Seit nun elf Spieltagen bleiben die Profis vom TSV 1860 München ungeschlagen. Auch in Meppen endete das Spiel mit einem 1:1-Unentschieden. Die Tore in der Meppener Hänsch-Arena schossen Deniz Undav (4. Minute) für die Gastgeber und Noel Niemann (50.) glich für die Löwen aus.

Löwen-Coach Michael Köllner konnte in Meppen aus dem Vollen schöpfen, nahm jedoch, zum Vergleich zum Heimspiel gegen Waldhof Mannheim, nur eine Änderung im Kader vor. Phillipp Steinhart rückte, nach seiner Gelb-Sperre, für Leon Klassen in die Startformation.

Frühe und überraschende Führung der Gastgeber

Das Spiel begann mit einer unschönen Überraschung. Meppens Topscorer Deniz Undav schockte die Löwen früh. Kaum vier Minuten gespielt, lagen sie schon in Führung. Nach einer Ecke nickte der Emsländer Mittelstürmer zur 1:0-Führung ein (4.). Die Situation haben die Löwen vollkommen verschlafen und kaum verteidigt. Den Gegenschlag versuchte Sechzig in Person von Sascha Mölders gleich durchzuführen, doch der Meppener Keeper Erik Domaschke war zur Stelle. Einige Minuten schienen die Löwen unsicher und ließen sich in den eigenen Strafraum drängen, doch bald darauf nahmen sie den Kampf an, wurden bissig und suchten früh die Zweikämpfe. Das Meiste spielte sich jedoch eher im Mittelfeld ab und die Torchancen blieben vorerst ohne Ergebnisse, öfters wurden auch Löwenangriffe wegen Abseits abgepfiffen. Mölders nahm als Spielmacher eine wichtige Rolle im Löwen-Angriff ein und die Meppener suchten im Gegenzug fast immer Undav in ihrem Spiel nach vorne. Zum Ende der ersten Halbzeit hin hatte 1860 durch Efkan Bekiroglu durchaus noch die Chance auf den Ausgleich, als der einen Abpraller zu nutzen versuchte, doch der Treffer blieb letztlich trotz aller Bemühungen aus.

Bis dahin war es ein ausgeglichenes Spiel, ohne wirklich große Möglichkeiten, aber spannend in Zweikämpfen. Viele Weitpässe gab es zu sehen, was wohl eher den schlechten Rasenbedingungen zuzuschreiben waren. Man war auf die Reaktion des Trainers Köllner und der Spieler im zweiten Durchgang gespannt.

Noel Niemann sorgt für den Punkt, Hiller rettet ihn

Und der Löwen-Dompteur zeigte die Reaktion prompt. Nach einer intensiven ersten Hälfte wechselte Michael Köllner in der Pause Tim Rieder für Dennis Dressel ein. Die Löwen versuchten auch sofort die Kontrolle zu übernehmen, doch das Spiel dominierten weiterhin schlechte Abspiele und Ballannahmen. Und dann fiel endlich der verdiente Ausgleich für die Sechzger: Dennis Erdmann schickte Noel Niemann auf die Reise, der die Kugel mit einem zielsicheren Linksschuss ins Tor versenkte (50.). Danach nahm die Intensität zu und Keeper Domaschke wurde von den Löwen weiter gefordert, wie in der 61. Spielminute als Niemann auf Stefan Lex auflegte, der aus kurzer Distanz am Meppener Torwart scheiterte (61.). Auch im weiteren Verlauf schenkte man sich nichts und Marco Hiller bekam einiges zu tun. Ex-Löwe Nikolas Andermatt wurde vom Torschützen Undav angespielt. Andermatt versuchte es aus der zentralen Position aus 25 Metern, doch Hiller konnte mit einer Flugparade einen Rückstand verhindern. Viele kleinere Fouls unterbrachen leider immer wieder den Spielfluss, wodurch es keines der Teams schaffte, sich im Sechzehner festzubeissen und die Partie für sich zu entscheiden.

Für die letzte Viertelstunde schickte Köllner dann noch einen Offensiv-Mann auf den Rasen: Prince Osei Owusu kam für den Torschützen Niemann (77.) und für den müde wirkenden Bekiroglu kam zuletzt noch Leon Klassen aufs Feld (86.). In der Zwischenzeit hatten die Gastgeber noch eine Riesenchance. Guder bediente im Fünfmeterraum El-Helwe, der sofort abschoß. Hiller schaffte es aber den flachen Ball zu halten. Kurz darauf hätte es fast ein Eigentor gegeben, als Erdmann den Schuß von Guder klären wollte und nur knapp am Pfosten vorbei die Kugel ins Toraus leitete (86.). Ein Riesenglück für die Löwen. Die letzten Bemühungen der Sechzger blieben auch ohne Erfolg – am 1:1-Endstand war nicht mehr zu rütteln.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Thrueblue
Leser
Blue Power
Leser

lol

United Sixties
Leser

Mit etwas Abstand wert ich dieses Auswärtsspiel mit dem Unentschieden als Erfolg , denn solche Spiele zwischen zwei kampfstarken Teams auf schlechtem Rasen verliert man oft noch zum Schluss( was uns Dank Hiller und Erdmann erspart blieb).
Jetzt sollten Heimsiege erzwungen werden und dann kann man in Jena zeigen, wie wir inzwischen wirklich einzuordnen sind. Jeder Drittligasieg muss extrem hart erarbeitet werden und da werden die kommenden drei Spiele zum Test für diesen Kader . Wer geht an seine absolute Leistungsgrenzen und will mit diesem Löwenteam in die Geschichte eingehend und das schier Unmögliche doch noch erreichen. Bleibt spannend und freu mich schon auf kommenden Sontag mit Wollitz Magdeburg.

3und6zger
Leser

Meiner Meinung nach orientieren wir uns eindeutig nach oben Richtung Championsleague. Dort steht auch keiner beim Eckball am kurzen Pfosten, weil das ja „Old School“ ist. Aber dann spiel ich lieber unüblich und kassiere nicht schon das zweite Tor beim Eckball (siehe Zwickau).

tomandcherry
Leser

Mit dem Auswärtspunkt kann man leben. Nach dem frühen Rückstand hatte ich schon schlimmste Befürchtungen, die sich zum Glück nicht bewahrheitet haben.

Allerdings sollten gegen Magdeburg und Chemnitz zwei Heimsiege folgen, sonst wird es langsam aber sicher wieder Richtung Abstiegszone gehen. Unentschieden sind dauerhaft zu wenig, wenn man dann seine Heimspiele nicht gewinnen kann.

Ohne jetzt Wasser in den Löwen-Wein kippen zu wollen, aber unter Köllner’s Regie steht erst ein Heimsieg bei vier Versuchen. Wird Zeit, diese Bilanz aufzupolieren.

Löwin
Leser

So schlecht möchte ich des Spiel gar nicht bewerten. Meppen ist halt ein Gegner in Augenhöhe mit starken Läufern, aber wenig Strategie.
Was man deutlich sieht ist, das wir selbst mit schwierigen Situation langsam umgehen können. Wir hatten schon ganz andere Zeiten, da hätten wir so ein Spiel zu 100% verloren.
Erdmann und Berzel machen einen super Job da hinten. Rieder gehört definitiv in die Startelf. Nieman und Lex müssen beide noch lernen, aber machen sie doch schon Klasse. 👍
Uns fehlt halt ein bisschen ein treffsicherer Sturm, aber des können wir nicht von heut auf morgen ändern.
Beki gehört auf die Bank, momentan bringt er gar nichts. Er versucht ständig im Alleingang das Tor zu machen und spielt nicht mehr mit der Mannschaft. Owusu 🤷‍♀️ muss ehrlich sagen da hätte ich lieber Karger gesehen, schade das er nicht im Kader war. Lieber Gebhard zu Hause lassen!
Wir haben immer noch sehr viel zu lernen, man sieht aber in allen Ecken deutliche Verbesserungen. Natürlich war es am Anfang mehr, dass liegt aber eher an der Tatsache das wir endlich mit Taktik in die Spiele gehen.
Jeder Punkt hilft uns weiter! Wir sind doch auf einem sehr guten Weg….. 🍀😁

heart lion heart

DaBrain1860
Leser

Sehe ich genauso!
Das wird alles schon noch, denn diese Saison genießen wir mal in aller Ruhe den Klassenerhalt und nächste Saison greifen wir oben an! Da hab ich vollstes Vertrauen in unseren Coach!

Sechzig ist der geilste Club der Welt
Ohne Hasan

Blue Power
Leser

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht viel erwartet in Meppen, dann hatte ich diese Trikots gesehen, mit diesem Auswärts Trikot haben wir gefühlt nicht einen einzigen Punkt erspielt und ich dachte oh je!
Die erste Halbzeit hat mich an den Hühnerhaufen unter Biero erinnert und mein Gefühl zu 100% bestätigt. Diese Halbzeit war eine Katastrophe!
In der zweiten Halbzeit waren wir viel aggressiver im Pressing und griffiger in den Aktionen. Hätten wir beide Halbzeiten so gespielt, hätten wir mehr aus Meppen mitnehmen können. Noel Niemann ist im Moment der Punktegarant, der Junge macht mit seiner Spielweise einfach Freude. Mölders im Moment ein wenig mit Ladehemmung, hoffe aber das es beim nächsten Heimspiel wieder klappt mit seinen raffinierten Toren!

Snoopy.
Leser

Köllner hat die ersten 15 Minuten als „Katastrophe“ bezeichnet. Irgendwie passend, wenn man die Vergleiche zu den letzten (Auswärts)Spielen zieht. Das war eher ein Rückfall in den Zustand vor 5 Monaten.

Meppen ist extrem druckvoll gestartet, standen sehr hoch und wir hatten so was wie ein Deja-vu. Die Verunsicherung vor und nach dem Tor in den ersten Minuten konnte man sehen, spüren. Fehlpässe, irgendwelchen mehr oder weniger sinnloses herausschlagen der Bälle, von Struktur war da erst mal gar nichts. Aber wir haben dann doch ins Spiel gefunden und somit ist das 1:1 doch verdient. Ich kann mit dem Punkt leben, von mehr bin ich eh nicht ausgegangen, aber wenigstens noch einen Punkt mitgenommen. Auch dank Hiller.

Dass es noch nicht für „to the top“ reicht, sieht man, gerade gegen so Gegner auf „Augenhöhe“. Da fehlt noch ein ein wenig, um diese Spiele gewinnen zu können. In meinen Augen sind das auch nicht unsere Gegner, Punkte gegen die ersten 5 sind für mich nicht mehr als Bonuspunkte, die man gerne mitnehmen würde, aber unsere Gegner sind andere. Zumindest noch in dieser Saison in dieser Momentaufnahme.

Das Spiel war in etwa so, wie ich es erwartet habe, nur das frühe Gegentor gab es bei mir nicht. Sonst war es eine enge Kiste, geprägt von vielen Zweikämpfen und einigen Nicklichkeiten, kleinen Fouls aber nicht wirklich was schlimmes. Köllner hat zur Pause gewechselt und Rieder gebracht, dadurch gab es mehr Struktur in dem Spiel, Dressel hatte wohl heute nicht so seinen Tag. Wir hatten stellenweise die Hand auf dem Spiel, aber der letzte Punch hat gefehlt. Meppen hat das aber auch richtig gut gemacht und – wie wir auch – nicht so viel zugelassen.

Jeder einzelne Punkt bring den TSV näher an das primäre Ziel, eine „sorgenfreie Saison“ zu spielen. Dennoch sollten wir aufpassen, dass wir den Abstand nach unten nicht fahrlässig schrumpfen lassen. Die nächsten Gegner stehen in der Tabelle hinter uns, Heimspiele, im Grunde muss man schon sagen, dass da jetzt 3 Punkte im Pflichtenheft stehen sollten.

Alexander Schlegel
Leser

Das Spiel hat mir heute nicht so gut gefallen. War es der Rasen oder die fehlende Tagesform einiger Spieler, ich weiß es nicht. Unmittelbar vor dem 0:1 rieb ich mir schon verwundert die Augen und dachte, dass das nicht lange gut gehen kann. Das erinnerte an schlimmste Bierofka-Auswärtsspiele. Aber so allmählich kam man dann doch besser in die Zweikämpfe, aber es waren heute unglaublich viele Stockfehler und sonstige technische Unzulänglichkeiten dabei, was inzwischen ganz ungewohnt wirkt. Erst mit Tim Rieder in der zweiten Halbzeit kam wieder mehr Übersicht und Ruhe rein. Aber richtig in Fahrt kamen die Löwen zu keinem Zeitpunkt. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend.

Ein permanenter Gefahrenpunkt war mal wieder unsere linke Abwehrseite. Die meisten gefährlichen Situationen kamen durch sehr laxes Abwehrverhalten von Steinhart zustande. Das war heute ein Rückfall in alte Zeiten. Er stand viel zu weit weg von den anrennenden Meppenern, bekam allerdings auch zu wenig Unterstützung von den Mitspielern. Die Seite war ein permanenter Gefahrenherd.

Bekiroglu zeigt derzeit, so finde ich, auch sehr durchwachsene Leistungen. Er trennt sich oftmals zu spät vom Ball und geht im Mittelfeld viel zu oft in riskante Dribblings statt einen einfachen Ball zu spielen. Er wirkt momentan nicht frisch und auch nicht so ganz bei der Sache. Leider ist Gebhart derzeit auch keine Alternative.

anteater
Leser

Steinhart hat auch einen riesigen Abriss von Erdmann bekommen, vollkommen zu recht.

Als wir in der zweiten Halbzeit dann viel früher und höher pressten, da hatten wir Meppen schon eine Zeit lang ziemlich im Griff, versäumten es aber, ein weiteres Tor zu erzielen. So wirklich zwingendes war da nicht mehr dabei.

Das mit Efkan finde ich auch bitter. Er nimmt Bälle oft schlecht an, legt sie sich zu weit vor. So empfiehlt er sich auch nicht gerade für die zweite Liga.

In Summe war das heute alles nichts Halbes und nichts Ganzes. Rieder ist tatsächlich einer unserer wirklich besseren Spieler. Er hat eine ganz andere Ballsicherheit als fast der ganze Rest der Mannschaft.

Und Berzel, so resolut er auch hinten alles abräumt, so wirklich glücklich bin ich nicht damit, dass er sich andauernd bei der kleinsten Berührung fallen lässt. Das mag zwar zu unserem Vorteil sein, ein Mal wäre es fast ins Auge gegangen, aber von großem Sportsgeist zeugt es nicht.

Am Ende wäre hier mehr gegangen, ich hab uns über Strecken dann doch als das zwingendere Team gesehen, aber genauso gut hätte es bei uns nochmal scheppern können.