Seit Sommer 2017 ist Robert Reisinger nun Präsident des TSV 1860 München. Ein schwieriger Job. Vor allem aus einem Grund: Es herrscht seit 2017 Dauerwahlkampf bei den Löwen. Ein Kommentar zu Thomas Hirschbergers Wunsch, Präsident zu werden:

Vier unruhige Jahre haben die Löwen hinter sich. Nachdem Peter Cassalette das Amt als Präsident beim TSV 1860 München niedergelegt hat, übernahm Robert Reisinger kurzerhand und ließ sich im Sommer 2017 durch die Mitglieder bestätigen.

Dauerwahlkampf Teil I: Team Profifussball

Die Zeit der Sachpolitik war kurz. Durch den Zwangsabstieg in die Regionalliga war ohnehin Unruhe im Klub. Bereits Anfang 2018 zwang das sogenannte Team Profifussball den TSV 1860 München wieder in den Wahlkampf, der bis zum Sommer 2018 anhielt. Das Team rund um Klaus Ruhrdorfer, zu dem auch Thomas Hirschberger gehörte, scheiterte. Gewählt wurde aus dieser Interessensgemeinschaft niemand.

Dauerwahlkampf Teil II: Saki Stimoniaris

2019 kam Saki Stimoniaris. Sein Ziel: er wolle Präsident des TSV München von 1860 werden. Er brachte sich in Stellung und erneut gab es Wahlkampf. Für Sachpolitik war wenig Zeit. Stimoniaris wurde vom Verwaltungsrat zwar angehört, für die Wahl bei der Mitgliederversammlung jedoch nicht nominiert. Robert Reisinger wurde als Präsident wiedergewählt.

Auch nach der Wahl blieb es vereinspolitisch unruhig. Der Weggang von Trainer Daniel Bierofka sorgte für vereinspolitischen Wirbel. Immer wieder musste sich das Präsidium mit Anschuldigungen und sogar Anfeindungen, bis hin zur Androhung von körperlicher Gewalt, auseinandersetzen.

Findung der Sachpolitik

Mittlerweile ist Michael Köllner neuer Trainer bei den Löwen. Der, gemeinsam mit Günther Gorenzel, vor allem eines geschafft hat: volle Konzentration auf die Sacharbeit mit der Mannschaft. Sportlich läuft es im Moment gut. Und auch die Aussagen, die von der Geschäftsführung kommen, machen Mut. Die Löwen haben zusätzliches Geld aus dem Verkauf ehemaliger Spieler. Zwar erklärt Gorenzel ganz deutlich, dass er dieses Geld gerne in den Kader stecken möchte, betont jedoch, dass hierzu ein Entscheidungsprozess stattfindet. Mehr Sachlichkeit geht kaum. Dass er für den Sportetat um jeden vorhandenen Euro kämpft, ist nicht nur sein gutes Recht, sondern sein Job.

Besonders positiv: In diesem Jahr stehen keine Wahlen an. Der Verwaltungsrat wird erst 2021 gewählt und das Präsidium wird ein Jahr später zur Wahl stehen.

Dauerwahlkampf beim TSV 1860 München

Die große Chance

Es ist deshalb die große Chance, nun mal endlich auf den Dauerwahlkampf und die ständige Befeuerung zu verzichten. Hin zur Sachpolitik auf allen Ebenen. Im Sport, im e.V. und in der KGaA. Es gibt genug zu tun. Der TSV 1860 München ist auf einem sehr guten Weg. Aber es gibt eben viel zu tun.

Sich jetzt als möglicher Präsident für die Löwen in Stellung zu bringen, hilft dem Verein nicht. Zum einen fließt bis zur Wahl noch sehr viel Wasser die Isar hinab und viel Bier aus den Zapfhähnen Giesings. Zum anderen wäre es nun wirklich sinnvoll, die Zeit bis 2021 mit Sachpolitik zu füllen. Und den Dauerwahlkampf zu beenden. Anscheinend ist es dem einen oder anderen momentan zu ruhig. Ruhe, die jedoch dringend notwendig ist und genutzt werden sollte.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)

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Kein1860Fan
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Kein1860Fan

Wann hat es je die Möglichkeit gegeben, beim TSV in Ruhe die Sachpolitik abzuarbeiten? Ist es seit 2011 nicht das Bestreben, die 50+1-Regelung auszuhebeln? Hat das was mit Sachpolitik zu tun oder werden dort Eigeninteressen verfolgt? Oder was hat das Berufungsverfahren der TSV 1860 Merchandising GmbH gegen das Endurteil im Rechtsstreit gegen die „Löwenfans gegen Rechts“ mit Sachpolitik zu tun?

Eins unterlässt der 22-Mio-Verluste-Produzent Hasan Ismaik derzeit. So offensichtlich verbale Ausrutscher wie Rassisten, Lügner oder Profilneurotiker werden aktuell nicht verbreitet. Dafür scheinen die HI-Facebook-Autoren sich darauf zu konzentrieren, mehr zwischen den Zeilen zu schreiben.

Die von HI an den e.V.-Präsident Robert Reisinger gerichteten Geburtstag-Wünsche sind nach meiner Meinung ein Beleg dafür. Ich halte diese Nachricht für einen gezielten Affront gegen Herrn Reisinger. Der Jordanier schreibt: “Lieber Herr Reisinger, auch wenn ich eine völlig konträre Meinung über die Ausrichtung des TSV 1860 habe, will ich nicht vergessen, Ihnen an Ihrem Ehrentag zum 56. Geburtstag zu gratulieren. Ich wünsche Ihnen vor allem beruflichen Erfolg, Glück und Gesundheit. Hochachtungsvoll“

Alleine für die Übermittlung FB zu nehmen, entspricht nicht ganz den geschäftlichen Gepflogenheiten. Auf jeden Fall kann ich mich nicht daran erinnern, dass beispielsweise Karl-Heinz Rummenigge den Vorständen von den Mitgesellschaftern von VW oder Audi jemals Grüße über FB zugeschickt hat. Obwohl in der Nachricht eindeutig auf die konträren Meinungsunterschiede verwiesen wird, wird die Mitteilung an „Lieber“ adressiert. Merkwürdig. Sehr geehrter Herr R. wäre sicherlich angemessener gewesen. Und zu allem Überfluss endet die Nachricht mit der Grußformel „Hochachtungsvoll.“ Diese Formel grenzt schon an Beleidigung.

Für mich ist nicht zu erkennen, dass der Mitgesellschafter ein Interesse daran hat, beim TSV 2020 in Ruhe Sachpolitik betreiben zu lassen. Vielleicht verwechselt er auch Sachpolitik im Interesse des Profi-Fußballs mit seinem persönlichen Machtstreben.

Serkan
Leser

Wirtschaftspresse hatte Hirschberger auf dem Kieker. Musste wie man liest einen Notverkauf seines Unternehmens zu unguten Konditionen vornehmen. In dem Fall kann ein flapsiger Spruch größere Wellen schlagen als beabsichtigt.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/systemgastronomie-gruender-wird-seine-burger-kette-hans-im-glueck-los/25444436.html?ticket=ST-1457115-n6xdM0njrXpU4YvKigjq-ap6

sheiny
Leser

Natürlich ist dem einen oder anderen zu ruhig denn die Hasan Fraktion merkt halt deutlich das sie immer mehr in die Defensive geraten . Herr Ismaik blamiert sich oft und gerne via FB. sei es mit kopfschüttelnden Posts oder mit gefakten Likes. Konkrete Vorschläge konnte er noch nie liefern , es kommt immer das selbe substanzlose Palaver .
Er , Saki , Power usw hätten nur zugern die große Bühne um sich in Szene zu setzen doch so ein Pech nix geht im Moment.
Warum man zum jetzigen Zeitpunkt wie Hirschbergereine Kandidatur hinausposaunt obwohl in diesem Jahr gar keine Wahlen anstehen sondern erst 2022 ist auch wieder völlig planlos und hirnlos. Kein Wunder das die Ismaik Seite immer krachend scheitert mit ihren Undurchdachten Aktionen die sie liefern .

Seit dem Trainerwechsel gibt es offenbar deutlich weniger Indiskretionen die nach außen dringen. Auch Gorenzel macht nun einen deutlich besseren Job als unter Biero. Der Trainer und der Sportchef lassen sich nicht auf das Spielchen vom Lügenblogger ein und reagieren souverän , dem stinkt das gewaltig denn der braucht dringend Klicks für seinen stark schwächelnden Kommentarblog , Ruhe ist da Gift und passt überhaupt nicht ins Konzept !
Köllner selbst hat eine ganz andere Art, eine deutlich souveräner unaufgeregte die konträr zu der von Biero steht. Unter ihm gibt es in kürzester Zeit die Handschrift und Veränderung die D. Bierofka über 2 Jahre nicht schaffte.

Klar dass so mancher Ego Probleme hat wenn es so angenehm sachlich und ruhig abläuft wie jetzt und er sich Zuwenig beachtet fühlt und meint extra Stunk machen zu müssen und bissl Staub aufwirbeln will um Unruhe zu stiften.

anteater
Leser

Es hilft halt ungemein, wenn der Trainer nicht gleichzeitig mit ganz klar einseitig berichtenden Journalisten oder Bloggern privat verbandelt ist.

Friedrich Hegel
Leser

Absolut richtig!

Bine1860
Leser

.. und dessen unglaubliches Gesülze für bare Münze nimmt.

Reinhard Friedl
Leser

Die Sachlage zu 100 % auf den Punkt gebracht.