Welcher Fußballverein war Gründungsmitglied der Bundesliga?

Bei der von Günther Jauch moderierten Quizsendung „Wer wird Millionär“ könnte eine mögliche 500.000 Euro-Frage wie folgt lauten: „Welcher Fußballverein war Gründungsmitglied der Bundesliga?“

a) Fortuna Düsseldorf

b) Preußen Münster

c) Kickers Offenbach

d) Rot-Weiss Essen

Das Gründungsjahr der Bundesliga

Preußen Münster

Die Beantwortung dieser Frage dürfte für die meisten Fernsehzuschauer der Sportschau eine große Herausforderung sein. Die richtige Antwort lautet Preußen Münster. Im Gründungsjahr der Bundesliga im Jahr 1963 war der DFB bemüht, dass die einzelnen Standorte der neuen Liga relativ gleichmäßig über das Bundesgebiet verteilt waren. Zwei Mannschaften aus einer Stadt, vor allem in München wäre dies denkbar gewesen, wurden vom Deutschen Fußballbund kategorisch ausgeschlossen. Aufgrund von guten Platzierungen in der vorangegangenen Saison in der Oberliga West bzw. Oberliga Süd erhielten sowohl Preußen Münster als auch die Münchner Löwen mit einigem Glück die Lizenz für die Bundesliga im Gründungsjahr. Ein anderer Verein aus dem Großraum München ging deswegen leer aus.

Preußen als Gründungsmitglied

Die besondere Geschichte von Preußen Münster ist, dass die Adler aus Westfalen zwar Gründungsmitglied der Bundesliga waren, aber trotzdem nur eine einzige Saison in der höchsten Spielklasse absolviert haben. Neben dem 1. FC Saarbrücken war Preußen Münster der zweite Absteiger in der Saison 1963/64 mit nur einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer im Endklassement. Preußen Münster konnte nie mehr an diese besondere Spielzeit anknüpfen, als das „Who is who“ des deutschen Fußballs im Preußenstadion zu Gast war. Als Höhepunkt der Vereinsgeschichte gilt das 1:1 gegen den Hamburger SV mit Uwe Seeler vor geschätzten 40.000 Zuschauern am allerersten Spieltag der Bundesliga. Die begeisterten Fans drängten auf die Laufbahn, kletterten auf Bäume und Zäune.

Die Löwen im Gründungsjahr

Schütze zum Ausgleich: Otto Luttrop

Bei 1860 München begann mit Startschuss der Bundesliga die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte. Im Gründungsjahr der Bundesliga gewannen die Löwen den Vorläufer des DFB-Pokals im Finale gegen Eintracht Frankfurt mit 2:0. 1860 München war der letzte Gewinner des sogenannten „Tschammer-Pokals“, den Sechzig München bereits im Kriegsjahr 1942 erstmalig gewinnen konnte. Nach dem Krieg war auf der Trophäe das ursprünglich angebrachte Hakenkreuz durch eine Platte mit dem DFB-Logo ersetzt worden.

Am 24. Spieltag in der Bundesligasaison 1963/64 kam es im Grünwalder Stadion vor 34.000 Zuschauern zum Duell Löwen gegen Preußen. Die Löwen hatten in der Vorwoche bereits ein Heimspiel auf Giesings Höhen absolviert und den ruhmreichen HSV mit sage und schreibe 9:2 abgefertigt. Uwe Seeler gelang in der 71. Spielminute lediglich das zwischenzeitliche 6:2.

Preußen zu Gast auf Giesings Höhen

Clubikone Rudi Brunnenmeier

Preußen Münster erwischte an diesem 14. März 1964 den besseren Start und ging in der ersten Spielhälfte mit 0:1 in Führung. Zur Halbzeit hatte die Gästeführung noch Bestand, aber in der zweiten Hälfte kam Sechzig in Schwung. Den Ausgleich in der 51. Minute erzielte Otto Luttrop, der aufgrund seiner immensen Schusskraft den Spitznamen „Atom-Otto“ inne hatte. Die Führung für 1860 Minuten erzielte 9 Minuten später der beste Stürmer, der jemals für die Löwen aufgelaufen ist. Mit 66 Toren für 1860 München in der Bundesliga ist Rudi Brunnenmeier seit Jahrzehnten der führende Torschütze im Verein.

Engelbert Kraus

Den Schlusspunkt setzte an diesem Tag in der 80. Minute Engelbert Kraus zum 3:1-Endresultat. Berti Kraus absolvierte von 1963 bis 1965 zwei Spielzeiten in Giesing. Kraus kam als zweiter Stürmer neben Rudi Brunnenmeier auf 22 Einsätze im Löwentrikot und erzielte 9 Tore. Zu den drei Löwentorschützen an diesem Spieltag gegen Preußen Münster ist noch anzuführen, dass alle drei mittlerweile verstorben sind. Brunnenmeier ging im Jahr 2003 von uns, Berti Kraus im Jahr 2016 und Otto Luttrop im Jahr 2017.

55 Jahre später …

Nach 55 Jahren kommt es nun an gleicher Stelle zum zweiten Heimspiel der Löwen gegen Preußen Münster. Nach der unglücklichen Niederlage in Großaspach am Montag erwarten die Fans im Grünwalder Stadion eine Wiedergutmachung in eigener Sache.


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Dazu passt ganz gut eine Doku in der ARD
„Als die Bundesliga laufen lernte“

Tami Tes
Redakteur

Muss ich unbedingt reinschauen. Danke