Der 10. Spieltag brachte eine weitere Trainer-Entlassung, die von Carl Zeiss Jena Trainer Lukas Kwasniok. Die Trennung von dem 38-Jährigen gab das noch sieglose Schlusslicht am Samstag kurz nach der 1:2-Heimniederlage gegen Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg bekannt. Die Löwen haben dagegen wieder zu Hause einen Sieg erringen können. Gegen die Roten Teufel endete die Partie mit 3:1, wodurch Sechzig mit 14 Zählern auf dem 11. Tabellenplatz sprang.

Magdeburg endlich wieder siegreich

Nach drei spielerisch enttäuschenden 1:1 hat der 1. FC Magdeburg mal wieder einen Dreier eingefahren. Mit 3:0 gewinnen die Magdeburger vor heimischen Publikum gegen die Würzburger Kickers. Die Partie begann richtig temporeich und auf beiden Seiten eröffneten sich einige gefährliche Torchancen. Nach einer Viertelstunde beruhigte sich die Partie ein wenig, die Gäste blieben vor allem über ihre Standards gefährlich. So verpasste Schuppan erneut nach einer Ecke mit seinem Kopfball nur knapp den kurzen Pfosten (22.). In der 40. Minute dann schließlich die erlösende Führung für den Gastgeber: Dominik Ernst flankte auf Christian Beck und der Torjäger machte das, was er am besten kann. Er köpfte unhaltbar für Verstappen ins linke Eck. Die zweite Hälfte fing dann etwas ruhiger an und war mit intensiven Zweikämpfen ausgefüllt. Ein Geschenk in Form eines ungeschickten Handspiels von Schuppan im Strafraum brachte dem FCM die Chance aufs 2:0. Sören Bertram trat an und verwandelte den Elfmeter (62.). Die Magdeburger hatten die Partie danach im Griff, von den Kickers kam offensiv kaum noch etwas. Den Deckel drauf machte schließlich Tarek Chahed, der mit Charles-Elie Laprevotte Doppelpass spielte und ins kurze Eck abschloss (80.).

Gegen Halle muss sich Braunschweig mit einem Remis zufrieden geben

Eintracht Braunschweig hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Löwen mussten sich mit einem 1:1 gegen den Halleschen FC begnügen. Eintracht-Coach Christian Flüthmann hatte aus disziplinarischen Gründen auf Stürmer Martin Kobylanski verzichtet. Was genau vorgefallen war, gaben die Braunschweiger nicht bekannt. Für Kobylanski stand Orhan Ademi in der Startelf. Nachdem die Hallenser in der Anfangsphase das Tempo bestimmt hatten, war die Eintracht in der intensiven Partie anschließend gleichwertig und kam durch Orhan Ademi zum Führungstreffer. Im Anschluss an einen Freistoß, bei dem Benjamin Kessel wohl ganz knapp im Abseits stand, schaltete Ademi am schnellsten und erzielte seinen zweiten Saisontreffer (26.). Es blieb der einzige gute Abschluss der Niedersachsen in der ersten Hälfte. Allerdings kam auch der HFC kaum gefährlich vor das gegnerische Tor. Besser machten sie es kurz nach dem Seitenwechsel. Braunschweig konnte nicht klären, Pascal Sohm war zur Stelle und markierte aus kurzer Distanz den Ausgleich (51.). Die Gäste erarbeiteten sich erneut ein Übergewicht, Zählbares sprang allerdings nicht mehr heraus. Auch die Eintracht hatte offensiv nicht ihren besten Tag, so blieb es beim 1:1-Unentschieden.

Zwickau stoppt Viktoria Köln mit 4:0

Der FSV Zwickau hat gegen den Aufsteiger Viktoria Köln den zweiten Heimsieg der Saison gefeiert und mit 4:0 deutlich gewonnen. Nach einem kurzen Schock-Moment in der ersten Minute durch einen Stoppfehler des Viktoria Keepers Sebastian Patzler, stabilisierten sich die Gäste zunächst und erspielten sich ein Übergewicht im Mittelfeld. Doch dann schlugen die Hausherren eiskalt zu. Rene Lange brachte einen Freistoß vor den Kölner Kasten. Dort stand Ronny König und grätschte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie (7.). Die Zwickauer pressten in der Folge sehr hoch und störten die Gäste sehr früh im Spielaufbau. Das wurde in der 35. Minute belohnt: Unter Druck verlor Viktoria-Außenverteidiger Fabian Holthaus die Kugel an Schröter, der schnell schaltete und auf Elias Huth passte, der wiederum Lars Dietz anschoss. Der Ball flipperte dann zu Huth zurück und letztlich über die Linie. Dann wurde es bitter für die Gäste, denn in der 40. Minute sah Mart Ristl Gelb-Rot, nach einem Foul am Torschützen Huth. Die Überlegenheit nutzte Zwickau noch vor dem Pausenpfiff zum 3:0. Erneut war Schröter nach einem erneuten Abwehrfehler auf der rechten Seite durch und bediente diesmal Fabio Viteritti, der ins linke Kreuzeck vollendete (45.). Auch der zweite Durchgang sah für Köln nicht besser aus. Viktoria verteidigte nicht drittligareif, auch nicht in der 58. Spielminute, als Hamza Saghiri im eigenen Strafraum unter Druck gesetzt wurde und den Ball in etwa sieben Meter Torentfernung Huth direkt in die Beine spielte. Elias Huth schob den Ball dankend und gekonnt an Patzler vorbei ins lange Eck.

Münster blamiert sich gegen FC Bayern II

Nach der 1:4-Heimpleite gegen den FC Bayern München II rutscht Preußen Münster auf den 18. Abstiegsplatz. Münster bot eine sehr schlechte Vorstellung. Die Gäste spielten deshalb so gut, weil die Hausherren praktisch keine Gegenwehr leisteten. Durch die komplette Verteidigung wanderten Fehler, es war ein Sammelsurium an taktischen Ungenauigkeiten, fehlenden Absprachen und verlorenen Zweikämpfen, die prompt in Gegentore mündeten. Wie beim 0:1 durch Okyere Kwasi Wriedt, als sich Sarprest Singh unbedrängt durch die Preußen-Verteidiger kombinierte: derer sechs standen praktisch nur rum, Ole Kittner verlor dann noch das Laufduell durch einen leichten Schubser (4.). Beim 0:2 konnte Leon Dajaku unbehelligt in den Rücken der vierköpfigen SCP-Abwehrkette flanken, Julian Schauerte und Simon Scherder sahen gar nicht gut dabei aus und Oliver Batista Meier traf (12.). Beim 0:3 gab es großen Aufreger, weil Kwasi Wriedt (vielleicht) Scherder am Mittelkreis foulte. Der Ex-Osnabrücker behauptete sich, passte auf den Flügel, rannte nach vorne, bekam den Ball zurück, Nico Brandenburger stolperte im Zweikampf, Abschluss, Tor (31.). Und beim 0:4 half Fridolin Wagners durch seinen schlappen Befreiungsschlag und als der Ball ein paar Sekunden später wieder im Preußen-Strafraum war, reklamierte Wagner auf Abseits, währenddessen Kwasi Wriedt mit seinem dritten Tor den Deckel zumachte (43.). Die zweite Halbzeit mit dem Anschlusstreffer von Rufat Dadashov konnte nicht einmal mehr als Hoffnungsschimmer (82.) bewertet werden.

Großaspach siegt zu Hause gegen Chemnitz

Die SG Sonnenhof Großaspach hat sich am zehnten Spieltag in der 3. Liga durch ein 2:0 im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC etwas Luft im Tabellenkeller verschafft. Die SGS überstand die stürmische Anfangsphase der Gäste unbeschadet und schlug durch das 1:0 von Kai Brünker eiskalt zu (11.). Die Mannschaft von Trainer Oliver Zapel bekam die Partie anschließend immer besser unter Kontrolle und ließ bis zum Wechsel nichts mehr zu. Im zweiten Abschnitt sorgte Kai Gehring mit dem 2:0 für die Entscheidung (69.). Gäste-Akteur Tobias Müller sah in der Schlussminute die Rote Karte. Die SGS zieht durch den Erfolg am 1. FC Kaiserslautern vorbei auf Platz 16.

Jena verliert erneut – Kwasniok packte die Koffer

Obwohl der Jenaer Fußball-Drittligist 86 Minuten gegen Duisburg in Überzahl spielt und in Führung geht, verlieren die Thüringer mit 1:2. Für Trainer Lukas Kwasniok bedeutete das seinen Aus – er wurde nun entlassen.

Bereits nach vier Minuten hatten die Gäste einen Mann weniger auf dem Platz. Arne Sicker stoppte Jenas Stürmer Maximilian Rohr mit einer Notbremse, dafür gab es die Rote Karte. Die Überzahl nutzte der FC Carl Zeiss in den ersten 45 Minuten nicht. Zu Verhalten war das Auftreten der Thüringer gegen die Duisburger, die auf Sicherheit bedacht waren und auf Konter lauerten. Torchancen Mangelware. Die Begegnung erinnerte an einen müden Freundschaftskick. Im zweiten Durchgang drängten die Gastgeber immerhin die Zebras immer mehr in die eigene Hälfte und erhöhten den Druck. Dominik Bock, der nach einer Flanke von Nico Hammann, die Rohr verlängerte, am langen Pfosten lauerte, belohnte die Offensivbemühungen mit der Führung (59. Minute). Duisburg traute sich aber auch. Leroy-Jacques Mickels tankte sich auf der rechten Jenaer Seite durch, flankte auf Vermeij, der per Kopf auf Duisburgs Kapitän Moritz Stoppelkamp ablegte – der Ausgleich (75.). Und es kam noch Schlimmer: Nach einer Ecke von Stoppelkamp war es diesmal Vincent Vermeij, der ins Tor traf – 1:2 (86.). Die neunte Niederlage für Jena im zehnten Spiel.

Waldhof und Hansa trennen sich mit einer Punkteteilung

SV Waldhof Mannheim kam vor heimischer Kulisse gegen Hansa Rostock nicht über ein 1:1 hinaus. In der ersten Halbzeit entwickelte sich zwischen dem SV Waldhof Mannheim und Hansa Rostock ein zerfahrenes und kämpferisches Spiel. Torchancen waren allerdings Mangelware. Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Gleich mit dem ersten gelungenen Angriff ging Hansa in Führung: Nach Vorlage von Nik Omladic schoß Pascal Breier die Gäste in Führung (48. Minute). Die Antwort der Waldhöfer ließ nicht lange auf sich warten: Max Christiansen nutzte einen abgeprallten Ball aus 16 Metern zum Ausgleich (60.). Das war es allerdings auch schon. Beide Teams hatten zwar noch einige Gelegenheiten, trafen aber nicht mehr.

Uerdingen mit einem Sieg in Meppen

Der KFC Uerdingen hat beim SV Meppen einen leichten Befreiungsschlag geschafft. Die Krefelder siegten im Emsland mit 2:1. Die Partie begann für den KFC perfekt: Nach drei Minuten köpfte Tom Boere einen Freistoß per Kopf zur Führung ein. Im Anschluss war das Spiel geprägt von Unsicherheiten, Fehlpässen und Fouls. Erst kurz vor der Pause wurde Meppen etwas gefährlicher. Doch weder ein Schuss von Hassan Amin (42.) noch eine Bogenlampe von KFC-Abwehrmann Assami Lukimya (42.) fanden den Weg ins Uerdinger Tor. Nach der Pause war Meppen anzumerken, dass sie die Partie noch nicht aufgegeben hatten. Die Gastgeber vergaben gleich mehrmals Gelegenheiten durch Willi Evseev und Marius Kleinsorge. Das rächte sich zehn Minuten vor dem Ende: Assani Lukimya markierte wieder nach einem Standard das zweite KFC-Tor und sorgte für die Entscheidung (80.). Luka Tankulic konnte für Meppen nur noch verkürzen (89).

Nullnummer im bayerischen Duell

Die SpVgg Unterhaching übernahm mit dem 0:0-Unentschieden gegen den FC Ingolstadt die Tabellenspitze zurück. Der FC Ingolstadt liegt nach fünf Spielen ohne Sieg weiter auf Platz acht. Auf diesen Punkt haben beide Seiten hingearbeitet. In den 90 Minuten unter Flutlicht sahen die Zuschauer nur wenige Torchancen, die besten davon in der Schlussphase. Zuerst scheitert Marcel Gaus mit einem Fernschuss am Aluminium (81.), dann brachte Stephan Hain auf der anderen Seite die Kugel nicht über die Linie (88.). Mit dem Abpfiff musste dann SpVgg-Torhüter Nico Mantl nochmals eingreifen, mit einer tollen Reaktion hielt er die Null fest. Schlussendlich war das Resultat zweifelsfrei gerecht, für mehr als einen Punkt reichte der Einsatz von beiden Mannschaften nicht.

Alle Ergebnisse des 10. Spieltages im Überblick

1. FC MagdeburgWürzburger Kickers3:0
Eintracht BraunschweigHallescher FC1:1
FSV ZwickauFC Viktoria Köln4:0
Preußen MünsterFC Bayern II1:4
Sonnenhof GroßaspachChemnitzer FC2:0
FC Carl Zeiss JenaMSV Duisburg1:2
TSV 1860 München1. FC Kaiserslautern3:1
Waldhof MannheimHansa Rostock1:1
SV MeppenFC Uerdingen 051:2
FC Ingolstadt 04SpVgg Unterhaching0:0

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jürgen (jr1860)
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anteater
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Viktoria Köln ist also doch schlagbar. Sogar von Zwickau, auch nicht gerade DIE Übermannschaft. Köln hatte zwar ein paar Ausfälle, aber ich kann empfehlen, die Tore anzuschauen. Dagegen wirkte die Lauterer Defensive kompetent.

Um den Trainer von Jena tut es mir fast schon leid, den empfand ich schon eher als sympathisch und immerhin hatte er letzte Saison das Unmögliche möglich gemacht und den FCC zum Klassenerhalt geführt. Die hatten einige Leistungsträger verloren und ganz offensichtlich nicht adäquat ersetzt. Würde mich wundern, wenn die es dieses Saison nochmal schaffen würden, sich zu halten.

Schön langsam nimmt die Tabelle etwas Form an. Die beiden Teams, die uns bitterste Niederlagen zugefügt haben, sind 2 respektive 3 Punkte vor uns. Das wird zum Ende raus sicher wieder eine enge Kiste für 10-15 Mannschaften.

Würzburg kassiert Tore nach Belieben. Da sollte was für uns zu holen sein und dann kommt Uerdingen (Stadtteilverein!), die irgendwie um einen Abstieg betteln. Dabei sollten wir ihnen unbedingt helfen. Nicht auszuschließen, dass wir endlich die lang ersehnten drei Ligasiege in Folge jetzt hinbekommen, aber man weiß echt nie.