Peter Grosser war von 1963 bis 1969 beim TSV 1860 München und erlebte das Meisterjahr 1966. Nun ist die Löwen-Legende verstorben. Er wurde 82 Jahre alt.

Am 28. Mai 1966 nahm Löwenkapitän Peter Grosser im verregneten Stadion an der Grünwalder Straße, vor über 40.000 begeisterten blauen Fans, die Meisterschale in Empfang und wurde damit eine Löwenlegende. Nun ist er verstorben. Die Löwengemeinde trauert.

Vom FC Bayern zu den Sechzgern

Beim TSV 1860 ist Grosser zu einem großen Namen geworden. Doch angefangen hat er beim FC Bayern, für den er zwischen 1958 und 1963 134 Spiele bestritt. Im Sommer 1963 wechselte er, als erster Spieler überhaupt, vom FC Bayern zu den Löwen. Eigentlich eher aus der Not heraus. Er wurde das Opfer eines Machtkampfes in der Vereinsführung. Der damalige Präsident, Wilhelm Neudecker, und sein Vorgänger, Roland Endler, der damalige Haupt-Sponsor des Klubs, hatten sich zerstritten. Grosser war jedoch mit Endler befreundet und hat für seine Firma das Auslieferungslager in München geleitet. Also haben die Bayern am Ende der Saison seinen Vertrag nicht verlängert.

Obwohl es eine Vereinbarung zwischen den Klubs gab, dass man sich gegenseitig keine Spieler wegnimmt, landete Grosser, dank der Einmischung von AZ-Reporter Rolf Gonther, dennoch an der Grünwalder Straße. Ablösesumme: 50.000 Mark.

Deutsche Meisterschaft 1966

Am 24. August 1963 stand Grosser im Heimspiel gegen Braunschweig zum ersten Mal für die Löwen auf dem Spielfeld. Das Spiel ging 1:1 aus, dabei hat Grosser Rudi Brunnenmeier das 1:0 aufgelegt. Und dennoch pfiffen ihn die Fans anfänglich aus, was sich allerdings bald legte, da er als Mittelfeldspieler viele Tore und Vorlagen lieferte.

Die neu gegründete Bundesliga war eine Riesensache für Grosser und seine Spielkameraden. Weite Anreisestrecken, die sie mit dem Zug im Schlafwagen zurücklegten (heute kaum vorstellbar), Gegner wie HSV, Dortmund und Köln und Spieler wie Uwe Seeler oder Wolfgang Overath. Das war eine ganz andere Nummer im Vergleich zur Oberliga.

Der Trainer, Max Merkel, und seine Löwen jagten einen Erfolg nach dem anderen: Deutscher Pokalsieger 1964, Europacup-Finalist 1965 und als Krönung die Meisterschaft 1966. Das alles mit Peter Grosser, der am vorletzten Spieltag in Dortmund das alles entscheidende Tor zum 2:0-Sieg schoss, so dass das Unentschieden gegen den HSV am letzten Spieltag die Meisterschaft nicht mehr gefährden konnte.

Insgesamt 18 Tore hatte Grosser in der Meistersaison 1965/66 als Mittelfeldspieler erzielt und wurde auch in die Nationalmannschaft berufen. Am 26. September 1965 debütierte er im Nationaltrikot zusammen mit Franz Beckenbauer im Spiel gegen Schweden in Stockholm und gab die Vorlage zum 2:1 durch Uwe Seeler. Damit qualifizierte sich die Deutsche Mannschaft für die WM 1966 in England.

Im Sommer 1969 verließ Grosser den TSV 1860 und ging zum SV Austria Salzburg, dem heutigen RedBull Salzburg, wo er 1975 seine Spielerkarriere beendete.

Wir trauern um eine große Löwen-Legende.

(Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Löwenmagazins.)
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serkan

Für mich ist Grosser ein Mann aus lang vergangener Zeit. Kannte ihn nur aus Interviews, die er als betagter “Meisterlöwe” oft irgendwelchen Zeitungen gab. Ohne ihn jemals auf dem Platz gesehen zu haben, lässt sich der Zauber, den sein Spiel wohl hatte, schwer nachvollziehen. Dafür bin ich zu jung. In München war er bis auf Wacker überall: FCB, TSV, Haching, Türk Gücü.

alexander-schlegel

Ich persönlich halte überhaupt nichts von Internet-Mitleidskundgebungen, aber Peter Grosser war wirklich einer der ganz großen Fußballer des Vereins. Mein Vater schwärmte noch Jahrzehnte nach dessen Laufbahn von seinem Spiel.

Snoopy.

Das Leben ist wie die Flamme eine Kerze. Bei der Geburt fängt sie an zu brennen, aber irgendwann erlischt sie. Ruhe in Frieden. Beileid an die Angehörigen.

Michael

Peter, bitte ruhe in Frieden! Warst einer der größten Löwen aller Zeiten.

dennis312

RIP meisterlöwe!

United Sixties

Ruhe in Frieden Peter. Für alle Löwenzeit unvergessen als Kapitän der großartigsten Sechzger-Mannschaft aller Zeiten ! Kannte ihn auch persönlich und hatte mit ihm einige hochinteressante Gespräche. Er war ein echter Fußballexperte der älteren Generation und musste leider so viele private Rückschläge meistern. 
Auch wegen ihm und seinen Toren, Vorlagen und Spielgestaltung sind heute noch so viele von uns treue Anhänger in zweiter, dritter und vierter Generation. Danke dafür und aufrichtige „Grüße im Löwenhimmel „ an Manni Wagner, Rudi Brunnenmeier, Guido Erhard u.v.m.