Martin Kind, Gesellschafter von Zweitligist Hannover 96 rechnet damit, dass irgendwann eine Entscheidung über die 50+1-Regel im deutschen Fußball vor Gericht getroffen wird. Helfen würde es dem vehementen Gegner der Regelung nicht. Denn die Mitgliederversammlung von H96 hat am Sonntag entschieden, die 50+1-Regel in die eigene Satzung aufzunehmen.

Immer wieder machen sich Funktionäre des FC Bayern München für einen Wegfall der 50+1-Regel stark. Oliver Kahn forderte ein Umdenken im Hinblick auf die Regelung, auch Karl-Heinz Rummenigge würde das Ende der Regelung befürworten. Das ist durchaus ironisch, denn der FCB ist ein absoluter Verfechter der Regelung. Denn der Verein aus der Seitenstraße hat 50+1 in seiner Satzung fest verankert. Ein Wegfall der Regelung hätte damit keinen Einfluß auf den FC Bayern. Nun hat ein weiterer deutscher Fußballverein 50+1 in seiner Satzung verankert. Und zwar der Hannoversche Sportverein von 1896. Der Einfluß externer Investoren soll damit begrenzt bleiben. Auch dann, wenn die Regelung von der Deutschen Fußball Liga oder einem Gericht außer Kraft gesetzt wird. Das ist vor allem deshalb interessant, weil Gesellschafter Martin Kind jahrelang eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1 bekommen wollte. “Das haben die Mitglieder so entschieden. Das muss man respektieren”, sagte Kind gegenüber Medienvertretern.

Titelbild: Photo by Frederic Scheidemann/Getty Images

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chemieloewe
chemieloewe(@chemieloewe)
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3 Monate her

👏👍Ein ganz starkes Ausrufezeichen von den Mitgliedern des e.V. von H96, sehr gut, klasse!!! Meine Gratulation, Hochachtung, Respekt u. Anerkennung für diese, auch von mir aus, richtige Entscheidung u. diesen richtigen Beschluss pro 50+1!!!

Da stellt sich doch gleich die Frage, warum wurde das bisher nicht auch schon bei 60 auf die Tagesordnung einer MV gesetzt, die 50+1-Regel noch nicht in die e.V.-Satzung aufgenommen u. wann machen wir das auch???

Ich wäre natürlich sehr dafür u. fände es absolut löwenstark, wenn ein dementsprechender Antrag auf der nächsten MV von 60 gestellt u. darüber abgestimmt würde!!! Müsste natürlich ein Mitglied o. besser mehrere als Mitgliederinitiative auch machen…

Die 50+1-Regel muss bleiben, 50+1-Regel in die e.V.-Satzung verankern u. festschreiben!!!

Die nächste Frage wäre dann, hätte das überhaupt einen rechtlichen Einfluss u. rechtliche Auswirkungen auf die maßgebliche Gesellschafterentscheidungsgewalt in der KGaA, wenn 50+1 per Gerichtsentscheidung in Deutschland, im DFB u. der DFL gekippt u. wegfallen würde??? Dazu wäre wichtig u. gut zu wissen, ob u. was diesbezüglich im KGaA-Gesellschaftervertrag dazu vereinbart u. geregelt ist?

Last edited 3 Monate her by Chemieloewe
Snoopy.
Snoopy.(@snoopy)
Reply to  Chemieloewe
3 Monate her

Meines Wissens nach kann bei 1860 der Mehrheitsgesellschafter – Ismaik – dann die Komplementärin, also die vom e.V. betriebene Geschäftsführungs GmbH komplett übernehmen. Dazu würden dann seine nicht stimmberechtigten Aktienanteile in stimmberechtigte übergehen. Die Komplentärin ist Vollhafterin für die GmbH & Co KGaA. Würde dann bedeuten, dass auch Ismaik – sofern mein Wissen korrekt ist – auch in die Vollhaftung genommen werden kann, was bisher nicht der Fall ist.

Snoopy.
Snoopy.(@snoopy)
3 Monate her

Dann bleibt die Frage, warum der FCB so auf das Ende von 50+1 scharf ist, wenn er es in der Satzung verankert hat. Wobei man so eine Satzung auch ändern kann. So lange 50+1 besteht, ist dafür ja keine Veranlassung. Nur denke ich, sollte diese Regelung fallen und die Investoren den deutschen Markt stürmen, Geld in die Vereine pumpen, so dass der Status von den Nachbarn in Gefahr gerät, wir man die Mitglieder schon entsprechend impfen, damit sie diese Regel aus dem e.V. streichen. Wäre ja schlimm, wenn man so etwas befürwortet und dann quasi das Schlusslicht wird.

Wobei die Clubs in Deutschland auch mal einsehen müssen, dass Geld und irgendwelche Investoren aus sonst woher von den Mitgliedern im Großen und Ganzen nicht gewollt werden. Dafür ist der Fußball in diesem Land zu sehr auf die Vereine, deren Mitglieder und der Gemeinnützigkeit ausgerichtet. Das ist die Basis und die wird nach wie vor sehr hoch gehalten. Nicht umsonst möchte der Amateurverband zur DFB-Wahl nächstes Jahr einen Kandidaten ins Rennen schicken.

Die Mitglieder von Hannover haben in meinen Augen die richtige Entscheidung getroffen. Gratulation.