Dennis Erdmann wurde vom DFB im September aufgrund rassistischer Äußerungen zu einer achtwöchigen Sperre und 3.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Erdmanns Verein Saarbrücken legte Berufung ein. Erdmann bestritt die Vorwürfe. Der DFB hat das Straßmaß anschließend abgemildert. Nun nimmt der Abwehrspieler auf Instagram Stellung.

Die Stellungnahme

“Liebe Earthman Follower, liebe Fußballfans, liebe Gesellschaft.

Die Letzten Wochen waren ziemlich Kräfte raubend und haben mich und meine Familie in manchen Situationen fast verzweifeln lassen. Mein Leben als Fußballer und auch als Familienmensch, wurde auf eine harte Probe gestellt und fast zerstört. Es war die Hölle abends einzuschlafen und morgens aufzuwachen. Ich hatte das Gefühl von leere in mir, von Hilflosigkeit. Mein Auto wurde beschädigt, Briefe, Pakete mit Symbolen oder auch einfach eine Masse an Social Media Nachrichten überfluteten mich. Ich wurde als Rassist abgestempelt. Die Spieler Atik und Condè von meinem ehemals geschätzten Verein 1. FC Magdeburg, sprachen sich am Morgen vor dem Spiel am 25.8 ab, mich abends verletzten zu wollen. Da dies nicht geklappt hat, wurde mir auf Grund eines BILD Zeitungsartikel erheblich geschadet. Weder der DFB noch die Spieler vom 1.FCM konnten diese schweren Anschuldigungen vor dem Sportgericht beweisen. Der DFB schenkte den FCM Spieler glauben ohne jegliche Begründung. Der DFB drehte in der Verhandlung, die Beweislast um. Auf einmal sollte ich beweisen, dass ich diese Äußerungen nicht getätigt habe. All diese Vorkommnisse haben mich die letzten Wochen unfassbar bedrückt. Mir ist es wichtig zu sagen und auch ein letztes Mal, dass ich keine dieser Äußerungen getätigt habe. Der Kampf gegen Rassimus ist wichtig und muss geführt werden. Er sollte aber in der Form nicht ausgenutzt werden, dass an einem mündigen Menschen ein Exempel statuiert wird. Ich vermute, die Spieler vom FCM als auch der DFB haben dies getan. Auch das gestrige Spiel zeigte wie sehr die letzten Wochen an mir klebten umso stolzer bin ich auf Mannschaft, Trainer und Verein, dass ihr mir die letzten Woche so stark den Rücken frei gehalten habt. Euch gilt mein Dank, dass diese schwierige Zeit mit meinem Statement hier ein Ende nimmt. 🙏🏼 der Earthman lebt auch wenn der FCM es anders wollte.”

Bisherige Artikel

DFB ändert Strafmaß für Dennis Erdmann vom 1. FC Saarbrücken

Rassismus-Urteil gegen Dennis Erdmann: 1. FC Saarbrücken legt Berufung ein

8 Wochen Sperre und 3.000 Euro Geldstrafe für Dennis Erdmann wegen rassistischen Äußerungen

Sportgericht des DFB verhandelt Rassismus-Vorwürfe gegen Dennis Erdmann

Titelbild: Photo by Alex Grimm/Getty Images

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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alexander-schlegel
alexander-schlegel(@a-schlegel)
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1 Monat her

Ich will mich gar nicht lange mit der Frage aufhalten, ob Erdmann sich rassistisch geäußert hat oder nicht. Mindestens einer der Beteiligten lügt, wer das aber nun genau ist, werden wir nicht herausbekommen.

Allerdings finde ich sein Nachkarten in den sozialen Medien äußerst fragwürdig. Er hatte doch letzte Woche die Gelegenheit vor dem DFB-Bundesgericht im Berufungsverfahren diesen Sachverhalt noch mal aufzurollen und klären zu lassen. Es ist nämlich in der Tat ein rechtlich sehr schwieriges Terrain auf dem man sich da bewegt. Aber dazu kam es nicht, weil Erdmann über seinen Anwalt nur die Rechtsfolgen (also die Bestrafung), nicht aber die Urteilsbegründung anfechten ließ. Im Gegenteil. Er äußerte sich nämlich seltsam uneindeutig:

“Wenn es angesichts des hektischen Spielgeschehens zu Missverständnissen kam, tut es ihm leid.”

Das wurde ihm vom Richter so ausgelegt, dass er den Rassismus-Vorwurf im Nachhinein bestätigen würde. Der Richter sprach von einer “Geständnisfunktion”.

Konnte Erdmann dem Richter in dem Moment nicht folgen oder warum protestierte er nicht energisch? Nein, ihm gings in dem Moment nur um die Reduzierung der Sperre, ansonsten hat er schön seinen Mund gehalten. Das mag man angesichts des psychischen Drucks, dem er wohl ausgesetzt war, noch irgendwie nachvollziehen können. Aber warum er allerdings jetzt noch mal nachkartet, ist dann allerdings nicht mehr zu verstehen. Zumindest für mich. Dann ist anscheinend der psychische Druck doch nicht so groß gewesen, wenn man bereit ist über die sozialen Medien noch mal auszuteilen. Denn was er da macht, geht weit über eine bloße Rechtfertigung hinaus und müsste wieder den DFB auf den Plan rufen. Er spricht nämlich davon, dass sich die Magdeburger Spieler Atik und Condè vor dem Spiel abgesprochen hätten ihn zu verletzen und nur weil das nicht geklappt hätte, wären sie zur Bild-Zeitung gegangen. Zitat:

Die Spieler Atik und Condè von meinem ehemals geschätzten Verein 1. FC Magdeburg, sprachen sich am Morgen vor dem Spiel am 25.8 ab, mich abends verletzten zu wollen. Da dies nicht geklappt hat, wurde mir auf Grund eines BILD Zeitungsartikel erheblich geschadet.

Wow, da kann man nur hoffen, dass Herr Erdmann das alles auch gut belegen kann, denn das sind schlimme Beschuldigungen, die er da ausspricht. Wer ist eigentlich jetzt hier Opfer und wer Täter? Mit ist das nach diesen Sätzen nicht mehr so ganz klar. Klar ist aber für mich, dass das Sportgericht auf jeden Fall noch mal tätig werden muss, sonst verstehe ich die Welt nicht mehr.

Last edited 1 Monat her by Alexander Schlegel
aymen1860
aymen1860(@aymen1860)
Leser
1 Monat her

Typisch für die heutige Zeit. Da reichen Vermutungen aus, um einen Multimedia Shitstorm auszulösen.

siggi
siggi(@gscheiderl)
Leser
1 Monat her

Wer nun die Wahrheit sagt und wer nicht, darüber können wir bestenfalls spekulieren.
Die Beweisumkehr aber, also dass ein Beschuldigter beweisen muss, dass er unschuldig ist, öffnet jeglicher Willkür Tür und Tor! Wo bleibt da der ehemals vielzitierte Spruch “Im Zweifel für den Angeklagten”?

tomandcherry
tomandcherry(@tomandcherry)
Leser
1 Monat her

Ich war nie ein großer Fan von Dennis Erdmann, fand ihn grundsätzlich nicht besonders sympathisch. Spielt jedoch keine Rolle, er ist halt ein spezieller Typ, mit dem ich nicht “warm” werde.

Was Frau Schwabl mit ihrem emotionalen Beitrag zum Thema beweist (siehe Bildfolge), ist das “selbstbewusste und unglaublich starke Auftreten” in “social media”, wenn man sich trauen kann, das Maul weit aufzureißen und große Töne zu spucken.

Ganz ehrlich, Frau Schwabl, größeren Respekt hätten sie bekommen, wenn sie es Herrn E. direkt von Angesicht zu Angesicht gesagt und nicht nur aus der sicheren Distanz des Internets geschrieben hätten.

So fällt Ihr Chihuauha-Vergleich ziemlich doof auf Sie selbst zurück.

Und das meine ich, ohne Herrn E. und seine (nicht) rassistische Einstellung zu kennen.

anteater
anteater(@anteater)
Leser
Reply to  tomandcherry
1 Monat her

Schade, dass ich das Insta-Zeug nicht sehe, gerade wo Du mein Interesse weckst.

tomandcherry
tomandcherry(@tomandcherry)
Leser
Reply to  anteater
1 Monat her

Klick Dich oben durch die Bilder, dann siehst Du es im Bild 4.

anteater
anteater(@anteater)
Leser
Reply to  tomandcherry
1 Monat her

Ah, danke, auf dem Smartphone zeigt es mir Instagram-inhalte tatsächlich an.

tomandcherry
tomandcherry(@tomandcherry)
Leser
Reply to  anteater
1 Monat her

Ich hab’ auch eine Abneigung gegen “Insta”, “Twitter” usw.

Dort wird sehr viel Emotionales in die große weite Welt hinausposaunt und das provoziert wieder emotionale Gegendarstellungen.

Frau Schwabl ist dafür im Erdmann-“Skandal” ein Paradebeispiel.

anteater
anteater(@anteater)
Leser
Reply to  tomandcherry
1 Monat her

Facebook ist nicht besser, wollte ich nur nochmal explizit erwähnen, auch wenn es bei Deinem “usw.” sicher gemeint ist.

thrueblue
thrueblue(@thrueblue)
Leser
1 Monat her

Hui, da hat ihm die Frau vom Schwabl Markus ordentlich eingeschenkt…