Heute wird der ehemalige Löwenspieler Jens Jeremies 44 Jahre alt. Wir wünschen ihm alles Gute und weiterhin viel Erfolg und Gesundheit.

Der gebürtige Dresdner schaffte etwas, das nahezu unmöglich ist und das außer ihm nur wenige geschafft haben. Jeremies hat das Kunststück fertig gebracht, sich im Trikot des FC Bayern München zur Legende bei den Löwenfans zu machen. Dafür brauchte er nur eine einzige Aktion, doch dazu kommen wir später.

Von Dynamo Dresden über 1860 zum FC Bayern

Jens Jeremies debütierte am 01.04.1995 in der Bundesliga bei seinem damaligen Verein Dynamo Dresden, zu dem er im Alter von zwölf Jahren von seinem ersten Verein Motor Görlitz gewechselt war. Im Sommer 1995 wechselte er zu Sechzig, wo er direkt zum Stammspieler wurde. In drei Jahren bestritt er 78 Bundesliga-Spiele für 1860. Bereits im Sommer 1997 wurde bekannt, dass Jeremies seinen Vertrag nicht verlängern wird und nach der Saison die Löwen ablösefrei verlassen wird.
Der Ärger bei den Fans war sehr groß, als Anfang November bekannt wurde, dass er einen Vorvertrag beim Münchner Lokalrivalen unterschrieben hatte. Jeremies wurde schon, als er noch bei Sechzig unter Vertrag stand, deshalb massiv ausgepfiffen und von Teilen der Fans gar als Judas beschimpft. Vielleicht wäre der Ärger etwas geringer gewesen, wenn man damals schon gewusst hätte, was zwei Jahre später passiert ist.

Jeremies spielte die folgenden acht Jahre beim FC Bayern und gewann in dieser Zeit viele Titel, 2001 sogar die Champions League und den Weltpokal. Bis zu seinem Karriereende im Jahr 2006 spielte er insgesamt 251-mal in der Bundesliga, 55-mal in der Champions League. Von 1995 bis 2004 absolvierte er außerdem 55 Spiele für die Deutsche Nationalmannschaft.
Jeremies kam in seiner Karriere sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung zum Einsatz. Er war zwar ein sehr harter Spieler, blieb aber immer fair. Ein Beispiel für seine Spielweise ist eine Aussage aus einem Spiel gegen Arsenal London. Nachdem Jeremies deren Stürmer Patrick Viera in die Beine gerauscht war sagte er nach dem Aufstehen: “Siehst du Mittellinie? Kommst du drüber, macht es aua! Hier drüben aua, da drüben gut!“

Mittlerweile ist Jeremies als Spielerberater tätig, außerdem betreibt er die Stiftung Der Jugend ihre Zukunft  Dabei hat er sich zum Ziel gesetzt, Kinder zu unterstützen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer familiären Verhältnisse benachteiligt werden.

Entscheidendes Tor im Derby

Zur Legende unter den Löwen wurde er am 15. April 2000. Ein halbes Jahr zuvor hatte Sechzig zum ersten Mal seit 22 Jahren ein Derby gegen den großen Club von der Säbener Straße gewonnen. Im zweiten Duell der Saison wollte es Jeremies Club natürlich besser machen. Jedoch war 1860 von Beginn an das bessere Team. In der 22. Minute erzielte Martin Max die Führung, doch Scholl konnte bereits sieben Minuten später ausgleichen.
In der 40. Minute flankte Roman Tyce den Ball von der linken Seite in die Mitte. Doch die Flanke kam zu spät und flog genau auf Oliver Kahn zu. Wohl jeder im Stadion war sich sicher, dass Kahn den Ball sicher erwischen würde. Jeremies hingegen lief Richtung Tor, um dem Keeper zu helfen. Als der Ball vor das Tor kam erwischte er ihn zwar, jedoch köpfte er ihn ins eigene Tor. Kahn konnte nur noch tatenlos zusehen, wie der Ball ins Tor flog.
Dieses Tor blieb das letzte in diesem Spiel, die Löwen konnten den Vorsprung ins Ziel retten. Damit konnten die Löwen in der Saison 1999/2000 beide Derbys gewinnen. Und Jeremies bewies, wenn auch sicherlich nicht gewollt, dass der Spruch “Einmal Löwe, immer Löwe“ auch im Trikot des ungeliebten Münchner Rivalen noch gelten kann.

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Sein Bundesligadebüt feierte Jeremies übrigens im Sechzgerstadion.

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Und hat verloren 😉

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