“Wir fühlen uns keinem Lager verpflichtet”, sagte Klaus Ruhdorfer gegenüber dem Löwenmagazin. Und auch Unternehmer Matthias Pantke bestätigt, dass man sich keinem Lager zugehörig fühlt. Das gemeinsame Auftreten habe ausschließlich zum Ziel, dass man ein Kompetenzteam aufstellen und mit einer gemeinsamen Agenda antreten wolle. Doch so einfach ist das nicht. Denn das Lagerdenken unter den Fans ist derart massiv, dass man jeden sofort in eine Schublade steckt. Und auch wenn man einzelnen Kandidaten des Team Profifußball durchaus glaubt, dass sie sich keinem Lager zugehörig fühlen, so ist es jedoch längst anders in den Köpfen der Fans verankert.

Die Kandidatenvorstellungsrunde des Team Profifußball

Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass man immer wieder als Wunschkandidaten für die ARGE gesehen wird. Keine einzige Wahlveranstaltung des Team Profifußball wurde in irgendeiner Weise durch den Fanclub-Dachverband unterstützt. Bislang. Denn die ARGE schiebt sich nun doch bewusst in den Vordergrund. Die Kandidatenvorstellung des Team Profifußball am 17. Juli in München wird nicht nur aktuell von der ARGE Region 1 beworben, sondern direkt als Veranstaltung des Dachverbandes ausgeschrieben. Und das ist die Problematik an der Sache. Das Team Profifußball müsste sich davon distanzieren. Und klarstellen, dass es eben keine ARGE-Veranstaltung ist, sondern rein vom Team organisiert wird.

Einzelkandidatenwahl ist ausdrücklich erwünscht

Nicolai Walch, aktuell amtierender Verwaltungsrat des TSV München von 1860 e.V., gefällt die aktuelle Entwicklung überhaupt nicht. Er ist ein Verfechter basisdemokratischer Entscheidungen. Der TSV setzt mit der aktuellen Satzungsfassung auf die Wahl einzelner Kandidaten und nicht auf Blockwahl. Das Team Profifußball geht mit genau 9 Kandidaten ins Rennen. Mit der klaren Aussage, dass man ein Team zusammengestellt hat, das alle Bereiche abdeckt. “Man untergräbt praktisch die Einzelkandidatenwahl”, so der amtierende Verwaltungsrat. Es ist richtig, dass auf dem Papier jeder Kandidat einzeln gewählt werden kann. Doch das Auftreten des Teams rund um Ruhdorfer signalisiert eben: „Wählt uns geschlossen, dann sehen wir in eine professionelle Zukunft.“ Walch hingegen wünscht sich von den Wählern ein explizites Auseinandersetzen mit den einzelnen Kaniddaten.

“Die Einzelkandidatenwahl Wird ad absurdum geführt!”

Mit Gegenvorschlag von PRO1860 ist zu rechnen

Es ist das gute Recht des Team Profifußball, sich als Interessensgemeinschaft darzustellen. Ob es der Überbrückung der Fanlager dienlich ist, das muss man bezweifeln. Die einen werden genau so wählen und die anderen eben genau so nicht. Der Fokus auf einzelne Kandidaten ist längst schon verloren gegangen. Leider. Denn aus allen Bereichen sind durchaus interessante Persönlichkeiten dabei. So offensiv wie die ARGE die Kandidaten nun für sich einnimmt, so klar ist die Reaktion vermutlich von PRO1860. Man wird ebenfalls einen Wahlvorschlag machen. Nicht weil man es vorhatte, sondern als Gegenreaktion. Die Einzelkandidatenwahl ist damit ad absurdum geführt worden.

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