praktikum bei anderen gemacht hätte, sondern vielleicht auch eine Saison als Co mitgewirkt hätte. Theorie (Hennef) und Praxis (Spielfeld) sind halt doch zwei paar Schuhe in unterschiedlicher Farbe, Form und Größe.

tomandcherry
Leser

Snoopy.

Servus Snoopy, alter Beagle! wink

Ja klar haben auch die von Dir genannten „75 Spieler in drei Jahren“ einen wesentlichen Anteil am Absturz gehabt, aber das war doch eine der fatalen Folgen aus den ständigen Trainerwechseln. Jeder neue Übungsleiter wollte neue Spieler, kaum waren diese Spieler da, war der Trainer auch schon wieder Geschichte und dessen Nachfolger konnte/wollte mit den vorhandenen Spielern nicht weitermachen. Und das hat sich dann im Halbjahres-Rhythmus wiederholt.

Natürlich darf man berechtigte Kritik an Biero und seiner Art, wie er die Mannschaft trainiert/führt anbringen. Wieso auch nicht? Biero ist doch nicht unantastbar?

Was ich mit meinem o.g. Kommentar zum Ausdruck bringen wollte:

Biero hatte in seiner ersten Saison als Drittliga-Trainer noch die Ausbildung zum Fußball-Lehrer zu absolvieren und aus diesem Grund war in unserer Drittliga-Premieren-Saison nicht alles optimal.

Diese Saison wird seine erste Spielzeit als Drittliga-Coach, in der er ohne störende Einflüsse von Außen (wenn so etwas bei 60 überhaupt möglich ist…) arbeiten kann. Die Maßstäbe werden deshalb eher strenger werden, als sie es in der vorherigen Saison waren.

Auch wenn Biero Fehler macht (wer macht keine in seiner täglichen Arbeit?), dann wäre es m.M. nach fatal, bereits wieder das Personal-Karusell zu drehen.

Welcher Trainer hat sich in den letzten Jahren über einen längeren Zeitraum (> 1 Jahr) bewähren dürfen? Und wieso muss man ständig nach einem neuen Trainer rufen, wenn der momentan auf diesem Posten arbeitende Mann das Bestmögliche aus seinen begrenzten Möglichkeiten herausholt?

Um nicht missverstanden zu werden:

Natürlich erhoffe ich mir den größtmöglichen sportlichen Erfolg für unsere Mannschaft. Aber wir müssen einfach lernen zu akzeptieren, dass es nicht im Handumdrehen funktioniert, ein schlagkräftiges Team mit ansehnlichem, gutem Fußball aus dem Hut zu zaubern.

Wenn’s so einfach wäre, könnten wir „Kommentar-Experten“ uns bei einem Drittligisten um die Trainer-Position bewerben. wink

Snoopy.
Leser

Keiner schreit nach einem neuen Trainer Tom. Mal ich nicht.

Bierofka hat Teile der Mannschaft seit über 3 Jahren unter sich. Die schreibst: „wenn der momentan auf diesem Posten arbeitende Mann das Bestmögliche aus seinen begrenzten Möglichkeiten herausholt?“

Meinst du jetzt seine (Bierofkas) begrenzten Möglichkeiten oder sind wir hier wieder beim Kader, ergo beim Geld? Wobei ich – wie auch schon in der letzten Saison – die Mannschaft an sich besser sehe, von daher bleibt die Frage: ist das wirklich das Bestmögliche? Und nach 3 Jahren kann man auch nicht mehr von „im handumdrehen“ reden. Da ist schon jede Menge Wasser die Isar runter.

anteater
Leser

Schau Dir mal die Kommentare bei der AZ an. Da wird ganz klar und laut nach einem neuen Trainer geschrien und das nicht erst seit Montag.

tomandcherry
Leser

anteater

Ich lese das „Revolverbladl“ AZ aus Prinzip nicht. Kann mir jedoch gut vorstellen, welche „Experten“ sich dort lautstark zu Wort melden.

Ein Trainer braucht grundsätzlich Vertrauen. Von den Fans und von seinen Vorgesetzten.

Wieso sollte man Biero nach gerade mal vier Spieltagen schon wieder anzählen und einen Trainerwechsel forcieren?

Davon abgesehen, dass ein anderer Trainer mit genau den gleichen Spielern arbeiten müsste, die Biero zur Verfügung stehen.

anteater
Leser

Wenn man dort in dem Kommentaren nicht dagegen hält, dann wird es eine Filterblase wie sie oft bei den Kommentaren der tz vorzufinden ist. Aber stimmt schon, eigentlich ist es Zeitverschwendung bei so einem Blatt zu kommentieren bzw. das überhaupt zu lesen.

tomandcherry
Leser

Snoopy.

„Keiner schreit nach einem neuen Trainer Tom.“

Ja, noch nicht. Aber wenn der erhoffte sportliche Aufschwung/Erfolg ausbleiben sollte…

„Meinst du jetzt seine (Bierofkas) begrenzten Möglichkeiten oder sind wir hier wieder beim Kader, ergo beim Geld?“

Ich meinte schon die finanziell begrenzten Möglichkeiten. Während in anderen Vereinen das Geld – scheinbar! – keine so große Rolle zu spielen scheint, müssen wir bei 60 schon deutlich kleinere Brötchen backen.

Wenn ein Rückkehrer Timo Gebhart schon zu einem „Heilsbringer“ gehypt wird…

„Und nach 3 Jahren kann man auch nicht mehr von „im handumdrehen“ reden. Da ist schon jede Menge Wasser die Isar runter.“

Ein Jahr Regionalliga – unter denkbar schlechten Voraussetzungen nach dem „Doppelabstieg“. Du erinnerst Dich an das Chaos, das während der Zeit nach unserer letzten Zweitliga-Saison und vor dem RL Bayern-Start herrschte? Dass wir direkt wieder eine Liga höher gekommen sind, war natürlich auch ein bisschen Glück, aber zwingend vorauszusehen war dieser Aufstieg nun auch nicht gerade.

Erstes Jahr 3. Liga – als Aufsteiger mit einem Kader, der sich zu ca. 50 % aus RL-Spielern zusammensetzte. Dass man mithalten kann, hat man in einigen Spielen gesehen. Trotzdem ist es ein riesengroßer Unterschied zwischen RL und 3. Liga.

Zweites Jahr 3. Liga – es sind gerade mal vier Spieltage vorüber, das Spiel in Mannheim ging ordentlich in die Hose. Man muss natürlich schon aus seinen Fehlern lernen, um beim nächsten mal nicht wieder so unter die Räder zu kommen.

Aber wenn für einen Teil des Kaders die 3. Liga doch eine Klasse zu hoch sein sollte, dann können wir halt nicht in der nächsten Transferperiode vier, fünf bessere Spieler verpflichten.

Biero kann nur mit dem Kader arbeiten, der ihm aktuell zur Verfügung steht. Wenn davon ein Teil die Ansprüche für die 3. Liga nicht erfüllen kann, wird Biero keine Zweitliga-Kicker daraus hervorzaubern können.

Auch Pep Guardialo kann aus limitierten Spielern keine Filigrantechniker machen. Der würde bei 60 ebenfalls sehr schnell an seine Grenzen stoßen.

Hubertus Holzinger
Leser

Ich will wahrlich keine Trainerdiskussion anzetteln. Aber genau diese Art, Spiele immer wieder sang- und klanglos in erschreckender Unfähigkeit zu verlieren, ist leider neben vielem Positiven auch Bieros Handschrift seit dem Zwangsabstieg. Er ist für die Einstellung einer Mannschaft, für Taktik und Motivation zuständig. Und vor allem für die Weiterentwicklung von Spielern und einer Mannschaft. Trares kann das, wie man seit Jahren in Mannheim sieht. Aber Biero? Berzel rauszunehmen, muss man nicht nur nicht verstehen, sondern war ein Kardinalsbock des Trainers. Dressel nach 20 Minuten nicht vom Platz zu nehmen und Gebhard zu bringen, der nächste. Mit Wilsch statt mit Greilinger anzufangen, war schon gegen Zwickau ein Riesenfehler. Er wechselt ohne Konzept. Und wenn so Spiele weiter verloren werden, werden sich GG und DB bald dem Unwort ihres Hausschmierfinks anschließen: mehr sei für die „Reisingerschen Konsolidierungslöwen“ nicht drin, da müsse man schon andere fragen, warum man so schlecht spiele. Wobei man bei Siegen dann natürlich nur von den „Bierofka-Löwen“ spricht.

Auf den Punkt gebracht:
Man darf verlieren, aber nicht so. Und nein, wir haben es in der 1. HZ keinesfalls „…gar nicht so schlecht gemacht“, sondern sauschlecht. Und nein, wir haben in der 2. HZ nicht „All in“ gespielt, sondern „All out“. Brille putzen, Herr Trainer. Und bitte hinterfragen. Sich selbst.
12 Tage sollten dafür ausreichen.
ELIL!

Chemieloewe
Leser

Genau auf den Punkt Hubertus Holzinger , wie ich meine! Biero in Watte zu packen u. alles mit irgendwas entschuldigen bringt nichts! Hat Waldhof Mannheim ein soviel besseres Personal als wir, daß wir so erbärmlich 4:0 untergehen, bei einem Aufsteiger o. hat Waldhof einfach mal einen Trainer Bernhard Trares, der einfach mal einiges besser macht u./o. kann??? Dieselbe Frage stellte sich schon nach den Pleiten in Halle, Zwickau, Aschaffenburg(!!!) u. Jena. Da ist der Trainer Daniel Bierofka schon zu hinterfragen u. in der Verantwortung u. Kritik, ohne Ausreden! Gut, letzte Saison mit seinem Trainerlehgang in Doppelbelastung, dafür gebührt ihm großer Respekt, kann man noch mal beide Augen zudrücken u. vieles entschuldigen, ok, aber jetzt, in dieser Saison muß Biero schon beweisen, daß er auch an ein Niveau von Trares…u.a. herankommt.

anteater
Leser

„Hat Waldhof Mannheim ein soviel besseres Personal als wir, daß wir so erbärmlich 4:0 untergehen, bei einem Aufsteiger“

Na ja, schon. Vorne drin hatten die hat, was wir nicht haben: Tempo
Unser Offensivpersonal ist doch höchst selten dazu in der Lage, den Gegner im Laufduell zu schlagen.

Halle dürfte uns auch diese Saison in allen Belangen überlegen sein, Zwickau nicht, Aschaffenburg auch nicht und Jena erst recht nicht. Und da wo die Gegner nicht wirklich stärker besetzt sind, da sollte man dann tatsächlich an anderer Stelle schauen, als bei den Spielern die Schuld zu suchen, zumindest nicht die alleinige.

Schon in der Regionalliga fand ich die Darbietungen oft wenig überlegt, so rein taktisch gesehen. Im Prinzip hat sich da bis heute nicht viel geändert, oder? Und das kann dann nicht am Lehrgang liegen.

Chemieloewe
Leser

Beim Personal meinte ich nicht so den Trainigszustand mit Schnelligkeitswerten, Paßgenauigkeit, Zweikampfstärke…usw., was natürlich einer besonderen Betrachtung u. Bewertung bedürfte u. sinnvoll wäre, sondern meinte das mehr von der Ausstattung mit Spielern, denen man schon eine höhere Qualität zuschreibt.

anteater
Leser

Dann schau Dir mal den Kader von Waldhof an. Ist jetzt nicht so, als kämen die Spieler da von Traktor Affalter. Hier mal die bekannteren Ex-Klubs der Startelf von Waldhof gestern:

Bochum
Dresden
Hoffenheim
Karlsruhe
Kaiserslautern
Eintracht Frankfurt
Mainz
VfB Stuttgart
Augsburg
Braunschweig
Aue
Hannover

Die haben schon alle eine solide Fußballausbildung bekommen und bringen eine gewisse Qualität mit. Und eben halt auch Schnelligkeit, die im Umschaltspiel schon eher entscheidend ist.

Chemieloewe
Leser

Danke anteater für Deine Info. u. Aufklärung! Demnach ist Waldhof schon mit Spielern, die eine gute bis sehr gute Qualítät aus ihrer bisherigen Fußballerkarriere für die 3. Liga mitbringen, gespickt. Ich kannte mich nicht weiter aus, wie die Spieler von Waldhof von ihren bisherigen Voraussetzungen zu bewerten sind.

anteater
Leser

Chemieloewe mir ist ja offenbar manchmal so langweilig, dass ich mir bei FuPa die Vitas der gegnerischen Spieler anschaue.
Das fand ich schon in der Regionalliga recht interessant, weil da viele Gegner halt schon auch haufenweise Spieler aus diversen Nachwuchsleistungszentren hatten.

Es ist ja schon so, dass es wirklich nur ein Bruchteil der NLZ-Spieler in den Profibereich schafft!

Der Spieler von Aschaffenburg, der uns so große Probleme bereitete, der wurde zum Beispiel bei der Frankfurter Eintracht ausgebildet.

anteater
Leser

Biero hätte sein Praktikum besser bei Trares gemacht als bei Biero…

tomandcherry
Leser

anteater

Naja, Biero musste seinen Lehrgang absolvieren, als die Mannschaft als Aufsteiger in der 3. Liga „ankommen“ sollte.

Diese Situation war sicherlich von Niemandem so gewollt, im Gegenteil.

Und nur weil Mannheim unter Bernhard Trares (den ich seit seiner aktiven Zeit bei 60 unheimlich schätze) jetzt mit 4:0 gegen die „Biero-Löwen“ gewonnen hat, müssen wir nicht jeden unpassenden Vergleich aus der Witz-Kiste hervorholen…

anteater
Leser

Das ist kein Witz. Denk doch mal drüber nach. Wenn ich jetzt Praktikum in meiner Abteilung mache, dann sehe ich, was ich eh schon kenne. In einer anderen Abteilung sehe ich mal was anderes.

tomandcherry
Leser

anteater

Ich weiß schon, was Du ursprünglich gemeint hattest. wink

Deshalb steht noch lange nicht fest, dass Biero gestern erfolgreicher gewesen wäre, wenn er sein Praktikum beim Bernhard Trares absolviert hätte. wink

BruckbergerLoewe
Leser

Die linke Seite mit Steinhart war auch schon gegen Zwickau offen wie ein Scheunentor,
der hat dort einfach nichts zu suchen.
Erschreckend war das Umherirren von Bonmann im 5-Meter Raum-gruselig,da wird Hiller bald wieder seine Chance bekommen.
Und warum jedes mal Wilsch und Weber anstatt Klassen und Berzel spielen, weiss wohl nur der Trainer

Chemieloewe
Leser

Eben! Gerade wegen unserer eklatanten Auswärtsschwäche hätte hinten der Berzel reingehört u. 1-2 weiteren Spielern aus dem Anschlusskader, wie Niemann, sollte Biero auch immer mal wieder eine Chance u. Spielpraxis geben. Gegen Zwickau hat es unsere Verteidigung um Berzel doch nicht schlecht gemacht, warum muss da Biero das Gerüst wieder einreißen? Weber hätte ja zusammen mit Gebhart vor der Virerabwehrkette spielen können, also so ein 4-2-3-1, Weber hätte er natürlich auch mit Steinhard tauschen können, da wäre eben Steinhard mit Gebhart vor die 4-er Abwehrkette gezogen u. Weber auf Steinhards Außenverteidigerposition. Damit wäre die Abwehr beim gegnerischen Angriff zu einem 6-Mannabwehrbollwerk verschmolzen, indem Weber u. Gebhart mit hinten reingerückt wären, den ballführenden Gegner hätte man so problemlos doppeln u. andere besser decken können u. in der Angriffsbewegung hätte man mit Weber u. Gebhart über das 3-er Mittlfeld 5 Leute nach vorn gehabt plus Mölders als Sturmspitze. Ich verstehe nicht, warum Biero gerade auswärts gegen solche Kampftruppen wie Waldhof nicht zuerst auf eine kompaktes, starkes Devensivkonterspielsystem baut?

anteater
Leser

Weber als Außenverteidiger, ich weiß ja nicht. Und Steinhart fand ich auch auf der 6 nicht wirklich überzeugend. Dann lieber gleich ein 5-3-2 oder einfach hinten stabiler stehen, weniger aufmachen und lieber nach hinten passen, als nach vorne zum Gegner. Da wäre ja schon viel gewonnen.

Chemieloewe
Leser

Ich erwarte von Biero, daß er das Problem erkennt u. daran mit erkennbaren Fortschritten u. Verbesserungen arbeitet, aber nicht so, „Angriff ist die beste Verteidigung, also Angriff total“. Das funktioniert eben meistens so nicht! In Braunschweig haben wir ja ein ordentliches Spiel geboten, aber als wir im guten Angriffsspiel etwas nachgelassen haben u. unsere Verteidigung öfters in den Mittelpunkt rücken musste, haben wir auch wieder entscheidende Fehler gemacht, aber ok, trotzdem ein gutes Spiel hingelegt, entscheidende Fehler hat in Braunschweig ja wohl der Schieri mit seinem Gespann gemacht!

tomandcherry
Leser

Chemieloewe

„Ich erwarte von Biero, daß er das Problem erkennt u. daran mit erkennbaren Fortschritten u. Verbesserungen arbeitet,…“

Ich gehe mal davon aus, dass Biero selbst einen gewissen Anspruch an sein Wirken als Chef-Trainer des TSV 1860 München hat.

Er wird mit Sicherheit alles andere als gerne verlieren bzw. mit 0:4 in Waldhof Mannheim untergehen.

Trotzdem sollten wir uns alle – also auch Du – mit unseren Erwartungen ein bisschen an der harten Realität orientieren.

Die aktuelle Truppe ist eine durchschnittliche Drittliga-Mannschaft mit all ihren Stärken und Schwächen. Da gibt’s nichts zu beschönigen.

An einem guten Tag können wir in Braunschweig ein ansprechendes Spiel zeigen oder daheim Zwickau schlagen. An einem schwachen Tag verlieren wir deutlich beim Aufsteiger aus Mannheim.

Das ist alles vollkommen normal und man muss keine Weltuntergangsszenarien heraufbeschwören, den Kopf des Trainers oder sonstwas fordern. (Dieser lezte Satz geht nicht gegen Dich persönlich, Chemieloewe, sondern soll als allgemeine Aussage zur aktuellen Situation verstanden werden.)

Siggi
Leser

Das sah streckenweise aus, wie zwei Klassen Unterschied.
sad
(Es heißt übrigens „Ein Schuss vor den Bug“ – nicht: Buck)

Loewen1860
Leser

Hoffentlich wars wirklich die hohe Niederlage zur rechten Zeit. Erst hatte ich mich geärgert dass ich des Spiel net anschaun konnte, aber im Nachhinein bin ich dann doch froh.

Dass ein Brezel äh Berzel nicht zum Zug kam, kann ich irgendwie nicht verstehen. Für mich der Spieler des Zwickau-Spiels

Snoopy.
Leser

Die „Waldhof-Buben“ haben gestern gezeigt, wie man uns aus dem Spiel nehmen kann – wiederholt. Ist die einfachste Übung, wen man ein wenig Disziplin an den Tag legt. Das Trainerduell ging eindeutig an Trares, die Mannheimer wirken homogener und waren uns in Summe in sämtlichen Bereichen überlegen.

Aus Fehlern lernt man – heißt es. Wir sind da etwas schwach auf der Brust, denn wir machen immer wieder die gleichen Fehler und das mittlerweile mehr als eine Saison übergreifend.

An dem 0:4 kann man genauso wenig festmachen wie an dem 3:0 in der Vorwoche. Wenn das Spiel aufgearbeitet wird, reicht es m.M.n. nicht nur die Fehler der eigenen Spieler aufzuzeigen. Das muss tiefer gehen und darf nicht nur bei individuellen Fehltritten eines einzelnen aufhören. Dazu haben wir schon zu lange die gleichen Probleme.

anteater
Leser

Zunächst dachte ich, dass das ein viel zu schön geschriebener Bericht für das zahnlose Spiel unsrer Löwen ist, doch dann kam die Kritik. Danke für den Bericht! Und einen Schrittzähler hat blau91 also auch wink